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tyska1960
tyska1960@web.de · 10 Nachrichten
2026.03.03
Hallo Jürgen,    das finde ich ja toll das ich Antwort bekomme. Es ist das erste Mal das ich auf dieser Seite war. Früher war ich mal bei Mailfriends, aber irgendwann gab es diese Seite nicht mehr. Ich habe 2 Mailfreundinnen, mittlerweile schon über 10 Jahre. Wir schreiben uns nicht so sehr oft, manchmal liegen Wochen dazwischen. Eben halt so wie man mag.   Also zu mir, ich bin 65 und lebe alleine. Ich habe 2 Kinder die schon über 30 sind und schon lange ihr eigenes Leben leben. Sollen sie auch. Ich habe noch einen Minijob in einer Kanzlei. Arbeite mehr am Empfang und nebenbei noch für die Steuerberatung. Es macht Spaß. Außerdem habe ich noch 2 Ehrenämter, 1 mal im Seniorenheim, so alle 4 bis 8 Wochen an einem Sonntag, Waffeln backen in dem Hauseigenen Cafe für die Seinioren und ihre Angehörigen. Das ist so ein kleines Hauseigenes Cafe das Sonntags öffnet für 2 Stunden. Ist ganz schön. Wir sind dort 14 Ehrenamtliche im Wechsel.  Dann noch ein Ehrenamt bei der Caritas. Das ist manchmal so Samstags für 3 Stunden. Das ist aber nicht zwingend das man jede Woche hilft. Dort sind wir so 30 Ehrenamtliche. Das mache ich seit 1 Jahr. Ich finde es ganz schön. Man hat was zu tun und mittlerweile auch privat Kontakt geschlossen.    Ich wohne hier eher Ländlich, so 30 km von Münster entfernt. Ich bin gerne in der Natur unterwegs. Gehe fast jeden Tag noch 1 Stunde walken. Also eher zügig spazieren lach. Im Sommer dann noch mit dem Fahrrad unterwegs. Ich muß gestehen bei Kälte fahre ich nicht.   Alles zu erzählen würde den Rahmen hier sprengen lach, ich denke wenn man sich besser kennt und weiter schreiben möchte kann man sicherlich das eine oder andere dann noch erzählen. Mir hatte man gesagt ich könnte ein Buch über mein Leben schreiben. Was ich erlebt habe passt eigentlich in mehrere Leben. ABer na ja das Schicksal halt.   So, ich würde mich sehr freuen wenn Du zurückschreiben würdest, auch wenn es Dir nicht zusagt.    Liebe Grüße aus dem Münsterland von Sylvia
20:32 Uhr
Liebe Sylvia, herzliche Grüße nach Münster 😊 wie schön, dass Du einfach jemanden zum Schreiben suchst – ganz ohne großes Programm, sondern über das, was der Tag gerade so bringt. Genau das mag ich am Briefeschreiben auch. Ich bin 66, lebe in Dresden und schreibe schon seit einiger Zeit mit verschiedenen Menschen quer durch Deutschland und auch darüber hinaus. Mir gefällt dieser ruhige Austausch – Gedanken sortieren, Erlebtes teilen, kleine Beobachtungen aus dem Alltag festhalten. Manchmal sind es nur Nebel am Morgen, ein gutes Gespräch, ein interessantes Buch oder einfach eine Tasse Kaffee zur richtigen Zeit. Was bringt denn Dein Tag heute so mit sich im Münsterland? Eher Stadt, eher Natur? Wenn Du Lust hast, erzähl doch ein bisschen von Deinem Alltag – bist Du noch berufstätig oder genießt Du schon den Ruhestand? Was macht Dir Freude? Spaziergänge, Lesen, Garten, Kultur? Ich freue mich auf Deine Antwort. Herzliche Grüße Jürgen (oder Richi – wie Du magst)
21:09 Uhr
2026.03.05
Hallo lieber Jürgen,   uih da freue ich mich aber über Deine Mail. Ich hatte schon gedacht das keine Antwort zurückkommt. Die Erfahrung habe ich leider sehr oft gemacht. Früher war ich mal bei Mailfriends.   Ja, ich finde auch das man schreiben sollte, wie man Zeit hat, wie man gerade Lust hat. Ich hatte vor vielen Jahren eine Dame, die hat jeden Tag geschrieben. Mir wurde das zu viel. Immer dieser Druck. Und wenn man mal nicht geantwortet hat dann kam sofort eine hinterher. Ich fand das sehr belastend. Der Kontakt wurde dann auch abgebrochen. Ich habe ihr nicht schnell genug geantwortet. Na ja, böse drum war ich nun nicht.   Ach, das ist interessant das Du gerne m it Computer arbeitest. Ich kenne nichts anderes. Bin 1978 darein gerutscht lach. Da kam ich gerade in die Lehre und seitdem bin ich dabei. Habe damals in einer großen Computerfirma gearbeitet. Soft- und Hardware.  Die kämpften ums überleben und ich habe dann in eine Softwarefirma gewechselt. Eigentlich im Sekretariat, aber mit der Zeit habe ich Programme bearbeitet, sprich etwas programmiert. Tja. Es fing dann die Zeit an mit den Destops und mein Chef stellte mir dann einen hin und meinte nur, schmeiß das Betriebssystem runter und installiere Win 98. Das passierte dann öfter und irgendwann war ich dann für die Webseite zuständig.    Ich arbeite jetzt in einer Anwaltskanzlei und sitze da 4 Stunden vor 2 Bildschirmen. Arbeite auch noch mit Datev und muß immer zwischen 2 Netzwerken switchen. Egal, genug davon. Ich arbeite jedenfalls sehr gerne an PC´s.    Na da hast Du ja auch eine Schar Kinder. Ich habe 2. Sohn und Tochter. 35 und 33. Aber keine Enkel. Wer weiß ob überhaupt. Ist mir auch nicht wichtig.   Ich bewege mich sehr gerne. Es macht mir Spaß so mit Ohrstöpsel und dann einen Podcast zu hören.   So, ich werde mal was essen, meinen Cappu trinken und dann nachher zur Arbeit gehen oder mit dem Fahrrad.  Sprit ist ja so teuer geworden. Ich versuche mein Auto so wenig wie möglich zu bewegen. Habe kein E-Auto. Ich denke ich fahre meinen kleinen Benziner noch so 10 Jahre und dann nur noch Öffis.   Hast Du ein Auto ?   Ich wünsche Dir noch einen wunderbaren Tag heute.   Liebe Grüße von Sylvia
10:18 Uhr
Liebe Sylvia, vielen Dank für Deine ausführliche Nachricht. Ich habe mich sehr gefreut, dass Du mir geschrieben hast – und erst recht, dass ich Dir auf dieser Seite offenbar als Erster geantwortet habe. Das ist ja fast ein kleines „Premieren-Gespräch“. 🙂 Dass Du noch zwei Mailfreundinnen hast, mit denen Du schon über zehn Jahre schreibst, finde ich schön. Gerade dieses entspannte Schreiben ohne festen Rhythmus gefällt mir auch. Man meldet sich, wenn man etwas zu erzählen hat oder einfach Lust dazu hat – das passt gut. Dein Alltag klingt übrigens sehr lebendig. Dein Minijob in der Kanzlei gefällt mir als Idee sehr gut. Ich finde solche kleinen Jobs oft sinnvoll, weil der Kontakt zur Wirklichkeit erhalten bleibt. Man ist unter Menschen, bekommt mit, was im Alltag passiert, und hat trotzdem seine Freiheit. Auch Deine beiden Ehrenämter gefallen mir. Waffeln backen im Seniorenheim klingt nach einer richtig guten Atmosphäre – ich kann mir vorstellen, dass sich die Bewohner und ihre Angehörigen darüber sehr freuen. Und bei der Caritas lernt man bestimmt auch interessante Menschen kennen. Dass daraus sogar private Kontakte entstehen, zeigt ja, dass sich so ein Engagement wirklich lohnt. Dass Du gerne draußen bist, merkt man auch. Jeden Tag eine Stunde walken – also zügig spazieren, wie Du schreibst – ist eine gute Gewohnheit. Ich selbst bin auch gern zu Fuß unterwegs. Wenn ich meinen Vater besuche und anschließend meinen Bruder, gehe ich die Strecke meist komplett zu Fuß. Für jede Strecke brauche ich ungefähr eine Stunde und zehn Minuten. Manchmal nehme ich auch die Bahn, aber zu Fuß ist es oft angenehmer, weil man dabei den Kopf frei bekommt. Das Schreiben selbst ist für mich übrigens auch eine Art Ausgleich. Meine eigentliche Leidenschaft ist die Arbeit am Computer. Wenn ich nicht aufpasse, sitze ich von früh bis spät am Rechner. Briefe zu schreiben hilft mir deshalb ein bisschen, mich bewusst davon zu lösen und wieder mehr mit Menschen außerhalb des Bildschirms zu tun zu haben. Vielleicht noch kurz zu meiner Familie: Meine dritte Frau kommt aus der Dominikanischen Republik. Insgesamt gibt es inzwischen fünf Kinder, die zu mir „Papa“ sagen. Familie ist für mich ein wichtiger Teil des Lebens, auch wenn inzwischen natürlich alle ihren eigenen Weg gehen. Du hast geschrieben, man habe Dir einmal gesagt, Du könntest ein Buch über Dein Leben schreiben. Solche Sätze fallen ja meist nicht ohne Grund. Oft steckt dahinter eine Geschichte mit vielen Erfahrungen. Vielleicht erzählst Du bei Gelegenheit einmal ein Stück davon – ich finde Lebensgeschichten immer spannend. Für heute lasse ich es erst einmal dabei. Ich freue mich auf jeden Fall, Dich ein bisschen kennenzulernen. Viele Grüße aus Dresden Jürgen
10:27 Uhr
2026.03.07
Guten Tag Jürgen,   über Deine Mail habe ich mich wieder sehr gefreut. Ich bin etwas kaputt heute und geniesse gerade noch eine Tasse koffeinfreien Kaffee. Den trinke ich abends immer. Heute hatten wir eine einjährige Feier von der Caritas. Es war etwas stressig weil so viele Kunden da waren und ich wurde ständig wegen irgendwas gefragt. Von 10 Uhr an bis 14 Uhr war ich dort und ich bin gerade so ein bisschen kaputt oder erschöpft, wie auch immer. Aber eher im Guten Sinne.  Zum Glück hatte ich mir gestern Abend noch veganen Kartoffelsalat gemacht so brauche ich heute nicht zu kochen, ich glaube dazu wäre ich nicht in der Lage. Ich versuche mich mehr vegan, vegetarisch zu ernähren. Nur noch sehr selten mal Fleisch. Und wenn dann nur Hähnchen oder Pute. Schweinefleisch esse ich schon seit über 10 Jahren nicht mehr.   Ja das war eine lustige Zeit damals 1978 als ich in die Lehre kam. Ich hatte Groß- und außenhandelskaufmann gelernt. Damals hieß das noch so. Bin dann gleich darein gerutscht. Da waren die Speichermedien noch ca. 50 cm im Durchmesser. Lach. Das glaubt mir keiner heutzutage. Viele wissen auch nicht was ne Floppydisc oder so ist.    Ich habe mir vieles selber beigebracht. Basic Programmierung hatte ich 1981 in einer Umschulung gelernt. Das war toll. Access Programmierung kam dann 2003 mit dazu. Aber heute, ich bin da total raus. Gut Grundwissen ist noch da aber sonst. Ich habe vieles vergessen. Das ist auch heute so schnelllebig geworden. Kaufst Du heute einen Laptop ist der nach 1 Tag schon alt.    Ich hatte überlegt morgen mal nach dortmund zu einem Eishockey-Spiel zu gehen, aber irgendwie fehlt mir auch die Lust dazu. Meine Freundin hat keine Zeit und sonst kenne ich hier kaum jemanden. Ich bin erst Mitte 2022 nach Lüdinghausen gezogen. Der Kinder wegen. Davor habe ich 10 Jahre in Castrop-Rauxel gewohnt, in der Nähe meines Bruders. Ich überlege aber wieder von hier wegzuziehen, die Mieten hier sind unmöglich. Erstens gibt es hier kaum bis gar keine Wohnungen mehr. Auf eine Wohnung kommen ca. 30 Interessenten und die Miete astronomisch. Da denkt man ok Kleinstadt, da dürften die Mieten ja nicht so hoch sein. Pfff, stimmt nicht.    So, ich werde noch kurz etwas einkaufen fahren und dann ist Fernsehen angesagt.   Ehrlich gesagt schreibe ich nicht gerne mit der Hand. Habe ich eine Zeitlang mit einer Freundin gemacht, aber ich habe leichte Probleme mit der Hand zu schreiben. Es strengt zu sehr an und ich bekomme schnell einen Karpaltunnelsyndrom. Deswegen schreibe ich eigentlich nur Mails. Es strengt mich schon auf der Arbeit an für diverse Anwälte Handnotizen zu schreiben.    Ich werde mich dann mal auf den Weg machen.   Wünsche Dir einen tollen Abend. Und bis bald.   Liebe Grüße aus Ldinghausen  Sylvia
16:26 Uhr
Liebe Sylvia, vielen Dank für Deine Nachricht – ich habe mich wieder sehr darüber gefreut. Was Du über das Schreiben ohne Zeitdruck sagst, kann ich gut nachvollziehen. Genau deshalb mag ich diesen lockeren Briefwechsel. Jeder schreibt, wenn Zeit und Lust da sind. Wenn daraus ein täglicher Pflichttermin wird, verliert es schnell seinen Reiz. Dann wird aus Freude plötzlich Druck – und das sollte ja gerade nicht passieren. Deine Geschichte mit den Computern fand ich übrigens sehr interessant. 1978 – da warst Du wirklich früh dabei. Damals steckte das ja noch alles in den Kinderschuhen. Dass Du zuerst im Sekretariat warst und dann immer mehr in die Technik hineingerutscht bist, passt eigentlich sehr gut zu dieser Zeit. Vieles haben die Leute einfach ausprobiert und sich selbst beigebracht. Die Episode mit Deinem Chef, der Dir einfach einen Rechner hinstellt und sagt: „Schmeiß das Betriebssystem runter und installiere Windows 98“, hat mich zum Schmunzeln gebracht. So ähnlich lief das früher oft – man bekam eine Aufgabe und musste einfach sehen, wie man sie löst. Auf diese Weise hat man wahrscheinlich mehr gelernt als in manchem Kurs. Dass Du heute noch gern am Computer arbeitest, kann ich gut verstehen. Bei mir ist es ja auch so. Ich habe viele Jahre als Anwendungsprogrammierer gearbeitet, deshalb ist der Rechner für mich bis heute ein vertrautes Werkzeug. Wenn ich nicht aufpasse, sitze ich allerdings von früh bis spät davor. Deshalb schreibe ich auch gern Briefe – das ist für mich ein guter Ausgleich zur Bildschirmarbeit. Deine Arbeit in der Kanzlei klingt ebenfalls interessant. Zwei Bildschirme und zwischen Netzwerken wechseln – das kenne ich auch noch aus früheren Projekten. DATEV habe ich zwar nie selbst benutzt, aber der Name ist mir natürlich ein Begriff. Dass Du Dich so gern bewegst, finde ich ebenfalls gut. Podcasts beim Walken zu hören ist eine schöne Kombination – Bewegung für den Körper und gleichzeitig etwas für den Kopf. Zur Zeit laufe ich jeden Tag von meinem Vater zu meinem Bruder, 1:10 quer durch Dresden. Die Zeit, die ich mir für Youtube und Telegram nehme.  Du hast mich gefragt, ob ich ein Auto habe. Ehrlich gesagt hatte ich im Laufe meines Lebens mehrere Autos, aber heute sehe ich das eher pragmatisch. Für mich war ein Auto nie ein Statussymbol, sondern einfach ein praktisches Werkzeug. Wenn es gebraucht wurde, war es da – und wenn nicht, ging es auch ohne. Vieles erledige ich gern zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Gerade längere Spaziergänge helfen mir, den Kopf frei zu bekommen. Deine Idee, den kleinen Benziner noch eine Weile zu fahren und später vielleicht ganz auf Öffis umzusteigen, klingt eigentlich sehr vernünftig. Man muss ja nicht jedem technischen Trend sofort hinterherlaufen. E-Autos haben ihre Berechtigung, wenn man nur in einer Stadt rumfährt. Außerhalb ist es keine gute Idee.  Generell ist es das Bestreben alles elektrisch tz machen und damit kontrollierbar und abschaltbar. Das halten ich für keine gute Entwicklung. Auch ein Grund, weshalb ich mir wieder einen Füller zugelegt habe und mich mit zwei Briefpartnern wieder altmodisch schreibe.  Nun wünsche ich Dir erst einmal einen guten Arbeitstag in der Kanzlei. Vielleicht bist Du ja tatsächlich mit dem Fahrrad gefahren – bei dem Wetter im Moment macht das sicher mehr Spaß als im Winter. Ich freue mich auf Deine nächste Nachricht. Viele Grüße Jürgen
16:50 Uhr
2026.03.08
Guten ABend Jürgen,   vielen Dank für die nette Mail.   also "normalen" Kaffee trinke ich tagsüber sehr viel. Ich bin eine Kaffeetante, war ich schon immer. Nur Abends muß es koffeinfreier sein nach dem Essen weil ich sonst in der Nacht nur wach liege. Und mir schmeckt der koffeinfreie abends ganz gut. Und wie gesagt nur abends nach dem Abendessen. Früher habe ich oft wenn wir essen gegangen sind Espresso getrunken, dafür lag ich dann die Nacht wach. Und das muß nicht sein.    Ich esse so gut es geht gar keinen Zucker mehr. Positive Effekte sind halt besseres Verständnis für Süß und kein Heißhunger, besseres Schlafen, mehr Energie tagsüber. Seit über 4 Jahren ist das so und ich mag überhaupt keine verarbeiteten Kekse, Kuchen oder Schokolade. Auf Geburtstagsfeiern esse ich wenn möglich nur 1 Stück Obstkuchen ansonsten halte ich mich zurück. Und Fette, meist nur ungesättigte Fette. Das hatte zur Folge das ich meine Fettleber vor 1 Jahr selber geheilt habe. Und Weizen, ohje, schon seit 10 Jahren kein Weizenmehl mehr.   Ja das waren noch Zeiten als die Computer eingezogen sind in die Berufswelt. Meinen ersten eigenen für zu Hause hatte ich dann so 1991. Da war mein Sohn 1 Jahr als. Einige aus meiner Familie hatten sich damals darüber lustig gemacht. Aber im Endeffekt habe ich dann gelacht. So kommt es nun.    Ich bin heute früh 2 Stunden unterwegs gewesen, habe noch Bekannte getroffen und habe dann erst um 12 Uhr frühstücken können. Na ja, egal. ist sonntag und mich hetzt keiner. Der Tag heute war schön entspannt. Gleich noch etwas Fernsehen schauen und morgen ist wieder Alltag. mit Terminen bei Ärzten und dann noch arbeiten  und Samstag wieder Ehrenamt. Aber Stress habe ich gar keinen. Alles schön entspannt.   Ich hatte eine App von Meet5 so eine KEnnenlern und Unternehmungsapp. Aber die ist so grausam schlecht. Loggt man sich ein, zack Aboangebot. Will man sich was ansehen oder an einem Treffen teilnehemn in der Umgebung, zack Aboangebot. Jeder 2. Klick war dieses Aboangebot. Nee, hab die App heute gelöscht. Ist zwar interessant diese ganzen verschiedenen Treffen in der Umgebung, aber 6 Moante für 100 Euro ist es mir nicht wert. 2 meiner Kolleginnen sind dort auch drin. Sollen sie.   So, ich werde mir mal einen Tee machen und dann noch etwas relaxen. Na ja, eigentlich sind das Burg Vischering, Burg Lüdinghausen und Burg Kakesbeck, wobei Kakesbeck immer noch umfangreich renoviert wird. Burg Wolfsberg ist keine Burg, eigentlich eher ein fast zerfallenes Gebäude mitten in der Stadt das absolut wirklich absolut nichts mit einer Burg gemein hat. Unten war mal eine Schänke oder Gaststätte. Aber alles sehr zerfallen. Ein normales Gebäude mit 3 Etagen.    so, wünsche Dir noch ein schönes Wochenende     Liebe Grüße von Sylvia
17:16 Uhr
Ich denke das hat sich damit erledigt weiterhin Kontakt zu halten. Nachdem ich die vorherige Mail abgeschickt habe, habe ich mich doch etwas geärgert und mich gefragt warum ich mich eigentlich rechtfertige.   Wenn du richtig die Mails von mir gelesen hättest, was Du offensichtlich nicht hast, wäre Dir aufgefallen das ich geschrieben habe das ich abends koffeinfreien Kaffee getrunken habe. Daraus mir einen Vortrag zu halten das nur richtiger Kaffee halt richtiger Kaffee ist fand ich etwas merkwürdig. Denn wer lesen kann ist schwer im Vorteil. An so etwas merke ich das man einfach nicht richtig die Mails liest sondern nur überfliegt und nur manches im Sinn bleibt.   Ergo, ich wünsche keinen weiteren Kontakt mehr. Und Besserwisserei ist nie gut und macht auch keine Freunde.
17:25 Uhr
Liebe Sylvia, vielen Dank für Deine Nachricht. Ich habe mich wieder sehr darüber gefreut. Und nach so einem Tag bei der Caritas darf man sich ruhig ein bisschen erschöpft fühlen – im guten Sinne, wie Du schreibst. Wenn viel los ist und man ständig gebraucht wird, merkt man am Ende des Tages erst, wie viel Energie das eigentlich gekostet hat. Das Thema koffeinfreier Kaffee hat mich übrigens zum Schmunzeln gebracht. Ich persönlich halte mich von allem fern, was mit „…frei“ endet – koffeinfrei, zuckerfrei, alkoholfrei und ähnliches. Mir ist das meist zu stark verarbeitet. Meine Frau kommt aus der Dominikanischen Republik, und dort gehören Kaffee und Kakao ja zu den wichtigen Produkten des Landes. Deshalb denke ich mir: Wenn schon Kaffee oder Kakao, dann richtig – und wenn nicht, dann eben gar nicht. Ähnlich sehe ich das bei „zuckerfrei“. In vielen Fällen bedeutet das ja, dass stattdessen irgendwelche Zuckerersatzstoffe enthalten sind – Aspartam und ähnliche Dinge. Einige dieser Stoffe sind in manchen Ländern, zum Beispiel in Japan, sogar verboten. Da fragt man sich natürlich schon, warum. Das Stichwort vegan oder vegetarisch fand ich auch interessant. Ich selbst kaufe zwar nichts, was direkt mit Fleisch oder Wurst zu tun hat, und bei mir wirst Du auch keinen Zucker im Küchenschrank finden. Ich orientiere mich ebenfalls eher an pflanzlicher Ernährung. Mein Ziel ist, möglichst wenig Kohlenhydrate zu essen und stattdessen mehr Eiweiß und Fett. Weizen und Schweinefleisch vermeide ich weitgehend. Fisch esse ich allerdings jeden Tag – aber bewusst keinen gezüchteten Fisch wie Forelle und auch keinen großen Fisch wie Thunfisch. Meist Makrele oder Hering. Als Fette verwende ich Butter, Bio-Kokosöl, Nussöl oder Olivenöl. Samenöle möglichst wenig, Margarine gar nicht. Aber ich mache daraus keine Religion. Wenn ich eingeladen bin, wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Heute zum Beispiel waren wir zum Geburtstag eingeladen und sind beim Griechen gelandet. Dort habe ich dann ganz klassisch zugelangt – drei Sorten Fleisch und Pommes. Ausnahmen bestätigen eben die Regel. Ich gehe davon aus, dass Essen mit Liebe zubereitet wurde, und dann wird es auch mit Freude gegessen. Deine Erinnerungen an die alten Speichermedien haben übrigens sofort eigene Bilder bei mir ausgelöst. Diese großen Platten mit etwa 50 cm Durchmesser kenne ich auch noch. Meine ersten Programme habe ich tatsächlich noch mit Lochkarten und Lochstreifen erfasst. Die wurden über Nacht im Datenverarbeitungszentrum verarbeitet. Ich habe eine Zeit lang sogar im Datenträgerarchiv gearbeitet. Unsere „riesige“ Festplatte – etwa so groß wie eine Torte – hatte ganze 27 MB Speicher. Für die Verarbeitung wurden richtige Hängewagen vorbereitet, teilweise mit bis zu 200 Magnetbändern und mehreren Festplatten pro Auftrag. Nach der Verarbeitung kamen dann die endlosen Ausdrucke aus dem Drucker, und anschließend wurden die Seiten separiert – also die Lochränder abgeschnitten. Heute kann sich kaum noch jemand vorstellen, wie das damals ablief. Auch wenn Du sagst, dass Du aus der Programmierung inzwischen raus bist – wer einmal damit gearbeitet hat und damit zurechtkam, kommt normalerweise auch schnell wieder hinein. Gerade mit heutigen Sprachen wie Python ist der Einstieg eigentlich ziemlich angenehm. Castrop-Rauxel hat bei mir übrigens sofort ein anderes Bild ausgelöst: Der Name taucht im Fernsehen und im Kabarett erstaunlich oft auf. Ich habe da sofort an Herbert Knebel und Jochen Malmsheimer gedacht – die haben diesen Ort ja gefühlt zu einem festen Bestandteil des Ruhrgebiet-Humors gemacht. Über Lüdinghausen habe ich mich aus Neugier auch einmal ein bisschen informiert. Während Castrop-Rauxel ja typisch Ruhrgebiet ist, gehört Lüdinghausen kulturell schon klar zum Münsterland – ruhiger, ländlicher und stark vom Radfahren geprägt. Außerdem wird es ja auch „Drei-Burgen-Stadt“ genannt: Burg Vischering, Burg Lüdinghausen und Burg Wolfsberg. Klingt eigentlich nach einer Gegend, in der man gut unterwegs sein kann. Du siehst – ein Briefwechsel bildet auch ein bisschen. 🙂 Jetzt wünsche ich Dir erst einmal einen entspannten Fernsehabend und eine gute Erholung nach dem heutigen Tag. Viele Grüße aus Dresden Jürgen
17:55 Uhr
Hallo Sylvia, ich habe deinen Brief genau gelesen. Und ich hatte dir geschrieben: Das Thema koffeinfreier Kaffee hat mich übrigens zum Schmunzeln gebracht. Ich persönlich halte mich von allem fern, was mit „…frei“ endet – koffeinfrei, zuckerfrei, alkoholfrei und ähnliches. Mir ist das meist zu stark verarbeitet. Meine Frau kommt aus der Dominikanischen Republik, und dort gehören Kaffee und Kakao ja zu den wichtigen Produkten des Landes. Deshalb denke ich mir : Wenn schon Kaffee oder Kakao, dann richtig – und wenn nicht, dann eben gar nicht. Wieso du dich darüber ärgerst oder glaubst dich rechtfertigen zu müssen, wenn ich dir schreibe, was mir gefällt oder schmeckt, wird mir ein Rätsel bleiben.  Aber, des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Dein Wunsch ist es, nicht mehr zu schreiben. OK. Alles Gute wünscht Dir Jürgen
22:35 Uhr
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