Hallo Jürgen
Wie geht's Dir? Und deiner Familie? Hoffentlich klappt es alles.
Mir geht's gut! Wir haben Ferien vom 28. März bis 13. April.
Wir haben uns gut ausgeruht .
Ich habe lange an dich gedacht . Leider habe ich keinen Zeit,Dir zu schreiben.
Pass gut auf Dich auf!
Viele Grüße an Dich und Deine Familie!
Le dimanche 15 février 2026 à 20:28:56 UTC, Jürgen Reichenberger <briefwechsel@jreichenberger.net> a écrit :
Hallo Ahmed,
vielen Dank für deine offene und
ausführliche Mail. Ich lese deine Gedanken sehr aufmerksam – und
ich spüre, wie sehr dir Afrika am Herzen liegt.
Zuerst: Danke für die Übungslösungen
👍
Fast alles ist richtig! Nur ein kleiner Punkt:
„ob ich
ihm
bei
den Hausaufgaben helfen kann“ (Dativ).
Aber insgesamt: sehr gut!
Zum Thema Kolonialismus:
Du hast recht – die Geschichte war für viele Länder Afrikas
sehr schlecht.
Afrika wurde vor allem von
Frankreich
und
Holland
kolonial
beeinflusst, Asien stark von
Großbritannien
.
In vielen Fällen wurden Rohstoffe einfach exportiert, aber
keine
eigene Verarbeitung im Ursprungsland aufgebaut
.
Das war keine Partnerschaft, sondern Ausbeutung.
Und moderne Ausbeutung gibt es auch
heute noch:
Der
IWF
(Internationaler Währungsfonds)
vergibt Kredite oft nur unter sehr harten Bedingungen. Diese
Bedingungen verändern gewachsene wirtschaftliche Strukturen
und schwächen lokale Systeme.
Die
EU-Fischerei
fischt vor Westafrika große Mengen leer.
Subventionierte Milchprodukte
(z.B. Milchpulver) aus Europa oder importierte Zwiebeln aus
Holland zerstören lokale Märkte.
Das sind reale Probleme.
Ich finde es deshalb auch gut, dass
Frankreich kein Uran mehr aus bestimmten afrikanischen Ländern
bekommt. Länder sollten über ihre Rohstoffe selbst entscheiden
dürfen.
Interessant ist auch die Rolle
Chinas:
China baut Infrastruktur, Verkehrswege und
Verarbeitungsanlagen auf. Das kann – wenn es fair geschieht –
langfristig für beide Seiten Vorteile bringen. Entscheidend ist,
dass afrikanische Staaten selbstbewusst verhandeln.
Du schreibst über Behörden.
Ich bin
Anwendungsprogrammierer
und beschäftige mich intensiv mit
Künstlicher
Intelligenz (KI)
. Ich bin überzeugt: KI
wird auch die Arbeitswelt von Beamten und Behörden stark
verändern – selbst wenn manche sich dagegen wehren.
Digitalisierung und Automatisierung werden kommen.
Zur Zukunft:
Ich denke, wenn KI richtig genutzt wird, werden viele
Menschen wieder
aufs Land ziehen
.
Man kann digital arbeiten und gleichzeitig ruhig leben. Deshalb:
Bewahre dein Dorf in Ehren. Das Landleben könnte wieder sehr
wertvoll werden.
Nun zu mir persönlich:
Ich wurde in
Dresden
geboren und wohne heute wieder hier.
Ich bin jetzt zum
dritten Mal
verheiratet
.
Meine erste Ehe hielt nur 18 Monate.
Ich habe eine Tochter, Yvonne.
Meine zweite Ehe dauerte 16 Jahre. Meine damalige Frau
brachte einen Sohn mit in die Ehe, und zwei gemeinsame Söhne
wurden geboren: Michael und Torsten.
Meine dritte Ehe besteht seit 2009. Meine Frau ist
Dominikanerin und brachte ihre Tochter Lianna mit.
Ich habe also eine große Familie – in
Deutschland und in der Dominikanischen Republik.
Jetzt drei neue kleine Aufgaben für
dich oder deine Schüler:
Afrika braucht ein starkes
Bildungssystem, ______ es sich langfristig entwickeln kann.
(damit / weil)
Viele Länder möchten ihre
Rohstoffe selbst verarbeiten, anstatt sie nur ______.
(exportieren / exportiert)
Wenn die Menschen digital
arbeiten können, ______ sie vielleicht wieder aufs Land.
(ziehen / zogen)
Ich freue mich auf deine Gedanken –
und erzähle mir gern noch mehr über dein Dorf. Wie sieht es dort
aus? Welche Landschaft? Welche Traditionen?
Herzliche Grüße
Jürgen