J
j.barlag
j.barlag@outlook.de · 59 Nachrichten
2026.02.12
Hallo Herr/Frau Barlag, „Noch immer auf der Suche?“ – das klingt ein wenig so, als hätten Sie selbst auch schon ein paar Runden gedreht hier. Ja, ich bin grundsätzlich offen für einen Mailkontakt. Für mich ist ein guter Austausch weniger eine Frage von Alter oder Hobbys, sondern eher von Haltung: neugierig bleiben, ohne missionieren zu wollen. Ich lebe in Dresden, habe viele Jahre als Softwareentwickler gearbeitet und bewege mich heute viel im Spannungsfeld zwischen Technik und Mensch – besonders im Bereich KI. Gleichzeitig genieße ich Dinge, die ganz analog sind: gutes Essen, Reisen ins Warme im Winter, echte Gespräche ohne Zeitdruck. Mich interessiert immer der Weg eines Menschen: Was hat ihn geprägt? Was beschäftigt ihn gerade? Wenn Sie mögen, erzählen Sie doch ein wenig: Was hat Sie dazu gebracht, hier zu schreiben – und was wünschen Sie sich von einem Mailkontakt? Herzliche Grüße Jürgen
21:53 Uhr
2026.02.13
Hallo Jürgen Ich schlage vor, dass wir das höfliche "Sie" und "Herr ... " einfach weglassen, wie es bei Mailkontakten wohl üblich ist. Ich heiße ebenfalls "Jürgen", Freunde nennen mich "Buddy" (weil ich dem Filmschauspieler "Bud Spenzer" optisch und in meinem Wesen angeblich ein wenig ähnlich bin). Seit Jahren suche und pflege ich Mailkontakte "weltweit" - wobei die meisten früher oder später wieder "versiegen" - für mich kein Problem, zumal dann, wenn ich zuvor interessante und lehrreiche Lebenserfahrung ein wenig "abgreifen" darf. Ich hatte schon sehr viele unterhaltsame "virtuelle" Freunde, einige Kontakte bestehen auch heute nach vielen Jahren immer noch.  Dresden hatte ich erstmalig 1990 (also kurz nach der sogenannten "Wende") kennen gelernt - als ich als ein westdeutscher "Militärberater" im damaligen "Ost-Berlin", das dort stationierte "Wachregiment 1 - Friedrich Engels" der gerade erst untergegangenen "NVA" in die Geheimnisse der NATO-Truppen einführen durfte. Genossen hatte ich seinerzeit den Bereich der sogenannten "Elb-Terrassen" - der Rest der Stadt befand sich noch  in einem sehr gewöhnungsbedürftigen Erhaltungszustand. Meine besonderen technischen Interessen galten jahrzehntelang der "Waffentechnik" - angefangen bei sogenannten "Blankwaffen" bis hin zu "Nuklearwaffen". "Gutes Essen" war stets eines meiner Leidenschaften und "Laster" - das sieht man mir auch an. Ich bin ein engagierter Hobbykoch - wobei ich ein wenig darunter "leide", dass nach Ansicht meiner "dbH" ("deutlich bessere Hälfte") "Kerle" in der Küche nichts zu suchen haben. Aber ich hatte drei Jahrzehnte lang eine kleine Zweitwohnung im Emsland angemietet (in unmittelbarer Nähe meines dort angepachteten Jagdrevieres), in der ich meine Jagdgäste nach Lust und Laune "bekochen" durfte. Ich blicke heute zufrieden auf ein sehr "erfülltes" Leben zurück (2 Väter - 3 Mütter - 9 Geschwister - 3 Töchter - 5 Enkel - 2 Urenkel) - und ich genieße sehr bewusst ein völlig stress- und sorgenfreies Leben. Meine körperliche Leistungsfähigkeit lässt inzwischen altersgemäß (75 Jahre) deutlich nach - aber das ertrage ich mit großer Gelassenheit. Alles Gute! "Buddy"
17:22 Uhr
Hallo Jürgen Hier noch eine Ergänzung zur heutigen Mail, damit Du Dir ein besseres Bild machen kannst: So sehe ich aus .... hier wohne ich in der 8. Etage, zusammen mit meiner Ehefrau und unserem kleinen Hund .... und hier siehst Du meinen derzeitigen "Arbeitsplatz" in meinem kleinen aber feinen "Refugium" innerhalb unserer Wohnung. "Buddy"
21:22 Uhr
2026.02.14
Hallo Buddy, die förmliche Anrede war nur meiner Unsicherheit geschuldet – aus „jbarlag“ war ja zunächst nicht viel herauszulesen. Insofern: Danke für die Klarstellung 😊 Und „Buddy“ gefällt mir. Das Bild mit Bud Spencer hat Charme – ein Name mit Substanz. Du beschreibst deine langjährige Faszination für Waffentechnik – von Blankwaffen bis hin zu Nukleartechnik. Im Grunde ist es vielleicht gar nicht so unterschiedlich zu meinem eigenen Zugang zu Technik: Du hast dich intensiv mit Waffen beschäftigt, ich mit Programmierung und Software. Beides sind hochspezialisierte Felder, bei denen man verstehen will, wie etwas wirklich funktioniert – nicht nur oberflächlich. Jeder hat eben sein Gebiet, in dem er genauer hinschaut als andere. Mit dem Kochen halte ich es übrigens pragmatisch: Ich koche nur, wenn es unbedingt nötig ist – und wenn ich koche, dann am liebsten so, dass es für drei Tage reicht 😉 Dein Jagdrevier im Emsland klingt da deutlich genussvoller als meine „Effizienz-Küche“. Eine große Familie empfinde ich immer als Reichtum. 2 Väter und 3 Mütter – das klingt nach einer bewegten Lebensgeschichte. Das würde mich tatsächlich interessieren, wie sich so etwas entwickelt. Solche Konstellationen prägen ja oft mehr als jede berufliche Station. Du schreibst, viele Kontakte versiegen irgendwann – das sehe ich ähnlich gelassen. Für mich ist Briefwechsel eine Form des gedanklichen Austauschs. Ich suche keine Dauerbeschäftigung und auch keine bloße Unterhaltung, sondern Einblicke in andere Lebenswege. Mich interessiert weniger das Tagesgeschehen als die Haltung dahinter: Wie ist jemand zu dem geworden, der er heute ist? Wenn sich daraus ein längerer Austausch entwickelt – schön. Wenn nicht, bleibt trotzdem etwas an Erfahrung zurück. In diesem Sinne: Ich bin gespannt, welche Kapitel deiner Geschichte du vielleicht noch teilen magst. Viele Grüße Jürgen
20:41 Uhr
Hallo Buddy, der 8. Stock und das Gebäude erinnern mich an Cottbus, ein schöner und stabiler Schreibtisch, und ein sympatischer Mann - gefällt mir. Von mir ein Bild mit meiner Frau - vor 17 Jahren ;-) Kam heut zum Valentinstag Schönen Abend wünscht Dir Jürgen
20:47 Uhr
2026.02.15
Hallo Jürgen Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann bist Du an meiner Persönlichkeitsentwicklung interessiert. Vorab sei gesagt: Meine "leibliche Mutter" starb 2 Stunden nach meiner Geburt - sie war bei jener "Hausgeburt" verblutet. Mein "leiblicher Vater" hatte nun mit mir 4 Söhne - und er war zunächst völlig überfordert. Er gab mich deshalb als Neugeborenen in die Obhut der Familie seines nächstälteren Bruders, der hatte zu diesem Zeitpunkt 2 schon nahezu erwachsene Töchter. Wenige Monate später wurde ich dann durch ihn adoptiert. Meine "Adoptivmutter" starb an "Krebs", als ich 8 Jahre alt war  Mein (2.) Vater heiratete ein Jahr später seine 2. Frau (mein "3. Mutter"), von der er einige Jahre später wieder geschieden wurde. Nachdem ich meine Schulzeit 1970 als Abiturient mit einem" überaus durchschnittlichen", also keineswegs überragenden Notendurchschnitt beendet hatte, fehlte mir jegliches Interesse an irgendeinem Studium (wo und was auch immer), welches mir mein Vater sehr gerne finanziert hätte! Ich wollte endlich "gefordert werden" - und ich interessierte mich ausschließlich für das Militär,  was mein Vater absolut nicht verstand, da er sich seinerzeit als ein verheirateter Handwerksmeister aufgrund der Wehrpflicht 6 Jahre lang (1939 - 1945) "den Arsch für Adolf aufgerissen" hatte (wie er es nannte). Meine nun folgende Karriere beim "Bund" war allerdings keineswegs in irgendeiner Weise "überragend" sondern vielmehr in jeder Beziehung "durchschnittlich".... .... ich bin nun mal ein absolut "mittelmäßiger" Mensch .... ohne ausgeprägten Ehrgeiz, "begnadete Fähigkeiten" oder besonderes Gewinnstreben .... aber durch und durch zufrieden und ausgeglichen. Hier also mal meine "Dienstzeit" im Überblick - hoffentlich nicht langweilig für Dich (?): Nur wenige Tage nach Entgegennahme meines Abiturzeugnisses trat ich im Juli 1970 absolut wunschgemäß  meinen "Militärdienst" in Hamburg an ..... zunächst mit dem vorläufigen  Status eines "SaZ" (Soldat auf Zeit / 2 Jahre): Ich startete in der sogenannten Panzer artillerie als "Kanonier" - also im niedrigsten Dienstgrad  der Artillerie ( A1 -besoldet = niedrigster  Beamtentarif). Das war ab sofort "meine Welt".  Hier (auf einem Panzerwrack in der Mitte stehend) siehst Du, dass ich damals noch  "schlank und rank" war. So sah damals mein erstes "Dienstfahrzeug" aus - eine in den USA entwickelte und produzierte Panzerhaubitze des Typs "M 109", (in Deutschland modifiziert und leistungsgesteigert).  An diesem Geschütz erlernte ich erst einmal schul mäßig (also besonders gründlich) und danach drill mäßig (unter Zeitdruck und erschwerten Bedingungen, insbesondere auch nachts und unter "ABC-Schutz-Bedingungen) alle  Tätigkeiten.  In der  Zeit (Juli 1970 bis Juni 1971) erwarb ich (gerade erst 19-jährig!) zusätzlich die militärische  Fahrerlaubnis für alle LKWs und Panzer. Ab Januar 1971 wurde ich dann ein "Gefreiter" (A2 -besoldet), .... .... hier mal meine zeitgenössische "Gehaltsmitteilung" aus jener Zeit, die Dir zeigt, dass mein Einkommen seinerzeit noch "recht überschaubar" war.  Aber im Jahr 1971 war das für einen jungen Burschen wie mich ein akzeptables Einkommen, damit war ich zumindest "finanziell völlig unabhängig" von meinem Vater -was ihm  (da vermögend) nicht  wichtig war - mir  persönlich (da stolz und selbstsicher) allerding sehr wohl ! Das war damals meine Teil einheit - eine sogenannte "Geschützgruppe". Ich sitze links oben  auf dem Geschützturm.  Die Bundeswehr besaß seinerzeit etwa 600  dieser Waffen - sie waren g egebenenfalls mit Unterstützung unserer US-Verbündeten  auch als " Nuklearwaffen  kurzer Reichweite" einsetzbar.   Im Juli 1971, also nach 12 Dienstmonaten, wurde ich dann als "Fahnenjunker" ( A5 -besoldet) ein "Geschützführer" - und somit erstmalig als ein militärischer  Vorgesetzter  von immerhin sechs Soldaten. Ich war nun voll verantwortlich  für eine dieser "Haubitzen".   Der in der Bundeswehr vergebene Dienstgrad " Fahnenjunker " wird übrigens nur an " Offizier anwärter" vergeben - er entspricht im Wesentlichen dem eines " Unteroffiziers ". Bereits drei Monate  später wurde ich zum "Fähnrich" befördert ( A7 -besoldet).  Dieser in der Truppe eher seltene Dienstgrad (ebenfalls nur für angehende Offiziere) entspricht dem eines " Feldwebels ". Ab Oktober 1971 nahm ich an der Heeresoffizierschule II (damals ebenfalls in Hamburg  gelegen) an einer 15-monatigen Ausbildung zum Berufsoffizier  teil.  Am 01.04.1972 wurde ich dort an dieser Schule nach nur 21 Dienstmonaten (und noch immer "minderjährig"!) zum " Leutnant " befördert ( A9 -besoldet) .... .... und das bei gleichzeitiger Übernahme in das  Dienstverhältnis eines "Berufssoldaten "! Ich war also nun quasi zu einem " Bundesbeamten auf Lebenszeit " ernannt worden, somit ab sofort so gut wie unkündbar ! Der Dienstgrad "Leutnant" entspricht (zivil) dem eines "Inspektors".   Ich hatte nun bereits bis zu meinem Lebensende  "finanziell ausgesorgt" - ein gutes Gefühl! 1973 besuchte ich dann zunächst einen sechsmonatigen sogenannten" Zugführerlehrgang" an der Artillerieschule in Idar-Oberstein (Hunsrück) .... und anschließend einen zweimonatigen physisch und psychisch extrem belastenden  "Einzelkämpferlehrgang" an der Kampftruppe nschule in Hammelburg (Rhön). Dann wurde ich endlich wieder in der "Truppe"  eingesetzt - und zwar als ein sogenannter "Batterieoffizier", .... .... zugleich der ständige Stellvertreter des Chefs  ....  .... in einer Einheit der sogenannten " leichten  Feldartillerie", die seinerzeit noch ausgestattet war mit solchen schon damals "historischen" Feldhaubitzen des Typs "FH 105mmL", die bereits in der Zeit des II. Weltkrieges gebaut und durch die Amis gegen unsere Wehrmacht eingesetzt waren. Als ein ausgesprochener "Nostalgie-Fan" habe ich diese  schon recht "betagten" Artilleriewaffen ganz besonders  geschätzt!   Sie waren beispielsweise "nur" 2,5 t schwer und deshalb für den Lufttransport geeignet, um im Gefecht insbesondere auch unsere Luftlandetruppen zu unterstützen. Das übten wir zu Zeiten des "Kalten Krieges" immer wieder mal mit solchen Transporthubschraubern des Typs CH-53 unserer sogenannten Heeresflieger. Insgesamt ca. 50 derartiger Geschütze waren damals direkt unserem ranghöchsten Artilleristen des I. Korps (einem General!) unterstellt, um ggf. im Krieg innerhalb des Einsatzraumes "Niedersachsen" zusätzlich  die dort eingesetzte "Brigade-" und "Divisionsartillerie" (das waren immerhin insgesamt mehr als 200 weitere  (großkalibrige) Artilleriegeschütze und zusätzlich ca. 10 Mehrfachraketenwerfer) zu unterstützen, wenn dort mal im laufenden Gefecht "der Kittel brennen" würde.  Das wäre für uns eine besonders spannende Aufgabe .... wir waren nun mal besonders  "mobil" und in kürzester Zeit auch weit entfernt voll einsatzbereit! Gelegentlich waren wir auch mit solchen "Kampfzonentransportern" des Typs C-160 Transall unserer Luftwaffe "unterwegs". Diese Flugzeuge konnten quasi auf jedem etwas größeren Acker oder Feld starten und landen .... ihr Laufwerk und ihre besonders starken Motoren waren entsprechend dimensioniert - sie brauchten dazu nur 300 Meter "freies Feld". 1979 wurde ich dann der Batterie chef  dieser Einheit und zugleich zum "Hauptmann" befördert ( A11 -besoldet). Dieser Dienstgrad entspricht in etwa dem eines zivilen Hauptkommissars bzw. Amtmannes, wobei beim Militär  erfreulicherweise noch diverse sogenannte " Erschwerniszulagen " hinzukommen! Ein Jahr später (1980) wurde meine Einheit umgerüstet  - von den o.a. " leichten  Feld haubitzen " (Kaliber 105 mm) auf solche " schweren  Feld kanonen " (Kaliber 175 mm).  Diese mächtigen Geschütze konnten ihre 76 kg schwere Granaten bis zu 32 km weit verschießen. Das Kanonenrohr war stattliche 11  Meter lang!  Als Chef dieser Einheit arbeitete ich seinerzeit übrigens eng mit der "Nederlandse Koninlijke Landmacht" zusammen - die mit einer "Brigade" (ca. 2.000 Soldaten) den damals wohl gefährlichsten Abschnitt an der innerdeutschen Grenze (den sogenannten "Dannenberger Zipfel") zu verteidigen hatten.  Ich hatte den Auftrag mit meinen Kanonen das Artilleriefeuer dieser holländischen  Kampftruppe im Fall des "III. Weltkrieges" zu verstärken. Das war ein Job für echte "Draufgänger" (denn draufgegangen  wären meine "Jungens" und ich dabei ziemlich sicher). Wenn meine "Batterie" ( bei der Artillerie  heißt so traditionell eine " Kompanie "!) mit meinen 6 Geschützen (so wie hier auf diesem zeitgenössischen Foto) eine Salve schoss, dann hörte sich das noch 10 km entfernt an wie ein schweres Gewitter.  Okay, dieses sind nur fünf meiner Kanonen - die sechste wurde stets ca. einen Kilometer entfernt als "Einschieß-Geschütz" in Stellung gebracht und dort genutzt, um der feindlichen Aufklärungstruppe nicht etwa sehr frühzeitig den Standort meiner gesamten  Batterie zu verraten. Damals lernte ich dann als meinen "Kommandeur" diesen Mann (in der Mitte) kennen - ein "Ober st leutnant", der anschließend mein mit Abstand bester Freund  und "Mäzen" wurde. Diese sogenannte "Gesellschaftsuniform" hatte ich übrigens zutiefst verachtet .... nur die Schulterklappen (=Dienstgradabzeichen) und die kleine Ordensspanne unterschieden mich optisch von einem "Oberkellner". 1982 "lief ich dann zur Höchstform auf":   Ich übernahm als Batteriechef  eine andere Einheit der sogen. "Korpsartillerie", die ausgestattet war mit zwei derartigen "schweren Raketenwerfern" des in den USA gefertigten Typs "LANCE" - ein hochmobiles " taktisch-nukleares " und für damalige Zeiten überaus treffsicheres Waffensystem mit einer Reichweite von mehr als 100 Kilometern .... wenn man so will: "der Hammer des deutschen Heeres"!   Mir unterstanden nun ca. 250  Soldaten.  Im Fall eines " III . Weltkrieges" (der bekanntlich nie  stattfand!) wäre ich der " exekutive comander " (also "der für die Ausführung  verantwortliche Befehlshaber") dieser gewaltigen nuklearen Waffen geworden. Das war sehr viel persönliche Verantwortung für den Sohn eines Tischlermeisters!  Die entsprechend Zielplanung  und die erforderliche Warnung unsere eigene Truppe  wäre natürlich ausschließlich Aufgabe von ranghohen Generalen gewesen. In dieser Funktion arbeitete ich sehr eng mit Soldaten der US-Streitkräfte  zusammen, die im Auftrag ihres Präsidenten die alleinige Verfügungsgewalt  über die "nuklearen Gefechtsköpfe" meiner Raketen hatten. Einmal jährlich durften "meine Jungens" und ich eine einzige  derartige Rakete auf der Insel "Kreta" verschießen - natürlich nur mit einem mit Beton  gefüllten "Gefechtskopf"!  In Schleswig-Holstein stationiert (und mit meinen 4 "Mädels" dort dann wohnhaft) hatte ich regelmäßige Kontakte zur dänischen  Armee, deren Soldaten dort stets nur "Faxen" genannt wurden .... da sie im Gegensatz zur Bundeswehr kein "Alkoholverbot im Dienst" kannten und deshalb regelmäßig und fast ganztägig "Faxe-Bier" aus Zweiliterdosen "inkorporierten". Außerdem arbeitete ich in dieser Verwendung immer wieder mal mit den in der BRD stationierten und auf unseren Truppenübungsplätzen übenden Soldaten der britischen  Streitkräfte zusammen.   1989 / 1990 wurde ich Lagerkommandant dieses " Sondermunition slagers" (US-Nuklearwaffen) in der Nähe von Flensburg.  Damit wurde ich zugleich Chef einer infanteristisch  ausgebildeten und materiell ausgerüsteten Einheit. Nun unterstanden mir etwa 300  Soldaten, um dieses g anz besondere  Munitionslager zu bewachen und dessen "sehr speziellen" Inhalt dort (und im Krieg auch "unterwegs"!) angemessen zu sichern.   Wieder arbeitete ich besonders eng mit Angehörigen der U.S.Army  zusammen, die dort mit relativ wenigen Soldaten als sogenannte "Gewahrsamsmacht" eingesetzt waren. Meine Soldaten waren mit Hightech-Waffen "bis an die Zähne" bewaffnet. Die drei besonders abgesicherten Munitionsbunker waren außerdem mit bösen technischen "Überraschungen " ausgestattet, die eventuellen Eindringlingen das Leben verdammt schwer  gemacht hätten, .... .... sie hätten bei einem Angriff auf diese  militärische Anlage vermutlich große Mengen "DNA-fähiges" Material zurückgelassen (wenn Du weißt, was ich damit meine).   Aber zu derartigen Untaten ist es erfreulicherweise  niemals  auch nur "versuchsweise" gekommen .... gut so! 1990 wurde ich dann Chef der sogenannten "Stabs- und Versorgungsbatterie" eines in Wesel am Rhein stationierten Raketenartilleriebataillons.  Mir waren nun nicht nur die ca. 250 Soldaten dieser "sehr speziellen" Einheit unterstellt, sondern zusätzlich noch ein "Ausbildungszug" für Rekruten und ein sogenanntes "Kraftfahrausbildungszentrum" - insgesamt also ca. 400 Soldaten .   Zugleich wurde ich zum "Major" befördert ( A13 -besoldet / zivil = "Rat") Auf diesem Foto, das später in den 90-ern kurz vor der endgültigen Auflösung  unseres in Wesel stationierten Artilleriebataillons entstand, bin ich übrigens ganz links im Bild zu sehen - der kleine Dicke! Nach dem Ende  des sogenannten "Kalten Krieges" wurden Anfang der 1990er Jahre nahezu alle 1.700 Waffensysteme unserer Artillerie verkauft  oder verschrottet , .... .... im festen Glauben, dass wir (die "BRD") nach dem Zusammenbruch der "UdSSR" nur noch von befreundeten  Staaten (dank "Gorbi" einschließlich der Russen !) umgeben waren .... möglicherweise ein fataler Irrtum, wie wir heute wissen (?) Meine Waffengattung des Heeres (die "Artillerie") wurde innerhalb weniger Jahre aus rein politischen Gründen  gnadenlos um mehr als 90 %  reduziert .... .... von ursprünglich 42 .000 Soldaten (nach der Deutschen Wiedervereinigung unter Einbeziehung verbliebener NVA-Soldaten sogar 55 .000!) auf dann nur noch etwa 3 .000 Soldaten .... so viel auch zum Thema sichere Arbeitsplätze  im "Öffentlichen Dienst". Wir erhielten bis zur endgültigen  Auflösung unseres  Artillerieverbandes (zeitgleich meine  vorzeitige Pensionierung!) für wenige Jahre noch einen neuen, nun " konventionellen " (also " nicht atomaren ") Auftrag .... und entsprechend andere  Waffensysteme, .... .... so wie 16 derartige (schon damals total veraltete !) "leichte" Mehrfachraketenwerfer des Typs LARS (" L eichtes A rtillerie- R aketen- S ystem"), die jeweils aus 36 Rohren innerhalb von 18 Sekunden alle ihre Raketen maximal bis zu 13 Kilometern weit verschießen konnten, ....  .... und zusätzlich 16 dieser damals sehr modernen  und enorm leistungsfähigen "mittleren" Mehrfachraketenwerfer des Typs MARS ( M ittleres A rtillerie- R aketen- S ystem).  Diese Waffen konnten damals  bis zu 12 großkalibrige Raketen bis maximal 40 Kilometer weit verschießen. Sie sind noch heute im Einsatz und inzwischen vielfach "modifiziert / leistungsgesteigert". Für ein "Fossil des Kalten Krieges" wie mich gab es in der neu gegliederten und stark reduzierten Armee keine sinnvolle Beschäftigung  mehr. Man bot mir deshalb seitens der "Personalführung der Bundeswehr" eine vorzeitige Pensionierung  an.  So ersparte man der Armee und mir selbst eine langwierige Umschulung (?) - und mir persönlich jegliche Präsenzpflicht. Ich verzichtete im Gegenzug auf meine ansonsten  fällige Beförderung zum "Ober st leutnant".  Ich war zwar noch bis zu meinem 60. Lebensjahr ein jederzeit "abrufbarer" Angehöriger der Reserve, daran bestand dann aber letztlich auch keinerlei Bedarf mehr.   Nach dem Abzug der russischen Streitkräfte ("Besatzungsmacht" nach dem verlorenen II. Weltkrieg bis 1992) und der Auflösung der "NVA" (Armee der untergegangenen "DDR") hatten wir zur Zeit der Wiedervereinigung (1990) wie bereits erwähnt offensichtlich(?) keine "potentiellen militärischen Gegner" mehr - das war ebenso schön sowie kostengünstig für unser Volk .... aber schlecht für militärische Karrieren unserer Soldaten in der Bundeswehr. Dieses war eines der letzten Fotos, das mich in Uniform zeigt. Am 31.12.2002 schied ich (wie gesagt freiwillig!) aus dem aktiven Dienst aus.  Zu der Zeit war ich der einzige  Soldat, der von unserem einst  mehr als 1.000 Mann starken Verband übriggeblieben war. Ich habe damals sozusagen "das Licht ausgemacht", meine Schlüssel an der "Kasernenwache" (die bereits durch eine zivile Wachgesellschaft  gestellt wurde) hinterlegt, dann meinen Truppenausweis und Militärführerschein vor der Kaserne in einem vorbereiteten Umschlag einen Briefkasten unserer Bundespost geworfen  und so an meine "personalbearbeitende Dienststelle" in Bonn übersandt.  Danach bin ich bestens gelaunt und "ebenso sang- wie klanglos" einfach nur nach Hause (1 km entfernt) gefahren, ohne dass mich jemand verabschiedet hätte .... es war nun mal keiner  meiner "Jungens" und "Mädels" mehr da. Seitdem lebe ich ( unverändert prima "besoldet" !) seit mehr als zwei Jahrzehnten völlig stress- und sorgenfrei im "wohlverdienten Ruhestand". Meine obigen Ausführungen enthalten übrigens keinerlei  "vertrauliche" oder gar "geheime" Informationen .... sie sind aber teilweise sehr persönlich und deshalb nicht für eine breite "Öffentlichkeit" sondern nur zu Deiner persönlichen Information  bestimmt.  Deine eventuellen Fragen und kritischen Anmerkungen sind ausdrücklich erwünscht! "Buddy" .
14:59 Uhr
2026.02.17
Hallo Buddy, zuerst einmal danke für dein Vertrauen. Das war kein „Lebenslauf“, das war ein Lebensabschnitt in epischer Breite – und ich habe ihn mit Interesse gelesen. Was mich dabei fast noch mehr bewegt hat als deine militärische Laufbahn, war deine frühe Familiengeschichte. Eine Mutter, die dich bei der Geburt verliert, Adoption, weitere Brüche – das ist kein leichter Start. Ich selbst hatte bis zu meinem 38. Geburtstag Vater und Mutter. Meine Mutter ist leider mit 58 an Krebs gestorben. Mein Vater ist letztes Jahr 90 geworden 🙂 Ich habe noch einen Bruder (2 Jahre älter) und eine Schwester (8 Jahre jünger). Verglichen mit deiner Geschichte war mein familiärer Rahmen fast schon ruhig und stabil. Auch bei mir gab es eine Parallele: Obwohl ich die Noten für ein Studium hatte, wollte ich nicht weiter zur Schule. Ich wollte raus, Geld verdienen, unabhängig sein. Der schnellste Weg war eine Lehre als Instandhaltungsmechaniker – die ich ein halbes Jahr vorzeitig abgeschlossen habe. Danach folgten 6 Monate Unteroffiziersschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung in Bad Düben. Mein erstes „militärisches Highlight“ war – ganz pragmatisch – der Führerschein Klasse 5 (LKW mit Hänger) auf einem SIL 157. Pünktlich zum 19. Geburtstag hielt ich ihn in der Hand. Das hatte für mich damals einen ähnlichen Stellenwert wie für dich deine frühe finanzielle Unabhängigkeit. In Cottbus arbeitete ich in der Flugzeug-Reparaturwerkstatt 14 als Funk-Funkmeß-Mechaniker und reparierte die Funkgeräte unserer MiG-21. Nach drei Jahren wechselte ich allerdings das Terrain und übernahm das Material-Werkstatt-Lager. Die letzte Inventur dort war katastrophal gewesen – Unordnung, Differenzen, Chaos. Ich habe alles neu organisiert, strukturiert, gezählt. Ich war „nur“ Unterfeldwebel – aber verantwortlich. Nach 1,5 Jahren wurde ich stutzig. Bestände verschwanden. Höhere Dienstgrade bedienten sich recht großzügig. Ich wusste: Bei der nächsten Inventur würde das an mir hängen bleiben. Ich bin täglich an der Militärstaatsanwaltschaft vorbeigelaufen. Schwedt war kein Ort, an dem man freiwillig landen wollte. Ich hatte mich für 10 Jahre verpflichtet – also eigentlich aussichtslos. Mein erstes Entlassungsgesuch war weichgespült – familiäre Gründe, Motivation usw. Beim zweiten Gesuch habe ich sehr konkret aufgelistet, wer sich aus dem Lager „bedient“ hatte – mit Kopien. Die Begeisterung der Führung hielt sich in Grenzen. Man bat mich, ein neues Gesuch zu schreiben. Das dritte war wieder diplomatisch formuliert – und im Februar darauf war ich in Ehren entlassen. Nach 5,5 Jahren war meine Armeezeit beendet. Danach habe ich meinen zweiten Facharbeiter gemacht – und bin in die Programmierung gegangen. Wenn ich heute darauf schaue, dann denke ich: Du hattest deine militärische Karriere – länger, in hoher Verantwortung. Ich hatte meine – kürzer, aber lehrreich. Politisch bin ich anders geprägt. Ich bin mit „Nie wieder Krieg“ aufgewachsen. Nach dem Abzug der Russen und der Auflösung des Warschauer Vertrages hätte sich aus meiner Sicht auch die NATO auflösen müssen. Bis dahin habe ich ihr den Begriff „Verteidigungsbündnis“ zugestanden. Mit der Osterweiterung hat sich mein Blick verändert. Und die Bundeswehr heute? Wenn ich richtig informiert bin, ist sie in 14 Ländern aktiv. Ich sehe nicht, dass Deutschland am Hindukusch, in Mali, in Estland oder in der Ukraine verteidigt wird. Das ist meine persönliche Sicht – ohne Missionierung, nur Haltung. Ich hatte in der Schule 6 Jahre Russisch, war in Moskau, Leningrad und Minsk. Sechs Wochen habe ich an der Erdgastrasse „Druschba“ gearbeitet. Diese Erfahrungen prägen natürlich den Blick auf Ost und West. Du hast dein Berufsleben der Bundeswehr gewidmet – das ist für mich vollkommen in Ordnung. Jeder trifft seine Entscheidungen im Kontext seiner Zeit. Und ich finde tatsächlich: 2001/2002 die Uniform auszuziehen, war für dich vermutlich ein guter Moment. Was uns vielleicht verbindet, ist weniger die Institution – sondern die Frage nach Verantwortung. Du hattest sie für 250 oder 300 Soldaten. Ich hatte sie später für Systeme, Projekte, Daten – andere Felder, andere Mittel. Zwei Wege. Zwei Jürgens. Beide im Rückblick offenbar zufrieden. Viele Grüße Jürgen
18:02 Uhr
Hallo Jürgen Du hast natürlich Recht, meine letzte Mail sollte kein "Lebenslauf" werden sondern nur erste recht unterschiedlichen Lebensabschnittes und meiner daraus resultierenden "Persönlichkeitsentwicklung" darstellen. Ich hatte mal versucht, meine Abstammung grafisch in einem "Lebensbaum" darzustellen, bin daran aber gescheitert, da nur ein unübersichtliches "Gestrüpp" dabei herauskam. Schwer zu glauben aber wahr: Ich hatte meine Kindheit und Jugend als ausgenommen angenehm empfunden, und das lag einzig und allein an der innigen Liebe zwischen meinem "Adoptivvaters" und mir .... der "Rest der Welt" war aus meiner Sicht vergleichsweise nahezu unbedeutend. Sein Haus in der Altstadt von Osnabrück hatte er 1945 unmittelbar nach Rückkehr aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft völlig "mittellos" aber bewundernswert zielstrebig aus einem der zahlreichen Trümmergrundstücke errichtet, welches er in Form der "Erbpacht" erwarb. Ich erhielt im Dachgeschoss ein eigenes Zimmer, das ich mir ganz nach meinem eigenen(recht "eigenwilligen") Geschmack einrichten durfte. Ich arbeitete übrigens sehr gerne an seiner Seite mit - in der Tischlerei - in seinem Antiquitätengeschäft und in seinem "Bestattungsinstitut" (in dem Bereich insbesondere nachts, an Wochenenden und an Feiertagen (soweit notwendig). Ein Schwerpunkt seiner "materiellen Zuwendungen" bestand darin, meine "Mobilität" zu fördern. Im Alter von 16 Jahren erwarb ich den Führerschein für sogenannte Kleinkrafträder (50 ccm, max. 80 km/h) mit 18 Jahren den für Motorräder (ohne Begrenzung Hubraum, Geschwindigkeit) und zugleich für PKW und LKW bis max. 7,5 t Gesamtgewicht. Den Führerschein für "schwere" LKWs und Panzer aller Art erwarb ich dann ein Jahr später beim Militär. 1967 (16-jährig) schenkte mein Vater mir eine "Kreidler", 1969 (18-jährig) eine BMW (die bei der Polizei ausgesondert wurde) und 1970 einen (gebrauchten) PKW des in unserer Heimatstadt hergestellten Typs "Karmann-Ghia". Ich habe übrigens in meinem Leben insgesamt 23 (meist "gebrauchte") PKWs besessen - und zeitweise bis zu 4 auf meinen Namen "zugelassen", um auch meine erste Ehefrau und meine beiden ältesten "herangewachsenen" Töchter mobil zu machen. Zu Deiner beruflichen Tätigkeiten. Zum Thema "Instandhaltungsmechaniker" kann ich mir ein Bild machen, da mir als Chef einer militärischen "Stabs- und Versorgungsbatterie" u. a. ein ca. fünfzigköpfiger "Instandsetzungszug" (mit drei "Meistern" unterstand - und weil ich dort nahezu täglich zur "Dienstaufsicht" erschien. Material wurde natürlich auch bei uns von Zeit zu Zeit "weggefunden" - das war allerdings bei uns kein "Kavaliersdelikt"! Wer erwischt wurde, erhielt mindestens eine durch mich als Disziplinarvorgesetzter verhängte sogenannte "Disziplinarmaßnahme" - bis hin zu "Arrest" (Einzelhaft). Zeit- oder gar Berufssoldaten verloren eventuell ihren Job und landeten vor einem Zivilgericht und anschließend vor einem Truppendienstgericht. Im Extremfall wurden sie "fristlos entlassen". Bei Euch in der DDR hatten einige wohl Honecker "falsch verstanden", als er in einer seiner Rede äußerte, dass man aus den LPG und VEB "noch mehr herausholen könne" (?) Der heutige nahezu "weltweite" Einsatz unserer Bundeswehr gefällt mir ebenfalls ganz und gar nicht". Zu meiner Zeit ging es ausschließlich um eine grenznahe Bündnisverteidigung .... 1990 wurde ich dann quasi "arbeitslos (aber weiterhin als "Major" stattlich besoldet).  Fremdsprachen waren ehrlich gesagt nie meine "Königsdisziplinen". In der Oberschule ("Gymnasium") lernte ich 9 Jahre lang sowohl Latein als auch Englisch .... daheim hatte ich das niederdeutsche "Plattdeutsch" erlernt, in dem sich meine Eltern unterhielten, .... und anlässlich zahlreicher Aufenthalte im benachbarten Holland lernte ich auch mehr oder weniger diese Fremdsprache, die ich zumindest verstehen und lesen konnte. Gelegentlich werde ich Dir auf Wunsch berichten, wie mein Leben nach meiner "Pensionierung" vor nunmehr 25 Jahren weiterging. Erst einmal wünsche ich Dir wie immer alles Gute! "Buddy"
19:38 Uhr
2026.02.20
Hallo Buddy, dein Bild vom „Lebensbaum“, der eher zu einem Gestrüpp wird, hat mir gefallen. Vielleicht ist es genau das, was ein echtes Leben ausmacht – keine gerade Allee, sondern verwachsene, lebendige Verzweigungen. Was mich besonders berührt hat, war deine Beschreibung der innigen Beziehung zu deinem Adoptivvater. Wenn ein Mensch sagen kann, seine Kindheit sei trotz aller äußeren Brüche angenehm gewesen – allein wegen einer tragenden Vater-Sohn-Bindung –, dann ist das viel wert. Das Haus in der Osnabrücker Altstadt, aus Trümmern aufgebaut, klingt wie ein Sinnbild für Zielstrebigkeit und Neuanfang. Dass du als Jugendlicher in Tischlerei, Antiquitätengeschäft und sogar im Bestattungsinstitut mitgearbeitet hast – das ist eine sehr unmittelbare Schule des Lebens. Holz, Handwerk, Geschichte alter Dinge, und zugleich der direkte Kontakt mit Vergänglichkeit – das prägt vermutlich mehr als jede theoretische Ausbildung. Deine geförderte „Mobilität“ passt zu deinem späteren Weg. Kreidler, BMW, Karmann-Ghia – das klingt fast wie eine kleine Zeitreise durch westdeutsche Nachkriegsjahre. 23 PKWs im Laufe eines Lebens sind eine Hausnummer 😉 Bei mir war das nüchterner. Nach der Wende landete ich zunächst in einem Aussiedlerwohnheim in Frankfurt-Höchst. Es war ein Dienstag. Mittwochs waren die Behörden geschlossen – ein Tag Stillstand gleich zu Beginn. Aber schon dieser eine Tag im Wohnheim fühlte sich wie eine Woche an: Stimmengewirr, Musik aus verschiedenen Zimmern, unbequeme Möbel, nichts zu tun. Ich war nicht herübergekommen, um zu warten. Ich wollte arbeiten. Als Begrüßungsgeld hatten wir 100 D-Mark bekommen. Ein kleines Startkapital – und ein Versprechen. Also setzte ich mich in die Bahn nach Frankfurt am Main. Hin und zurück kosteten 15 Mark. Ich kaufte eine Zeitung, schlug den Stellenmarkt auf und wählte die erste Nummer. Absage – ohne westdeutsche Ausweise keine Chance. Die nächste Anzeige brachte Erfolg: noch am selben Tag ein Termin. Im Büro von DIS unterschrieb ich meinen Arbeitsvertrag. Am folgenden Montag sollte ich bei Siemens in der Schaltschrankmontage beginnen. Es war ein nüchterner Raum, ein nüchterner Vertrag – aber für mich war es der Beginn von etwas Neuem. Nur eines war klar: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kam ich nicht weit. Schichtarbeit bedeutete Früh- und Spätschicht, und dafür brauchte ich ein Auto. In der Firma arbeiteten viele Griechen und Jugoslawen. Autos waren ihr Dauerthema – Modelle, Motoren, Reparaturen. Sie nahmen mich mit zu einem Gebrauchtwagenhändler. Mit meinem frisch unterschriebenen Arbeitsvertrag hatte ich bei der Sparkasse ohne Probleme einen Kredit bekommen. An einem Sonnabend stand ich schließlich vor meinem ersten eigenen PKW: einem Ford Fiesta. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Dann kam der Moment, der alles veränderte: Ich musste einsteigen und losfahren. Bis dahin war ich ausschließlich LKW gefahren. In der Fahrschule ein alter SIL 157 – Zwischenkuppeln, kein Bremskraftverstärker, kein Servolenkung, ein Lenkrad wie ein Steuerrad. Vielleicht 500 Kilometer Fahrpraxis, fünf Jahre zuvor. Und nun saß ich in einem kleinen PKW – mitten im Zentrum von Frankfurt am Main. Mehrspurige Straßen. Ampeln. Verkehr aus allen Richtungen. Kein Navi. Kein Stadtplan. Nur ich und dieses Auto. Ich ließ die Kupplung kommen – der Motor ging aus. Noch einmal. Wieder abgewürgt. Hinter mir hupte es. Ein großes „A“ hatte ich zwar nicht an der Heckscheibe, aber jeder konnte sehen, dass ich Anfänger war. Also tastete ich mich voran. Meter für Meter. Kreuzung für Kreuzung. „Königstein“ war irgendwann ausgeschildert. Doch um dorthin zu kommen, hätte ich über mehrere Spuren wechseln müssen. Das schaffte ich erst nach einigen Runden durch den Verkehrskreisel meiner eigenen Unsicherheit. Zweieinhalb Stunden später war ich angekommen. Am nächsten Tag lief ich die Strecke zu Fuß ab. Von Königstein nach Höchst. Ich wollte jede Abzweigung kennen, jede Einbahnstraße. In Frankfurt sind Hin- und Rückweg oft verschieden – man fährt nie einfach denselben Weg zurück. Der Sonntag verging im Gehen und Merken. Am Montagmorgen fuhr ich um vier Uhr los. Die Straßen waren noch dunkel, mein Puls höher als nötig. An einer Ampel hielt ein Polizeiwagen neben mir. Die Beamten fragten, ob alles in Ordnung sei. Ich erklärte ihnen, dass ich seit genau einem Tag ein Auto besaß und zuvor nur LKW gefahren war. Der Polizist lächelte. „Dann fahren Sie vorsichtig weiter“, sagte er. Um sechs Uhr war ich pünktlich zur Frühschicht da. So lernte ich das Autofahren – nicht auf einem leeren Parkplatz, sondern mitten im dichtesten Verkehr. Später bin ich in Paris, Mailand oder Barcelona gefahren, ohne Zögern. Aber die eigentliche Fahrschule war Frankfurt am Main. Deine Schilderung des disziplinarischen Umgangs mit Materialverlusten in der Bundeswehr zeigt deutlich den Unterschied der Systeme. In der NVA war vieles offiziell streng geregelt – inoffiziell jedoch nicht immer so konsequent. Mein Entschluss zu gehen hatte weniger mit „Heldentum“ zu tun als mit nüchterner Selbsterhaltung. Ich wollte nicht für Dinge geradestehen, die ich nicht verursacht hatte. Was die heutigen Auslandseinsätze betrifft, sind wir uns offenbar näher, als es unsere früheren Uniformen vermuten lassen würden. Zu deiner aktiven Zeit war die Bündnisverteidigung klar umrissen. Die heutige Ausdehnung empfinde ich ebenfalls kritisch – auch wenn ich verstehe, dass jede Epoche ihre eigene sicherheitspolitische Logik konstruiert. Sprachlich warst du breiter aufgestellt, als du es selbst darstellst. Neun Jahre Latein sind kein Pappenstiel – und Plattdeutsch ist mehr als nur Dialekt, es ist Kultur. Bei mir waren es sechs Jahre Russisch – und ein paar reale Eindrücke aus Moskau, Leningrad und Minsk. Sprachen sind für mich weniger Grammatik als Fenster in Denkweisen. Und ja – ich würde tatsächlich gern hören, wie dein Leben nach der Pensionierung weiterging. Oft ist es ja so: Der erste Berufsabschnitt formt die Struktur, aber der zweite zeigt den Menschen. Übrigens: Am Mittwoch Abend wollte ich wie immer Post beantworten, aber der Windows-Laptop hat seine Festplatte nicht gefunden. Ich habe extra das BIOS fotografiert als "Beweis". Gerade bin ich vom Notebook-Service wieder rein. Der Mitarbeiter hat auf den Einschalten-Knopf gedrückt und der Laptop ist normal gestartet. Und im BIOS war die Festplatte eingetragen. Wenn ich jetzt kein Foto gehabt hätte, hätte ich Selbstzweifel bekommen ;-) Eine plausible Erklärung haben wir nicht gefunden. ODER: Gottes Wege sind unergründlich ;-) Viele Grüße Jürgen
16:51 Uhr
Hallo Jürgen In dieser nun bereits weit fortgeschrittenen Phase und vermutlich letzten Phase meines Lebens blicke ich gelassen und recht zufrieden auf ein erfülltes nunmehr 75-jähriges Dasein zurück. Ich bin glücklich und zufrieden, dass es mir gesundheitlich (abgesehen von altersbedingten Einschränkungen) eigentlich (noch?) prima geht, dass ich an der Seite meiner Ehefrau "Moni" keineswegs einsam und alleine bin und dass ich hier in Leipzig meinen sorgenfreien Ruhestand genießen darf.  Hier mal für Dich zusammengefasst mein Lebenslauf im Überblick, .... .... das alles ist übrigens in meiner ganz persönlichen "Chronik" mit zahllosen Fotos und Dokumenten belegt:  1951     - geboren in Osnabrück als Sohn eines Malermeisters und seiner Ehefrau              - 3 ältere leibliche  Brüder (damals im Alter von 10, 8 und 5 Jahren)              - meine leibliche  Mutter starb leider nur 2 Stunden nach meiner Geburt (damals übliche "Hausgeburt"), sie ist                 leider verblutet              - wenige Monate später Adoption durch einen von 4 Brüdern meines leiblichen Vaters  und dessen Ehefrau              - nun 2 ältere Adoptivs chwestern (damals im Alter von 15 und 13 Jahren) 1958     - Grundschule (damals in der BRD noch "Volksschule" genannt) 1959     - lebensgefährlich erkrankt - Einweisung in eine Kinderklinik - anschl. einmonatiger Kuraufenthalt               - Tod meiner Adoptiv mutter am "Heiligabend" (Krebs) 1962     - Wechsel auf die Oberschule ("Gymnasium") 1964     - mein Adoptiv vater heiratet seine zweite Frau, also meine Stief mutter 1967     - Adoptivvater und Stiefmutter werden geschieden ( sie  nach altem  BRD-Scheidungsrecht "schuldig", also ohne                 jegliche Ansprüche!) 1970     - Schulabschluss ("Abitur")              - Einberufung als Rekrut zur Armee ("Panzerartillerie" in Hamburg)              - wunschgemäß Offizieranwärter 1971     - nach 6 Dienstmonaten Beförderung zum "Gefreiter"              - nach 12          "                       "             "    "Fahnenjunker" (Unteroffizier)              - nach 15          "                       "             "    "Fähnrich" (Feldwebel)                ab Juli Offiziersausbildung an der "Heeresoffizierschule" in Hamburg 1972   - nach 21 Dienstmonaten Beförderung zum Leutnant (noch während des Offizierslehrgangs)              - zugleich Ernennung zum Berufs soldaten (also quasi zum unkündbaren  "Beamten" auf Lebenszeit!)              - erst 3 Monate später endlich "volljährig" (damals erst mit 21-Jahren gesetzlich geregelt)              - am Tag meines 21. Geburtstages Eheschließung mit meiner ersten Ehefrau "Angelika" 1973    - 9 Monate nach der Eheschließung (nicht eher!) die Geburt meiner 1. Tochter "Tanja"              - Abschluss der allgemeinen  Offiziersausbildung an der Heeresoffizierschule in Hamburg              - Ausbildung zum Artillerie offizier an der Artillerieschule in Idar-Oberstein (Hunsrück)              - ergänzende Ausbildung zum Einzelkämpfer ("Ranger") an der Kampftruppenschule Hammelburg              - anschließend 1. Truppenverwendung als Staffelführer ("Feldartillerie" in Dülmen, Münsterland)              - Umzug meiner noch kleinen Familie in eine 3-Raum-Wohnung nach Dülmen 1975     - Geburt meiner 2. Tochter "Conny"               - Umzug der der nun etwas größeren Familie in eine 4-Raum-Wohnung (im selben Haus)              - Aufnahme eines sogenannten "Pflegekindes" namens Roland in die Familie (damals ein 10-jähriger Junge aus                einem örtlichen Kinderheim)              - 2. Truppenverwendung als Beobachtungsoffizier und Schießlehrer der Artillerie (in derselben Einheit)                - nun ("nebenbei") Stellvertreter meines Batteriechefs, unverändert bei der "Feldartillerie" in Dülmen              - Beförderung zum Oberleutnant 1978     - 3. Truppenverwendung als "S2-Offz" (= Adjutant des Bataillonskommandeurs) 1979     - Tod meines sehr geliebten und verehrten Adoptiv vaters (Krebs)              - 1. Chefverwendung (noch immer " leichte  Feldartillerie" in Dülmen)              - Beförderung zum Hauptmann 1980     - privat: Ausbildung zum Erwerb eines ersten Jagdscheines (6 Monate intensive und kostspielige Schulung!)              - 2. Chefverwendung (" schwere  Feldartillerie" in Dülmen) 1982     - Geburt meiner 3. Tochter "Kim"              - 3. Chefverwendung (" schwere  Raketenartillerie" in Wesel)              - Umzug der Familie in eine 4-Raum-Wohnung nach Wesel              - unser Pflegekind verließ nach mehr als 6 Jahren auf eigenen Wunsch die Familie, um so am alten Wohnort zu                 verbleiben 1984     - mein erstes Jagdrevier für 9 Jahre gepachtet (Gemeinde Börger, Emsland)              - kleine Zweitwohnung als "Jagdhütte" angemietet (Rastdorf, Emsland) 1985     - 1. Stabsverwendung ("Logistikoffizier" bei der Panzerartillerie in Donauwörth)               - Umzug der Familie in einen komfortablen Bungalow in Donauwörth, Bayern 1986     - tödliche Erkrankung der Schwiegermutter (lebte in Norddeutschland)              - deshalb auf Wunsch meiner Frau Umzug der Familie nach Norddeutschland (Heide-Holstein) in die Nähe ihrer                 sterbenden Mutter              -  auf meinen Wunsch hin: 2. Stabsverwendung (gleicher Job bei der "Feldartillerie" in Albersdorf, Schleswig-                 Holstein) 1987    - Tod der Schwiegermutter ... meine Frau erbt deren hochverschuldetes, unattraktives  Reihenhaus              - Umzug der Familie in dieses nun leerstehendes aber leider unverkäufliches Haus nach Bad Bramstedt                - 3. Stabsverwendung (gleicher Job, nun bei der "Raketenartillerie" in Kellinghusen) 1989    - 4. Chefverwendung ( sogenannte "Begleitbatterie" der Artillerie), nun "Site Commander"  (Lagerkommandant)                eines Atomwaffenlagers (Die Gefechtsköpfe dort in US-Gewahrsam!))  1990     - 5. Chefverwendung (Stabs- und Versorgungsbatterie "schwere Raketenartillerie", Wesel - s.o.)               - Umzug der Familie in einen Bungalow nach Hamminkeln (Nähe Wesel)               - im 4. Quartal "Militärberater" in Ost-Berlin bei der ehemalige "NVA" (ehem. DDR) 1991     - erneuter Umzug der Familie, nun in ein Reihenhaus in Wesel 1993     - Ende meines Jagdpachtvertrages in Norddeutschland / zugleich Kündigung der dortigen "Zweitwohnung" 1994     - Beförderung zum Major - Auszug meiner Tochter Conny in eine eigene Wohnung 1996     - Auszug meiner Tochter Tanja und ihres inzwischen zweijährigen Sohnes in eine eigene Wohnung 1998     - Eheschließung von Tanja mit dem "Erzeuger" ihres inzwischen vierjährigen gemeinsamen Sohnes                 - neues Jagdrevier für 9 Jahre gepachtet (in Wesel) 2000     - Tod meines leiblichen  Vaters ("Erzeugers", Alter 87 Jahre), den ich als einen von vielen "Onkels" betrachtete                  und nicht sonderlich schätzte               - Umzug meiner jüngsten Tochter Kim in eine eigene Wohnung 2002     - Ende meiner Dienstzeit in der Bundeswehr am 31. Dezember (Ruhestand bereits im Alter von 51 Jahren!) 2005     - Tod meines Enkels Titus im Alter von 5 Monaten ("plötzlicher Kindstod")               - Nahezu zeitgleich Reanimation meiner Ehefrau Angelika nach einer Lungenentzündung               - sie lebte nun im "Wachkoma"und galt als "austherapiert" (?!) 2006     - Tod meiner Angelika nach 14-monatiger häuslicher Pflege ... ich hatte ihr 10.000 Stunden meines Lebens "am                    Stück" geschenkt und daheim rund um die Uhr betreut und gepflegt 2007     - Eheschließung mit meiner zweiten Frau Monika, die ich nach dem Tod meiner ersten Frau im Internet (bei                            "NEU.DE") kennengelernt hatte               - Umzug meiner Moni und den 2 jüngsten (noch nicht ganz "flüggen") von ihrer 4 Kinder zu mir nach Wesel                 - Verlängerung meines Jagdpachtvertrages in Wesel um 9 weitere Jahre 2011     - beide o.a. Kinder meiner Moni nun ausgezogen in eigene Wohnungen - Moni und ich Waren ab sofort alleine                 und somit "frei"!               - unser Umzug nach Leipzig in eine 3-Raum-Wohnung / idealer  "Alterswohnsitz"               - Aufgabe meines Jagdrevieres in Wesel / Aufgabe der Jagdausübung Du siehst: Mein erfülltes Leben war überaus abwechslungs- und erlebnisreich. Heute genieße ich sehr die ausgeprägte Ruhe und völlige Stressfreiheit im Alter.  Ich war noch bis Ende 2023 insgesamt 10 Jahre lang ehrenamtlicher Richter (sogenannter "Schöffe") an den hiesigen Gerichten (Amts- und Landgericht) - heute gehe ich keiner erwähnenswerten Beschäftigung mehr nach. Ich kann mich also ganz meinen Hobbys und interessanten "Events" im Umfeld widmen. "Buddy"
18:57 Uhr
Hallo Jürgen damit unser Mailkontakt ein wenig aufgelockert wird und unterhaltsam bleibt, möchte ich Dir mal ein ganz anderes Thema anbieten - nicht sehr "tiefgründig" - aber eventuell ganz unterhaltsam (?)  Ich erinnere mich noch gut und gerne an meine erste  Reise, die mich 1969 als 18-Jährigen (also in meiner "Sturm- und Drangzeit"!) in unser Nachbarland Frankreich führte, ....  .... in ein mir gänzlich unbekanntes (und auch weitgehend "unbegreifliches") Umfeld.  Diese Reise dorthin verlief (aus heutiger Sicht betrachtet) recht kurios! Mein Vater hatte mir (wie Du schon weißt) nach der "Verschrottung" meiner alten Motorräder als "Trösterchen" so einen gebrauchten aber noch gut erhaltenen "Karmann-Ghia" geschenkt:  Hier (noch?) mal ein schon historisches Werbeplakat dieses in meiner Heimatstadt Osnabrück produzierten "Schmuckstücks": Man nannte damals dieses auf der Basis eines "VW-Käfers" aufgebaute Ding etwas verächtlich einen "Hausfrauen-Porsche" .... aber was soll´s, einem geschenkten "Barsch" schaut man bekanntlich nicht "ins Maul".   Mein bester Schulfreund Werner, heute ein vermögender "Privatier" und ehemaliger weltweit tätiger Top-Manager und ich wollten dieses Auto und die so gewonnene neue "Mobilität" einfach mal auskosten - und da wir beide damals noch in jeder Beziehung völlig ungebunden waren, entschlossen wir uns, gemeinsam in den Schulferien auf unbestimmte Zeit zu verreisen, "mal eben" nach Frankreich.   Wir waren ja noch so herrlich unbefangen (und doof)!   Werners Eltern waren beide Akademiker und im Gegensatz zu meinem Vater ängstliche Leute. Sie wussten deshalb sehr wohl, dass wir beide "kein einziges Wort" der französischen Sprache erlernt hatten - da es an unserer immerhin 1.200 Jahre alten, damals auf Befehl von "Karl dem Großen" gegründeten Schule trotz einer Anzahl von mehr als 1.000 Schülern (davon immerhin zwei  Mädels!) keinen einzigen dort angestellten Lehrer für diese Fremdsprache gab.   Das ihnen durch ihren Sohn Werner erzählte "Märchen" mit einem ausgerechnet durch mich  abends an der "Volkshochschule" angeblich  erworbenen französischen Dolmetscherdiploms  war wohl doch etwas übertrieben und unglaubwürdig gewesen.  Tatsächlich hatte ich dort an der "VHS" nur eine einzige  Doppelstunde lang an einem Französischkurs teilgenommen - und bereits dann die Schnauze gestrichen voll gehabt von dieser zwar recht "wohlklingenden" aber leider schwer zu erlernenden Sprache .... mit "Latein" und "Englisch" hatte ich zu der Zeit auf dem Gymnasium mehr als genug Probleme!  Die Eltern meines Reisegefährten meinten deshalb, wir sollten doch lieber an die "schöne deutsche Mosel" fahren, an diesen "ach so idyllischen" Fluss - ein klassisches und überaus beliebtes Reiseziel für Senioren - dort wäre es doch auch sehr schön. Meinem  Vater war hingegen mein Reiseziel wie üblich völlig egal! Er stattete mich (wie immer) üppig  mit Geld aus - genauer gesagt mit den damals üblichen "Traveller Cheques" (Reiseschecks von "American Express") - und er wünschte mir dann nur noch zum Abschied ganz viel Spaß.   Nun ging es also zu zweit los .... an die "schöne deutsche Mosel" .... wie unendlich langweilig  für zwei 18-jährige Rabauken wie uns beiden!   Nach nur zwei Tagen entschlossen wir uns deshalb (mitten in der Nacht) , doch wenigstens mal "ein paar Kilometer" über die nahegelegene Grenze nach Frankreich hinein zufahren, um uns dort zumindest mal in der Gegend von "Verdun" anzuschauen, was deutsche Truppen dort auf bekannt gewordenen Schlachtfeldern des I. Weltkrieges alles so getrieben hatten.   Gesagt - getan .... und das war dann auch schon mal wesentlich interessanter als die Mosel!   Ich erinnere mich, dass wir beide dort sehr früh morgens - schon unmittelbar nach dem Sonnenaufgang - auf diesen französischen Schlachtfeldern recht einsam und verlassen herumstanden - auf den durch die deutsche Artillerie zertrümmerten Resten der französischen Festungsanlage "Fort Douaumont". Dort blickten wir tief beeindruckt über eine durch deutsche Granaten geschaffene scheinbar unendliche "Kraterlandschaft" .... .... und wir bewunderten besonders die tiefen Einschläge im Beton der Festung, die deutsche Artilleriegeschütze wie diese "Dicke Berta" dort hinterlassen hatten.  Ebenso erinnere ich mich noch heute, dass wir dort einen zufällig gefundenen kleineren  Granatwerfer über das ehemalige Schlachtfeld hinweg bis zum Auto geschleppt hatten, um ihn als "Souvenir" mit nach Hause zu nehmen (wohl nicht im Sinne der Franzosen?) - dass dieses "Relikt" aber einfach nicht in meinen Karmann hineinpassen wollte - und dass wir letztlich dieses kleine, aber feine Geschütz dort am Rand des Parkplatzes zurücklassen mussten - wohl besser so!  Gegen Mittag hatten wir dann aber auch auf den Schlachtfeldern bei Verdun alles Sehenswerte gesehen - einschließlich der scheinbar unendlich großen Gräberfelder mit den erstaunlich sauber in alle Richtungen ausgerichteten Kreuzen .... einschließlich des "Ossariums" (Knochenhauses), in dem Knochen tausender nie identifizierter Soldaten zu erschreckend großen Haufen aufgeschichtet lagen .... einschließlich des berühmten/berüchtigten sogenannten "Bajonettgrabens", aus dem die langen und spitzen (inzwischen arg verrosteten) Bajonetts einiger dort angeblich noch immer als Leichen in ihrem Grab hockenden französischen Soldaten nach oben aus der Erde herausragten und ... und ... und ...   Nun waren wir aber auf den Geschmack gekommen - und wir wollten uns doch mal die großartige französische Metropole "Paris" etwas näher anschauen, die "erstaunlicherweise" gar nicht mal so weit entfernt war!  Am späten Nachmittag kamen wir in dieser quirligen französischen "Weltstadt" an .... und wir quartierten uns in einem unglaublich schäbigen (aber unserer Meinung nach irgendwie "recht kultigen") Hotel ein - wenn man diese "Absteige" denn mal sehr wohlwollend so nennen mag, .... .... wohl ein " Null -Sterne-Hotel"(?)   Diese wenig "reizvolle" Unterkunft lag aber (für uns interessanterweise) in einem von "Bordsteinschwalben" (Prostituierten) stark frequentierten Stadtteil - uns beiden (recht "prüde" erzogenen!) Burschen gefiel es dort auf Anhieb.   Mein Freund musste gleich nach unserer Ankunft im Hotelzimmer dringend mal aufs "Töpfchen .... wobei er irrtümlich das dort installierte "Bidet" mit einer Toilette verwechselte. Wir beide waren nun mal "eher gutbürgerlich" aufgewachsen und wir hatten deshalb so ein Ding wie so ein Bidet noch nie zuvor gesehen oder auch nur etwas darüber gehört.   Ich hörte dann meinen Freund Werner nach nur wenigen Minuten in unserer "Wellness-Abteilung" kräftig fluchen, weil sein "Ködel" nicht durch den viel zu kleinen Abfluss des Bidets hindurchpasste. "Das", was wir beide bei einem kurzen Blick ins Bad für eine Dusche gehalten hatten, war gar keine(!) - das Fehlen eines "Brausekopfes" hätte uns wohl spontan auffallen sollen (?) ..... .... und auch jener mittig in diesem nur "vermeintlichen" Duschbecken gelegene "erschreckend große" Abfluss hätte uns ebenfalls misstrauisch machen sollen(!) ... genau das  stellte sich dann bei genauer Betrachtung und zu unserer Verblüffung als so etwas wie eine "Toilette" heraus, so ein entsetzliches Ding zum "Abhocken", wie es in Frankreich üblich ist.   Nun wurde uns auch endlich klar, wozu diese beiden seltsamen "Handgriffe" ganz unten (innen) an der Tür zur "Dusche" angebracht waren.  Nun ja: "andere Länder - andere Sitten" - diese uralte Volksweisheit wurde uns in den folgenden Wochen Tag für Tag verdeutlicht!   Da wir beide wie gesagt so gut wie kein Wort "Französisch" sprachen, lebten wir in ständiger (und keineswegs unberechtigter!) Angst, in der dortigen "Gastronomie" absolut ungewollt und nur versehentlich "Ungeziefer" zu bestellen, .... .... damit meine ich so widerliche und unappetitliche "Kreaturen" wie Schnecken, Frösche, Krebse, Tintenfische, Muscheln - und was die Franzosen sonst noch alles für "essbar" halten.   Ich glaubte aber zu wissen, dass das Wort " Poulette " entweder "Hühnchen" oder auch (wohl im übertragenen Sinn?) "Prostituierte" bedeutete.  Wir bestellten deshalb mutig in einem nahegelegenen Restaurant "Poulette" - wobei es uns im Prinzip völlig egal war, ob wir nun in den Genuss von Geflügel oder alternativ einer "Dame des horizontalen Gewerbes" kamen, ....  .... man brachte uns "Hühnchen".   Okay, das hatte also bis hierher  schon mal irgendwie geklappt! (Fortsetzung folgt, solange Du das magst?) Buddy .
19:44 Uhr
Hallo Buddy, deine sauber geführte Chronik beeindruckt mich tatsächlich. Man merkt, dass du dir Zeit genommen hast, dein Leben nicht nur zu leben, sondern auch zu dokumentieren. So etwas in dieser Klarheit würde ich vermutlich nicht hinbekommen – selbst wenn ich es wollte. Ich bin da anders gestrickt. Ich sammele weniger Ordner, dafür mehr Ideen. Viele davon sind noch nicht umgesetzt. Ich vermute sogar, dass ich noch lange mit Computern und Programmierung „leben“ werde – einfach, weil es mir Freude macht. Es ist dieses Gefühl, wenn am Ende etwas genau so funktioniert, wie ich es gedacht habe. Und ja – es bringt auch zuverlässig Ärger, wenn es eben nicht funktioniert. Aber genau dieser Reibungspunkt hält mich wach. Bewegung brauche ich ebenfalls – allerdings nicht um der Bewegung willen. Ziellos durch den Wald laufen oder im Fitnessstudio auf einem Gerät „Kilometer zählen“ ist nicht meine Welt. Ich brauche ein Ziel, etwas, das ich abhaken kann. Dann ist mir auch die Strecke egal. Dafür ist meine 360°-Kamera ideal. Ich suche mir kleine Motive, halte sie fest und stelle sie bei Google Maps ein. Inzwischen sind es knapp 400 veröffentlichte Bilder mit über 11 Millionen Aufrufen. Finanziell bringt mir das nichts – aber es ist wie ein kleines Tagebuch. Wenn ich eines dieser Bilder sehe, ist sofort wieder alles da: Wetter, Stimmung, Gedanken. Zu Frankreich kann ich nur wenig beitragen – zumindest im Vergleich zu deinem „Bidet-Erlebnis“ 😉 Ich war einmal mit Frau und Tochter in Paris – ganz klassisch. Eiffelturm (wobei die Schlange so lang war, dass wir nicht hochgefahren sind), Arc de Triomphe, Notre Dame – dort haben wir uns sogar einer Führung angeschlossen. Metro sind wir auch gefahren – geruchlich kein bleibendes Erlebnis. Wenn ich ehrlich bin, ist von Paris nicht viel hängen geblieben. Vielleicht, weil ich zuvor einige Zeit in Frankfurt am Main gelebt habe und auch Hannover kannte – Paris war für mich nicht so überwältigend, wie man es vielleicht erwartet. Deine Verdun-Episode hingegen ist eine ganz andere Hausnummer. Als 18-Jähriger auf diesen Schlachtfeldern zu stehen – zwischen Kratern, Kreuzen und Knochen – das hinterlässt vermutlich tiefere Spuren als jede Metropole. Schick mir gern weitere Episoden. Vielleicht fallen mir beim Lesen noch eigene Erinnerungen ein, die bisher irgendwo im Hintergrund schlummern. Für heute soll es das gewesen sein. Mach’s gut, Buddy. Viele Grüße Jürgen
21:31 Uhr
2026.02.21
. Hallo Jürgen hier nun (wie "angedroht") eine erste Fortsetzung des "historischen" Reiseberichtes aus meiner "Sturm- und Drangzeit": Zwei deutsche "Rabauken" ohne jegliche Sprachkenntnisse mitten in Paris ..... was für ein Vergnügen! Zunächst einmal wollten wir unsere Eltern kurz mal telefonisch informieren, wo wir denn nun tatsächlich "gelandet" waren, zumindest die Eltern meines mitreisenden Freundes Werner "wähnten" uns ja immer noch an der "schönen deutschen Mosel". Wir hatten irgendwo gehört, dass man schon damals angeblich mit der Durchwahl "0049" solche Ferngespräche "selbstgewählt", also ohne die damals noch übliche Vermittlung führen konnte. Wie gesagt: angeblich ! Bei unserem ersten Versuch stellten wir verblüfft fest, dass mitten in Paris in einen französischen  Münzfernsprecher der damaligen Zeit keine französischen Münzen  hineinpassten. Es dauerte einige Zeit, bis wir herausfanden, dass man dazu offenbar sogenannte "Telefonmünzen" (also diese sogenannte "Jetons") benötigte .... aber woher nehmen und nicht stehlen? Auf der Suche nach einer entsprechenden "Quelle" entdeckten wir eine absolut typische französische Institution: das " Bistro ".  In unzähligen Eckhäusern gab es diese besonders hübschen kleinen Eckkneipen  - und in nahezu jedem dieser Bistros gab es damals in einer finsteren Ecke des Raumes einen lächerlich kleiner "Holzverschlag", in dem man eine meist "steinalte" französische Dame scheinbar "eingemauert" hatte, .... .... damit sie dort allerlei Waren  (!) verhökern konnte. Das "Sortiment" war in etwa vergleichbar mit dem Angebot eines aus unserer Heimat damals noch bekannten (heute längst spurlos verschwundenen!) "Bauchladens" .... und diese meist missmutigen alten Damen in der hintersten Ecke der Bistros verhökerte u. a. auch jene "Jetons"! Als wohlgelaunter Besitzer einiger soeben erworbener Telefonmünzen huschte ich nun in die nächstgelegene Telefonzelle auf der anderen Straßenseite, wählte erwartungsfreudig "0049 -" ....  .... und viel weiter kam ich dann gar nicht!  Aus dem Hörer tönte zu meiner Verblüffung eine freundliche aber mir gänzlich unverständliche Französisch sprechende Dame! Ich legte erschrocken und ganz schnell wieder auf!  Beim folgenden zweiten "Fehlversuch" plapperte diese Dame schon los, als ich den Hörer gerade erst abgenommen und noch gar nicht gewählt hatte. Ich gab diese Form der "Kommunikation" deshalb auf und warf meine restlichen Jetons frustriert in die nächstgelegenen Büsche. Zurück im Bistro sah ich bei einem "flüssigen Trösterchen" (bestehend aus "Café au Lait", also mehr warme Milch als Kaffee) außen an jenem "Kabuff" in der Ecke eine total vergilbte Postkarte kleben - "die Idee!" Warum also nicht nach Hause schreiben ? Wir (mein Freund Werner und ich) erwarben also jeder eine solche "historische" Postkarte und wir verfassten nach Rückkehr in unserer "höchst bescheidenen" Hotelunterkunft (Du erinnerst Dich: "Null-Sterne-Niveau") einen schriftlichen Gruß in die Heimat. Danach folgte für uns beide die nächste "Herausforderung"!  Wir "sockten" (liefen) nun erst einmal schier endlos durch die Pariser Innenstadt auf der Suche nach so etwas "Vertrautem" wie einen Briefmarkenautomaten oder aber alternativ einem Postamt .... wir fanden aber nichts dergleichen.  Total "entkräftet" erholten wir uns wieder mal in einem dieser Bistros und dann wussten wir plötzlich, wo wir unsere Briefmarken bekamen! Na klar, die "Alte" im dortigen  Holzverschlag führte auch Briefmarken, wer denn sonst? Dieses Problemchen war damit ebenfalls gelöst. Einen Briefkasten fanden wir abschließend nicht - unsere Postkarten blieben als in unserem Besitz und wurden später nach Rückkehr in die Heimat daheim stillschweigend entsorgt. Damals rauchte ich noch (wie jeder dusselige Jugendliche) dort in Frankreich natürlich  filterlose  "Gitanes", weil das nun mal (meiner Meinung nach!) "herb-männlich" wirkte.  Klar, dass wir dort in Paris "ums Verrecken" auch keinen einzigen Zigaretten automaten  fanden - und ebenso klar, wo es dort tatsächlich  die Zigaretten gab: natürlich bei den dort überall "eingemauerten" alten Damen in den Bistros. Irgendwann kam dann auch "der kleine Hunger".  Unser Plan lautete: Während der Reise das Geld für vermeintlich Wichtigeres und Unterhaltsameres auszugeben als für so etwas Banales wie "Nahrungsaufnahme", ....  .... im "Klartext": bei Bedarf wollten wir ganz bescheiden in einer "Imbissbude" essen gehen!   Unsere neue Erkenntnis war: Offenbar in ganz  Paris gab es (damals!) keine einzige  Imbissbude ... ich schwöre es ... und dann hatte auch noch (zumindest diesbezüglich) die Alte im Bistro leider auch nichts Essbares im Angebot!   Also hieß es nun, ein "richtiges" Restaurant mit den "sündhaft hohen Preisen" aufsuchen und dort vorsichtshalber mal wieder nur "Poulet avec Pommes Frites" zu bestellen, aus berechtigter Angst vor dem ansonsten angebotenen typisch französischem "Speise-Ungeziefer". In unmittelbarer Nähe unseres Hotels (nennen wir es mal wieder wohlwollend so!) gab es damals (Ende der 60er!) noch mitten in Paris  diese berühmt-berüchtigten alten  Markthallen ("Les Halles") .... und rundum einen bizarren Stadtteil mit winzig kleinen Straßen, wo zu unserem Erstaunen schon sehr früh morgens (gegen 05:00 Uhr) so richtig was los war!  Dort sah man zu dieser Zeit zum Beispiel einen blutverschmierten Metzger, die sich mit einer noch "tropf-frischen" Schweinehälfte auf seiner Schulter den Weg durch auffallend vornehme  "Herrschaften" (noch in Abendgarderobe!) bahnten, die dort die durchfeierte Nacht besonders "stilvoll" und "amüsant" ausklingen ließen. Wir beobachteten auch amüsiert, wie die dort überall präsente "Damen des horizontalen Gewerbes" liebevoll und völlig ungeniert die paarweise durch die Menschenmenge patrouillierenden "Flics" (Streifenpolizisten) "vernaschten", die sich das bereitwillig gefallen ließen.   Dort fuhren auch schwere LKWs (Sattelschlepper) unaufhaltsam und munter hupend (oft sogar rückwärts!) durch diese viel zu engen  Straßen bis an die Markthallen heran, um dort ihre Ladungen zu entladen .... durch derart winzige Gassen hindurch, die man in Deutschland nicht einmal für den PKW -Straßenverkehr freigegeben hätte.  Dort im Bereich der berühmten Markthallen herrschte rundum das blanke "Chaos", aber eben auch jene quirlige und sympathische Lebensfreude!  Uns beiden gefiel´s! In den dortigen Bistros und kleinen Speiselokalen war es um diese Zeit (05:00 Uhr) "rappelvoll". Kellner hielten Tabletts mit Getränken hoch über ihren Kopf, wenn sie sich erstaunlich gewandt durch die dicht an dicht stehenden und sitzenden Kunden hindurchschlängelten .... aber dennoch gab es auch dort für "echte Insider" wie uns (hahaha!) stets einen freien Tisch zum Essen -. man steckte ganz einfach einem dieser "wieselflink" vorbeihuschenden Kellner wortlos einen kleinen Geldschein in seine Brusttasche ....  .... und wenige Augenblicke später geschah dann "das Wunder": Jener pfiffige Kellner rollte beispielsweise ein leeres Weinfass mitten in den Raum, legte ein kleines schäbiges Holzbrett darauf, stellte als "Sitzgelegenheiten" zwei leere Obstkisten hochkant links und rechts daneben, legte einen großen schneeweißen Papierfetzen als Tischdecke auf das Brett drauf, der dann später noch als "Rechnung" benutzt wurde und stellte einen Aschenbecher dazu. Dann schob er noch energisch einige der umstehenden "Gesäße" etwas zur Seite und "Voila": Der "Tisch" für uns beide war gedeckt!  Das funktionierte genau so an mehr als nur an einem Tag. Auch um diese Zeit bestellten wir natürlich immer nur das Gleiche .... Du weißt schon: "Poulet", wobei unsere Chance auf ein "spaßiges Missverständnis" angesichts der vielen auffällig geschminkter "Damen" auf den Gassen ringsum deutlich gestiegen war!   Aber es gab wieder mal nur "Hühnchen".... ( Fortsetzung folgt ) Buddy .
11:23 Uhr
"Hallo again!" Okay, Du hast es offenbar nicht anders gewollt, .... .... ich werde also meine "Erinnerungen" an jene Frankreichreise in den späten ´60ern (also vor weit mehr als einem halben Jahrhundert!) weiter offenbaren - war schließlich eine gute Zeit! Ich hatte seinerzeit bei der Durchfahrt in Richtung Süden das französische "Zentralmassiv" erlebt, eine öde und wenig eindrucksvolle Landschaft. Dort durchquerte ich die denkbar hässlichsten  Dörfer, die ich je gesehen hatte! In jenen Ortschaften gab es überwiegend ganze dicht bebaute Straßenzüge, in denen es zur Straßenseite hin kein einziges  (!) Fenster gab. Lediglich in der Mitte der absolut schmucklosen Gebäude eine besonders große Durchfahrt und darin (im Vorbeifahren erkennbar) Fenster in diese mehr oder weniger finstere Hofdurchfahrt hinein. Sicherlich gab es auch auf der Rückseite  der Gebäude weitere Fenster - nur eben keine auf der Straßenseite - insgesamt ein schäbiger Anblick der dicht an dicht stehenden öden Häuserfronten.  Ich vermute, dass dieser recht "gewöhnungsbedürftige" Anblick dem dortigen Steuerrecht geschuldet war (?)  Ähnlich idiotische "steuerrechtlichen" Folgeerscheinungen kenne ich aus "Amsterdam", wo in der historischen Altstadt viele aneinander gelehnte Häuser nur wenige Meter breit sind, dafür aber sehr hoch und nach hinten hin langgestreckt - dort ein besonderer und recht interessanter Anblick ....  .... und in Griechenland (auf der Insel "Kreta") sah ich viele "Neubauten", bei denen noch vielen Jahre nach ihrer Fertigstellung oben auf dem Flachdach weithin sichtbar(!) ein hoher Sandhaufen lag, in dem eine total verrottete Schaufel steckte und neben dem eine längst total verrostete Betonmischmaschine nutzlos herumstand. Außerdem ragten oft noch seitlich unter dem Dach einige rostige Moniereisen weit hervor, die man absichtlich nicht abgeflext hatte. Das alles sollte dort jedem schon von weitem vortäuschen, dass dieses "Bauvorhaben" (auch nach Jahrzehnten!) noch immer  nicht abschließend beendet  wurde - und dass deshalb auch noch keine "Grundsteuern" zu zahlen war. Wirklich "schön" sahen solche Bungalows nicht aus! Nun aber zur Fortsetzung meiner damaligen "Erkundungsreise" gen Frankreich: Besonders abenteuerlich für mich war damals in Paris das Autofahren - zumal ich ja noch ein relativ junger und deshalb recht unerfahrener Führerscheininhaber war - um nicht zu sagen: ein "Anfänger"! Gewöhnungsbedürftig war beispielsweise für mich, dass dort alle Autoscheinwerfer " gelb " waren, sodass ich mit meinem Wagen und weißen Scheinwerfern nachts sofort als Deutscher erkennbar war) - und dass man in den Ortschaften nur mit " Stand licht" fahren durfte, weil alle Straßen (auch kleine "Nebenstraßen"!) hell erleuchtet waren - " weißes Abblend licht" fiel also besonders dumm auf und signalisierte allen übrigen Verkehrsteilnehmer: Achtung, ein bekloppter Deutscher! Zu den damaligen "Verkehrsregeln" in Frankreich sei gesagt: Ich  hatte dort (Ende der 60-er!) absolut gar keine Regeln  erkannt. Jeder raste dort gnadenlos  und meist mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit  "auf Teufel komm ´raus" durch die Gegend.   Wer dann so wie ich eine  oder gar mehrere  Umrundungen des berüchtigten "l´ Ètoile" zur sogenannten "rush-hour" irgendwie überlebt hatte, den konnte später im Straßenverkehr nichts mehr erschüttern.  Das ging nämlich so: Mit 80 km/h in den mindestens 6-spurigen (variiert dort ununterbrochen!) Kreisverkehr hineinfahren .... dieses Tempo dann im  Kreisverkehr (egal auf welcher Spur) unbedingt halten  ... dabei mehrere hör- und sichtbare Kollisionen  anderer Verkehrsteilnehmer (ebenso wie die Betroffenen selbst!) einfach hartnäckig ignorieren  ... dann nach mehreren  oft völlig ungewollten  Umrundungen des "Triumphbogens" versuchen, wie auch immer und bei stets gleichbleibendem (viel zu hohen) Tempo an "irgendeiner" der vielen Zu- bzw. Ausfahrten möglichst unverbeult wieder ´rauszukommen, .... .... so "schön" und aufregend kann Autofahren sein! Wenn ich das mal wieder "ungeschoren" überstanden hatte, dann fuhr ich erst einmal bei allernächster Gelegenheit rechts ran - erholte mich ein wenig - suchte nun auf dem Stadtplan  von Paris einen neuen Weg zum ursprünglichen Ziel ("Navi gab´s noch nicht"!) - und umfuhr das soeben überlebte Chaos in den nächsten Tagen lieber weiträumig.  Man hatte dort im Kreisverkehr das gleiche "belebende" Fahrgefühl wie in einem "Autoscooter" auf der Kirmes. Die seinerzeit noch aus Stahl gefertigten verchromten Stoß stangen der PKWs wurden dort bestimmungsgemäß als solche  genutzt (nämlich zum gegenseitigen Anstoßen) - dafür waren sie aus Sicht der Franzosen nämlich "wie geschaffen". Natürlich waren wir (mein Freund Werner und ich) auch sehr am damaligen "Kulturprogramm" dieser großartigen französischen Metropole interessiert ... was man denn alles so "Kultur" nennen mag - davon gibt es in Paris ja nun wirklich reichlich!  Wir waren zunächst einmal auf dem "Eifelturm", wo denn auch sonst? Später waren wir dann sogar im "Louvre", jenem unvorstellbar weiträumigen Kunstmuseum. Dort suchten (und fanden) wir dann auch sowohl die dort ausgestellte "Venus von Milo" als auch die berühmte, im Bild festgehaltene und etwas dümmlich grinsende "Mona Lisa" ... beide "Damen" waren aber irgendwie "nicht mein Typ".  Die unzähligen Flure in diesem riesigen Gebäudekomplex fanden wir dann auch sehr schnell unwahrscheinlich "lang und -weilig"! Das Einzige, was wir seinerzeit dort im "Louvre" leider nicht fanden, waren Toiletten - ein unangenehm und kontinuierlich "zunehmendes" Problem,  bis wir erfreulicherweise dann doch endlich (und kurz vor dem Begehen einer "Ordnungswidrigkeit"!) einen (den einzigen?) Ausgang fanden. Auch der nahezu angrenzende "Champs-Élisée" mit seinen protzigen Mode- und Autogeschäften, an dessen oberen Ende jener gewaltige "Arc de Triomphe" mit dem bereits geschilderten wahnsinnigen Kreisverkehr zu sehen war, war für uns zwei Strolche nur von eher "verhaltenem Reiz". Abenteuerlich war dann allerdings die Überquerung dieser 8- oder 10-spurigen "Prachtstraße" ... man rannte dabei um sein Leben! Wesentlich besser gefiel mir persönlich in Paris das Armeemuseum "Hótel des Invalides" - eine sehr eindrucksvolle Sammlung historischer Waffen aus der Zeit des (später dann durch die eigene Bevölkerung geköpften!) französischen Hochadels. Ich erinnere mich, dass in einem der vielen "Säle" einige "Ritter" in ihren prunkvollen Rüstungen auf lebensgroßen ("ausgestopften"?) Schlachtrössern saßen - das sah toll aus! Der "Montmartre" war natürlich hochinteressant  ... nicht nur oben die großartige Basilika "Sacré-Coeur" .... und davor  der atemberaubende Blick über Paris hinweg, sondern auch dahinter das lebhafte Treiben unzähliger Künstler und Touristen auf jenem berühmten und überaus quirligen "Place du Tertre" - wohl noch heutzutage unbedingt empfehlenswert (?)  Dort zeichnete mich auch ein unbekannter junger Künstler, .... .... allerdings erst ein Jahr später , als ich unmittelbar vor den Eintritt in die Armee erneut die gleiche  Reise antrat. Genau das Richtige  war aber dann aus unserer Sicht am Fuß des "Montmartre" der "Place Pigalle" - jenes bizarre und weltbekannten "Vergnügungsviertel" von Paris.   Die Preise in den berühmten "Etablissements" waren geradezu irrsinnig hoch: Eintritt und ein sogenanntes "kleines Herrengedeck", bestehend aus einem Glas Bier und dazu einem Schnaps als sogenannter "Zwangsverzehr" (das Ganze dann allerdings sehr vornehm auf einem Silbertablett an unseren zugewiesenen winzigen Tischlein serviert) kostete für uns beide nicht weniger als umgerechnet 100 DM .... damals Ende der ´60er noch lausig viel Geld! Wir beide ließen es uns trotzdem nicht nehmen, im "Moulin-Rouge" den flotten "Can-Can" live  zu erleben .... und anderentags in dem nahegelegenen Varieté "Crazy Horse" die atemberaubend hübschen und recht gewagt bekleideten Revue-Girls, .... .... "man gönnte sich ja sonst nichts"! Irgendwann wurde ich dann auch mal spät abends aus einem der unzähligen Bistros (im Umfeld dieses "Place Pigalle") durch eine recht ansehnliche "Dame" "nach allen Regeln des Handwerks" förmlich "abgeschleppt". Sie wollte mir wohl ihre "Briefmarkensammlung" (oder sowas?) zeigen und bei der Gelegenheit ein wenig "Französisch" beibringen.  Genau hatte ich das nicht verstanden, weil ich ja nun mal die französische Sprache keineswegs beherrsche, aber ich war ihr quasi "willenlos" ausgeliefert ... und ich forderte meinen Freund Werner deshalb auf, mal "kurz" auf meine Rückkehr zu warten.  Ich will es hier mal aus Gründen des Anstandes und gehörigen Schamgefühls lieber kurz machen: Meine französischen Sprach kenntnisse aus der "VHS"- Doppelstunde wurden an jenem Abend zwar nicht  wesentlich erweitert, aber irgendetwas geriet dort "bei ihr daheim" wohl irgendwie außer Kontrolle ... egal:  Ich hatte ab sofort ein neues Hobby gefunden! Als ich dann sehr viel später  in jener Nacht ziemlich "abgebrunftet" zu meinem immer noch geduldig wartenden Freund zurückgefunden hatte (ich hatte schließlich den Autoschlüssel in der Hosentasche!), fiel ich "erschöpft" ins Auto und schlief dort unverzüglich auf dem als "Liegesitz" umgebauten Beifahrersitz tief, fest und "glücklich" ein. Werner "revanchierte" sich für diese lange Wartezeit auf seine Weise!  In unserer Bude (als "Hotel" konnte man das -wie gesagt- nun mal nicht bezeichnen) angekommen, ließ er mich einfach im Auto tief und fest schlafend zurück. Er kramte dort kurz entschlossen unsere paar Sachen zusammen, zahlte mitten in der Nacht (oder war es doch schon früh morgens?) unsere "Zeche" und packte unsere Utensilien in meinen Wagen. Währenddessen ließ er mich die ganze Zeit auf dem Beifahrersitz weiter tief schlafen ....  .... und er fuhr dann ohne weitere Rücksprache mit mir einfach los, wohin auch immer (?) Als ich viele Stunden später (unterwegs) endlich wieder wach wurde, um "dem kleinen Jürgen" mal das großartige "Gastland" zu zeigen, fuhr Werner immer noch stur mit dem "Karmann-Ghia" durch Frankreich .... durch seltsam langweilige Landschaften ... durch jene unglaublich hässlichen Dörfer .... wortlos immer weiter "irgendwo" hin. ....  .... es war inzwischen längst hell geworden.   Das Ziel dieser spontanen "Reisefortsetzung" wollte er mir auch jetzt absolut noch nicht nennen. Als wir unterwegs an diversen Hinweisschildern und Ortsschildern vorbeikamen, waren bei mir alle Klarheiten beseitigt! Ich las darauf Ortsnamen, von denen ich noch nie etwas gehört hatte.  Nun nahm ich den "Kraftfahr-Atlas" aus dem Handschuhfach (ja, damals gab es so etwas noch, ein "Navi" war nun mal noch gar nicht erfunden!) und schlug darin die Straßenkarte mit "Paris und Umgebung" auf .... dadurch wurde ich aber auch nicht klüger.   Werner meinte nur verdrossen: "Weiter im Süden!" Auf dem südlichen Anschlussblatt fand ich die Orte auch nicht, die ich auf den Schildern gelesen hatte, ....  .... Werners Kommentar lautete stur:  "Noch weiter im Süden"!  Auf dem dann folgenden Anschlussblatt wurde dann unten alles "blau" - wir waren offenbar nur noch wenige Kilometer vom Mittelmeer entfernt! Er war also offensichtlich nachts hunderte  von Kilometern gefahren, ohne das mit mir abzusprechen .... ich fand das spontan großartig! Wir verbrachten nun zwei wundervolle und überaus ereignisreiche Wochen in "Saint Tropez" .... damals noch ein recht "verschlafenes" und mickeriges Küstenstädtchen an der "Cote d´Azur" .... noch  so etwas wie ein "Geheimtipp" .... und gerade erst bekannt geworden als Wohnsitz der hinreißenden französischen Schauspielerin Brigitte Bardot und ihres deutschen Ehemannes (und "Playboys") Gunter Sachs. Unsere "artgerechte Ernährung" bestand übrigens auch weiterhin nahezu ausschließlich aus "Poulet avec Pommes Frites". Bei einer Stippvisite in Marseille bestellte ich einmal ganz mutig und zur Abwechslung die dort traditionelle "Bouillabaise" - weil mir der Name dieser "Fischsuppe" irgendwie vertraut vorkam - eine besonders schlechte Idee!  Nur gut, dass wir vor jenem Lokal unmittelbar am Rand des Marseiller Hafenbeckens saß, die dort herumflatternden Möwen mochten offenbar diesen "Müll", der in dieser gottverdammten Suppe "herumdümpelte" - und der mir bei genauerer Betrachtung fast meinen Magen "auf Links" drehte. Leider gibt es nur noch sehr wenige Fotos von dieser Reise .... fotografiert wurde damals sowieso sehr wenig.   Kürzlich habe ich im Internet zufällig den  Song wiederentdeckt, der seinerzeit von morgens bis abends in dem von uns bevorzugten französischen Radiosender lief. Diese "schmissige" Melodie tönte täglich unzählige Male unterwegs in meinem "Karman-Ghia" und sie ging mir anschließend als "Ohrwurm" lange Zeit nicht mehr aus dem Kopf. Auch dieses "akustische Fundstück" will ich Dir nicht vorenthalten (Anhang!). Zu den wenigen "zeitgenössischen" Bildern im Anhang: Hier machen wir (Werner sitzend und ich liegend) unterwegs irgendwo in der französischen Provinz einen "Boxenstopp". Gelegentlich  übernachteten wir sogar unterwegs in diesem Fahrzeug. Dazu nahmen wir dann zunächst die beiden Vordersitze mit jeweils einem einzigen Handgriff heraus - trennten mit einem weiteren Griff die Rückenlehne vom eigentlichen Sitz - legten dann die beiden Teile zurück in den Wagen (Sitzfläche gedreht) - und wir hatten so in Verbindung mit der kleinen Rückbank zwei ausreichend große provisorische "Liegeflächen", um uns nachts ausstrecken zu können .... Decken und Kissen hatten wir zur Genüge dabei. Hier stehen Werner und ich oben auf dem Eifelturm. Dieses Foto wurde ebenso wie das obige Foto per "Selbstauslöser" gemacht ... also ein Vorläufer der heutigen "Selfies". In der Nähe unseres "Hotels" führe ich hier mal wiede r notwendige Reinigungsarbeiten an bzw. in meinem Vergaser durch. Das damals in Frankreich erhältliche Benzin war leider erbärmlich verschmutzt!  Man achte auf die optimale Sicherung meiner Brieftasche mit Hilfe einer Kette ... Taschendiebe hatten bei mir keine Chance!   Man sieht außerdem links hinter meinem PKW auf einen "Zipfel" der historischen, längst abgerissenen (aber bei "Insidern" unvergessenen!) ehemaligen Markthallen ("Les Halles") von Paris. Hier bereiten Werner und ich inmitten der "Carmague" (ein riesiges Sumpfgebiet im "Rhone-Delta") auf einem kleinen Gaskocher eine "aus der Heimat" mitgeführte Konserve zu ... vermutlich so etwas wie "Makkaroni" oder dergleichen ... als Abwechslung zu den nahezu täglich verzehrten "Poulets avec Pommes Frites". Mal zwischendurch war das so etwas wie eine echte Delikatesse!   Dieses Foto wurde ebenfalls per Selbstauslöser geschossen .... wir waren nämlich dort im Umkreis von vielen Kilometern garantiert die einzigen "Kreaturen".... mit Ausnahme unzähliger Insekten, an die ich mich aber nur ungern erinnere. Fortsetzung (und endlich Abschluss) folgt! Buddy .
12:00 Uhr
.   Hallo Jürgen Wie bereits gesagt: In Frankreich sah Ende der 60-er für mich vieles  sehr seltsam aus.   Ich erinnere mich nicht nur mit gehörigem Grausen an diese bereits geschilderten, dort üblichen und für mich äußerst gewöhnungsbedürftigen "Hocktoiletten" - sie waren aber eigentlich nur das "kleinere Übel".   Wenn ich dort unterwegs in einem dieser vielen unglaublichen hässlichen Dörfer mal dringend auf die Toilette musste und (so wie ich damals) in einem kleinen Bistro (am Ortsrand gelegen) naiv danach gefragt hatte, dann machte der Wirt  nur eine ausladende Handbewegung in Richtung der "Landschaft" ringsum und meinte so etwas wie: "Tout camps disponible!" - was übersetzt wohl so viel heißt wie : "Alle Felder stehen Ihnen zur Verfügung!"   Ganz schlimm  wurde es "im Notfall" auf unserem Campingplatz an der Cote d`Azur. Dort gab es eine Reihe von insgesamt 10 Toiletten - zunächst einmal 9 der ortsüblichen " Hock toiletten" - alle schön nebeneinander - und dann leider ( als letzte Toilette  in der Reihe) ausnahmsweise für Touristen eine uns "ach so vertraute" Toiletten zum Sitzen .  Bei der musste man dann allerdings "sehr sehr tapfer" sein!   Das Problem war: Derartige "Porzellanprodukte" waren zwar uns  deutschen Touris bekannt - den meisten Franzosen aber offensichtlich nicht! Ein "waschechter" Franzosen setzen sich "dabei" nun mal nicht hin. Wenn er aber unglücklicherweise "unter Druck" diese letzte  (eigentlich nur für uns "Touris" gedachte!) Toilette erwischten, dann steigt er gnadenlos mit beiden Füßen auf den Rand derselben und kackten dann nicht mehr ganz "zielsicher" aber ungeniert hinten auf den Rand der Toilette .... so etwas sieht dann echt nicht mehr gut aus!   Einen Tag lang war ich damals mit meinem Freund Werner in der berühmt-berüchtigten französischen Hafenstadt "Marseille", .... .... weil ich damals den idiotischen Plan hatte, nach dem Schulabschluss eventuell  in die "französische Fremdenlegion" einzutreten. Dort in Marseille gab es ein entsprechendes Musterungsbüro und Informationszentrum - dieses wollte ich mir schon mal unverbindlich anschauen .... wie gesagt: eine blöde Idee Ende der 1960er Jahre!   Marseille war damals ein besonders "heißes Pflaster"!  In fast  allen Stadtteilen waren die Häuser erstaunlicherweise vergittert, will sagen: Alle Fenster im Bereich des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses waren mit kräftigen Eisengittern gesichert. Das sah dort so aus wie eine riesige Ansammlung von Gefängnissen oder Irrenanstalten.  Alle Ladengeschäfte waren außerdem nachts (nach sehr spätem  "Ladenschluss") mit stabilen Metall-Jalousien ebenfalls eindrucksvoll und wohl recht wirksam gesichert. Das alles ergab ein insgesamt sehr "ungewöhnliches" Stadtbild!  Dafür gab es natürlich eine Ursache.  Gegen Abend entdeckten wir dann das unvergitterte  "Neger- und Araberviertel" von Marseille, ein bizarrer sowie durch und durch krimineller "Biotop" in Hafennähe, den man so  in einem zivilisierten mitteleuropäischen Staat nicht  vermutet hätte.   Mein Freund Werner und ich fanden es dort besonders spannend  - und wir durchstreiften stundenlang total fasziniert gerade diesen  Stadtteil .... nicht ohne auf unsere "Eigensicherung" zu achten! Wir waren nicht ganz unbewaffnet - ich hatte (wie unterwegs üblich) meine 7,65er "Walther PPK"-Pistole in der Schulterhalfter ... und wir blieben DORT stets zusammen auf nur einer Straßenseite - wobei man dort eigentlich auch bei Wohlwollen nicht von einer "Straße im eigentlichen Sinn" reden konnte. Wir waren ziemlich vorsichtig, weil wir beide ja nicht etwa lebensmüde, sondern nur sehr neugierig waren auf diese uns "völlig fremde Welt"! Die meisten "Anwohner" hockten dort mit ihrer ganzen Sippe vor  ihren Häusern (auch mal wieder so eine recht "gewagte Bezeichnung" für die dortigen Ruinen) - mitten auf der "Straße" auf Obstkisten statt Stühlen herum, weil sie es vermutlich drinnen in ihren Buden vor Gestank und Ungeziefer nicht aushalten konnten (?)  Dort, wo man eigentlich in Häusern "Fenster" vermuten würde, gab es meist nur finstere mehr oder weniger "viereckige Löcher" in den Außenwänden, "Wohnhöhlen" wäre wohl eine sehr viel zutreffendere Bezeichnung gewesen als "Häuser".    Da wir zu dem Zeitpunkt immer noch vorsichtshalber Tag für Tag das gleiche "Geflügel" ("Poulette avec Pommes Frites") aßen und ich dieses schon längst nicht mehr auf meinem Teller sehen konnte und wollte, bestellte ich mir (wie bereits erwähnt) an jenem Tag am Hafen eine typische "Bouillabaisse", also die dort traditionell angebotene "Fischsuppe"- eine saublöde Idee! Als ich nun fröhlich mit meinem Löffel darin herumrührte, tauchten darin so unappetitliche Dinge auf wie ein abgetrennter Fischkopf, ein toter Krebs, Reste eines kleinen Tintenfisches  und weitere "Ingredienzen", deren Art und Herkunft ich mir gar nicht vorstellen mochte, .... .... wohl all das, was bei uns in Deutschland auf einem Fischkutter üblicherweise als wertloser "Beifang" aussortiert und wieder über Bord geworfen wird, hoffte ich zumindest bis damals. Selbsternannte Feinschmecker nennen so einen Müll (ironisch?) "Früchte des Meeres". Zumindest die dortigen Möwen mochten diesen Fraß.  Für mich gab´s danach zum Essen wieder einmal "Poulette".   Dort in Frankreich gab es damals auch keine "normalen" Tankstellen. Vor zahlreichen "Kfz-Reparatur- Klitschen " (den irreführenden Begriff "Kfz- Werkstatt " vermeide ich bewusst!) stand meist unmittelbar am Straßenrand eine verbeulte, total verdreckte Zapfsäule herum, die in aller Regel durch eine dazu passende uralte (oft schon zahnlose) französische Dame mit einer Handpumpe betrieben wurde.   Nach jeder Betankung war es dann nur eine Frage der Zeit, wann der arme Motor meines "Karman-Ghia" wieder mal anfing zu stottern.  Ich musste dann deshalb stets irgendwo am Straßenrand den Vergaser meines arg geplagten PKWs teilweise zerlegen und provisorisch reinigen, ....  .... danach sah ich immer aus wie ein Schwein. Ich habe diese ungewollten "Boxenstopps" abgrundtief gehasst! Auf unserem Campingplatz bei St. Tropez gab es am Strand ein sogenanntes "Strand-Café" (unmittelbar vor unserem Zelt gelegen), in dem leider  jeden Abend bis tief in die Nacht hinein ein schottischer "Dudelsack- Spieler" herumkrakeelte .... "Musizieren" konnte man dazu wirklich nicht sagen!  Ich habe diesen Kerl irgendwann gehasst .... und ich hätte ihm sehr gerne eine seiner Pfeifen ausgerupft und anschließend dort hinein geschoben, wo die meisten Schotten es vermutlich gar nicht so gerne haben - aber er war dummerweise ganz offensichtlich  größer und stärker als ich.   Egal:  Meine besondere Aufmerksamkeit galt dort ohnehin nur der an der Bar dieses Strand-Cafés arbeitenden weiblichen Bedienung - eine durchaus reizvolle, recht raffiniert geschminkt und gekleidete Französin .... offensichtlich auch eine recht "paarungsfreudige" Dame , die heftig mit mir flirtete und die mir mit jedem Glas Rotwein immer attraktiver erschien.   Eines Nachts blieb ich dann bis zur Schließung dieser Strandbar dort und begleitete die Dame (wie sich das für einen "Gentleman" gehört!) im Morgengrauen zu einem Wohnwagen, in dem sie untergebracht war. So weit, so gut!   Am nächsten Morgen (bzw. wohl eher Mittag) hätte ich dann fast einen Schock erlitten:  Die "Dame", die mich in ihrem Wohnwagen weckte, sah ich nun erstmalig völlig ungeschminkt  ... und sie sah nun plötzlich aus wie ihre eigene "Mutti". Ich konnte so etwas als ein noch völlig unerfahrenes "Bübchen" einfach nicht begreifen .... und ich verabschiedete mich umgehend! Anschließend war ich deshalb  den ganzen Tag lang ziemlich verwirrt und dachte aus gegebenem Anlass über so ein bedrückendes Thema wie "Gerontophilie" (also "Unzucht mit Greisen") nach. Das Strand-Café und diesen Wohnwagen betrat ich danach nie wieder, ....  .... aber eines musste man diesen Französinnen einfach mal lassen:  "Zurechtmachen" konnten sie sich!   So, genug "geplaudert" aus längst vergangenen Zeiten .   Ich würde übrigens heute alles genau so  wieder machen und erleben wollen - nur diese "Bouillabaisse" würde ich dabei lieber weglassen.   Buddy . 
16:57 Uhr
2026.02.23
. Hallo Jürgen Als ein besonderes Vergnügen genieße ich immer wieder mal den Besuch etwas anspruchsvolleren "Trödel- und Antikmärkte", wie sie hier in Leipzig von Zeit zu Zeit in einer der Messehallen eingerichtet und betrieben werden. Hier einige Beispiele, was ich dort an "herrlich unnützen" Sachen in den vergangenen Jahren erworben habe, wobei mir das "Feilschen" besonders viel Vergnügen bereitet und ganz einfach "dazugehört!" Hier siehst Du einen (angeblichen?) asiatischen "Schierlingsbecher", also einen "Giftbecher", der laut Verkäufer einst als Hinrichtungsmethode für "hochrangige" Delinquenten genutzt wurde, sowie ....  - eine Streichholzschachtel aus Messing  -. eine Schnitzerei aus Elfenbein oder Knochen (?) - sowie einige ein Fossil (versteinerte "Ammoniten") .... oder auch diese durch aufwendige "Einlegearbeiten" verzierte Holzschachtel. Ich mag auch solche militärischen Helme, .... - rechts vorne ein typischer " US -Vietnam-Helm"  - links daneben eine preußische "Pickelhaube" (leider nur eine Kopie) - ganz links (kaum einsehbar) ein typischer deutscher Stahlhelm aus der Zeit des II. Weltkrieges  - und in der Mitte hoch aufragend mein  ehemaliger Stahlhelm der Bundeswehr sowie meine  ehemalige "ABC-   Schutzmaske. Auf diesem Bild siehst Du eine Ansammlung sehr unterschiedlicher "Relikte" aus der Zeit des  I. Weltkrieges .... und zwar überwiegend sogenannte "Grabenkunst", wie sie in den Schützengräben an der Front während der oft tagelangen "Feuerpausen" (zwecks Vertreibens der Langeweile?) als "Andenken" aus einfachsten Mitteln (teils recht kunstvoll!) gefertigt wurden, ....  - links eine Skulptur, aus einem großen Granatsplitter und diversen religiösen "Devotionalien" hergestellt   - daneben die (natürlich entschärfte!) Granate eines französischen Geschützes  - im Hintergrund die Kartusche einer "Haubitze", auf der ein aus Blei gefertigtes "Wappen" befestigt wurde - rechts daneben diese reich verzierte Kartusche eines französischen Geschützes  - ganz rechts ein aus Teilen diverser Granaten gefertigter Kerzenständer  - links davor ein aus einer halbierten Handgranate gefertigter Aschenbecher (darin diverse Granatsplitter) - sowie liegend ein Brieföffner, dessen Griff aus einem Granatsplitter besteht, - ein Armreif, gefertigt aus dem "Kupfer-Führungsband" einer Artilleriegranate - eine tausendfach geprägte und ausgegebene zeitgenössische Medaille mit der Aufschrift "Gold gab ich für Eisen" - und im Vordergrund einen eisernen  Fingerring mit der Aufschrift "Vaterlandsdank 1914" (damals sehr häufig als "patriotische Handlung" im Tausch gegen einen echten Gold ring als "Dank des Kaisers" erhalten ausgegeben). Auf diesem Bild siehst Du links ein Relief der "Heiligen Barbara" ("Schutzheilige" der Artilleristen, Feuerwehr und Taschendiebe), .... .... und an der Wand meines "Refugiums" hängend drei Dolche, die zu Zeiten der "Nazis" zu deren militärischen "Ausgehuniformen" getragen wurden, ....  - oben "Luftwaffe" - in der Mitte "Marine" - unten "Heer".  Diese drei Dolche aus der Zeit des II. Weltkrieges tragen zwar das in der deutschen Öffentlichkeit( und nur dort! ) streng  verbotene sogenannte "Hakenkreuz", .... .... aber ich lege in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, dass ich die damaligen "Nazis" und unsere heutigen "Neo-Nazis" hasse wie die Beulenpest! Von ursprünglich ca. 80 voll funktionsfähigen Flinten, Büchsen, Pistolen und Revolvern besitze ich heute nur noch drei mir besonders "vertraute" Schusswaffen - die in sogenannte "Deko-Waffen" umgebaut wurden: Dazu gehört dieses ursprünglich in der BRD entwickelte und gefertigte Sturmgewehr des Typs "G3", mit dem ich 1970 als junger Soldat ausgestattet wurde und das dann drei Jahrzehnte lang (neben einer Pistole) mein "treuer Begleiter" war. Außerdem gehörte ein derartiges Maschinengewehr stets zur Ausstattung meines bei Gefechtsübungen genutzten Dienst-Kfz (wahlweise ein Schützenpanzer oder ein geländegängiger PKW) Dieses "Sturmgewehr" des ursprünglich in der UdSSR gefertigten Typs "AK47" wäre eines meiner beliebtesten "Beutewaffen" geworden - es wurde weltweit (u.a. auch in der ostdeutschen "NVA" eingesetzt - und es handelt sich dabei um ein aus meiner Sicht ausgezeichnete  militärische "Handwaffe". So viel erst einmal zum Thema "Sammelleidenschaften". Es gibt eine Vielzahl anderer Sammlungen, die ich im Laufe meines Lebens als willkommene Freizeitbeschäftigung angelegt und gepflegt habe. Buddy .
17:08 Uhr
2026.02.24
. Hallo Jürgen Eine alte und hinlänglich bekannte "Volksweisheit" besagt, dass "Homo Sapiens" von Natur aus (und in erster Linie) nicht nur ein "Jäger", sondern auch ein "Sammler" ist. Die meisten unserer Zeitgenossen sind offenbar längst über derartige " Urtriebe " hinweg .... ich nicht! Wie Du schon weißt, habe ich in der Vergangenheit intensiv die Jagd ausgeübt - und dabei zahllose Tiere einer "artgerechten" Ernährung zugeführt ....zugegeben, ein besonders zwiespältiges Thema, das ich deshalb  nur auf Wunsch  vertiefen würde. Näher eingehen möchte ich aber auf das alternative Thema " Sammeln ".  Schon als Kind hatte ich Interesse, bunte Bierdeckel und Streichholzschachteln  zu sammeln - außerdem sammelte ich eine beträchtliche Anzahl von Münzen  unserer Nachbarländer, die bei Rückkehr von einem Aufenthaltes an der Grenze nicht in "D-Mark" zurückgetauscht wurden .... .... und natürlich (wie damals absolut üblich) Briefmarken . Später (als Jugendlicher) erwarb ich dann  Orden , Ehrenzeichen , Militaria ( Uniformen , militärische Helme ) sowie Blankwaffen ( Säbe l, Dolche , Bajonette und Kampfmesser ). Besonderes Interesse galt aber der (An-)Sammlung von Schusswaffen  aller Art - bereits im "zarten Alter" von 12 Jahren besaß ich meine erste "scharfe" Pistole, eine 7,65er "Walther PPK", die einst einem Wehrmachtsoffizier gehört hatte, die sein Sohn in einem Versteck des Vaters gefunden und dann an mich "verhökert" hatte. Munition  aller Art gehörte ebenso zu meiner "Beute". " Mineralien " aller Art gehörten ebenfalls dazu - und sie faszinieren mich noch heute! Außerdem wurden die Wände meines "Kinderzimmers" zunehmend mit Tierpräparaten  und "Kuriositäten" ( menschlicher Schäde l, brasilianischer " Schrumpfkopf " etc.) vollgehängt. Heute sammle ich lieber Bücher , wertvolle Gläser ,  aus Zinn oder Messing gefertigtes Geschirr  oder Skulpturen  sowie Bilder. Viele meiner Mitmenschen betrachten das als ein "harmlose Form des Schwachsinns" - ich kann mit derartiger Kritik problemlos leben! "Buddy" .
16:58 Uhr
Guten Abend Buddy, ein Brief zum Thema Frankreich ist noch in Arbeit ... Zu deinen Sammlerobjekten ... Hast Du die alle in deiner Wohnung? Gruß Jürgen  Brief folgt ;-)
20:34 Uhr
H allo Buddy, die Unterscheidung zwischen „Jäger“ und „Sammler“ ist ja tatsächlich tief im Menschen verankert. Manche leben es aus, andere sublimieren es – du hast es offenbar immer sehr bewusst getan. Zum Thema Jagd: Ich finde, eine gute Forstwirtschaft sorgt für einen gesunden Wald. Und ein gesunder Wald braucht ebenso einen ausgewogenen Tierbestand. Wenn Förster und Jäger verantwortungsvoll handeln und Schonzeiten respektieren, ist das für mich vollkommen in Ordnung. Das ist für mich eher Regulierung als „Trophäen-Denken“. Beim Sammeln bin ich einen anderen Weg gegangen. Ich habe mich bewusst gegen größere Sammlungen entschieden – schlicht, weil ich viel unterwegs war und vermutlich auch weiterhin beweglich bleiben möchte. Wer Platz und Zeit hat, kann sammeln. Wer mobil bleiben will, sammelt eher Erfahrungen als Gegenstände. Und was das „Schwachsinn“-Argument betrifft: Andere verbringen Stunden vor Spielautomaten, trinken sich regelmäßig die Sinne weg oder sitzen täglich stundenlang vor dem Fernseher. Dagegen erscheint mir ein bewusstes, ausgewähltes Sammeln fast schon kultiviert. Bei dir merkt man, dass du auswählst, dass es Prinzip hat. Du freust dich daran, du kennst die Geschichte deiner Stücke. Das ist etwas anderes als bloßes Horten. Mein Bruder ist da das Gegenbeispiel. Er hat nie etwas weggeworfen – und zusätzlich noch gesammelt. In seiner Wohnung konnte man sich nur auf einem schmalen Pfad vom Korridor zur Küche, zum Bad und zum Bett bewegen. Alles andere war vollgestellt und gestapelt. Kein freier Tisch, kein Stuhl, kein Überblick. Vor allem aber: Er hat die Dinge nie wieder angesehen. Nur gestapelt und aufgehoben. 15 Laptops, 30 Festplatten, zahllose technische Geräte – die meisten längst defekt. Er ist 67. System gab es keines. Das ist für mich der Unterschied: Sammeln mit System und Freude – oder Horten ohne Struktur und ohne Wiederbegegnung. Du scheinst zur ersten Kategorie zu gehören. Viele Grüße Jürgen
21:33 Uhr
2026.02.25
. Hallo Jürgen  Im Anhang mal ein kurzer Video-Spot zu Deiner Aufheiterung! "Buddy" .
15:24 Uhr
. Hallo Jürgen Die zahllosen Themen, die wir "Oldies" später mal aufgreifen und vertiefen können, werden sich vermutlich eher zufällig aus unseren zuvor angesprochenen Lebenserfahrungen ergeben. Es ist deshalb nicht einfach für mich, vorherzusehen, was Dich eventuell interessieren, langweilen oder gar abstoßen würde - und bei welchen Themen ich eventuell ungewollt und unzweckmäßiger Weise "sehr dünnes Eis" betreten würde. Ich habe mir in der Vergangenheit schon so manch einen Mailkontakt "versaut", indem ich mich beispielsweise sehr offen bezüglich meiner ganz persönlichen Einstellung zu "Religion" oder "Politik" geäußert hatte .... ich kann nun mal nicht meine Klappe halten, wenn ich gelegentlich "ganz anderer Meinung" bin. Du solltest wissen, dass mich der sogenannte "Mainstream" noch nie interessiert hat - und dass ich die Meinung meiner Mitmenschen zwar geduldig zur Kenntnis nehme, aber keineswegs immer bereitwillig teile. Ich war schon immer gerne "etwas anders als die Anderen" - und ich habe bei Diskussionen immer wieder bereitwillig die Rolle des "Advocatus Diaboli" eingenommen - um dann "allein gegen alle" die Diskussionsteilnehmer in Wallung zu bringen .... mein Ding! Einige Besonderheiten: Ich habe schon als kleines Bübchen keine Schokolade und sonstigen Süßigkeiten geschätzt. Wer mich kannte und mochte, der brachte mir lieber eine Frikadelle, einen Rollmops oder ein Stück Obst mit.  Ich habe auch nie in meinem Leben "Bier" gemocht - der herbe Geschmack des Hopfens war und ist mir absolut zuwide!. Andere (insbesondere hochprozentige) "Alkoholika" sind ebenfalls absolut nicht mein Ding.  Natürlich sehe ich mich in Gesellschaft immer wieder mal gezwungen, aus irgendeinem Grund mit "anzustoßen".... das bringt mich nicht etwa um .... aber ein gutes Mineralwasser ist mir sehr viel lieber als jedes noch so "kostbare" alkoholische Getränk. Ich hatte mich im Laufe meines Lebens jahrzehntelang in Kreisen von Soldaten und von Jägern bewegt - also in Personengruppen, die nicht gerade dafür bekannt sind, dass sie "ins Glas zu spucken" ... aber ich wurde als "Nichtalkoholiker" klaglos  akzeptiert. Entschuldige bitte, aber ich bin mal wieder vom eigentlichen Thema abgeschweift. Hier also mal einige mögliche  (?) Themenbereiche, die mir spontan einfallen: Ausflugsziele / Urlaubsreisen heimische Natur (Fauna, Flora, Biotope) schönes Wohnen ehrenamtliche Tätigkeiten Tagesablauf im Ruhestand Fitness im Alter Impressionen Leipzig Geschichte Deutschlands aktuelle Nachrichten / Tagespolitik Flüchtlingspolitik Begegnungen mit außergewöhnlichen Mitmenschen Technikmuseen Jagdausübung Essgewohnheiten Musikgeschmack Deine ergänzenden / abweichenden Themenvorschläge sind ausdrücklich erwünscht! "Buddy" .
15:42 Uhr
2026.02.26
Hallo Buddy soso, das gefällt dir? OK. mir auch.  besonders das Baby-Lachen hinterher :-)
12:05 Uhr
2026.02.28
Hallo Buddy, du wartest sicher schon länger auf eine Antwort. Ich hatte vor zwei Tagen damit angefangen und wollte noch einmal darüber schlafen. Am Tag darauf – also gestern – war die Festplatte wieder nicht zu erreichen. Das ist sehr ärgerlich, weil ich jetzt alles noch einmal neu schreiben muss. Ich würde mich glücklich schätzen, jemanden zu finden, mit dem ich über alle Themen sprechen kann. Wichtig ist mir: Ich möchte niemanden missionieren und auch von niemandem missioniert werden. Wenn mir ein Thema nicht zusagt, sage ich das. Es kann auch sein, dass ich noch eine Begründung liefere, weshalb es für mich nicht interessant ist. Wenn das akzeptiert wird, habe ich kein Problem damit. Dasselbe Recht hast du natürlich auch: alles anzusprechen – und Themen, über die du nicht sprechen möchtest, aus welchem Grund auch immer, abzulehnen beziehungsweise die Diskussion darüber zu beenden. Nehmen wir ein Beispiel: Die Erde ist eine Kugel oder flach. Variante 1: Du sagst mir, ich möchte über dieses Thema überhaupt nicht diskutieren, das ist mir zu blöd. Variante 2: Du sagst, über dieses Thema habe ich schon lange gesprochen, ich habe aus dem und dem Grund diese Meinung – und das ist gut so. Beide Varianten würde ich selbstverständlich akzeptieren, wobei mir Variante 2 etwas lieber wäre, damit ich einen Anhaltspunkt habe und dich besser verstehe – unabhängig davon, ob ich zustimme oder nicht. Variante 3: Wir lassen uns auf das Gespräch ein. Mein Ziel wäre herauszufinden, was aus deiner Sicht für oder gegen eine Kugel und was für oder gegen eine flache Erde spricht. Stichwort: Rolle des „Advocatus Diaboli“. Einfach Ideen austauschen. Im konkreten Fall würde ich anstreben, herauszufinden, wie man das eine oder andere mit unseren Mitteln beweisen könnte. Der einzig wirklich sichere Beweis wäre wohl, wenn ich selbst mit einer Rakete in den Weltraum fliege und mir das von oben anschaue. Alles andere kann theoretisch ein Fake sein. Da die Wahrscheinlichkeit recht gering ist, dass wir noch in den Weltraum fliegen, werden wir vermutlich zu keinem endgültigen Ergebnis kommen. Wichtig ist: Ich erwarte nicht, dass du meine Meinung teilst. Im Kindergarten habe ich gerne mit Holzklötzen Türme gebaut. Auf Höhe der fünften oder sechsten Reihe habe ich einen Stein quer gelegt – das war mein sogenannter Trittstein. Dann habe ich den Turm so hoch gebaut, wie es ging oder wie die Steine gereicht haben. Und dann bin ich auf den Trittstein getreten und habe mich riesig gefreut, wenn alles zusammengekracht ist. Danach habe ich neu gebaut. Ich betrachte mein Leben oft auch als einen Turmbau: Stein für Stein, Ebene für Ebene. Mein Turm ist inzwischen ziemlich hoch. 2007 war ich das erste Mal längere Zeit ohne Festanstellung, weil ich mir die Kniescheibe gebrochen hatte. Das Arbeitslosengeld habe ich über zwei Jahre gestreckt, Spanisch gelernt und in der Dominikanischen Republik meine Frau kennengelernt. Und was macht man, wenn man unter Palmen in der Hängematte liegt, mit einem Laptop auf dem Bauch und einer guten Internetverbindung? Man schaut YouTube-Videos. Und dann stolpert man über Inhalte, bei denen man denkt: Was ist hier los? Zwei Häuser stürzen ein und es bleibt kaum Schutt, sondern zwei tiefe Gruben. Ein drittes Hochhaus mit Stahlskelett stürzt in Fallgeschwindigkeit wegen eines Bürobrands ein. Die Mondlandefähre wirkt wie aus einem Hobbykeller mit Goldfolie. Aus Langeweile schaut man ein Video nach dem anderen. Aus heutiger Sicht sage ich: Irgendwer hat 2007 in meinen Lebensturm einen Trittstein eingebaut – und ich bin aus Versehen darauf getreten. Alles stürzte ein. Heute habe ich das Gefühl, dass wahrscheinlich vieles nicht so ist, wie es scheint. Es geht tief zurück in die Vergangenheit, und etliches dreht sich um. Darüber würde ich gerne mit jemandem sprechen beziehungsweise schreiben. Zu deinen Themenvorschlägen stehe ich grundsätzlich positiv. In Bezug auf deine Frankreich-Geschichte ist bei mir nicht viel hängen geblieben. Wir waren damals mit Frau und Tochter in Paris, hatten das Firmenfahrzeug, das ich auch privat nutzen durfte, am Straßenrand geparkt – in einer Einbahnstraße auf der linken Seite. Der Seitenspiegel auf der Fahrerseite zeigte also zum Gehweg. Als wir nach ein paar Stunden zurückkamen, war der Spiegel eingetreten. Und Paris ohne linken Seitenspiegel war kein Vergnügen. Die Metro war ziemlich dreckig. Dass wir Notre Dame und den Eiffelturm besucht haben, hatte ich dir, glaube ich, schon geschrieben. Auf der Champs-Élysées haben wir etliche Geschäfte angeschaut – meine Welt ist das nicht. Ich weiß gar nicht mehr, ob wir mehrere Tage dort waren und in einem der Hotels, wie du es beschrieben hast, übernachtet haben. Insgesamt schaue ich mir lieber Filme an, die in Paris spielen, oder Fotografien. Mehr bleibt bei mir zu Paris nicht hängen. Später sind wir noch einmal mit dem Wohnmobil durch Frankreich gefahren – aber das erzähle ich dir in einem anderen Zusammenhang. Das passt besser zu unserer Spanien-Reise. Dass dich der Mainstream nicht interessiert, finde ich gut. Seit 2007 habe ich keinen Fernseher mehr und schaue oder höre auch keine Nachrichten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Allein die Auswahl der Themen sagt mir schon viel. Und dass man dann noch erfährt, was man zu denken hat – das brauche ich nicht. Du magst keine Schokolade – okay. Die Dominikanische Republik ist bekannt für Kakao- und Kaffeeplantagen. Deshalb gibt es bei uns Kakao und Kaffee ungezuckert – nicht in Mengen, aber täglich. Gestern Abend hat mir mein Vater ein halbes Hähnchen mit einem Bier spendiert. Ich kaufe fast nie Alkohol. Aber ab und zu trinke ich zum Essen ein Glas Wein oder Bier. Ich genieße es wegen des Geschmacks, nicht wegen der Wirkung. So, jetzt schicke ich es lieber gleich ab, bevor wieder etwas schief geht. Ein schönes Wochenende wünscht dir Jürgen
17:20 Uhr
2026.03.01
. Hallo Jürgen Hier zunächst ein paar kurze Anmerkungen zu Deiner freundlichen Mail: Problem mit der EDV habe ich gelegentlich auch - und ich werde dann meist zur "hilflosen Person. Aber meine Moni hat sich sehr intensiv mit diesem Thema ("EDV")  beschäftigt - und sie kann mir deshalb meist helfen. Ich selbst bin zu wenig interessiert und deshalb ehrlich gesagt zu faul, mich selbst ein wenig intensiver diesbezüglich weiterzubilden. Einen sogenannten "Kindergarten" habe ich in meinem Leben nur einen einzigen Tag lang besucht - und ich fand es dort entsetzlich langweilig. Mein Vater hat mich dann auf Wunsch "begnadigt" - gut so! "YouTube-Videos" interessieren mich absolut nicht. Zweifel an sogenannten "Realitäten" habe ich eher selten - und ich gehe der "Sache" dann durch Gespräche mit meinen Mitmenschen oder alternativ durch "Studium" in der Literatur oder auch im Internet auf den Grund. Die Geschäfte im Bereich des Pariser "Champs-Elysee" habe ich seinerzeit als unendlich langweilig empfunden, "Notre Dame" habe ich nur von außen gesehen - alle "sakralen" Gebäude langweilen mich nun mal. Du nutzt keinen Fernseher? Ich interessiere mich täglich für "Nachrichten" und gelegentlich für "Talkrunden" und Dokumentationen. Spielfilme und sogenannte "Unterhaltungssendungen" interessieren mich hingegen so gut wie gar nicht. Kaffee genieße ich zweimal täglich - eine Tasse morgens "zum Wachwerden" und eine weitere Tasse nachmittags im Anschluss an einen erholsamen "Mittagsschlaf" - jeweils mit Zucker und Kaffeesahne "verfeinert". Kakao (insbesondere warm) mag ich ebenfalls, den trinke ich aber nur selten. Wein, Bier und insbesondere "sonstige Alkoholika" meide ich, so gut es geht. Früher ließ ich mich "in Gesellschaft" dazu nötigen, wenigstens an einem Glas lustlos zu nippen - heute (im hohen Alter) bin ich darüber "erhaben" und sage einfach nur "Nein, danke!". Betrunken war ich noch nie! Ein Glas (hochwertigen) Mineralwassers ist mir stets sehr viel lieber - Mitmenschen, die mich kennen und schätzen, wissen das. Genug geplaudert. In einer folgenden Mail möchte ich Dir erläutern, wie mein ereignisreiches und erfülltes Leben nach dem Ende meines Berufslebens (im "zarten Alter" von nur 51 Jahren) weiterging. "Buddy" .
10:50 Uhr
. Hallo Jürgen Es könnte sein, dass meine bisherigen Ausführungen bei Dir den Eindruck erweckte haben, dass ich sozusagen als ein "Glückskind" zur Welt gekommen bin - und dass das sogenannte "Schicksal" (was auch immer das sein mag?) mir stets Kummer und Sorgen erspart hat - dem ist aber leider nicht so! Ich möchte Dir deshalb "vertraulich" aus einer sehr speziellen und arg belastenden Phase meines Lebens berichten:  Zum Thema Betreuung und Pflege meiner erkrankten ersten  Ehefrau "Angelika" sei vorab gesagt: Ihr viel zu früher Tod im Alter von nur 56 Jahren hat dieses  insgesamt etwa 30-jährige Kapitel in meinem Leben im Jahr 2006 überaus brutal und endgültig geschlossen.  Ich selbst bin seinerzeit sehr traurig,  aber völlig ungebrochen (und deshalb " gefestigt ") aus dieser dunklen und überaus entbehrungsreichen Phase meines Lebens hervorgegangen. Das war geschehen: Bereits in den 1990-ern  hatte meine "Angelika" erste Anzeichen einer weltweit sehr seltenen  und deshalb leider weitgehend unerforschten  Krankheizt gezeigt (das sogenannten "Evans-Syndrom"), es war eine Auto-Immunerkrankung mit blutkrebsähnlichen (aber nicht identischen!) Symptomen, eine unheilbare  und früher oder später tödlich verlaufende  Krankheit. Da sie sich seinerzeit in dem durch uns angemieteten Reihenhaus und "ihrem Gärtchen"  hinter dem Haus besonders wohl  fühlte - und weil meine Karriereaussichten aufgrund der Dir bereits bekannten drastischen Reduzierung meiner Waffengattung "Artillerie" nun völlig nebensächlich (um nicht zu sagen "unbedeutend") geworden waren, verzichtete ich ab sofort auf jede weitere  Förderung und  Beförderung, .... .... um so 12 Jahre lang  (bis zum absehbaren "Ende" meiner Dienstzeit) auf meinem dortigen "Dienstposten" als "Major" verbleiben zu dürfen. Ende 2002  ging ich dann vorzeitig (wie Du ja auch schon weißt finanziell sehr gut  "versorgt") in den vorzeitigen Ruhestand. Es folgten (leider nur noch ) zwei wundervolle Jahre, die ich mit meiner Angelika gemeinsam in vollen Zügen genießen durfte. Im Februar 2005  kam es, wie es  leider kommen musste:   Angelika erlitt eine Lungenentzündung, der ihr bereits stark geschädigtes Immunsystem nichts mehr  entgegensetzen konnte. Nach nur wenigen Tagen  auf der Intensivstation eines örtlichen Krankenhauses erlitt sie nachts einen Herz- und Atemstillstand. Die sofort durch den anwesenden Chefarzt der Anästhesie erfolgte "Reanimation" dauerte leider viel zu lange (ca. 45 Minuten!) ... dadurch erlitt sie aufgrund unzureichender Blutzufuhr und einer viel zu geringen Sauerstoffversorgung sogenannte "hypoxische Hirnschäden", die leider zu einem  sogenannten Wachkoma" führten. Obwohl sie unverzüglich in eine entsprechend hoch qualifizierte Spezialklinik  verbracht wurde, wachte sie nie wieder  aus diesem erbärmlichen Zustand des Wachkomas auf.   Nach zwei Monaten galt sie als "austherapiert" - und der dortige Chefarzt (ein Professor) fragte mich "unter vier Augen", dass er nun alle lebenserhaltenden Maßnahmen beenden wolle und sie dann "einschlafen" würde. Ich versicherte ihm glaubwürdig (und noch immer "unter vier Augen"!), dass er  sie in dem  Fall nur um wenige Stunden überleben würde. Er gewährte meiner Frau daraufhin noch zwei weitere Wochen  in seiner Klinik, damit ich mich entweder um ein sehr spezielles und ebenso seltenes wie kostspieliges Pflegeheim (ca. 5.000 EUR monatlich!) zu kümmern - oder alternativ daheim  ein "Pflegezimmer" einrichten zu können.  Für diese zweite Variante  entschied ich mich, da ich ja inzwischen beruflich völlig ungebunden  war. Der Professor ordnete dann ("zähneknirschend" und abschließend)  an, dass sein  Pflegepersonal mich in einem zweiwöchigen "Crash-Kurs" so gut wie irgend möglich in der sehr speziellen Pflege meiner Frau ausbilden solle - was dann auch (überwiegend nachts ! )   in jener Klinik geschah, weil das dortige Pflegepersonal dafür tagsüber zu wenig Zeit fand. Für mich als einem "nachtaktiven" Menschen war das kein erwähnenswertes Problem. Als dann genau zwei Wochen später meine Frau ohne weitere Rücksprache daheim quasi "angeliefert" wurde, hatte ich ein besonders schönes Zimmer im Obergeschoss unserer Wohnung mit tatkräftiger Unterstützung meiner ältesten Tochter und ihres Mannes als ein "Pflegezimmer" eingerichtet - und mit der erforderlichen umfangreichen "Technik" ausstatten lassen ... meine entsprechenden Investitionen beliefen sich auf mehr als 20.000 EUR! Von nun an (also April 2005) betreute und pflegte ich Angelika ununterbrochen - "rund um die Uhr" - ich schenkte ihr 10.000 Stunden meines Lebens!   Da bei allen Wachkomapatienten ständige Erstickungsgefahr durch Aspirationsprobleme besteht und sie deshalb "absaugpflichtig" sind, war meine 24- Stunden-Präsenz unerlässlich .  Nur stundenweise wurde ich gelegentlich durch unsere älteste Tochter "Tanja" vertreten, die ich entsprechend "angelernt" hatte. Ich konnte so beispielsweise notwendige Bankgeschäfte  und Behörden angelegenheiten regeln, Einkäufe  tätigen - oder an monatlich einmaligen Zusammen- künften einer regionalen "Selbsthilfegruppe " teilnehmen - das  waren wahre  Experten in Sachen "Wachkoma"!   Ich konnte so auch ganz einfach mal ein bis zwei Stunden in meinem Jagdrevier verbringen .... mehr "Auszeit" ging nicht - insgesamt 14 Monate lang! Im Juni 2006  musste ich dann leider aufgrund ihrer "vernichtend" schlecht gewordener Blutwerte zähneknirschend  zulassen, dass meine Angelika erneut in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert wurde. Dort erlitt sie bereits nach nur zwei Tagen  erneut eine Lungenentzündung - und sie starb noch am Tag dieser Diagnose  gegen Mitternacht. Während der 14-monatigen Pflegezeit  wurde ich unterstützt durch Ergo- und Physiotherapeuten (je 2 x wöchentlich 30 Minuten lang) sowie durch einen Logopäden 1 x wöchentlich mit gleichem Zeitansatz. Unser "Hausarzt" kam nur dreimal in 14 Monaten  .... alles andere, insbesondere eine Unzahl von Verordnungen erledigte wir telefonisch.  Blut (zur Kontrolle) wurde meiner Frau monatlich  daheim durch seine Assistentin abgenommen. Zweimal wöchentlich  nahm ich außerdem die Dienste eines mobilen "Pflegedienstes" in Anspruch, aber eigentlich nur, um ggf. bei eventuell auftretenden und mir noch unbekannten Problemen eine fachkundige Beratung zu erhalten. Etwa 15 unterschiedliche Medikamente verabreichte ich täglich selbst, darunter auch subkutane und intramuskuläre Injektionen.  Wenn ich mal im Haus  unterwegs war, um z.B. im Keller Wäsche zu waschen, im Erdgeschoss in der Küche zu kochen oder ich mich evtl. im Bad aufzuhalten, dann war ich stets ununterbrochen per  Funk mit meiner Frau verbunden, um ihr bei plötzlich auftretenden "Aspirationsproblemen" sofort zur Hilfe zu eilen.  Ansonsten hatte ich mich mit meinem eigenen Bett und Schreibtisch in ihrem Pflegezimmer  so eingerichtet, dass ich quasi ständig an ihrer Seite war. Kontakte "nach außen" hielt ich zunächst nur telefonisch - doch dann entdeckte ich erstmalig  die Vorzüge des Internets  als "Fenster zur Welt". Ich erwarb nun eine entsprechend "internetfähige" PC-Ausstattung und ließ eine leistungsstarke DSL-Verbindung installieren, eine großartige Sache!  So konnte ich dann auch meine Tätigkeit als "ehrenamtlicher Geschäftsführer" einer in meiner Geburtsstadt ansässigen "GbR" (familiäre " G esellschaft b ürgerlichen R echtes") aufrechterhalten. Diese insgesamt sechzehnmonatige Erkrankung und Pflege meiner ersten Frau kostete unsere privaten  Krankenversicherung, der gesetzlichen  Pflegeversicherung und der "Beihilfestelle" der Bundeswehr  insgesamt nicht weniger als etwa 170.000 EUR ... mir  war es das wert! Da sich damals nahezu alle meine vorherigen "Kontaktpersonen" (aufgrund deren Hilflosigkeit?) zurückgezogen hatten, war ich nach dem Tod meiner Angelika zunächst einmal sehr einsam, aber auch "frei". Ich habe deshalb bewusst keinerlei Versuche unternommen, längst "eingeschlafene" Kontakte wiederzubeleben - alle Beteiligten (einschließlich vieler Familienangehörige) waren mir völlig egal  geworden! Ich beschloss deshalb nur wenige Monate später , mal wieder einen gründlichen "Schlussstrich" unter mein bisheriges Leben zu ziehen - und deshalb zusammen mit einer interessierten neuen weiblichen Internetbekanntschaft nach Andalusien (südliches Spanien, dort Atlantikküste) auszuwandern ... und ich fing sogar schon fleißig an, meinen Haushalt nach und nach aufzulösen und meine diversen, teilweise sehr umfangreichen Sammlungen deutlich zu reduzieren, .... .... doch dann kam mal wieder alles anders als geplant.   Buddy .
16:22 Uhr
2026.03.02
.                    Hallo Jürgen          Der Tod meiner ersten Frau "Angelika" kam nicht unerwartet, da sie nach mehr als einem Jahr nicht aus dem Koma          erwacht war.          Uta war tatsächlich eine prima umgestaltete "Transe", also ein ehemaliger Mann, nun aber scheinbar ein weiblich          erscheinendes "Wesen" - wirklich nicht mein Ding!  Unsere "Beziehung" war damit schlagartig beendet! .
17:31 Uhr
2026.03.04
Hallo Buddy, zunächst danke für deine Offenheit. Was du über die Pflege deiner Angelika geschrieben hast, ist nichts, was man „einfach so“ liest. 10.000 Stunden – das ist keine Floskel, das ist Hingabe. Unabhängig von allen weltanschaulichen Fragen: Diese Verbundenheit hat Spuren hinterlassen. Ich bin inzwischen der Auffassung, dass der Geist in irgendeiner Form weiterlebt – und dass eine so intensive Begleitung für beide Seiten Bedeutung hat, auch über das Sichtbare hinaus. Meine Mutter ist mit 58 Jahren an Blutkrebs gestorben – genau am 30. Geburtstag meiner Schwester, am 21. Juni. Seitdem ist dieser Tag für uns immer doppelt belegt: Sommeranfang, Geburtstag – und Todestag. Mein Vater hat sie über zwei Jahre durch die Chemotherapie begleitet und gepflegt. Wir Kinder haben vieles gar nicht richtig mitbekommen, weil wir unser eigenes Leben hatten – und weil meine Mutter zu stolz war, Schwäche zu zeigen.  Seit dem Tod meiner Mutter habe ich ein anderes Verhältnis zur Medizin und auch zu ‚offiziellen‘ Erzählungen. Ich habe über die Jahre zu oft erlebt, dass Dinge lange als sicher galten – und später korrigiert wurden. Ich will damit nicht behaupten, ich hätte die Wahrheit gepachtet. Aber ich bin skeptischer geworden und prüfe mehr. Bei Krebstherapien empfinde ich das besonders: Man hofft, man vertraut, man entscheidet – und im Nachhinein bleibt oft die Frage: War das wirklich der beste Weg für genau diesen Menschen? Zu einem ganz anderen Thema – Nachrichten. Wenn ich einschalte, höre ich fast täglich Variationen derselben Muster: die bösen Russen, die heldenhaften Ukrainer, die EU plant irgendetwas, der „Friedenspräsident“ Trump, der menschengemachte Klimawandel, das böse CO₂, islamistische Terroristen, Krypto nur für Geldwäsche. Irgendeines dieser Themen ist garantiert immer dabei – und da bin ich raus. Das tue ich mir nicht an. YouTube nutze ich anders. Dort weiß ich von vornherein: Alles kann manipuliert sein. Also muss ich mitdenken, vergleichen, querlesen. Das empfinde ich als Training. Außerdem kann man Jahre zurückgehen und schauen, wer wann was gesagt oder prognostiziert hat. Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass ich finde, du solltest keine Nachrichten mehr schauen und nur noch YouTube konsumieren. Im Gegenteil – gerade der Austausch unterschiedlicher Informationsquellen macht Gespräche interessant. Angesichts deiner – wenn ich richtig rechne – rund 35 Jahre bei der Armee bin ich tatsächlich neugierig: Wie schätzt du das Verhältnis Ukraine–Russland ein? Konkret: Wie siehst du die mittelfristigen Aussichten für Russland und für die Ukraine? Mich würde deine Einschätzung interessieren – und danach würde ich meine schildern. Und dann warten wir einfach zwei oder drei Jahre und schauen, was daraus geworden ist. Ohne Rechthaben-Wollen, eher als gedankliches Experiment. Zur EDV: Ich gelte zwar als „Profi“, aber es gibt Tage, da möchte ich das Gerät am liebsten aus dem Fenster werfen. Insofern sind wir da vielleicht gar nicht so weit auseinander 😉Heute hatte ich mal wieder eines dieser frustrierenden Technik-Erlebnisse. Ich wollte an einem Bild rechts und links einen sauberen Übergang zum Hintergrund machen – eigentlich eine Kleinigkeit. Canva wäre dafür das richtige Tool. Aber die Funktionen sind so versteckt, so verschachtelt, dass ich es selbst mit Hilfe von zwei KI-Systemen nicht geschafft habe, das Bild so zu bearbeiten, wie ich wollte. Das Problem ist: Programme bekommen immer mehr Funktionen, werden ständig umgebaut – und die Bedienung ändert sich dauernd. Das kenne ich ja seit Jahrzehnten von Windows. Eine richtige Hassliebe. Seit 1995 arbeite ich mit Windows (angefangen bei 3.1), und bei gefühlt jedem größeren Update wandern Funktionen von einem Reiter zum nächsten. Man hat sich eingearbeitet – und zwei Versionen später ist alles anders. Ich war ja mal zwei Jahre komplett bei Linux. Dort ändert sich nicht ständig alles, Updates gehen schnell und ohne Neustart – etwas, das Windows seit 30 Jahren nicht wirklich elegant hinbekommt. Manchmal beneide ich einen Tischler. Ein Hobel hat sich in den letzten zig Jahren kaum verändert. Vielleicht anderes Material, vielleicht ergonomischer – aber ein Hobel ist immer noch ein Hobel. Computer und Programme sind für mich Werkzeuge. Und Werkzeuge müssen nicht dauernd neu erfunden werden. Es darf neue geben – aber die alten sollten so bleiben, wie sie funktioniert haben. Man kauft sich ein Programm, arbeitet sich ein – und zwei oder drei Generationen später ist es nicht mehr nutzbar, obwohl es immer noch genau das tut, was man braucht. Meine Schwester ist gerade richtig betrübt: Ihre Spiele, die unter Windows 8 liefen, funktionieren auf dem neuen Rechner nicht mehr. Ihr MS Surface ist kaputt – sie hätte 200 € für eine Reparatur bezahlt, aber es gibt keine Ersatzteile mehr. Das ist genau diese Wegwerf-Logik, die mich ärgert. Also ja – manchmal wünsche ich mir, Technik würde sich ein bisschen wie ein Hobel benehmen. Zum Thema Kindergarten: Meine Mutter war gelernte Kindergärtnerin – ich war in ihrer Gruppe. Mein Vater war viele Jahre Lehrer. Vertretungsweise hatte ich sogar Unterricht bei ihm, unter anderem in Zeichnen und Geschichte. Meine Schwester ist Lehrerin für Geographie und Geschichte. Wir haben einmal über die Zukunft des Lehrerberufs gesprochen. Sie war überzeugt, dass Lehrer auch im KI-Zeitalter unverzichtbar bleiben. Ich habe ihr nicht gesagt, dass ich das heutige Schulsystem grundsätzlich anders sehe. Es war nie darauf ausgelegt, selbstständig denkende Kinder hervorzubringen. Und schon das Wort „erziehen“ ist schwierig – Gras wächst schließlich auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Was Paris betrifft: Bei den Geschäften auf der Champs-Élysées stimme ich dir zu – langweilig. Wenn ich mit meiner Frau in Dresden im Zentrum bin, schlendert sie durch die Läden, und ich sitze bei Hugendubel zwischen den Bücherregalen. Nach zwei oder drei Stunden treffen wir uns wieder – beide zufrieden. Jeder hat gemacht, was ihm Freude bereitet. Deine „Brautschau“-Episode ist übrigens filmreif. Dass deine drei Töchter dich so aktiv verkuppeln wollten, hat Charme. Und die Episode mit „Uta“ wirst du sicher nicht vergessen. Umso schöner, dass es mit Monika so gut passt. Ich selbst bin mit meiner dritten Frau sehr glücklich. Am 12. März fahre ich mit meiner zweiten Frau von Dresden aus zu meinem jüngsten Sohn nach Hüfingen – das ist ja doch ein Stück. Mein Jüngster hatte sich ursprünglich für die Offizierslaufbahn verpflichtet, erlitt dann aber einen schweren Motorradunfall und ist seitdem nicht mehr voll tauglich. Die Armee hat ihm immerhin noch das Studium finanziert. Heute ist er in der Wirtschaftsinformatik gelandet – und hat ein eigenes Haus gebaut, das ich bislang noch nicht gesehen habe. Darauf freue ich mich sehr. Man sieht: Unsere Lebenswege kreuzen sich immer wieder an unerwarteten Stellen. Viele Grüße Jürgen
17:02 Uhr
2026.03.05
. Hallo Jürgen Ich bin kein Experte für völkerrechtliche Entwicklungen - und ich bin bei entsprechenden Reportagen und Kommentaren in unseren sogenannten "öffentlich-rechtlichen Medien" gleichermaßen interessiert wie skeptisch. Die Ukraine hat nach dem Verfall und der Auflösung der ehemaligen "Sowjetunion" ihren Platz in Europa offenbar noch nicht gefunden. Sie tendiert zweifellos aufgrund ihrer geschichtlichen (Fehl-?)Entwicklung und ihrer Bevölkerung eindeutig in Richtung russischer Hegemonie - möchte sich aber mit Blick auf diverse (insbesondere wohl "wirtschaftliche") Vorteile gerne den westeuropäischen Ländern angliedern ..... wobei diese Bestrebungen dort mit verhaltener Begeisterung und einem gesunden Misstrauen gesehen und behandelt werden.   Die Zukunft der Ukraine ist meines Erachtens völlig offen! Zum Thema "Kindergarten" kann ich nicht viel beitragen. Meine erste (verstorbene) Ehefrau war Anfang der 70er Jahre (als ich sie kennenlernte) als eine sogenannte "Staatlich anerkannte Erzieherin" in Hamburg tätig, bei bis zu dreißig Kindern in der Gruppe ein anspruchsvoller und anstrengender Beruf, der meine Hochachtung verdient.  Aufgrund meines schon damals recht stattlichen Einkommens war sie dann nach der Geburt(1973) unserer ältesten Tochter nie wieder in diesem oder einem anderen Beruf tätig - sie genoss sehr bewusst ein Leben als "Hausfrau und Mutter".  Dass Dein Sohn einen schweren Motorradunfall hatte und deshalb beruflich eingeschränkt war tut mir aufrichtig leid. Ich habe in meiner militärischen Dienstzeit insgesamt zehn der mir unterstellten Soldaten mit "militärischen Ehren" beigesetzt. Acht von ihnen starben als Motorrad fahrer im öffentlichen Straßenverkehr - ausschließlich in ihrer Freizeit  - mehrere bei "gewagten" Überholvorgängen durch den Aufprall mit entgegenkommenden Kfz. Keiner meiner ( insgesamt  weit mehr als tausend) unterstellten Soldaten wurde " im Dienst " schwer verletzt oder gar getötet! Buddy .
09:20 Uhr
.   Hallo Jürgen hier mal zu Deiner Unterhaltung eine Anekdote aus der Zeit meines "bewegten" Berufslebens in unserer Armee: Ein besonders kurioses  Ereignis in meinem Leben war 1978 die Verleihung jenes jordanischen Ritterkreuzes  - und damit die "Erhebung" zu einem sogenannten "Ordensritter"!  Das alles geschah im Auftrag des damaligen und inzwischen verstorbenen jordanischen  Königs "Hussein".  Nun sollte man so etwas aus der zeitlichen Distanz heraus mal etwas sachlich  (um nicht zu sagen "amüsiert"!) bewerten:  So ein eindrucksvoller Orden wie ein "Ritterkreuz" ist genau betrachtet auch nur ein  kleines, hübsch geformtes Stück Metall - und die zugleich überreichte "Verleihungsurkunde" ist nichts als ein Stück sehr sorgfältig (in diesem Fall "arabisch" beschriftetes) Stück Papier. Es ist aber auch eine ganz besondere Ehre, die mir damals als ein Oberleutnant zuteilwurde .... "sowas" auf seinen Namen  besitzt eben nicht jeder! Deshalb bin ich darauf auch ein wenig stolz .... obwohl es eigentlich nicht  sonderlich "aufwendig" war, so einen Orden und Titel zu erwerben. Zur eigentlichen "Geschichte": In den 70-ern diente ich als junger Artillerieoffizier in einem besonderen  Bataillon der deutschen Bundeswehr, das so  materiell ausgestattet einmalig  in der bundesdeutschen Armee war. Wir waren mit insgesamt 18 (auch damals schon " historischen "!) Geschützen aus der Zeit des II. Weltkrieges ausgestattet, die sich aufgrund ihres relativ geringen Gewichtes ("nur" 2,5 Tonnen) und der relativ "handlichen" Munition (Granatgewicht "nur" 15 kg) insbesondere dazu eigneten, per Lufttransport mit Kampfzonentransportern oder Transporthubschraubern rasch über große Entfernungen verlegt zu werden .... wenn denn mal wieder in einem Krieg wieder irgendwo "der Kittel brennen würde".  Diese Geschütze waren damals einzig und alleine  dazu geeignet, in Friedenszeiten mit einer dafür entwickelten sogenannten "Manövermunition" (d.h.: Munition ohne  Geschosse!) bei Bedarf " Salut " zu schießen. Diesen Bedarf  gab es immer wieder mal bei der Ankunft von Staatsgästen in unserem Land ... aber nur solche , die in ihrem Land die jeweiligen Staatsoberhäupter  waren. Die internationale Diplomatie kennt diesbezüglich traditionsreiche "Rituale" , die auch heute noch durch fast alle Staaten der Welt  beachtet und praktiziert werden .... und dazu gehört die klassische Begrüßung des eingeladenen Staatsoberhauptes mit "militärischen Ehren".  Diese sehen (weltweit!) im Wesentlichen so aus: Das Flugzeug eines solchen bedeutenden Staatsgastes wird ab Überfliegen  der Landesgrenze des Gastlandes "abgeholt" und ab dort links und rechts von zwei unserer Jagdflugzeuge eskortiert (begleitet), das stellt einen " symbolischen  Schutz" des Gastes dar. Jedes ausländische Staatsoberhaupt (selbst der Papst) wird unmittelbar beim Verlassen seines Flugzeuges mit 21 Schuss "Ehren-Salut"  begrüßt ... und genau das  war damals in den ´70-ern nicht selten meine  Aufgabe und somit auch die meiner "Jungens".    Der Staatsgast betritt dann am unteren Ende der Gangway seines Flugzeuges das "Gastland" (üblicherweise auf einem "roten Teppich") und wird dort auf dem Flughafen durch das Staatsoberhaupt des Gastlandes (bei uns bekanntlich der "Bundespräsident") persönlich  empfangen und begrüßt. Nach der Begrüßung schreiten beide  Staatsoberhäupter gemeinsam  eine militärische Ehrenformation ab .... bei uns (ebenfalls "traditionell") bestehend aus ca. 300 angetretene Soldaten unseres "Wachbataillons". Das stellt dann ebenfalls einen " symbolischen  Schutz" im Gastland dar. Musikalisch begleitet  wird das dann durch das ebenfalls angetretene "Stabsmusikkorps der Bundeswehr".   Die deutsche Bundesflagge (durch das "Wachbataillon" mitgeführt und präsentiert) wird dabei durch den Gast gegrüßt / geehrt. Die verantwortlichen militärischen Führer, also der Führer der Lufteskorte, der Chef der Salutbatterie  und der Kommandeur des Wachbataillons" werden anschließend gelegentlich stellvertretend  für alle dort beteiligten Soldaten geehrt , da sie dem anreisenden ausländischen Staatsgast auftragsgemäß eine große Ehre  erwiesen hatten. Ich selbst habe in den 1970-ern nicht wenige unserer Staatsgäste bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen Köln-Bonn mit Salutschüssen "standesgemäß" begrüßt - unter anderen: den Marschall Tito (Jugoslawien) ... den  den Staatspräsidenten Breschnew (UdSSR) ... den Staatspräsidenten Jimmy Carter (USA) ... den Staatspräsi-denten Nyerere (Tansania) ... Königin Elizabeth (Großbritannien) ... die Staatspräsidenten Arap Moi (Kenia)  .... den Staatspräsident Giscard d´Estaing (Frankreich) .... den Könige Hussein (Jordanien) .... König Khaled (Saudi-Arabien) - und andere mehr, an die ich mich heute nicht mehr erinnern kann. "Bedankt" haben sich dafür übrigens nur wenige  von ihnen: Marschall Tito ließ seinerzeit uns "Artilleristen eine Kiste "Sliwowitz" zukommen ... Queen Elizabeth ehrte meinen "dienstältesten Unteroffizier" mit einer wertvollen Silbermedaille ... König Khaled ließ meine Frau und mich zum offiziellen Empfang des damaligen Diplomatischen Korps in seine Bonner Botschaft einladen - und der jordanische König Hussein ehrte mich als Einheitsführer ( ebenfalls stellvertretend für uns alle ) sogar recht "königlich" mit einem echten Ritterkreuz - allerdings "nur" 5 .(!) Klasse, das war in Deutschland damals ein sehr seltener und deshalb begehrten Orden. Fortsetzung folgt (sofern Du wegen mangelnden Interesses nicht "abwinkst"). Buddy .
17:03 Uhr
. Hallo Jürgen Hier nun die Fortsetzung meiner letzten Mail - einige "zeitgenössische" Aufnahmen aus den 1970er Jahren und die Ablichtung von Dokumenten aus dieser längst vergessenen Phase meines Lebens: Eines meiner sechs Geschütze bei einem (von vielen!) "Salutschießen". So sah es aus, wenn meine Haubitzen im Bereich des Flughafens Köln-Bonn anlässlich des Empfangs eines Staatsgastes in Stellung waren .... .... und so, wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen waren und es endlich "losging". Hier marschiert gerade das "Wachbataillon der Bundeswehr" auf .... vorweg das Ende einer Kompanie (100 Soldaten) in " Heer esuniform" - in der Bildmitte eine weitere Kompanie in " Marine uniform" .... und nachfolgend die Spitze einer dritte Kompanie in " Luftwaffen uniform". Hier siehst Du die Entfernung meiner Geschütze zum Flughafengebäude, vor dem anschließend das Flugzeug des Staatsgastes zum Stehen kommt - näher heran an das Gebäude durften wir nicht mehr, nachdem bei einem früheren Salutschießen einige Scheiben durch den Luftdruck zersprungen waren. Auf diesem Bild siehst Du mich bei der Ordensverleihung .... warum die dazugehörige Urkunde direkt daneben abgebildet ist, bleibt ein Geheimnis meines Computers (?) Hier siehst Du eine Übersetzung der Urkunde, die erst viele Jahre später angefertigt wurde als ich endlich einen Araber kennengelernt hatte, der die sogenannte "Koranschrift" (in der die Urkunde verfasst wurde) übersetzen konnte. Hier mal ein "zeitgenössischer militärischer Befehl", der den militärischen Teil so eines Staatsempfangs regelte, .... .... und hier die sehr viel später übersandte "Genehmigung", den mir verliehenen Orden auch tatsächlich in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen - bei uns in Deutschland "muss halt alles seine Ordnung haben" (!) Hier mal ein anderes (späteres) Salutschießen für das damalige Staatsoberhaupt Saudi-Arabiens, .... .... bei dem ich dann anschließend zusammen mit meiner "dbH" (" d eutlich b esseren H älfte") zum "Empfang" eingeladen wurde - gemeinsam mit etwa 100 weiteren Gästen des sogenannten "Diplomatischen Korps", eine Veranstaltung, bei der man deutlich erkannte, dass man nicht bei "armen Leuten" zu Gast war! Wie immer viel Spaß beim Betrachten dieser Bilder! Buddy .
20:21 Uhr
2026.03.06
Hallo Buddy, deine Geschichte mit dem jordanischen Ritterkreuz ist wirklich eine interessante Anekdote. Man merkt, dass du in deiner Dienstzeit an einigen besonderen Situationen beteiligt warst – Staatsbesuche bekommt man ja nicht alle Tage aus nächster Nähe mit. Eine Frage ist mir dabei gleich eingefallen: Wie laufen eigentlich diese 21 Schuss Ehren-Salut genau ab? Werden die Schüsse nacheinander abgefeuert oder mehrere gleichzeitig? Ich habe so etwas zwar schon im Fernsehen gesehen, aber nie wirklich darauf geachtet, wie das technisch organisiert ist. Beim Thema Militärmusik fiel mir noch etwas ein: Mein Ex-Schwiegervater war im Musikkorps der NVA . In der Familie wurde das immer scherzhaft „bei den Musik- und Tanzstreitkräften der NVA “ genannt. Ein liebevoller Spitzname, der wohl auch unter Soldaten ganz gern benutzt wurde. Zu deiner Bemerkung über Motorradfahrer musste ich schmunzeln. Ich selbst habe nie Motorrad gefahren . Mein Gedanke war immer: Bei einem Unfall ist der Motorradfahrer fast immer der Dumme – egal, wer eigentlich Schuld hat. Für mich gilt deshalb: Alles, was schneller als ein Tourenfahrrad ist, ist auf zwei Rädern zu schnell. Also entweder Fahrrad oder vier Räder . Beim Thema Kindergarten und Schule habe ich inzwischen eine etwas grundsätzliche Meinung entwickelt. Ich glaube, dass unser ganzes System – Kinderkrippe, Kindergarten, Schule, Studium – irgendwann einmal stark überdacht werden muss. Vieles daran wirkt heute noch so, als wäre es ursprünglich darauf ausgelegt gewesen, möglichst gut funktionierende Arbeitskräfte oder Soldaten für Industrie und Staat hervorzubringen. Wenn man sich manche Entwicklungen anschaut, könnte man fast meinen, dass sich daran bis heute gar nicht so viel geändert hat. Deine Erfahrungen mit jungen Soldaten und Motorradunfällen erinnern mich ein wenig daran, wie sehr junge Menschen manchmal in Strukturen hineingezogen werden, die sie selbst kaum hinterfragen. Zum Thema Ukraine:  Deiner Einschätzung „Die Ukraine hat ihren Platz in Europa noch nicht gefunden“ stimme ich voll zu. Meiner Ansicht nach wurde und wird die Ukraine von den USA und Europa stark ausgenutzt – als Testgebiet für neueste Waffentechnik und möglicherweise auch für andere Interessen, etwa Genforschung oder Rohstoffausbeutung. Meiner Meinung nach hatte und hat die Ukraine keinerlei realistische Chancen, militärisch etwas gegen Russland zu gewinnen. Viele der gelieferten Waffen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland oder anderen EU-Ländern – letztlich von europäischen Steuerzahlern bezahlt – werden im Krieg zerstört. Je länger sich der Krieg hinzieht, desto weniger wird am Ende von der Ukraine übrig bleiben. Es wird viele Jahre dauern, bis diese Wunden überhaupt ansatzweise geschlossen sein können. Mich erinnert diese Situation ein wenig an historische Beispiele aus dem Zweiten Weltkrieg. Hitler hätte nach Stalingrad aufgeben können, tat es aber nicht. Spätestens nach der Schlacht um die Seelower Höhen hätte er den Krieg beenden können, bevor Deutschland vollständig zerstört wurde. 1945 wurden sogar Jugendliche noch zur Flak eingezogen und verheizt. Selbst nachdem Städte wie Hamburg, Magdeburg oder Dresden in Schutt und Asche lagen, wurde weitergekämpft. Erst als sowjetische Truppen in Berlin den Reichstag erreichten und dort ihre Flagge hissten, war der Krieg faktisch entschieden. Einen ähnlichen Ablauf sehe ich heute in der Ukraine. Aber wechseln wir lieber das Thema, bevor es zu schwer wird. Hier scheint heute endlich einmal die Sonne , wolkenloser Himmel. Nach den grauen Tagen tut das richtig gut. Ich überlege, nachher noch eine kleine Runde rauszugehen – ein bisschen Bewegung und vielleicht ein paar Fotos machen. Was machst du bei dem schönen Wetter? Viele Grüße Jürgen
18:20 Uhr
2026.03.07
. Hallo Jürgen Ich denke gerade über einen alternativen Themenbereich nach, in dem wir beide vermutlich reichlich "Lebenserfahrung" gesammelt haben - und über die wir uns per Mail "virtuell" unterhalten könnten. Hier mal ein Vorschlag: Besondere Ereignisse in unserem Leben sind oft mit „Begegnungen“ verbunden ... genauergesagt: mit Kontakten zu Personen, die zufällig unseren Lebensweg kreuzen, die deutlich „anders sind als die Anderen“ und die deshalb einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen.  Gelegentlich erinnert mich ein „Stichwort“ daran – und an gemeinsame Erlebnisse mit ihnen.  Dann lehne ich mich gerne in meinem „Chefsessel“ zurück, schließe die Augen und denke weit zurück. Diese Erinnerungen schreibe ich meist auf, sie werden dann Teil meiner ganz persönlichen „Chronik“, ….  …. die dadurch zusätzlich zu den zahllosen Fakten und „zeitgenössischen“ Dokumenten an chronologisch richtiger Stelle etwas aufgelockert wird.  Da war zum Beispiel in den 1990er Jahren der überraschende Besuch jener sehr attraktiven Russin .... die nicht nur Mitglied der "Duma" (russisches Parlament) war ... und die nicht nur eine erklärte "Freundin" des extrem trinkfesten russischen Präsidenten "Jelzin" war .... sondern die auch noch großartig "duftete". Bei einem Besuch in unserer Wohnung "freundete sie sich" spontan mit meiner (ersten) Frau an, ....  .... oder ein älterer Indio  aus Cusco (Peru) ... der seinerzeit der "dienstälteste" katholische Erzbischof der Welt war. Nur zufällig lernte ich ihn bei einer sogenannten "Soldatenwallfahrt" in Lourdes (Südfrankreich) persönlich kennen und schätzen. Etwa ein Jahr später besuchte er mich dann ein Jahr später einigermaßen überraschend in Deutschland, sowohl in der Kaserne als auch daheim, .... .... oder ein Jude  .... ein Offizierskamerad von mir war ... der in Israel geboren war ... und der dort häufig zu Besuch war. Seine Mutter war eine Überlebende des "Holocaust". Mitte der 1990er Jahre besuchte diese dann zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert ihre ehemalige  deutsche Heimat, um ihren Sohn und seine Familie zu besuchen. Dann geschah das Unfassbare ... unmittelbar nach der Landung auf dem Flughafen "Köln-Bonn" wurde diese ältere und ehrenwerte Dame verhaftet, ....  .... oder ein hochrangiger schottischer  Offizier („Colonel“). Er war ein echter „Gordon Highlander“. Ich lud ihn auch zu uns nach Hause ein. Bei dieser Gelegenheit wollte meine Frau endlich mal wissen, was ein Schotte tatsächlich so unter dem Rock („Kilt“) trägt - und was er sonst noch so im Pelzbeutel („Sporan“ genannt) vor seinen „Kronjuwelen“ mitführt, .... .... oder ein mongolischer  Generalstabsoffizier - mit dem ich Erlebnisse in meinem damals angepachteten Jagdrevier teilte .... sowie auf der kleinen, aber feinen Nordseeinsel „Spiekeroog“ ... und im Nachbarland „Holland“. Er gab mir im Gegenzug eine Einladung in die "Mongolei", die die ich jedoch ablehnen musste, ....  .... oder die mehrfachen, äußerst erotischen ( nicht  etwa "unanständigen“!) Begegnungen mit einer Bäckersfrau ... als ich noch völlig „ungebunden“ in jungen Jahren war. Wie heißt es doch so schön: „War noch jung - war noch fit - machte jeden Blödsinn mit!“, ....  ... oder mein schmerzhaftes Erlebnis mit einer nahezu riesigen Stute namens „Larissa“. Sie war ein sogenanntes „Shire Horse“ .... oder mit unserem „Haushecht“ namens Helmut der in unserem damals recht großen Gartenteich lebte ....  .... und … und … und …  Diese Anekdoten sind wahre Begebenheiten, die das Leben geschrieben hat - und nicht etwa frei erfundenen Kurzgeschichten! Dazu würde meine Fantasie nicht ausreichen.  Du hast Interesse? Dann werde ich gerne die eine oder andere dieser Anekdoten „ausgraben“ und anschließend als Leseprobe zukommen lassen.  Buddy .
16:57 Uhr
. Hallo Jürgen Bei einem offiziellen "Salutschießen" werden traditionell alle 21 "Platzpatronen" unmittelbar hintereinander in einem zeitlichen Abstand von ca. fünf Sekunden abgefeuert. Bei einem Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrradfahrer beteiligt ist, wird häufig (völlig "losgelöst von dessen Verhalten") der Fahrer eines motorisierten Unfallgegners (egal ob LKW, PKW oder Krad) "schuldig" gesprochen .... damit dessen gesetzlich geforderte Kfz-Versicherung für teilweise erheblichen Folgekosten aufkommen .... entsprechend unversicherte Fahrradfahrer haften vermutlich so gut wie nie .... oder hast Du andere Erkenntnisse? Bei schönem Wetter wie heute genieße ich in der Regel einen kurzen Spaziergang in unserem ruhigen Stadtteil. Gelegentlich fahre ich auch mit dem PKW an den Stadtrand und genieße dann einen Gang entlang eines der Seeufer oder alternativ den Wald. Wie sieht es bei Dir aus? Buddy .
17:16 Uhr
2026.03.08
Hallo Buddy, danke für deine Erklärung zu den Salutschüssen . Wenn ich das richtig verstanden habe, werden also alle 21 Schuss nacheinander abgefeuert, etwa im Abstand von fünf Sekunden. Das ist ja insgesamt länger als eine Minute. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht erinnern kann, jemals wirklich alle 21 Schüsse bewusst gehört zu haben. Im Fernsehen sieht man manchmal zwei oder drei kurz hintereinander, aber live habe ich das nie so vollständig wahrgenommen. Zum Thema Verkehrsunfälle mit Fahrradfahrern muss ich gestehen, dass ich mir darüber bisher kaum Gedanken gemacht habe. Wenn man darüber nachdenkt, wirkt das System tatsächlich etwas einseitig: Fahrradfahrer sind weder versicherungspflichtig, noch brauchen sie eine Fahrerlaubnis, noch haben sie ein Punktekonto in Flensburg. Da liegt es nahe, dass bei einem Unfall oft automatisch der motorisierte Unfallgegner in der Verantwortung gesehen wird – einfach weil dort eine Versicherung vorhanden ist, die mögliche Schäden regulieren kann. Bei schönem Wetter gehe ich grundsätzlich auch gern raus. Allerdings brauche ich immer einen kleinen Anlass oder ein Ziel. Einfach nur losgehen, einmal um den See laufen oder eine Strecke hin und wieder zurück ohne konkreten Zweck – damit habe ich irgendwie meine Schwierigkeiten. Jetzt, wo du mich danach fragst, fällt mir ein, dass ich eigentlich mal wieder meine 360-Grad-Kamera hervorholen und überprüfen sollte. Wenn ich die dabeihabe, habe ich automatisch einen Grund, draußen nach interessanten Motiven zu suchen. Dann wird aus einem Spaziergang gleich eine kleine Entdeckungstour. Dein vorgeschlagenes Thema „Begegnungen im Leben“ finde ich sehr spannend. Deine kurzen Andeutungen klingen ja schon fast wie der Anfang eines ganzen Geschichtenbandes. Die Beispiele, die du erwähnt hast – von der russischen Politikerin über den schottischen Offizier bis hin zum mongolischen General – machen neugierig. Mir selbst fallen spontan gar nicht so viele außergewöhnliche Begegnungen ein. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Erinnerungen oft erst wieder auftauchen, wenn jemand anderes eine Geschichte erzählt. Insofern bin ich gespannt auf deine Anekdoten – vielleicht wecken sie bei mir auch die eine oder andere Erinnerung an eigene Erlebnisse. Hast du eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, solche Geschichten als Buch zusammenzustellen? Deine Chronik scheint ja bereits eine ganze Sammlung an Material zu enthalten. Viele Grüße Jürgen
20:38 Uhr
2026.03.09
. Hallo Jürgen    Hier mal eine von vielen wahren  Anekdoten - ein Teil meiner ganz persönlichen "Chronik":   1996 war es mal wieder so weit: In der Bundeswehr wurde ein "Doofer" gesucht, dem man einen "Sonderauftrag" zumuten durfte .... und da gab es ein merkwürdiges "Auswahlverfahren", aus dem ich  ständig als "Sieger" hervorging.   Die "Entscheidungsträger" (meine unmittelbaren Vorgesetzten!) setzten sich bei einem leckeren Kaffee zusammen und fragten sich in dumpfer Verzweiflung, wem sie diesmal einen soeben hereingekommenen "Scheiß-Auftrag" erteilen sollten. Bei ihrer Suche nach einem "Opfer" gingen sie dann gerne mal streng alphabetisch  vor .... und das ging dann etwa so:  " A ": da kennen wir leider keinen ... " B ": na klar, " Barlag " ... wie immer !  Wer denn sonst?   Aber ganz von vorne:   Die Bundesregierung lud immer wieder mal ausländische Offizier aus aller Welt  ein, bei uns in Westdeutschland an unserer in Hamburg gelegenen "Führungsakademie" an einer besonders hochwertigen, zweijährigen "Generalstabsausbildung" als ein sogenannter "Gasthörer" teilzunehmen. Zuvor durften diese "Staatsgäste" am sogenannten "Bundessprachenamt" (in Hürth) perfekt "Deutsch"  lernen ... ebenfalls auf Kosten unseres Landes.   Nun war es so, dass ein Mongole  (ein Oberstleutnant der dortigen Streitkräfte und Generalstabsoffizier - also wohl ein künftiger  General?) irgendwie "in der Luft hing". Sein Sprachenlehrgang  in Hürth endete ein paar Tage vor  Pfingsten, sein dann nachfolgende Generalstabslehrgang  in Hamburg begann aber erst ein paar Tage nach  Pfingsten, ....  was also tun mit so einem "Nachkommen von Dschingis Khan"?   Unser Verteidigungsministerium delegierte das Problem wieder mal kurzerhand an das I. Korps in Münster  .... dort sollte man nun umgehend eine möglichst "geräuschlose" Lösung finden .... die  "Münsteraner" delegierten das Problem "erbarmungslos" an die ihnen unterstellte 7. Panzerdivision in Düsseldorf  .... diese  (ohne lange Nachzudenken!) an das ihnen in Dülmen (Westfalen) stationierte Artillerieregiment 7 ..... die  dann an das ihnen unterstellte Raketenartilleriebataillon 150 in Wesel  .... und unser "pfiffiger" Kommandeur beauftragte nun seinen ganzen Stolz  (nämlich mich!) mit der Durchführung - und er selbst meldete sich kurzentschlossen (und somit unerreichbar!) in den Urlaub ab.   Ich schildere Dir das nur so ausführlich, damit Du mal siehst, wie "herrlich unkompliziert" so etwas beim Militär geregelt wird. "Den Letzten beißen die Hunde" .... oder wie man in der französischen Fremdenlegion sagt: "Si tu ne veut pas, tu dois!" (auf Deutsch: "Wenn Du nicht willst , dann musst  Du eben!")   Dieser Mongole sah übrigens auch so aus, wie man sich "Dschingis Khan" vorstellt ..... und er war aber eigentlich ganz "lieb".  Er hatte zuvor tatsächlich ausgezeichnet Deutsch erlernt - und er war ein besonders aufgeweckter, vielseitig interessierter Kerl .... so ganz nach meinem Geschmack - ich mochte ihn auf Anhieb!   Aber wie "bespaßt" man so einen asiatischen "Überraschungsgast" einige Tage lang , wenn man (so wie ich damals) eigentlich ins eigene Jagdrevier, damals im norddeutschen "Emsland" gelegen fahren möchte? Ganz einfach, man nimmt ihn einfach mit!   Ich hatte dort nicht nur  ein Jagdrevier  angepachtet, sondern auch eine recht schlichte und deshalb preiswerte Ferienwohnung im ausgebauten Dachgeschoss eines Bauernhauses auf Dauer angemietet .... sozusagen als meine "Jagdhütte".  Im Gegensatz zu einer "traditionellen" aus Holz gebauten "Jagdhütte" im Wald des eigenen Jagdrevieres gab es hier Strom, Wasser, ein Bad, Fernsehen, eine Küchenzeile, Kühlschrank, Heizung und andere Annehmlichkeiten - also nicht stilecht" aber relativ komfortabel. Dort quartierten wir uns nun erst einmal ein. "Wir", das waren in diesem Fall nicht nur der Mongole und ich, sondern auch meine Tochter Conny (daheim meist "das Aas" genannt - ein passionierter weiblicher "Wilderer" und "Raubfischer") - und zusätzlich ihre ziemlich bratzige aber unzertrennliche "beste Freundin".   Mein asiatischer Kamerad war ebenso wie ich ein passionierter Jäger, also lud ich ihn auf einen gemeinsamen Abendansitz auf eine meiner "Ansitzkanzeln" ein. Er war hocherfreut und geradezu überwältigt.     Das war meine dortige "Lieblingskanzel" (selbst gebaut!) .....     ..... und so sah mein gepachtetes Jagdrevier von dort oben aus.   Ausgerechnet an diesem Abend kam einer meiner "Lieblingsböcke" vorbei, ein pechsch warzer  Rehbock, also eine relativ seltene "Fehlfarbe". Ich drückte dem Mongolen nun mein "Geschütz" in die Hand und gab ihm dieses besondere Tier zum Abschuss frei, klappte auch prima! Der Asiate hatte vor Freude "Pipi in den Augen", mich persönlich hatte dieser ganze "Spaß" gerade mal 3,00 DM gekostet, eine Patrone im Kaliber .300 Winchester Magnum ....also, was soll´s?    Die "Arschkarte" hatte natürlich der arme Rehbock .... er war zur falschen Zeit am falschen Ort!   Am nächsten Tag fuhren wir vier  dann gemeinsam über die nahegelegene Grenze ins nahegelegene Nachbarland "Holland". Dort gab es "denkwürdige" Erlebnisse, die diesen kurzen Auslandsaufenthalt recht "unterhaltsam" werden ließen:   Im Bereich der "Loosdrechtsen Plassen" mietete ich drei Paddelboote für uns an, um die dortige Gegend vom Wasser aus zu "erkunden" .... meine Tochter und ihre etwas "biestige" Freundin waren nun zusammen in einem der Boote .... der Mongole und ich jeweils in einem eigenen  Boot. Das war eigentlich "eine gute Idee" - dachte  ich zumindest!     So sieht es dort im Zentrum Hollands aus ....     .... und das war unsere "Route" in Richtung eines der zahllosen Seen.   Unterwegs jammerte mein Gast dann unentwegt herum:  Sehr schön  hier, aber fu(r)chtbar  gefährlich!"   Zuerst dachte ich, er wolle mich verscheißern .... aber mitten auf einem See wurde ich eines Besseren belehrt! Er klammerte sich verzweifelt an einem der dort aus dem Wasser ragenden Pfähle fest und er weigerte sich nun standhaft, auch nur einen einzigen Meter  mit seinem Boot weiterzufahren. Es war übrigens die Verankerung einer Aal-Reuse, deren besonders lebhaft zappelnden "Inhalt" (in der letzten Kammer dieser Falle!) ich den Dreien zuvor gezeigt hatte.    Er (der Mongole) konnte nicht schwimmen, wie er mir an dieser  Stelle "schamhaft" gestand. Angeblich gibt es kein Gewässer dort in seiner mongolischen Heimat, um so etwas zu erlernen!  Ich hätte ihm an dieser Stelle eventuell zu seiner Beruhigung sagen sollen, dass die dortigen "Plassen" (Seen) selten tiefer als einen Meter sind .... aber ich wollte ihm die Spannung nicht nehmen. Stattdessen erinnerte ich ihn an seinen tapferen Vorfahren "Dschingis Khan" - und irgendwie schafften wir es dann auch (er mit zahlreichen Schweißperlen auf der Stirn!) bis zum "Bootsanlieger" zurück.    Dort kam es dann allerdings unerwartet "ganz dicke"! Etwa zehn Meter vor dem Ziel  alberten meine Tochter und ihre Freundin so lange mit dem Paddelboot herum, bis ihr Boot schließlich schließlich kenterte  und vor unseren Augen in einer typischen "Gracht" ( holländischer "Entwässerungskanal" ) versank . Die schon "betagte" Holländerin, die uns diese drei Boote vermietet hatte, sah dabei vom Anleger aus zu, wurde "fuchsteufelswild" - und stieß wirklich "böse"  holländische Flüche aus (die von uns Vieren Gott sei Dank nur ich  verstand!).   Der Mongole verlor nun endgültig die Nerven, kroch  am Anlieger angekommen aus seinem Boot heraus und dann auch noch auf allen Vieren  an der noch immer fluchenden Holländerin vorbei - über den ganzen Bootsanleger,  .... während die beiden Mädels nach ihrem inzwischen gesunkenen Paddelboot in der Gracht tauchten .... natürlich voll bekleidet (!)  Ich saß etwas abseits noch immer in meinem  Boot, hielt angesichts der "dramatischen Szene" die Hände vor das Gesicht - und behauptete verzweifelt: " Die  kenne ich alle nicht!"   Nach dieser "erfrischenden Episode" fuhren wir weiter ins nahegelegene Amsterdam. Da die beiden Mädels ohnehin andere Pläne hatten (sie murmelten was von "Coffieshop", hatten evtl. Durst?) verabredeten wir Zeit und Treffpunkt am späten Abend. Außerdem nahm ich diesen beiden noch immer klatschnassen  "Grazien" das Versprechen ab, dass sie uns (den Mongolen und mich!) bitte auf gar keinen Fall  anzusprechen sollten, wenn wir uns "unglücklicherweise" irgendwo in Amsterdam zufällig  begegnen würden , sie waren mir zu dem Zeitpunkt nämlich irgendwie etwas "peinlich und lästig" geworden!   Dann stimmte ich erst einmal "meinen Mongolen" wieder versöhnlich ( um nicht zu sagen " glücklich" ) als wir beiden anschließend (nun zu zweit) in das berühmt-berüchtigte "Rotlichtviertel" von Amsterdam eintauchten. Ich nannte es gerne mal scherzhaft das " Armen viertel", weil es dort abends überall nur diese hübsche rote " Not beleuchtung" gibt ... und weil viele dort lebenden "sehr freundlichen Mädels" sich dort offenbar nicht einmal Gardinen vor den Fenstern leisten können (?) .... und weil sie außerdem offensichtlich nicht einmal "etwas Ordentliches" anzuziehen hatten (?)   In Amsterdam ist eben auch nachts "was los", .....   ..... und das sind dort solche sehr freundlichen Damen, die offenbar "nichts Ordentliches" anzuziehen haben.   In meinem Stammlokal, das ich bereits seit den ´60-er Jahren sehr schätze - und das noch heute unverändert durch die etwas in Verruf geratenen "Hells Angles" betrieben wird, waren mein exotischer Gast und ich dann wieder "dicke Freunde". Er war nun erwartungsgemäß von "Amsterdam" total begeistert und meinte nur: "Zwar nicht sehr dezent hier - aber seeeehr  schön!"   Meine o. a. "Stammkneipe" dort in Amsterdam ....   ..... und dort der etwas ungewöhnliche Wandschmuck  - ein echtes "Milwaukee-Feineisen" (eine "Harley-Davidson").   Einen Tag später lud ich meinen Gast dann "alternativ" auch noch zu einem Tagesausflug auf meine Lieblingsinsel "Spiekeroog" ein .... sie war in weniger als einer Stunde von meiner "Jagdhütte" aus zu erreichen. Klar, dass er dort auch nicht  im Meer baden wollte .... pure Angst!   Diese Insel gefiel ihm dennoch prächtig, .....   .... nur das viele Wasser dort "war irgendwie nicht sein Ding".   Bevor er dann einige Tage später seine Weiterreise nach Hamburg (zur dortigen "Führungsakademie der Bundeswehr") antrat, erfuhr ich zufällig  in einem kameradschaftlichen Gespräch, dass er  bei einem " Monatseinkommen" von lediglich ca. 300 DM , (also 150 EURO - in der Mongolei  war das angeblich viel Geld !) und einem zusätzlichen etwa gleichhohen "Taschengeld" ("spendiert" durch unsere BRD als sein "Gastgeber") nicht genug Rücklagen bilden konnte, um zwei Monate später so wie vermutlich alle übrigen Lehrgangsteilnehmer im dann 4- wöchigen Urlaub zu seiner Familie in seine ferne Heimat zu fliegen.   Der Hin- und Rückflug in die "Mongolei" kostete damals ca. 1.800,- DM - er hatte nach eigenen Angaben aber nur 800,- DM angespart.  Nun - ich hatte damals in der Kaserne gerade 1.000 DM "Schwarzgeld" im Tresor herumliegen (von einem sehr vermögenden "Sponsor" als "Siegesprämie" bei einem durch ihn erdachten "Infanteriewettkampf" erhalten!), die dort "eigentlich" sowieso nicht sein durften.  Ich schenkte dem Mongolen dieses Geld einfach mal so  beim Abschied .... er konnte es kaum glauben!   Ach ja:  Er hatte mich schon zuvor  (also unmittelbar nach unserer "Bockjagd"!) spontan in die Mongolei  zur Jagd auf "Bär und Wolf" eingeladen .... nur die Kosten für den Flug (siehe oben) würden dabei für mich persönlich anfallen - in der Mongolei sei ich dann nach der Landung selbstverständlich sein "ganz persönlicher Ehrengast"! Aber ich liebe Bären und Wölfe .... und ich hatte (und habe nach wie vor!) keineswegs die Absicht , sie jemals zu töten.     Ich hatte zudem vorsichtshalber einige "kritische Fragen" zum angebotenen Aufenthalt:   Unterbringung?                  Natürlich nach Landessitte in einer Jurte  - okay, warum auch nicht.   Sanitäre Einrichtungen?    Leider nur sehr wenig Wasser dort in der Steppe, aber Abseits der Jurten einige Sträucher  Getränke (abends)?             Kein Wodka, wie ich vermutet hatte, sondern " gegorene Stutenmilch "    Transportmittel?                 Nicht etwa "Jeep", wie ich gehofft hatte - sondern ausschließlich Ponys    viele Mücken dort?            Ja, in den Sommermonaten eine echte, nahezu unerträgliche Plage Und dann hatte ich so etwas wie eine "Vision" :   Ich sah mich ( im Geiste!)  dort im fernen Osten auf einem zotteligen Pony durch die total öde Landschaft hoppeln ... inmitten riesiger Mückenschwärme .... mein wund gerittener Hintern knallrot .... aufgrund des o.a. Gesöffs heftig unter "Pustekacke" und Brechreiz leidend .... und deshalb diesem armen Reittier ständig in den Nacken kotzend!   Meine Antwort auf diese freundliche Jagdeinladung  in die Mongolei lautete deshalb: "Danke - nein!"   Das fiel mir natürlich auch schon deshalb sehr leicht, weil ich (als quasi "Bundesbeamter") ohnehin keine Geschenke  mit einem Wert von mehr als 70,00 DM  (35,00 EUR) hätte annehmen dürfen.       Buddy .       
17:59 Uhr
2026.03.10
. Hallo Jürgen zu Deiner Unterhaltung hier mal eine weitere Anekdote - meine Erinnerungen an ein Erlebnis, das ich in den 1980er Jahren genießen durfte .... es war der einzige "Segeltörn" in meinem Leben. Damals war ich in Schleswig-Holstein als ein "S4-Offizier" ("Sachgebietsleiter 4"= Logistik) im Bataillonsstab eines Raketenartilleriebataillons eingesetzt. Der "ranghöchste" Artillerist im nördlichsten Bundesland "Schleswig-Holstein" war ein "Oberst" - und der hatte nicht nur  hervorragende Verbindungen zur " Bundesmarine ", .... .... er hatte auch ein besonderes Geschick, den ohnehin erlebnisreichen Dienst seiner unterstellten Soldaten (also auch von mir ) noch abwechslungsreicher  zu gestalten, als der ohnehin schon war. Eine seiner "brillanten" Ideen war es, alle  ihm unterstellten "Logistik-Offiziere" gleichzeitig  zu einer erlebnisorientierten Weiterbildung zusammenzufassen - und zugleich an Bord eines Segelschiffs (also "mal in deutlich anderer  Umgebung"!) einige Tage lang unsere "Leidensfähigkeit" zu testen.   Er  befahl uns deshalb kurzerhand in den deutschen Marinestützpunkt "Olpenitz" ... und dort zu unserer Überraschung an Bord der "MS Nordwind" (MS = M otor s chiff).   Er ließ uns wissen, dass dies ein historischer "Kriegs-Fischkutter" aus der Zeit des "Deutschen Reiches" (1871 - 1945) war, der seinerzeit zu Spionagezwecken eingesetzt war ... und der nun  (wie gesagt: Ende der 1980er Jahre!) ein "kleines, aber feines" Segel boot  der deutschen "Bundesmarine" war. Als ein " Schiff " durfte man es übrigens dort an der Küste wegen zu geringer Größe nicht  bezeichnen, sondern nur als " Boot ". Hier zwei weitere Bilder (aus dem Internet), damit Du Dir unsere schwimmende "Tagungsstätte" besser vorstellen kannst. So ruhig  war das Wasser im Hafen jenes Marinestützpunktes am Tag unserer Ankunft leider nicht  - wir hatten an dem Tag immerhin "Windstärke 6", das heißt "im Klartext": Die Wellen waren ca. 3 Meter hoch - und die Wellentäler 3 Meter tief .... also insgesamt 6 Meter Höhenunterschied! Als wir an Bord gingen, bezogen wir erst einmal und unter Deck  unsere "Unterkunft ", ein einziger winziger Raum mit zwölf Schlafplätzen (meist winzige Kojen , alternativ einige Hängematten ). Aber wir waren ja nun  als " Heeres offiziere" einiges an "Raumnot" gewohnt, aus Zeiten, in denen wir immer wieder mal tagelang in  noch sehr viel engeren Panzern gelebt hatten, .... "So what?" Die Stammbesatzung  der "MS Nordwind" bestand damals aus vier " Zivilbediensteten " ,  die bei unserer Bundesmarine fest angestellt waren, zweifellos ein ziemlich außergewöhnlicher Job! Hinzu kamen nun also wir (insgesamt acht) "Landratten" .... an der Spitze unser bestens gelaunter "Oberst".   Als wir wenig später ablegten und uns (noch durch Motor angetrieben) auf die Hafenausfahrt zubewegten, wurde ich etwas misstrauisch, als dort erste Wellen aufgrund des kräftigen Windes über die Hafenmauer schwappten. Beim Passieren dieses Bollwerks wurde das Boot erstmals durch eine Welle 3 Meter hoch angehoben, um dann unmittelbar anschließend in ein nun immerhin 6 Meter tiefes "Loch" abzutauchen. Dabei erlebte ich eine aus meiner Sicht lustige Szene: Als erster sauste ein älterer Kamerad kreidebleich  an mir vorbei, in dem Augenblick sah er noch älter aus als sonst ! Er konnte sich erfreulicherweise an der Reling fangen - und er "köderte" dort (noch in der Hafenausfahrt!) breitflächig die Fische an ..... und er brüllte dabei ständig laut nach einem "Ulrich" (oder so???).  Gleich mehrere meiner übrigen Kameraden nahmen diese Idee auf und sie beteiligten sich an diesem seltsamen Verhalten.  Egal, ich  hatte keine derart offensichtlichen Probleme - und ich ließ mir deshalb im Gegensatz zu diesen Kameraden nicht  noch einmal "das Frühstück durch den Kopf gehen"! Das führte nun dazu, dass ich sogleich beschäftigt wurde, während die meisten Offiziere erst einmal "sich selbst gehörten" ... ich "durfte" nun gemeinsam mit meinem kräftig zupackenden Oberst und einem erfahrenen Mitglied der zivilen Stammbesatzung "Segel setzen" .... erstmalig in meinem Leben .... und das dann gleich bei der "Windstärke 6"!  Unser etwa zwanzig Meter lange Boot wurde währenddessen regelmäßig und gut sichtbar durch die Wellen angehoben, um dann sogleich in ein gleichermaßen tiefes Wellental einzutauchen .... und das nun wieder und wieder, .... das hat mir persönlich sogar Spaß gemacht! Unsere "Reise" ging erst einmal quer durch erstaunlich viele "gesperrte"(da seit dem II. Weltkrieges "munitionsverseuchte") küstennahe Seegebiete hindurch gen Norden, stets entlang der Südküste der dänischen Insel namens "Fünen" - vom Wasser aus gesehen eine durchaus reizvolle Landschaft! Zwischendurch wurde nachts in irgendeiner dänischen Bucht geankert, .... dann war mit dem kleineren an Bord befindlichen motorisierten "Beiboot" auch der eine oder andere "Landgang" möglich, allerdings stets nur gemeinsam durch ein personell entsprechend kleines "Expeditionskorps".  In den folgenden drei Tagen an Bord lernten wir Heeres offiziere nun nach und nach Dinge kennen, von denen wir alle zuvor noch nie etwas gehört oder gesehen hatten, zum Beispiel: Segel setzen und reffen ... Seekarten im "Kartenraum" des Bootes studieren und auswerten ... unseren "Kurs" (die Strecke!) berechnen und dann in die entsprechende Seekarte einzuzeichnen  .... als "Rudergänger" das Boot auf Kurs zu halten. Es war überaus lustig, wenn das Boot zunächst auf das Ruder erst einmal gar nicht  und dann deutlich verzögert viel zu heftig  reagierte - und wir dann so über die Ostsee "eierten"!  Außerdem lernten wir die "Navigation"(Richtungsbestimmung) des Bootes kennen - per Radarortung , alternativ aber auch per Funknavigation . Auch die Wartung und Bedienung des Dieselmotors sowie des Außenbordmotors des als "Beiboot" genutzte (und an Deck verstauten) etwas größeren (ca. 6 Personen fassenden) Schlauchbootes. Wir lernten sogar das sogenannte "Seite pfeifen" - also mit so einer seltsam geformten kleinen "Blechflöte" diverse Signale zu erzeugend.  Das Schlafen an Bord war für mich einigermaßen "gewöhnungsbedürftig", insbesondere in einer Hängematte! Nicht zuletzt waren ich auch immer wieder mal unter  Deck zum "Küchendienst" eingeteilt. Der meisten Teilnehmer an Bord wussten auch die Vorzüge einer gut gefüllten "Zollkiste" sehr zu schätzen, die dann auch gleich außerhalb der sogenannten 3-Meilen-Zone "gebrochen" wurde. Sie enthielt große Mengen an "zollfreien"(!), also erstaunlich billigen Zigaretten und viele alkoholische Getränke. Das war aber nichts für mich , da ich weder rauche noch jemals Alkohol in erwähnenswertem Umfang trinke. Wir "Landratten" waren aber alle glücklich, als diese Reise für uns nach mehreren Tagen in der "Flensburger Förde" endete und wir endlich wieder "festen Boden" unter den Füßen hatten.  Nur unser Oberst blieb zusammen mit der Stammbesatzung an Bord, um nur wenige Stunden später mit der nächsten durch ihn dorthin befohlenen Gruppe unterstellter Heeresoffiziere erneut "in See zu stechen" .... manche können eben nie genug davon kriegen.  "Mein Ding" war es nicht!   Buddy .
16:57 Uhr
. Hallo Jürgen hier mal wieder eine weitere meiner vielen "Anekdoten" aus längst vergangenen Tagen:   Mitte der ´80er Jahre kam ein schottischer  Generalstabsoffizier etwa zwei Monate lang in unser Raketenartilleriebataillon, um bei uns seine ohnehin schon ausgezeichneten deutschen Sprachkenntnisse  zu verbessern ... und so gleichzeitig als ein britischer " Gastoffizier " zu erleben, wie wir Deutschen " unseren Job " erledigten.  Hierbei ging es also auch und nicht zuletzt um so etwas wie "Knowhow-Transfer" unter Profis.   Colonel ("Oberstleutnant") Duke war ein ranghoher Angehöriger des schottischen Elite-Regimentes " Gordon Highlander ".  Als solcher besaß er eine große, schlanke, voll durchtrainierte (und deshalb im Gegensatz zu mir) sehr "stattliche" Erscheinung, die schon optisch auf Anhieb "für sich einnahm".  Jetzt bitte keine Angst : Ich bin absolut normal veranlagt  und "stehe" nicht etwa auf Männer! Ich war seinerzeit spontan besonders begeistert von seinem "Englisch" - dem original " Oxford-English ", genau das , was meine leidgeprüfte Lehrerin mir seinerzeit auf dem Gymnasium beizubringen versucht hatte.  Nun endlich verstand ich diese Sprache wieder!  Die damals in unserer Kaserne stationierten Soldaten der US-Army sprachen nämlich fast alle nur einen erbärmlichen "Slang" - für mich leider kaum verständlich und deshalb ziemlich frustrierend!   Colonel Duke  sprach aber damals fast ausschließlich Deutsch  mit uns .... und er interessierte sich "schlicht und ergreifend" für alles ! Er war kurz zuvor aus Nordirland zurückgekehrt, wo ihn im Bürgerkrieg ein Heckenschütze der "IRA" schwer verletzt hatte. Als er sein gepanzertes Fahrzeug verlassen hatte, um eine Straßensperre zu inspizieren, wurde ihm heimtückisch von hinten  durch seine Splitterschutz weste und sein Schulterblatt hindurch die Lunge verletzt und sein Herz nur um wenige Zentimeter verfehlt. Dieses Geschoss war dann vorne durch den Brustkorb wieder hinausgeflogen. Abgefeuert wurde es mit einem alten britischen Karabiner des Typs "Enfield No 5" (hergestellt wenige Jahre nach Ende des II. Weltkrieges), .....   ..... wie ich  selbst damals (neben etwa 80 weiteren Schusswaffen) einen besaß.  Diese schon historische Waffe verfeuerte noch eine britische " Full-Power -Patrone" aus der Zeit des späten 19. Jahrhunderts, die eine enorme Durchschlagskraft besaß ... damit hatten die Angehörigen der britischen Kolonialtruppen in Afrika oft sogenannte Dickhäuter wie Elefanten, Nashörner und Nilpferde bejagt! Das verheilte und vernarbte Ausschussloch in der Brust des Colonel sah recht eindrucksvoll aus!   Als ich den schottischen Kameraden erstmalig abends zu mir nach Hause einlud, bat ich ihn, bei dieser Gelegenheit auf jeden Fall seinen traditionellen " Kilt " (Schottenrock) anzulegen - zur Freude meiner vier Mädels. Das tat er dann auch sehr gerne .... und natürlich wollte meine Frau dann auch gleich zu Beginn dieser Begegnung endlich einmal genau  wissen, was ein "echter Schotte" wie er denn nun wirklich  (!) unter dem Rock trägt.   Da er eine durch und durch "ehrliche Haut" (und keineswegs schüchtern) war, wusste sie es dann auch ganz genau: nichts als "die Zukunft Schottlands", wie er es formulierte! Er erklärte es ihr unaufgefordert so: So ein typischer "Kilt" besteht aus einer etwa sieben Meter langen  Stoffbahn, die fest um die Hüften gewickelt wird. Wenn darunter eine Unterhose getragen würde , dann käme "das alles" vermutlich böse ins Rutschen!   Natürlich plagte meine Frau ihn dann mit weiteren Fragen, sie wollte nun auch noch genau wissen, was er alles so in seinem verzierten, schmucken "Fellbeutel" hatte, der am Gürtel hängend vor seinen "Kronjuwelen" baumelte. Ohne Zögern nahm er nun einfach diese Tasche - den sogenannten " Sporan " ab und schüttelte den gesamten Inhalt auf unserem Wohnzimmertisch vor den Augen meiner "Mädels" aus - und siehe da, der Inhalt: Geldbörse ... Schlüsselbund ... Taschenmesser ... Feuerzeug ... Taschentuch ... sogar eine Packung "Lümmeltüten" (Kondome) ... eben alles, was ein "Mann" eben so dabeihaben sollte und gelegentlich benötigt.   Ich  habe von diesem erfahrenen Infanteristen  (wie gesagt: echter Gordon Highlander") in kürzester Zeit sehr viel dazugelernt , sozusagen " aus  der Praxis für  die Praxis". Er hat mir beispielsweise als mein Gast bei einer nächtlichen Gefechtsübung meiner Raketeneinheit beigebracht, wie sich ein "Sicherungsposten" (bei Nacht!) sehr viel  zweckmäßiger zu verhalten hat als meine "Jungens" - um denn eine solche Nacht "im Krieg" überleben zu können ... und wie eine "Fahrzeugkontrolle" unter derartigen "gefechtsmäßigen Bedingungen" optimal durchgeführt werden sollte ... oder auch: wie man ganz alleine  als "Einzelkämpfer" nur mit einem einfachen Baseballschläger  bewaffnet entsetzlich viele Soldaten insbesondere Führungspersonal einer gerade "ruhenden" und leider "schlecht gesicherten" Einheit nahezu geräuschlos vernichten  könnte .... und wie man einen "Feind" auch ohne Waffen  schnell und völlig lautlos "seinem Schöpfer näherbringen kann", also jede Menge "besonders nützlicher" militärischer Kenntnisse und Fähigkeiten! Britische Profis so wie er sind "mit allen Wassern gewaschen" ... ich habe sehr viel Respekt vor ihnen! Diese zu Recht besonders stolze Armee  hat in ihrer Geschichte zwar gelegentlich einzelne Schlachten  aber noch nie einen ganzen Krieg  verloren!   Der Colonel  hatte reichlich persönliche Kampferfahrung, wir  deutschen Soldaten einer "Nachkriegsarmee" (Bundeswehr) in jener Zeit des "Kalten Krieges" (noch) gar keine! Ich habe diesen besonders schneidigen Kerl sehr geschätzt, mit dem ich oft auch in der Freizeit nicht zuletzt bei unserer gemeinsamen Jagdausübung besonders interessante Gespräche und Erlebnisse genießen durfte. Er war für mich ein überzeugendes und sehr eindrucksvolles Vorbild . In einem Krieg hätte ich ihn gerne an meiner Seite (und nur sehr ungerne  "auf der anderen Seite"!) gehabt.     Buddy .       
19:36 Uhr
2026.03.11
Hallo Buddy, deine drei Anekdoten waren wieder sehr interessant. Man merkt, dass du in deinem Leben vielen außergewöhnlichen Menschen begegnet bist. Solche Begegnungen sind oft nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich, weil sie einem ganz andere Perspektiven eröffnen. Ich hatte dich schon mal gefragr, ob Du nicht mal ein Buch darüber schreiben willst, so detailreich, wie du das alles beschreibst. Mein heutiger Tag war eher von ganz praktischen Dingen geprägt. Ich habe die Vorbereitungen für meine Fahrt morgen getroffen. Dazu gehörten natürlich die üblichen Sachen wie Kleidung zusammenlegen. Außerdem habe ich meine 360-Grad-Kamera wieder ausgepackt und getestet. Da ich nicht weiß, wann ich das nächste Mal die Gelegenheit habe, meinen Sohn zu besuchen, möchte ich dort gern ein paar 360-Grad-Aufnahmen machen. Als mein Bruder hörte, dass ich zwei Tage nicht da bin, wurde er etwas nervös. Ich musste unbedingt noch seine Lieblingsmargarine und Klopapier besorgen – er hatte ernsthaft Sorge, dass er diese zwei Tage sonst nicht überlebt. Eine kleine Geschichte gab es heute auch noch mit meinen Sneakern . Vor etwa einem halben Jahr hatte ich mir direkt aus China über Temu ein Paar für etwa 15 € bestellt, Größe 47. Die waren inzwischen ziemlich heruntergelaufen – sowohl die Sohle als auch die Nähte. Also habe ich neue bestellt, wieder in Größe 47. Als sie ankamen, stellte sich heraus, dass sie viel zu klein waren. Obwohl auf beiden Paaren 47 stand, war das neue Paar mindestens zwei Nummern kleiner und absolut nicht tragbar. Die alten waren dagegen richtig groß und gemütlich gewesen, deshalb wollte ich genau die gleichen noch einmal haben. Ich habe die zu kleinen reklamiert und erneut bestellt. Obwohl ich wieder Größe 47 angegeben hatte, kam diesmal Größe 48 an. Zum Glück passt diese aber sehr gut und ist wieder richtig bequem. Und das Wichtigste: Sie sind heute noch angekommen, sodass ich sie morgen gleich anziehen kann. So, die nächsten zwei Tage bin ich unterwegs und werde wohl nicht zum Schreiben kommen. Aber lesen werde ich Post bestimmt. Viele Grüße Jürgen
21:52 Uhr
2026.03.13
. Hallo Jürgen Ich wünsche Dir eine angenehme Reise und einen angenehmen Aufenthalt bei Deinem Sohn und seinen "Lieben". Du erwähntest Deinen Bruder - und Deine ihm zukommende "Fürsorge". Lebt ihr gemeinsam in einer Wohnung? Ich habe insgesamt 9 Geschwister (3 x "leiblich", 2 x "adoptiv" und 4 x "Halb-") - aber es gibt seit vielen Jahren keine erwähnenswerte Kontakte mehr zu ihnen. Die Firma "Temu" ist nicht gerade bekannt für die durch sie vertriebene Ware im "Premium-Segment" .... prima, dass Du nun nach einigen Problemen doch noch in den Genuss passender chinesischer "Sneaker" gekommen bist. Ich persönlich kaufe sehr gerne Ware im Internet ... überwiegend bei den Anbietern "eBay" und "Amazon". Wunschgemäß folgt dieser Mail eine weitere "Anekdote" ... viel Spaß beim Lesen! Jürgen .
07:57 Uhr
. Hallo Jürgen hier mal wie angekündigt eine weitere Anekdote aus meinem ereignisreichen Leben.  Sie handelt von meiner recht schmerzhaften Begegnung, die ich in den frühen 80-ern mit "Larissa" hatte. Nein , nicht "das", was Du jetzt hoffentlich nicht  denkst! Ich war und bin stets treu wie ein Schwan! "Larissa" war eine Stute . Dazu muss ich Dir zunächst kurz die Vorgeschichte  erzählen:  Damals war ich Chef einer Kanonenbatterie, also u. a. "Herr" über etwa 150 Soldaten. Der einzige mir seinerzeit zwecks Unterstützung unterstellte Offizier (zugleich mein "Stellvertreter") war ein Leutnant - aber was für einer! Er war groß, mindestens 2,5 Zentner schwer - er war hochintelligent - und er hatte immer nur "blödes Zeug" im Kopf, typisch nicht nur für "kleine Jungens", sondern traditionell auch für junge Leutnante. Er war also "ein Kerl so ganz nach meinem Geschmack"! Optisch und mental ähnelte er verblüffend einem Bären.   Das recht ungewöhnliche  Hobby meines "stämmigen" Kameraden: Er züchtete  geradezu riesige  Pferde, sogenannte "Shire Horses", die eine Tonne und mehr  wogen und die ein "Stockmaß" von 1,90 Metern erreichten. Von diesen imposanten Tieren besaß er gleich mehrere. Durch ihn erfuhr ich auch etwas verwundert, dass alle "Huftiere", die ich  bislang "irrtümlich" für Pferde  gehalten hatte, zumindest seiner Meinung nach  gar keine waren, sondern lediglich "Queckenfresser" - wie er verächtlich alle sogenannten " Großponys " bezeichnete.   Nun ja, ich hatte (und habe!) absolut keine Ahnung von Pferden, wohl aber von historischen  Schusswaffen! Damals besaß ich in meiner Sammlung eine unglaublich kraftvolle  englische "Marine-Muskete" - einen sogenannter "Vorderlader" im Kaliber 14,5 mm aus der Zeit des 19. Jahrhunderts: Mit diesem "Püster" konnte man seinerzeit vermutlich mit nur einem einzigen Treffer einen ganzen "Kutter" versenken .... egal!  Wenn ich damals bei "Vorführungsschießen" auf Bundeswehrschießanlagen eventuell anwesende Gäste  besonders beeindrucken wollte, dann führte ich  diese entsetzliche Waffe gerne mal mit einer sechs fachen Schwarzpulverladung vor. Das Geräusch beim Abschuss dieser Waffe war mit Dröhnen  nur unzureichend beschrieben - und nahezu der ganze "Zielaufbau" im hinteren Bereich der Schießbahn (sogenannte "Klappscheiben") war dann schlagartig im sehr eindrucksvollen Pulverdampf "verschwunden". Sofern das dann irgendeinem " Großmaul " immer noch nicht reichte, forderte ich denjenigen auf, doch selbst mal "so ein Schüsschen" zu wagen. Bei der der  Gelegenheit lud ich dann (unbemerkt!) eine acht fache Pulverladung hinter das beängstigend große und schwere Bleigeschoss , das war dann sozusagen "zum Abgewöhnen"! Du musst wissen, dass bei Schwarz pulver (im Gegensatz zum moderneren Nitro pulver!) auch dann  noch keine "Rohrsprengung " zu erwarten ist, wohl aber einen mächtigen Schlag gegen die Schulter  .... zumindest meine Waffe  war dabei also nicht in Gefahr . Nun ja, mein Leutnant war so ein "Großmaul" ...  also gab´s zur Freude aller Umstehenden mal wieder diese ( ihm  noch nicht bekannte) "Ladung"! Ich überreichte ihm dann die durch mich geladene Waffe mit den Worten: "Ein Leutnant drückt sich nicht  - also los!" Beim nun folgenden Abfeuern dieser Muskete sah es fast so aus, als fiele ihm durch den enormen Rückschlag der Kopf vom Rumpf. Er warf dann meinen Püster verärgert gegen einen Erdwall, sagte laut und etwas undiszipliniert  "Schei..!" Er rieb sich seine leicht geprellte Schulter und er fügte dann hinzu: " Ein Hauptmann  drückt sich auch  nicht - wir sehen uns Samstag bei mir im Reitstall!" So viel zur Vorgeschichte.   Er wusste aus Gesprächen, dass ich noch nie zuvor  geritten war. Ich dachte: "Naja, so schlimm wird´s ja wohl nicht werden" .... das war leider eine Fehleinschätzung, wie sich später herausstellte! Samstags darauf fuhr ich dann in Begleitung meiner Frau zum Reitstall meines "rachsüchtigen Leutnants", der uns bereits zusammen mit seiner  Ehefrau erwartete und strahlend begrüßte. Noch dachte ich:  "Es wird vermutlich mit ein paar Runden auf der Koppel  erledigt sein, und eventuell einmal vom Gaul fallen  werde ich notfalls wohl auch irgendwie überleben”.  Das war leider meine nächsten Fehleinschätzungen der Lage!  Unsere Frauen tuschelten miteinander, lachten sich wieder einmal kaputt über ihre "bekloppten Kerle" - und sie setzten sich auf eine Bank unmittelbar vor dem Pferdestall, um dort in Ruhe ihren Kaffee zu genießen und der Dinge zu harren, die da kommen würden. Okay, "überlebt" habe ich es ja! Wir beide (der Leutnant und ich!) gingen nun in  seinen Pferdestall.  Was ich dort sah, machte mich spontan etwas misstrauisch:  Er hatte bereits seinen Hengst für sich  und eine seiner Stuten für mich  gesattelt .... wohl, um auch ja keine Zeit zu verlieren, mich zu quälen .   Die für mich bestimmte riesige  Stute namens " Larissa " stand im Gang seines Stalles zwischen zwei Boxen. Ihr Kopf war merkwürdigerweise mit dem Zaumzeug ganz weit unten  am Boden festgezurrt - was dieses Tier verständlicherweise "fuchsteufelswild" machte - das sollte es wohl auch ! Der oben abgebildete Wallach (ein Bild aus dem Internet) ähnelt "Larissa" sehr. Leider hatte ich es damals (´70er Jahre!) versäumt, die Stute namens Larissa zu fotografieren .... schade! Ich wollte nun rasch aufsitzen, um es "hinter mich zu bringen". Aus dem Kino wusste ich:  linker Fuß in den linken Steigbügel setzen - und dann lässig auf den Sattel schwingen .... genauso  hatte ich es in zahllosen "Wildwestfilmen" beobachtet. Das ging aber leider nicht, der dämliche Steigbügel hing mir bei dem riesigen Gaul nämlich nur knapp unter meinem Kinn! Okay, mein Leutnant stellte nun g rinsend eine Leiter  neben das Pferd .... das sah zweifellos nicht besonders "elegant" aus! Es war ja aber Gott sei Dank kein "Zuschauer" anwesend ... und endlich war ich "oben". Dann befreite er Larissa aus ihrer misslichen (tief gebückten) Haltung und führte sie (mit mir obendrauf!) nach draußen .... für mich endete dieser "Ritt" fast  bereits nach wenigen Metern am viel zu niedrigen Holm der Stalltür.  Gleich anschließend kam er dann auf seinem Hengst herausgeprescht , weiß der Teufel, wie er  da ´raufgekommen war! Draußen haben wir noch mal kurz und lässig unseren beiden "Mädels" zugewunken - und dann ging es zunächst einmal (geradezu "herrenmäßig"!) im Schritt -Tempo los - gar nicht mal so übel , fand ich. Ich saß nun erst einmal “ schön breitbeinig " sowie ein Motorradfahrer auf diesem meiner Meinung nach viel zu groß geratenen Gaul - und (das gebe ich nur ungern zu!) ich genoss zunächst  von dort oben herab die schöne Aussicht über die zauberhafte Landschaft des dortigen "Münsterlandes".  Mein Leutnant korrigierte nun erst einmal durch gnadenlose  mündliche Anweisungen meine zweifellos "unprofessionelle" Sitzhaltung. Zuerst sollte ich meine Stiefel (militärische "Kampstiefel"!) in den Steigbügeln so weit zurücksetzen , bis nur noch meine Zehenspitzen darauf lagen. Meine Knie sollte ich dann gefälligst nicht  so breitbeinig auseinanderhalten, sondern " züchtig" nach innen drücken " - bis an den recht mächtigen Leib der Stute heran. Nun sollte ich auch noch meinen Hintern bei jedem Schritt des Tieres (warum auch immer?) leicht aus dem Sattel anheben  .... ich will es kurz machen: Als es für mich  so richtig un bequem geworden war, meinte er nur: "Schon ganz gut so!"   Dann ging das "Elend" erst richtig  los. Mein "Peiniger" schnalzte nur einmal kurz mit seiner Zunge und beide  Pferde änderten schlagartig ihre Gangart .... von "Schritt" in " Trab ". Nicht etwa, dass Du jetzt glaubst, ich selbst  hätte irgendeinen Einfluss darauf gehabt! Diese neue "Art der Fortbewegung" fühlte sich nun für mich so an, als ob ich ununterbrochen Tritte in den Hintern  bekäme .... meinem Leutnant gefiel´s deshalb prächtig .... mir nicht! Schade nur, dass ich auf  bzw. an  dem Gaul weder so etwas wie eine "Gangschaltung" noch eine "Bremse" bzw. eine geeignete "Aufstiegshilfe" fand ... die dort leider auch nicht angebracht worden. Ich musste  deshalb wohl oder übel irgendwie oben bleiben  und das alles geduldig ertragen . Später ging´s dann sogar weiter im " Galopp " ... das fand ich erstaunlicherweise nicht halb so schlimm wie die dämliche Gangart "Trab"! Diese Tortur fand  auch keineswegs (wie ich gehofft hatte!) nur ein paar Runden lang auf der "Koppel" statt - nein, wir bewegten uns vielmehr im "freien Gelände". Es war auch nicht etwa nach nur wenigen Minuten beendet ... ich will es vorwegnehmen:  Dieser für mich erste  Ritt dauerte nach dem Willen meines Peinigers ohne jegliche Unterbrechung ca. drei  Stunden lang!   Wir ritten dabei quer durch Wälder und Schonungen - erstaunlich nahe vorbei an jungen Füchsen , die vor ihrem Bau spielte - und auch an Rehen , die in einer "Schonung" (die wir einfach durchquerten!) ihren "Einstand" hatten - und die uns (dort oben auf den Pferden sitzend) offensichtlich nicht  als eine Gefahr wahrnahmen.  Als Larissa das erste Mal vor einem Bach merkwürdig "buckelte" , um dann mit einem Satz hinüberzuspringen , da dachte ich nur:  "Okay, das war´s jetzt!"  Auf der anderen Seite des Bachs angekommen klammerte ich mich seitlich am Gaul hängend  verzweifelt fest, zum "Runterfallen" war mir das einfach zu hoch! Mein Leutnant schob mich schallend lachend (von seinem Hengst aus) wieder in den Sattel zurück - und es ging “gnadenlos” weiter. Unter einer Baumallee trabend  musste ich dummerweise feststellen, dass die Äste dort lausig tief  hingen und dass es  der Larissa offenbar scheißegal war, dass ich erstaunlicherweise noch immer oben auf ihr  hockte. Sie nahm nur ihren  Kopf etwas tiefer und trabte "munter" ganz dicht unter diesen tiefhängenden Ästen hindurch - ich hingegen hing mal wieder seitlich an ihr dran, so etwa wie in "Wildwestfilmen" die Indianer, wenn sie mal wieder von der anderen Seite aus beschossen wurden. Am Ende der Baumreihe wurde ich dann durch den Leutnant erst einmal wieder "freundlicherweise" auf meinem Sattel "zurechtgeschoben" .... wie peinlich! Ich gebe es tatsächlich nur sehr ungern  zu:  Wenn wir zwischendurch  mal wieder im gemächlichen " Schritt tempo" unsere "Reise" fortsetzten, dann fand ich das alles spontan und immer wieder mal "herrenmäßig" und durchaus angenehm - wenn da doch nur nicht anschließend wieder diese verfluchte Gangart "Trab" gewesen wäre ... und leider auch mein völliges Unvermögen, auf dieses Tier wenigstens irgendwie  "Einfluss" zu nehmen.   Nach drei Stunden hatte ich die Sache mit der Vorderlader-Muskete "abgebüßt" - wir waren zurück am Stall. Ich habe bis heute keine Ahnung, wie ich vom Pferd herab und anschließend nach Hause gekommen bin, ich war erst einmal total "geschafft". Diese Posse war aber leider noch nicht beendet! Zwei Tage später (montags) durfte ich ja nun wieder meinen Dienst antreten. Ich hatte an diesem Tag nahezu unerträglichen Muskelkater - und das an Stellen, an denen ich gar keine Muskeln vermutet hatte - nämlich insbesondere an der Innenseite  meiner Oberschenkel. Den "Erhaltungszustand" des Gesäßes möchte ich hier lieber nicht schildern .... es war die "Hölle"!  Als ich nun an jenem "Montag danach" mit dem Auto in der Kaserne ankam, stand mein Leutnant zusammen mit dem gesamten "Unteroffizierkorps" meiner Einheit bereits im Eingang unseres Unterkunftsgebäudes und wartete grinsend auf die Ankunft des "Alten". Ich quälte mich "coram publico" aus meinem Auto heraus - zog mich dabei mit den Fingerspitzen an der Dachkrempe meines Autos hoch - und "ging" (wenn man diese Bewegungen den Bewegungen denn wohlwollend so  formulieren mag?) gleichsam wie ein Behinderter in Richtung Unterkunftsgebäude, dabei meine Füße im Wechsel "tapfer" nach vorne werfend und ihnen dann "Schritt für Schritt" irgendwie folgend. Das muss recht mitleiderregend ausgesehen haben - so ungefähr, als hätte ich plötzlich unter so etwas wie "Multipler Sklerose in fortgeschrittenem Stadium" gelitten.   Noch Tage später "verscheißerte" mich mein Leutnant, indem er mehrfach unter Zeugen bei jeder passenden und vor allem "unpassenden" Gelegenheit dreist behauptete, seine Larissa leide  nun unter einem "posttraumatischen Software-Schaden", seine Stute sei deswegen  in Behandlung eines Tierarztes bzw. "Pferdeflüsterers". Die angeblichen  Symptome: Immer dann, wenn die Stalltür aufginge, würde sich "dieses arme Tier” flach in das Stroh seiner Box werfen , um dann dort in Bodennähe ängstlich durch ein Astloch zu schauen , ob ich  eventuell zurückkäme ....   Es war übrigens nicht nur mein erster,  sondern auch zugleich mein letzter  Ritt im Leben!   Soviel zu meiner denkwürdigen Begegnung mit "Larissa". Buddy . .
16:34 Uhr
2026.03.14
. Hallo Jürgen Hier berichte ich Dir mal meine Erinnerungen an eine recht eindrucksvolle Russin  - eine weitere dieser kleinen aber feinen "Geschichten, die das Leben schrieb".  Meine gesicherte Lebenserfahrung: Man kann nie so seltsam denken, wie es kommt: Es war Mitte der 1990er Jahre und wieder einmal einer dieser sogenannten "Brückentage", der Freitag nach dem stets auf einen Donnerstag fallenden gesetzlichen Feiertag  "Christi Himmelfahrt" - also ein Tag, an dem viele "Werktätige" wenn irgendwie möglich Urlaub beantragte, um ein verlängertes Wochenende  von vier Tagen zu genießen - ein Tag, an dem insbesondere in unserer Armee "traditionell" absolut nichts (!) los war ... das  glaubte ich damals jedenfalls.   Ich hatte freiwillig als ältester (und somit "ranghöchster") Chef in unserem Raketenartilleriebataillon die Rolle des am Standort "Wesel" einzig anwesenden  Offiziers übernommen .... also sozusagen "die Stallwache". Die Telefone aller übrigen Dienstposteninhaber  in der Kaserne waren deshalb an diesem Tag sinnvollerweise auf mein  Telefon umgeschaltet worden, sodass alle in dieser Kaserne eingehenden (nur eventuell bedeutsamen) Anrufe automatisch direkt bei mir  ankamen.     Außerdem hatte ich durch den Spieß (ranghöchsten Feldwebel, auch "Mutter der Kompanie" genannt) einen einzigen besonders pfiffigen wehrpflichtigen "Geschäftszimmersoldaten" zum Dienst einteilen lassen, der sowohl leckeren Kaffee kochen als auch mit "dem Alten" (also mit mir! ) vernünftig Schach spielen konnte.  Alles war an diesem "besonderen" Freitag somit in allerbester Ordnung, es hätte ein sehr ruhiger Tag werden können.   Dann kam´s - genauer gesagt: Dann kam sie !    Unser evangelischer  Standortpfarrer (stationiert in einer ca. 20 km entfernten Kaserne) belästigte mich gleich bei meiner ersten Tasse Kaffee und einem fulminanten Eröffnungszug beim Schach mit einem ungewöhnlichen "Hilferuf" - ungewöhnlich  schon deshalb, weil wir beide (dieser unsympathische Pfarrer und ich) uns eigentlich absolut nicht leiden konnten, Aber er wusste ja nicht, wer  denn in unserer  Kaserne am Telefon sein würde. Er war nach eigenen Angaben am Vortag  spät abends von einem sogenannten " Evangelischen Kirchentag " (also einer dieser "kirchlichen Großveranstaltungen") zurückgekehrt .... und bei dieser Veranstaltung und dort (in Hamburg) war ihm unerwartet ein ganz besonderer Gast zur Betreuung  "aufs Auge gedrückt worden" - eine "waschechte" Russin, die (warum und auf wessen Kosten auch immer?) ebenfalls an jenem " klerikalen Event " teilgenommen hatte. Es handelte sich, wie er mich am Telefon wissen ließ, um eine recht prominente und überaus attraktive Dame mittleren Alters, die seiner Meinung nach unwahrscheinlich gut riechen würde und die in Russland als gute Bekannte und "Duz-Freundin" des damaligen überaus trinkfesten  Staatspräsidenten Boris Jelzin beträchtliches Ansehen genoss. Außerdem sei sie Mitglied der "Duma", also des russischen Parlaments - und außerdem die Vorsitzende des russischen "Komitees der Soldatenmütter" .... also dort nach der etwas fragwürdiger Ansicht dieses mir unsympathischen Pfarrers so etwas wie das Gegenstück zu unserem deutschen "Wehrbeauftragten".   Mir war sehr wohl bekannt, dass der Wahrheitsgehalt seiner Äußerungen oft zu wünschen übrig ließ - und dass man deshalb nicht alles  glauben sollte, was er sagte! Egal, das alles machte mich ein wenig neugierig auf diese Dame.   Erst 10 Jahre später  fand ich im Internet  ein Foto von ihr. Sie hieß Ella Polakowa, kam aus "Sankt Petersburg" und sie war seinerzeit wohl tatsächlich  so etwas wie ein weiblicher russischer "Promi" gewesen! Diese Dame hatte sich damals (warum auch immer) in den Kopf gesetzt, bei ihrem Besuch in Deutschland nach Möglichkeit einen kurzen, aber möglichst intensiven Einblick in die Bundeswehr zu nehmen ... ausgerechnet an diesem öden "Brückentag", an dem in der gesamten Bundeswehr  alle Kasernen so gut wie "leer" waren! Am Dienstort des Pfarrers  war natürlich auch nichts los ! Der in an jener Kaserne "einzig Diensthabende" (ein " Pionier offizier") hatte spontan "jeglichen Kontakt zu Russen" strikt abgelehnt und dann spontan irgendwo in seiner recht großen Kaserne völlig unauffindbar  verkrochen. Nun war also alternativ ich  als " Artillerie offizier" am nächstgelegenen Nachbarstandort gefordert."Why not?", wie unsere US-Verbündeten bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zu sagen pflegten. Du musst wissen: Bundeswehr-P ioniere  (zuständig für Minen, Straßensperren, Behelfsbrücken, Flussfähren etc.) galten in unserer Armee ohnehin alle als etwas "dämlich" - für uns Artilleristen  galt hingegen eh und je: "We are the best - fuck the rest!"   Ich habe dann noch kurz meinen an diesem Tag beurlaubten Kommandeur daheim  angerufen, habe ihm den Sachverhalt gemeldet - und ich habe ihn "anstandshalber" gefragt, ob er an dem unerwarteten "Vergnügen" nicht auch teilhaben wollte. Aber der Oberstleutnant (ein "Generalstabsoffizier") sagte nur so etwas wie: "Oh Gott, wen  wir jetzt alles informieren  und fragen  müssten (?)"- und überhaupt: Er  sei an diesem Tag beurlaubt und für mich eigentlich leider gar nicht erreichbar .... und dann erfolgte die in derart "misslichen Situationen" " klassische" militärische Auftragserteilung : "Barlag, machen sie mal - Sie machen das schon - sonst mache ich Ihnen hinterher einen!" Nun ja, wie heißt es doch so schön: Viel Feind viel Ehr!  Ich hatte ja immerhin noch ca. 30 Minuten Vorbereitungszeit  bis zum Eintreffen dieser "Russen-Lady"!  Ich ließ nun erst einmal durch meinen jungen "Schachpartner" per telefonischem Rundruf feststellen, wer denn außer uns beiden  an diesem Tag überhaupt noch in unserer Kaserne zum Dienst erschienen war ... das war schnell erledigt! Es waren nur etwa 20  (von mehr als 1.000!) Soldaten anwesend - und diese ausschließlich im Bereich der Kasernenwache, der Truppenküche und im Sanitätsbereich. An diese mir an dem Tag unterstellten  Soldaten gab ich nun rasch ein paar Vorbefehle: Die "Jungens" und unser damals einziges "Mädel" (eine Truppenärztin!) sollten sich rasch "etwas frisch machen" und ihr Umfeld soweit nötig umgehend in allerbeste Ordnung bringen (man will sich ja schließlich nicht blamieren und dann entschuldigen müssen).  Dann erwartete ich diese Russin persönlich  am Kasernentor (" alte Schule "!) - und ich nahm sie dort in Empfang ... natürlich mit Umarmung und "knuddeln" ( nach russischer Landessitte !) ... und ich stellte tatsächlich fest, der "Pfaffe" hatte Recht, sie roch tatsächlich unwahrscheinlich gut! Ich führte sie dann zunächst einmal zum Kaffee-Pläuschchen (in Englisch wird so etwas völlig unromantisch  als “in-briefing” bezeichnet) in unser Stabsgebäude   .... und dort " standesgemäß " (und " zum Strunzen ") in unseren sogenannten "Traditionsraum". So etwas kommt bei "Mädels" erfahrungsgemäß stets prima an und "bricht das Eis" - so auch in diesem Fall! Die Dame war wohl seinerzeit irgendwo zwischen 40 und 50 Jahre alt (?) und (wie bereits gesagt) tatsächlich auffallend attraktiv (!) Erfreulicherweise war sie in Begleitung eines russischen "Simultan-Dolmetschers" unterwegs (ich kann nun mal leider kein "Russisch" - mit Ausnahme einiger derber Flüche, die mein Vater "aus dem Krieg" mitgebracht hatte, um sich damals 1942/43 in der Ukraine und im Kaukasus in kritischen Lagen verständlich machen zu können).  Aber diese meine "sehr speziellen" Sprachkenntnisse halfen mir in dieser Lage auch nicht weiter. Außerdem war sie noch in Begleitung eines weiteren, extrem wortkargen, kahlgeschorenen "Glatzkopfes "mit einer auffallend “stattlicher Figur” , der mir als ihr "Leibwächter" vorgestellt wurde ... vermutlich wohl ein Agent des russischen Geheimdienstes "KGB" (bzw. "GRU" oder "FSB" oder -??- ) ... mir war das völlig egal!   Ich informierte die Dame kurz über Auftrag und Ausstattung unseres Raketenartilleriebataillons, was sie aber erstaunlicherweise überhaupt nicht interessierte . Sie "zierte" sich auch nicht lange und erklärte mir nun gleich zu Beginn unserer Begegnung, dass sie an unseren "Waffen" absolut kein Interesse habe, weil ihr Sohn ebenso wie ich Major und Chef in einem vergleichbaren russischen  Artillerieverband sei - und dann kam die Lady "zur Sache": Sie bat mich kurz und bündig, ihr einen möglichst " ungeschönten " Einblick zu geben in die Unterkünfte unserer wehrpflichtigen  Soldaten, sowie die Unterkünfte unserer Unteroffiziere  und Offiziere . Außerdem wollte sie besonders gerne  zusätzlich unsere Truppenküche  und unseren Sanitätsbereich besichtigen, nur daran  sei sie wirklich interessiert! Das war nun "eine meiner leichtesten Übungen", wie man so nett zu sagen pflegt! Das waren nämlich u. a. Bereiche innerhalb unserer Kaserne, für die ich als Chef einer immerhin ca. 400 "Mann" starken Stabs- und Versorgungskompanie Tag für Tag persönlich  verantwortlich war ... in denen ich deshalb regelmäßig "Dienstaufsicht" ausübte ... und auf deren vorbildlichen Zustand  ich damals jederzeit stolz  sein durfte. Ich erweiterte meine "Vorbefehle" nun auf meine Frau daheim ... wobei sie sich diese  Formulierung als überaus selbstbewusste Gattin nachdrücklich verbeten hätte! Daraufhin starteten wir einen "informativen Spaziergang" durch unsere besonders schöne Kaserne, ich als "Bärenführer" meiner Überraschungsgäste, also der hübschen Russin und ihrer beiden "Schatten" voran.  Als Erstes zeigte ich ihr wunschgemäß  in einem der insgesamt fünf Unterkunftsgebäude für meine Einheit einige Stuben meiner Soldaten, also geräumige Räume für die Unterbringung von 4 bis 6  Mannschaftssoldaten ... dann eine deutlich kleinere Stube für 2 junge Unteroffiziere .... eine vergleichbare Stube für einen  einzelnen Feldwebel .... und schließlich eine Kasernenunterkunft für einen "ledigen" Leutnant  (ein kleines "Appartement" innerhalb eines der Unterkunftsgebäude mit eigener Dusche / WC, einem kleinen Vorraum sowie einem Abstellraum). Alle diese Räume waren zwar "farbenfroh", aber insgesamt doch eher "schlicht und zweckmäßig" mit einheitlichem Bundeswehrmobiliar ausgestattet. Das gefiel ihr schon mal prima - zumal mein "Kompaniefeldwebel" in diesen Bereichen in meinem Auftrag stets hartnäckig und kompromisslos Ordnung und Sauberkeit durchsetzte.   Als Nächstes zeigte ich ihr mein  eigenes, sehr geräumiges und nahezu "museumsähnlich" eingerichtetes Dienstzimmer. Dort hingen neben einigen anderen "Exponaten" einige Waffen an den Wänden, ....   ... unter anderem ein (meinen Gästen bestens vertrauter) russischer "Kaschi” ("Kalaschnikow"-Sturmgewehr) .    .... und außerdem stand da noch "Emma" herum - eine Schaufensterpuppe , g ekleidet in der "Paradeuniform" der untergegangenen "NVA". Dieses Foto zeigt rechts im Bild "Emma", es entstand aber erst später  nach in meinem häuslichen "Refugium" (nach meiner Pensionierung). Die Russin war erwartungsgemäß verblüfft und begeistert. Nun setzte ich noch "einen drauf":   In einem bis 1992 durch US-Soldaten genutzten  und anschließend leerstehenden  Unterkunftsgebäude hatten wir Bundeswehrsoldaten damals (auf Wunsch unserer Garnisonsstadt Wesel!) ca. fünfzig aus Russland vertriebene mehr oder weniger "deutschstämmige" Mitmenschen untergebracht und liebevoll  in unsere Obhut genommen - überwiegend ältere und extrem harmoniebedürftige nun "Obdachlose" und deren Enkel, die man seinerzeit aus Russland oder aus der Ukraine "hinausgeekelt" hatte, wohl um sie dort  fortan nicht mehr versorgen zu müssen. Deren "noch arbeitsfähigen" Kinder, also die Eltern  ihrer zu uns nach Deutschland mitgebrachten Enkel, durften jedoch damals nicht  mit ihnen in die BRD ausreisen - sie  waren nun mal den Russen als auch den Ukrainern als Arbeitskräfte nützlich!   Wir besuchten an diesem Tag dort innerhalb unserer Kaserne ein mit mir inzwischen befreundetes  älteres Ehepaar aus dem Kaukasus - mein russischer Gast war erwartungsgemäß sprachlos! Innerhalb so einer Bundeswehrkaserne war diese Russin darauf  offenbar nicht vorbereitet gewesen .... und sie staunte nicht schlecht, wie angenehm und wohlbehütet  sich ihre  ehemaligen Mitbürger nun in unserer  Gesellschaft und Obhut fühlten .... für diese sehr bescheidenen Mitmenschen war es erklärtermaßen schon eine Wohltat, in unserer Kaserne (also in einem "geschützten Bereich") zu wohnen und sogar täglich morgens, mittags und abends kostenlos  an unserer "Truppenverpflegung" teilnehmen zu dürfen ... und ( genau so  wurde es durch einen dieser Deutsch-Russen formuliert !): "Tag für Tag Soldaten in Uniform zu begegnen, die sie nicht  etwa verprügelten, sondern stattdessen freundlich  grüßten". So etwas  hatten unsere Neubürger aus ihrer "alten Heimat" leider anders  in Erinnerung!   Nur 100 Meter von dieser  Überraschung entfernt zeigte ich der Russin dann noch  unser ganz besonderes und durch private Initiative entstandenes "Naturschutzprojekt" .... eine "Pflegestation" für heimische Greifvögel, die meine Soldaten dort in einem kleinen Wäldchen innerhalb der Kaserne  errichtet hatten:   Ein derart aufwendiges und arbeitsintensives ( !) "Naturschutzprojekt" ( freiwillig  durch einige meiner Soldaten unter Leitung eines Falkners geschaffen  und gepflegt! ) hatte sie in einer russischen  Kaserne ebenfalls noch nie gesehen - und deshalb bei uns auch nicht vermutet. Danach gingen wir weiter in unser Wirtschaftsgebäude, in dem sich eine hochmoderne Truppenküche, zwei "Speisesäle" und eine durch einen zivilen Pächter betriebene Kantine befand. Sie interessierte sich sachkundig für alle  Räume und auch Nebenräume (einschließlich unserer Vorratsräume im Keller und eines tief darunter gelegenen "Atomschutzbunkers").     Zufällig  war zuvor eine von unseren fünf mobilen  Feldküchen von einer mehrtägigen Truppenübung einer unserer Raketenbatterien zurückgekommen - und die wurde gerade nach der Nutzung an diesem besonders ruhigen Arbeitstag gründlich gereinigt - sowie anschließend zwecks Überprüfung der Vollzähligkeit und Brauchbarkeit der vielen zugehörigen Geräte komplett "zum Appell" ausgebreitet. Genau das  war es ihrer Meinung nach, was ihrer Erkenntnis nach der russischen Armee damals in "Tschetschenien" so sehr fehlte, woher sie  gerade erst eine Woche zuvor von einer Ihrer "Inspektionsreisen" als Begleiterin und Betreuerin einiger "russischen Soldatenmütter" zurückgekommen war - wie sie mir berichtete - und wie es sogar in unserem  westdeutschen Fernsehen damals berichtet worden war. Natürlich durfte sie an diesem Tag auch unsere hervorragende  Truppenverpflegung probieren.   Im Sanitätsbereich war dann unser Zahnarzt (ein Soldat!) und auch meine "Lieblings-Truppen ärztin " anwesend, beide extrem gut drauf! Diese Beiden "präsentierten" sich  und ihre Zuständigkeitsbereiche (erwartungsgemäß) erstklassig  und besonders überzeugend .   Da mein russischer Gast ja auch gerne sehen wollte, wie denn nun ein deutscher Stabs offizier (so wie ich) mit seiner Familie lebte, fuhren wir anschließend zu mir nach Hause ... nur etwa 1 Kilometer von unserer Kaserne entfernt. Dort passierte etwas für mich  völlig Unerwartetes, für eine Russin  aber wohl Typisches ... sie nahm meine Frau gleich bei der Begrüßung strahlend in die Arme .... ich  wurde ab sofort gar nicht mehr wahrgenommen! Sie unterhielt sich ab sofort ausschließlich und lebhaft (mit Unterstützung des hochqualifizierten Simultandolmetschers) nur noch  mit meiner Frau und mit unserer zufällig (?) anwesenden ältesten Tochter "Tanja". Die drei "Mädels" gingen nun gemeinsam durch das ganze  Haus - vom Wäschekeller bis hinauf auf den als "Lagerraum" genutzten Speicher - und dann in den idyllischen kleinen Garten hinter dem Haus - dabei stets "eskortiert" durch die beiden männlichen russischen Begleiter (also den Dolmetscher und den "Bodyguard"). Außerdem musste ihr meine Frau  ihren damaligen eigenen "Zweitwagen" (einen "Porsche 924") und meine älteste Tochter  ihren eigenen PKW (einen VW-Golf III, "sponsored by daddy"!) vorführen. Die Russin wollte wirklich alles ganz genau  sehen und wissen und sie “bombardierte” förmlich sowohl meine Frau als auch meine Tochter völlig ungeniert  und ununterbrochen  mit erstaunlich gezielten Fragen, alles stets fleißig übersetzt durch ihren Dolmetscher. Ich  hatte währenddessen sozusagen " absolute Sendepause "! Nach einem Kaffee und einer anschließend "geköpften" Flasche Sekt lagen sich dann alle anwesenden Damen bestens gelaunt, herzhaft lachend sowie lebhaft diskutierend in den Armen. Bald fielen auch überaus versöhnliche Worte wie "gute Mamuschka"(?), ich war damit offenbar nicht gemeint!   Der langen Rede kurzer Sinn: An diesem Tag in den 1990er Jahren gingen deutsch-russische "Freunde" auseinander, die sich in wenigen Stunden irgendwie "liebgewonnen" hatten. Gehört und gesehen haben wir nie wieder voneinander, ....  vergessen haben wir alle  diese "Begegnung" jedoch wohl auch nicht. Wir hatten diese Russin mit unserer Freundlichkeit und Offenheit förmlich "überwältigt", wie mich später dieser evangelische Militärpfarrer  wissen ließ. Wie "das alles" wohl anschließend ihr Freund “ Herr Jelzin ” fand, als sie ihm später (nach ihrer Rückkehr in Russland) vermutlich darüber berichtete?     Buddy .
17:37 Uhr
2026.03.16
Hallo Buddy, die beiden Episoden haben mir sehr gut gefallen. Besonders die Geschichte mit der Stute „Larissa“ konnte ich mir bildlich vorstellen – vor allem der Muskelkater danach und das Grinsen der Unteroffiziere am Montagmorgen. Auch deine Begegnung mit der russischen Duma-Abgeordneten war eine interessante Geschichte. Man merkt daran, wie unerwartet solche Begegnungen manchmal entstehen und welchen Eindruck sie hinterlassen können. Du hattest gefragt, wie das mit meinem Bruder ist. Er ist stark schwerhörig und war durch den Grünen Star zeitweise fast blind. Seit Juli 2025 läuft eine längere Augenbehandlung. Seit dieser Zeit bin ich tagsüber meist in seiner Wohnung und kümmere mich um die Dinge, die erledigt werden müssen. Ich übernachte in dieser Zeit bei meinem Vater. Wenn das Wetter halbwegs mitspielt und es nicht regnet, laufe ich morgens und abends jeweils etwa eine Stunde und zehn Minuten quer durch Dresden. Das ist einerseits Bewegung, andererseits nutze ich die Zeit, um über YouTube Nachrichten und Hintergrundberichte zu hören. Was Einkäufe im Internet betrifft: Bei eBay stören mich oft die zusätzlichen Lieferkosten. Deshalb bestelle ich inzwischen häufiger bei Amazon oder Temu. Meine Denkweise ist dabei recht einfach: Wenn ein Produkt sowieso aus China kommt, kann ich es auch gleich direkt dort bestellen. Amazon nutze ich eher dann, wenn es schnell gehen soll oder wenn das Produkt nicht aus China stammt – ansonsten eben Temu. Bei meiner Reise zu meinem Sohn hat sich übrigens wieder einmal bestätigt: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich hatte ursprünglich verstanden, dass wir am Donnerstag hinfahren und am Freitag wieder zurück. Als ich meine Ex-Frau fragte, warum wir nur einen Tag bleiben, meinte sie: „Wieso Freitag? Wir fahren erst am Sonntag zurück.“ Das fand ich dann natürlich deutlich angenehmer – aus zwei Tagen wurden plötzlich vier. Fast vier Tage ohne Internet sind nun vorbei – und wie man sieht: ich habe es überlebt. 🙂 Mein Sohn hat sich bereits 2020 ein Eigenheim gebaut, und bisher hatte ich noch keine Gelegenheit, ihn dort zu besuchen. Von Dresden aus sind es immerhin rund 650 Kilometer – ohne Auto und mit der Bahn ist das schon eine kleine Reise. Von außen wirkt das Haus eher klein – sehr schön, aber überschaubar. Innen dagegen ist es überraschend großzügig. Ich habe dort einige 360-Grad-Aufnahmen gemacht, die ich jetzt noch in Ruhe nachbearbeiten muss. Heute, am Montag, war ich außerdem mit meinem Bruder beim HNO-Arzt. Auf diesen Termin hatten wir dreieinhalb Monate gewartet – und nach etwa fünfzehn Minuten war alles erledigt. Es ging lediglich um ein Rezept für eine Lichtsignalanlage, weil er aufgrund seiner Schwerhörigkeit die Klingel oft nicht hört. Am Abend war ich noch zur Blutplasma-Spende. Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens wird dabei mein Blut regelmäßig kontrolliert. Zweitens muss der Körper danach neue Thrombozyten bilden, was gewissermaßen auch ein kleines Training für den Organismus ist. Und drittens gibt es dafür eine kleine Aufwandsentschädigung für die investierte Zeit. Außerdem habe ich den Eindruck, dass derzeit viel Blut benötigt wird, weil durch verschiedene Konflikte (Ukraine, Iran) immer wieder Verletzte auch nach Deutschland gebracht und hier behandelt werden. Heute wurden allerdings zunächst nur die Formalitäten erledigt – Papierkram, ärztliche Untersuchung und eine erste Blutabnahme. Innerhalb von etwa fünf Tagen bekomme ich das Ergebnis, ob ich tatsächlich zur Spende zugelassen werde. Den Rest des Tages habe ich dann erst einmal damit verbracht, alles aufzuarbeiten, was in den letzten vier Tagen liegen geblieben war. Viele Grüße Jürgen
22:20 Uhr
2026.03.17
. Hallo Jürgen Da Dir meine "sehr persönlichen" Erinnerungen an diverse "Begegnungen" in meinem erfüllten und ereignisreichen Leben offenbar gefallen haben, übersende ich Dir hier mal eine weitere! 1996 ließ ich mich durch unseren damaligen überaus sympathischen katholischen  Militärpfarrer überreden, mit ihm gemeinsam an einer etwa einwöchigen Pilgerfahrt nach Lourdes  (Südfrankreich) teilzunehmen, wo sich alljährlich zur gleichen Zeit mehr als 10.000 uniformierte Soldaten aus zahllosen Länden Herkunftsländern treffen.  In diese recht unscheinbare und eher farblose Kleinstadt reisen bekanntlich Jahr für Jahr unzählige katholischen  Christen, um genau dort die sogenannte "Gottesmutter Maria" zu anzubeten. Einige von ihnen erhoffen sich dadurch sogar so etwas wie eine "Wunder- heilung" von unheilbaren Krankheiten, da sich angeblich in der Vergangenheit immer wieder mal "so etwas" ereignet haben soll (?)  Eine "fromme" Legende besagt, dass dort am Ortsrand an einem kleinen munter daher plätschernden Fluss in einer am Ufer gelegenen "Grotte" (bei Licht betrachtet lediglich eine recht mickerige Felsnische!) vor mehr als 150 Jahren eine junge Frau mehrfach so etwas wie seltsame "Lichterscheinungen" sah, die ihre damaligen "Mitbürger" erst deutlich später (und warum auch immer?) als "Gottesmutter" deuteten ... sie selbst übrigens nicht!  An so etwas mag man glauben oder auch nicht. Spätere angebliche "Wunderheilungen" waren vermutlich Zufall .... oder erlogen (?)  Eventuell waren sie aber auch schon damals dem inzwischen hinlänglich bekannten "Placebo-Effekt" geschuldet, man weiß es nicht! Ich wollte dieses "religiöse Spektakel" dort einmal selbst gesehen haben, um mir ein eigenes  Bild zu machen und dann anschließend halbwegs "sachkundig" mitreden zu können. Die Bahnfahrt dorthin mit einem Sonderzug (nur für Pilger!) dauerte fast zwei Tage. Geschlafen wurde unterwegs im Zug in damals schon etwas historischen aber in meinen Augen durchaus akzeptablen Schlafwagen. In Lourdes angekommen haben wir dann auch nicht etwa in einem der vielen Hotels gewohnt, sondern als Soldaten "stilecht" in einem geradezu riesigen Zeltlager, welches durch die französische Armee am Stadtrand für die militärischen Gäste errichtet worden war. Auf meine vielen Eindrücke, die ich in den wenigen Tagen dort in Lourdes gewonnen habe, will ich nur wenige schildern, es war dort wie erwartet ein recht eindrucksvolles Spektakel! Zu jenem Zeitpunkt hielten sich in dieser Kleinstadt am Fuß der "Pyrenäen" (einem echten Hochgebirge zwischen Frankreich und Spanien) tatsächlich unzählige, angeblich sogar ca. 20.000 Soldaten aus aller Welt auf, die dort ausnahmslos (so wie wir) in teilweisen recht "farbenfrohen" Uniformen herumliefen, ein interessantes Bild! Die zu jener Zeit dort vertretenden Nationen präsentierten sich am ersten Tag anlässlich einer "zentralen Eröffnungsveranstaltung" mit ihren überaus professionellen Musikbeiträgen - in einer auch für mich sehr eindrucksvollen "internationalen" Show! Hier marschiert gerade ein deutsches "Heeresmusikkorps" vorbei (Bilder sind aus dem Internet!) vor der historischen (längst viel zu kleinen!) "Basilika", die über einer kleinen Felswand steht .... ..... in der sich besagte "Grotte" am Ufer eines kleinen Flusses befindet. Irgendwie interessant (aber auch etwas "befremdend) waren im Umfeld des sogenannten "heiligen Bezirkes" .... .... derartige Anhäufungen von "Souvenir-Shops", in denen es erstaunlicherweise neben "Marienstatuen" in allen denkbaren Größen und Ausführungen, sogenannten "Rosenkränzen" und oft sehr kitschigen  Darstellungen der "Grotte" sowie ähnlichen "Devotionalien" zu meinem Erstaunen auch so "nützliche"(?) Artikel wie Schlagringe  oder auch Schalldämpfer für Kleinkaliberwaffen  gab - beides war seinerzeit in Deutschland streng verboten! An den beiden Folgetagen hielt ich mich bevorzugt in einem überaus "kultigen" Café auf, das dem Haupteingang zum sogenannten "Heiligen Bezirk" schräg gegenüber lag - und zwar im ersten Obergeschoss, auf einem winzigen Balkon, an einem lächerlich kleinen Tisch. Von dort oben hatte ich einen perfekten Überblick über die bizarre Szene. Der Pfarrer leistete mir dabei Gesellschaft, wobei wir beide genüsslich "ablästerten" ... er  über die teilweisen recht ungewöhnlichen Uniformen der vielen Soldaten ... und ich  dann ebenso über das zum Teil bizarre Outfit  diverser Geistlicher und Nonnen, die dort unten in diesen "Heiligen Bezirk" hineinströmten - bzw. "geläutert"(?) wieder herausquollen .... wir hatten beide dabei unseren Spaß! Da wir beide (der Militärpfarrer und ich) nicht unerheblich unter Übergewicht bzw. "Untergröße" litten, achteten wir beim Betreten dieses sehr maroden Balkons stets sorgenvoll auf eventuelle Rissbildungen am Boden - aber er hielt uns aus! Dort an unserem "Stammplatz" lernte ich dann auch seinen  langjährigen persönlichen Freund kennen ...."Alcides Mendoza" aus Cuzco in Peru. Der war ein "waschechter" Indio .... schon ca. 70 Jahre alt .... aber immer noch fit(!) .... und nach eigenen Angaben damals  der " dienstälteste" Erzbischof  der Welt. Dieser ranghohe katholische Geistliche war vermutlich der intelligenteste und klügste Mitmensch, den ich in meinem Leben je kennen und schätzen gelernt habe! Er war u.a. ein echtes "Sprachgenie" und er beherrschte mühelos und perfekt sieben  sehr unterschiedliche Sprachen - wobei er gerade eine weitere Sprache fleißig erlernte ("Kanton-Chinesisch"). In deutscher Sprache konnte er sogar überaus humorvoll "herumalbern"!  Er war ein durch und durch humorvoller, sympathischer und gebildeter (aber keineswegs " ein gebildeter"!) Mitmensch .... man musste ihn einfach "liebhaben".  Unser Militärpfarrer war schon seit vielen Jahren mit diesem Erzbischof befreundet - und er lud ihn deshalb jedes Jahr im Anschluss an den Aufenthalt in Lourdes als seinen  persönlichen Gast zu sich nach Deutschland ein. Als der Indio im Folgejahr wieder einmal in unser Land kam, lud ich  ihn spontan in unsere Weseler Kaserne und anschließend zu mir nach Hause ein. Ich wusste aus unseren Gesprächen in Lourdes, dass er dort in Peru irgendwann zuvor das Amt eines "Militärbischofs" bekleidet hatte - und dass er deshalb am Leben und Wirken von Soldaten in aller Welt besonders interessiert war. Er war begeistert und sagte sofort zu ... und unser Pfarrer war froh, mal zwischendurch einen "freien Tag" zu haben, um seine eigenen Angelegenheiten in Ruhe zu erledigen.        In unserer Kaserne gab ich meinem Gast einen umfassenden Einblick in unsere dortigen Aktivitäten .... und er kam aus dem Staunen nicht heraus!  Als wir dann anschließend wie geplant zu mir nach Hause  fuhren, verblüffte er meine Frau und mich durch sein völlig unkompliziertes Wesen ... nicht zu vergessen:  Er war immerhin ein besonders hochrangiger  "Repräsentant" der katholischen Kirche! Er kam lächeln zur Haustür herein, hing unaufgefordert seine Jacke im Eingangsbereich an die Flurgarderobe, schaute sich interessiert im Flur meine dort an den Wänden angebrachte Waffensammlung an, betrachtete anschließend staunend unser Wohnzimmer .... und er sagte dann freundlich und völlig unbefangen: "Schön habt Ihr es hier - was gibt´s zu essen ?" .... und das quasi in einem Atemzug ... was für ein herrlich unkomplizierter, großartiger Kerl!  In der Kaserne hatten wir Offiziere morgens kurz vor  Eintreffen des Erzbischofs anlässlich einer sogenannten "Stabsbesprechung" ein recht ungewöhnliches Problem besprochen. Nur wenige Tage zuvor hatten wir abends mit Unterstützung der "Stadt Wesel" in deren Stadthalle ein sogenanntes "Wohltätigkeitskonzert" veranstalte - wobei etwa 50 "Profi"-Musiker eines unserer bundeswehreigenen "Heeresmusikkorps" bewiesen, dass sie viel mehr  konnten als nur "schmissige Marschmusik".  Das Motto des Abends hatte gelautet "von Beat bis Beethoven" - es war ein voll ausverkauftes und sehr gelungenes Event! Diese Musiker und die Hallenbenutzung hatten uns Soldaten kein Geld gekostet und die abendlichen Einnahmen ("Eintrittsgelder") waren durch einen unserer reichen "Sponsoren"  auf den stattlichen und recht einprägsamen Betrag von "7.777 DM" angehoben worden. Wie bei solchen "Wohltätigkeitskonzerten" üblich sollte nun dieser Betrag wirklich bedürftigen Mitmenschen zugutekommen .... so weit, so gut! Unser Problem war:  Weder unserem bei dieser Stabsbesprechung anwesenden Bürgermeister  noch uns Soldaten fielen irgendeine in Wesel "ortsansässige Institution" (Kinder- oder Pflegeheim oder dergleichen?) ein, die finanziell auch nur ein wenig "bedürftig" erschien -"Geld" hatte die nach Aussage des Bürgermeisters alle in Hülle und Fülle!  Da kam mir  dann die "rettende Idee": Alcides Mendoza, mein zufällig an jenem Tag zu erwartender Gast, sollte dieses Geld erhalten, um dort in Peru ein durch ihn persönlich  in Cuzco gegründetes und finanziertes bescheidenes Kinderheim, ein Pflegeheim und ein weiteres Seniorenheim betreiben zu können.  In Peru  waren 7.777 DM sehr viel Geld!  Die anwesenden "Entscheidungsberechtigten", also unser Bürgermeister, mein Kommandeur, alle Stabsoffiziere, wir Chefs und die Vertrauenspersonen des Verbandes waren mit diesem Vorschlag sofort einverstanden und sie alle waren insgeheim froh, dass das so eingenommene Geld damit wenigstens einigermaßen sinnvoll investiert wurde. "Die Kuh war sozusagen endlich vom Eis" (wie man so schön und anschaulich sagt) - und wir konnten endlich zur gemeinsamen "Kaffeerunde" übergehen! Alcides Mendoza erhielt also an diesem Tag (für ihn völlig überraschend!) anlässlich eines durch mich zuvor abgesprochenen Vorstellungsgespräch bei meinem "Kommandeur" einen Scheck in Höhe von 7.777 DM .... und er war sehr glücklich darüber!    Wenige Tage später (sonntags) nahm ich in der winzigen Dorfkirche, in der unser Militärpfarrer "nebenberuflich" als Ortspfarrer tätig war (und wo er als "Vergütung" das dortige geradezu prachtvolle , ansonsten leerstehende "Pfarrhaus" bewohnen durfte!) an einer sogenannten "Concelebrationsmesse" teil, die dort wie in jedem Jahr einmalig durch den Erzbischof  "zelebriert" wurde - "assistiert" durch unseren Militärpfarrer sowie einem sogenannte "Diakon" (ein "Hilfsgeistlicher" ohne Priesterweihe). In einer so kleinen (aber feinen!) Dorf kirche war das wohl nur extrem selten zu erleben. Er (der peruanische Indio) predigte dort an diesem Tag völlig frei und fröhlich in perfektem Deutsch  ohne dabei etwa von irgendeinem Zettel abzulesen sehr humorvoll, teilweise aber auch sehr tiefsinnig und ergreifend. Er berichtete uns ebenso anschaulich wie überzeugend von "seinen" armen, aber dennoch glücklichen  Indios in Peru,  aber auch verblüffend offen über seinen gelegentlichen Ärger mit arroganten "Würdenträgern" im Vatikan (Rom), wo er sich von Zeit zu Zeit "beruflich" aufhielt. Hier zwei Aufnahmen von diesem im o. a. Text erwähnten Ereignis im Jahr 1996: Erzbischof Alcides Mendoza in   jener kleinen niederrheinischen Dorfkirche ... .... und anschließend vor  der Kirche - weil so viele interessierte Dorfbewohner nicht in diese kleine Kirche hineinpassten und sie deshalb bei weit geöffneten Türen vor  der Kirche an jener ganz besonderen Messe teilnahmen. Auch an jene benachteiligten "Gläubigen" hatte er selbstverständlich gedacht und sie so mit einbezogen. Ich hätte mir damals gewünscht, er  wäre der amtierende "Papst".... das hätte eventuell das schon damals ziemlich schlechte "Image" der katholischen Kirche gerettet (?) ... zweifellos hätte er  aber dann im Vatikan das dort total "verkrustete klerikale Establishment" gründlich aufgemischt!  Bei der auf seine Predigt traditionell folgenden "Kollekte", also einer Geldsammlung in kleinen Körbchen, die in der Kirche (und davor!) herumgereicht wurden und die natürlich ebenfalls für die in seiner peruanischen Gemeinde lebenden bedürftigen Indios bestimmt war, geschah dann etwas "Einmaliges", das ich niemals zuvor und nie wieder danach erlebt habe: In diesem Körbchen "klapperte" erstaunlicherweise nichts .... also nicht wie sonst üblich das dort hineingeworfene Kleingeld - da wurden an diesem Tag gar keine Münzen  hineingeworfen - ich sah ausschließlich  dort hineingelegte Geld scheine  (und die klappern nun mal nicht). Ich war stets und bin bis heute bezüglich aller Religionen (insbesondere aber jener "katholischen Glaubenslehre" gegenüber) überaus misstrauisch und zurückhaltend in meiner Bewertung - aber auf jenen inzwischen leider verstorbenen Indio namens Alcides Mendoza lasse ich absolut nichts kommen! Er war ein großartiger, überaus sympathischer, sehr gebildeter und absolut ehrenwerter  Mitmensch. So viel zu dieser  "etwas anderen Begegnung" in meinem Leben. Buddy
17:10 Uhr
2026.03.18
.     Hallo Jürgen Natürlich will ich Dir die Fortsetzung meiner Anekdote nicht etwa vorenthalten, die Dir die "Kampfkraft" älterer  israelischer Damen einmal mehr vor Augen führen soll.  Hier also mal eine weitere Erzählung meines jüdischen Kameraden, die er abends im Biwak am Lagerfeuer "zum Besten gab" und die, wie ich glaube, die ganz besondere  Mentalität des israelitischen Volkes ein wenig beleuchtet:   Die Masse seiner Familie lebte nach wie vor dort in Israel, genauer gesagt:  im israelisch besetzten  "Westjordanland" ... und dort in einem sogenannten "Kibbuz" - also in einer äußerst wehrhaften  (!) ländlichen Siedlung.  Immer wieder mal er dorthin in seine "alte Heimat " geflogen. Einmal ertönte mitten in der Nacht in diesem Kibbuz ein Alarm! Seine schon betagte Tante kam daraufhin in sein Schlafzimmer, entschuldigte sich für diesen Lärm und beruhigte ihn, es handelte sich lediglich einen " Übung salarm" .... er möge sich also ruhig wieder hinlegen und weiterschlafen, aber dabei bitte das Licht im Zimmer ausgeschaltet lassen.  Sodann verschwand sein "Tantchen" wieder in der Dunkelheit des Hauses.   Mein Kamerad konnte aber nicht mehr einschlafen.  Er trat ans Fenster, nahm vorsichtig den Vorhang etwas zur Seite - und staunte nicht schlecht ... als er von dort aus beobachtete, wie seine Tante gerade mit einem mindestens zehn Kilogramm Maschinengewehr unter dem Arm und einer kleinen Munitionskiste in der anderen Hand das Haus durch die Eingangstür direkt unter seinem Zimmer verließ und im Vorgarten auf eine ca. 2 Meter lange Holzklappe zuging, die mit einer Kante schräg in den Zugangsweg hineinragte. Er hatte sich eigentlich immer schon im Vorbeigehen gefragt, wozu "dieses Ding" überhaupt gut sein sollte .... und was unter dieser Klappe wohl verborgen war(?) Nun klappte die alte Dame dieses Holzbrett hoch - und siehe da, darunter kam ein vorbereiteter, gut ausgebauter und befestigter "Kampfstand" zum Vorschein, in dem sie sich nun mit ihrem MG sozusagen "häuslich einrichtete" - das war nämlich genau dort ihre Alarmpostenstellung , wie sie um diesen Kibbuz verteilt auch jedem anderen Kibbuz-Bewohner  einzeln zugewiesen  war ... eine "Stellung" mit Hauptschussrichtung auf die einzige Zufahrtsstraße zum Kibbuz!   Mein Kamerad kleidete sich nun wieder an, um einer weiteren "Merkwürdigkeit" auf den Grund zu gehen. Hinter dem Wohnhaus, in dem er sich befand, gab es im Zentrum des "landwirtschaftlichen Anwesens" eine große, offene Halle. Darin waren die wohl üblichen landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren, Anhänger, LKW, Erntemaschinen u.a.m. abgestellt - in so einem Kibbuz zweifellos nicht ungewöhnlich!   In der hintersten Ecke dieser Halle  rumorte nun hinter einer unscheinbaren, ca. drei Meter hohen Mauer ein offenbar mächtiger  Motor .... und über dieser Wand  hatte sich inzwischen bis oben zur Decke jede Menge Qualm entwickelt.  Er wurde immer neugieriger, ging deshalb im Dunkeln um diese Mauer herum - und staunte wieder einmal in dieser Nacht! Hinter dieser Wand stand "einsam und verlassen" ein mächtiger Kampfpanzer - der zu diesem Zeitpunkt ganz einfach nur "im Standgas" warmlief.  Dieses war aber ein ganz besonderer  Panzer, den so  vermutlich noch nicht viele Menschen auf der Welt gesehen hatten:  Das Fahrgestell  dieses Ungetüms war offensichtlich schon uralt  und stammte zweifellos von einem US-amerikanischen "Sherman-Panzer" aus der Zeit des II. Weltkrieges, also ein echter Oldtimer!  Hier mal ein "Archivbild" aus einem deutschen Museum - um Dir eine Vorstellung von so einem "historischen" Koloss zu erleichtern: Mit so einem alten "Bagger" (wie Panzerbesatzungen ihre "Dienstfahrzeuge" liebevoll nennen) kann man heutzutage natürlich niemanden mehr wirklich erschrecken, aber die Israelis dachten recht "pragmatisch" und sagten sich offenbar: Um mit so einem "Gefährt" notfalls innerhalb  des "Kibbuz" ein wenig herumzufahren, reicht das alte Fahrwerk eines "Sherman" - nur der Turm mit seiner "historischen" Bewaffnung ist nicht mehr zeitgemäß und deshalb unbrauchbar. Also hatten sie ganz einfach den alten  Turm "entsorgt" und durch einen nagelneuen Turm eines solchen "Merkawa" (eine israelische Eigenproduktion!) ersetzt, der über eine hochmoderne und leistungsfähige Feuerleittechnik verfügt und dessen Kanone mit speziellen "Wuchtgeschossen" (gefüllt waren mit abgereichertem  Uran und deshalb besonders schwer!) auch modernen Panzerungen mächtig zusetzen kann .... der Albtraum jeder gegnerischen Panzerbesatzung! Dieser oben genannte einzelne , sehr seltsame  Panzer sollte im Falle eines eventuellen Angriffs auf den Kibbuz (evtl. durch die rundum lebenden "Ureinwohner", also die "Palästinenser") bei einem Gegenstoß als "kleine Überraschung" dienen.  Wenn mir nicht ein professioneller Soldat und exzellenter Kenner Israels diesen Panzer sehr detailliert beschrieben hätte, dann würde ich so etwas nicht für glaubwürdig halten - und auch gewiss nicht weitererzählen!   Du magst den o. a. Schilderungen entnehmen, dass die Israelis (wie bereits gesagt) "etwas anders ticken" als wir. Es ist ein durch und durch außergewöhnliches  Volk im "Nahen Osten", dem man besser nicht feindlich  gegenübertreten sollte! Heute dort lebenden Juden sind ganz offensichtlich fest entschlossen, sich nie wieder wehrlos  wie Vieh "abschlachten" zu lassen . wie das die Generation unserer Elternmillionenfach "praktiziert" hat. Ich bewundere sie dafür - wohl verstanden: die Juden(!) ... und, nicht etwa die gottverdammten deutschen "Nazis", die diese Massenmorde begangen haben und deren "Gesinnungsgenossen" (viele, aber nicht alle Wähler unserer heutigen "AfD") so etwas unsagbar Widerliches  noch heute mehr oder weniger richtig finden!  Soviel erst einmal zu meinem kleinen, aber feinen  jüdischen Kameraden.   Natürlich denke ich bei derartigen Gelegenheiten auch kritisch über diesen uralten  und leider anhaltenden  Konflikt mit den dort in "Palästina" heimischen Palästinensern nach - die in ihrer leidvollen Geschichte gleich zweimal "Pech" mit "jüdischen Immigranten" hatten, .... e rstmalig  vor ca. 3.500 Jahren, als jener "Moses" mit dem aus ägyptischer Versklavung geflohenen Volk der "Hebräer" angeblich 40 Jahre lang durch die Wüste des "Sinai" geirrt war .... und dann offenbar irgendwann "genug" davon hatte. Er stellte sich  deshalb mit seinen "Jungens" ("Mädels" hatten damals noch nichts zu sagen!) auf einen Berg , zeigte ihnen das nun vor ihnen liegende unbekannte Land  "Palästina" und er behauptete steif und fest, ihr  "Gott" (wenn es " den " denn überhaupt gab/gibt?) habe ihm persönlich (!) dieses Land als ihre neue Heimat versprochen. "Dumm nur", dass zu der Zeit die dort  lebenden Ureinwohner diese "Eigentumsverhältnisse" deutlich anders  bewerteten .... und noch heute  tun sie das! Erneut "Pech"  hatten die Palästinenser  wenige Jahre nach dem II. Weltkrieg, als die britischen  Besatzer in ihrem damaligen Mandatsgebiet  entschieden, den damals aus aller Welt vergrämten (noch überlebenden) Juden einen eigenen Staat namens "Israel" einzurichten und zu überlassen .... in jener Gegend, die den Juden als das einst angeblich  "gelobte Land" bereits sehr vertraut war.   Da waren sie dann wieder, diese strittigen Eigentumsverhältnisse zwischen Juden, genauer gesagt "Israelis" (die nun auch durchaus "unterschiedlichen Glaubens" waren) und den Palästinensern, die sich immer noch nicht  von der Idee trennen wollten, dass das dort irgendwie mal ihre  Heimat war.  So sehe ich  das jedenfalls - wohl wissend, dass nun der eine oder andere Mitmensch etwas erstaunt die Augenbrauen hebt, weil man ihm das schon als Kind ganz anders  erzählt hatte. Buddy .
18:53 Uhr
2026.03.21
Hallo Buddy, danke für Deine beiden neuen Geschichten. Der „Indio“ und auch der „Jude“ (Teil 2) waren wieder sehr lesenswert. Beim Lesen hatte ich allerdings den Eindruck: Fehlt mir da nicht noch der „Jude“ Teil 1? Falls ja, dann hast Du da offenbar noch einen Faden offen, den ich natürlich auch gern lesen würde. Die Geschichte mit dem peruanischen Erzbischof hat mir besonders gefallen. Gerade solche Menschen bleiben im Gedächtnis, weil sie Rang und Würde haben, aber zugleich menschlich, humorvoll und unkompliziert bleiben. Das ist selten. Auch die Episode mit dem Geld für das Kinderheim in Peru fand ich stark – manchmal ergeben sich die sinnvollsten Lösungen eben erst im richtigen Moment. Am Donnerstag war mein Tag deutlich nüchterner: Ich habe mich auf eine freiberufliche Aufgabe vorbereitet – inklusive Prüfung. Und tatsächlich: Ich habe bestanden. Jetzt bin ich gespannt, ob und wann der erste Auftrag hereinkommt. Der Freitag gehörte dann meinen 360°-Aufnahmen, die ich bei meinem Sohn gemacht hatte. Dabei gibt es ein ganz typisches Problem: Auf den Bildern sieht man unten am Boden das Stativ. Das muss später mit einem sogenannten „Nadir“-Foto überdeckt werden. Das klingt einfacher, als es ist. Ich habe tatsächlich mit der dritten KI und insgesamt rund acht Stunden gebraucht, bis das endlich so funktioniert hat, wie ich es wollte. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, an meiner Sprachen-App weiterzuarbeiten – aber das musste an dem Tag warten. Beim Thema Israel bin ich ehrlich gesagt sehr irritiert. Alles, was man dazu hört, ist voller Widersprüche, und ich habe oft den Eindruck, dass jede Seite ihre eigene Geschichte glaubhaft verkauft. Deshalb halte ich mich da eher zurück, weil ich mich nicht tiefer in etwas hineinziehen lassen will, das von allen Seiten mit großer Überzeugung vorgetragen wird. Was für mich bisher allerdings feststeht: Wie kann ein Volk, das selbst tiefe Erfahrungen damit gemacht hat, was es bedeutet, ohne Land und ohne Heimat zu sein, den Palästinensern nicht nur ein eigenes Land verweigern, sondern sie vertreiben, töten und im Gazastreifen einen Zustand schaffen, den ich nur noch als grauenhaft bezeichnen kann? Und dann taucht zusätzlich noch immer wieder die Vorstellung eines „Groß-Israel“ auf. Das alles macht mich eher fassungslos als parteiisch. Kriege sind für mich immer Scheiße. Es geht am Ende immer um Geld und Macht, und die Soldaten sind fast immer nur die Verschleißmasse. Besonders unverständlich sind mir dabei Kirchen und Religionen, die Kriegsgerät segnen oder sich auf irgendeine Weise in solche Machtspiele einspannen lassen. Fanatische Menschen sind mir generell suspekt – ganz gleich, ob religiös, politisch links oder rechts oder parteipolitisch aufgeladen. Jeder kann glauben, was er will. Aber er hat den anderen zu respektieren. So, jetzt werde ich mich meiner Sprachen-App widmen. Was machst du so in der Woche - außer mir interessante Episoden zu schreiben? Viele Grüße Jürgen
12:15 Uhr
. Hallo Jürge Mit dem Versenden von "Teil 1" dieser Anekdote ist offenbar irgendwie etwas schiefgelaufen(?) - deshalb ein "zweiter Anlauf":  Hier mal wieder eine weitere Anekdote, wie immer "voll aus dem Leben gegriffen". Sie soll Dir erneut zeigen, welch ungewöhnliche aber dennoch (oder gerade deswegen) sehr interessante  Mitmenschen mir immer wieder mal über den "Lebensweg" gelaufen sind: Das Thema "Juden"/"Israelis" (nicht unbedingt das Gleiche!) hat mich stets besonders  fasziniert ... diese Mitmenschen sind nämlich eindeutig "anders als die Anderen"!  Heute möchte ich Dir von meiner Bekanntschaft mit einem Juden berichten .... genauer gesagt  von einem in Israel geborenen deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens . Mit dem habe ich mich oft und lange  unterhalten, ...weil wir denselben "Job" hatten: Wir waren beide Berufs offiziere in der Bundeswehr. Er war (und ist sicherlich immer noch) ein besonders "feiner Kerl". Mitte der 1990er wurde er als ein schon etwas älterer Oberleutnant in unser Weseler Artilleriebataillon versetzt als ein sogenannter "S1-Offizier" (" S achgebietsleiter 1 ") - also zuständig für unser Personalwesen .  Ich fand ihn auf Anhieb besonders sympathisch. Er war ein kleinwüchsiger, unauffälliger, bescheidener Kamerad, aber keineswegs ein "Sesselfurzer" (wie andere Angehörige des "Stabes"), sondern "bei Licht betrachtet" ein echter  Soldat ... damit will ich sagen: Er war unmittelbar zuvor ein erfahrener Zugführer bei unseren Fallschirmjägern  gewesen - also ein erfahrener und besonders hart ausgebil- deter militärischer Vorgesetzter bei den (selbsternannten) "Härtesten unter der Sonne"! Als ich damals kurz nach seinem  Dienstantritt mal wieder für eine Woche mit einer handverlesenen Auswahl meiner Soldaten in die "Lüneburger Heide" fuhr, um dort auf einem Truppenübungsplatz eine besonders "erlebnisorientierte" Gefechtsausbildung zu leiten, bat mich dieser Mann überraschend, doch einfach mal dorthin mitkommen zu dürfen - für einen "Offizier des Bataillonsstabes" (wie bereits angedeutet normalerweise alles "klassische Etappenhengste") ein nie dagewesener  und in meinen Augen geradezu sensatio- neller Wunsch! Ich gestattete ihm das besonders gern und ich überredete unseren gemeinsamen Kommandeur, ihn für diese zwei Wochen von der "Schreibtischarbeit" zu entbinden. Deshalb bot ich ihm an, mich als Kraftfahrer meines Jeeps  zu begleite, dann wäre er dort stets im Zentrum des Geschehens - und könne so in kürzester Zeit besonders viel sehen und erleben. Er willigte begeistert ein!   Unterwegs auf der Autobahn fragte er mich beiläufig, ob ich ihm während der nun kommenden Woche einen kurzen Aufenthalt in der dort nahegelegenen KZ-Gedenkstätte "Bergen-Belsen" ermöglichen könne, bekanntlich bis 1945 ein ehemaliges Vernichtungslager der gottverdammten "Nazis" ... das sei ihm ein sehr persönliches Anliegen . Im weiteren Gespräch erfuhr ich zu meinem Erstaunen, dass er ein "waschechter Jude" sei - was bei einem Bundeswehr-Soldaten höchst ungewöhnlich  (sogar nahezu einmalig! ) war .... da "deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens" (ebenso wie alle "Sinti "und "Roma" - also sogenannte "Zigeuner") als besondere Ausnahmen nicht zum " allgemeinen Wehrdienst " herangezogen wurden .... wohl als ein bescheidener Ausgleich unseres Staates für zahllose in der "NS-Zeit" (1933-1945) erlittene entsetzliche Opfer dieser Bevölkerungsgruppen. Er  war in meiner damaligen schon 15-jährigen "Dienstzeit" tatsächlich der erste  Jude (und auch der letzte!), den ich je in Bundeswehruniform gesehen habe. Er war in den `90er Jahren einer von insgesamt nur 27 jüdischen Soldaten in unserer gesamten Armee  (damals immerhin fast 500.000 aktiven Soldaten!) .... diese wenigen Juden waren seinerzeit ausnahmslos auf ihren eigenen Wunsch und Antrag  hin (also freiwillig ! )  in unsere Armee eingetreten - warum auch immer(?) Besonders bemerkenswert fand ich anlässlich eines unserer Gespräche seine Aussage, dass seine Mutter  während des II. Weltkrieges nicht weniger als zwei der deutschen sogenannten "Konzentrationslager" überlebt hatte, zuletzt jenes dort in "Bergen-Belsen" - und dass sie am Ende des Krieges unmittelbar nach ihrer Befreiung durch die Briten  (1945) verständlicherweise (ebenso wie viele andere überlebende deutschen Juden) nach Israel ausgewandert war. Er selbst  (mein Kamerad) war zwar dort in Israel  geboren und aufge-wachsen, dann aber später aus Liebe zu seiner deutschen  ("nicht-jüdischen") Ehefrau in die BRD "eingewandert.   In vielen Gesprächen mit diesem tollen Kerl sah und hörte ich sehr viel Neues und Interessantes aus der mir bislang verschlossen gebliebenen  jüdisch geprägten Welt.  Eindrucksvoll war für mich beispielsweise ein späterer gemeinsamer Besuch in der größten deutschen  Synagoge in Köln. Dieses Gotteshaus war schon damals (für mich erstaunlich!) gesichert als  "Hochsicherheitsbereich" .... also mit Panzerglas rundum ... einer intensiven Personenkontrolle im Eingangsbereich ... und durch eine (mit Maschinenpistolen deutscher Bauart  Typ "Heckler & Koch MP5" und nicht etwa mit der berühmten israelischen "UZI" bewaffneten) zivilen  "Security". Dort in jener Synagoge wurde ich geduldig und ganz persönlich in typische jüdische Zeremonien eingewiesen .... mir wurde sogar eine der fünf "Thora-Rollen" in meine Hände gelegt .... und ich durfte dann diese ganz besondere  Schriftrolle aus ihrer kostbar verzierten Umhüllung herausnehmen und sie im Zentrum der Synagoge sehr vorsichtig auf einem "altarähnlichen" Lesetisch ausrollen - das ist eine seltene und ganz besondere Ehre für einen " Nicht -Juden" wie mich, die ich damals auch sehr wohl als solche empfunden und geschätzt habe.  Besonders interessant waren für mich zahllose Erzählungen meines jüdischen Kameraden ... die er abends in unserem "Biwak" am Lagerfeuer oder unterwegs im Jeep von sich gab - zum Beispiel ein seinerzeit erst wenige Wochen zurückliegende Ereignis auf dem deutschen Flughafen in Düsseldorf:  Damals kam seine schon recht betagte Mutter ( erstmals seit dem Kriegsende!)  aus Israel nach Deutschland zu Besuch. Gleich bei ihrer Ankunft  in Düsseldorf war dann "der Teufel los" ... diese ehrenwerte alte Dame  wurde dort tatsächlich sogleich im Flughafengebäude festgenommen ! Der Grund: Eher zufällig und überaus erstaunt hatten "Zöllner" bei ihrer Ankunft in ihrem Handtäschchen  einen geladenen .38-er Revolver der Marke "Smith & Wesson" gefunden, .... Alarm!!! Nun muss man wissen: In Israel  ist so etwas " total normal ,   auf deutschen  Flughäfen allerdings keinesfalls ! Die alte Dame war leider schon etwas "tüdelig" und sie hatte einfach nur vergessen , diese (ihre!) Waffe zu Hause  in Israel zurückzulassen . Üblicherweise geht man nämlich dort in Israel als ein Jude besser niemals unbewaffnet  aus dem Haus - auch "ältere Damen" nicht! Für "bundesdeutsche Beamte" ist so etwas allerdings total unfassbar! Wie kam es aber dazu, dass man diese Waffe  nicht bereits in Tel Aviv vor dem Abflug entdeckt und ihrer Handtasche entnommen hatte? Eine zweifellos berechtigte Frage!  Dazu muss man wissen:  Als eines der wenigen überlebenden Opfer des "Holocaust" genoss diese Dame dort in Israel (ebenso wie alle übrigen ehemaligen Leidensgenossen!) einen absoluten "Sonderstatus". Alle israelischen Behörden erkennen (wie auch immer?) diese Veteranen auf Anhieb  - und wohl schon von weitem  ...und sie schützen und unterstützen solche Seniorinnen völlig unaufgefordert  nach Kräften! Diese Mutter meines Kameraden war deswegen bereits unmittelbar vor  dem Flughafen"Tel Aviv" bei ihrer Ankunft mit dem Taxi von den dort eingesetzten israelischen Sicherheitskräften sehr freundlich in Empfang genommen worden ... geradezu "liebevoll" mit ihrem Reisegepäck in einen Militär-Jeep gequetscht worden ... und dann anschließend an allen Kontrollen vorbei  direkt zum Flugzeug gefahren worden! Dort angekommen wurde sie durch diese "Security-Leute" noch bis zu ihrem Sitzplatz im Flugzeug begleitet und dort fürsorglich in eine Decke gehüllt. Sie erhielt außerdem noch einen Becher Kaffee und eine Zeitung in die Hand gedrückt .... und auch noch zum Abschied "ein Küsschen" der Soldaten auf die Wange - so sind die Israelis  nun mal!   Hier in Deutschland gab es nun gleich nach der Ankunft ein "riesiges Theater" wegen des dämlichen Revolvers in ihrer Handtasche, den unsere Zöllner dort zufällig entdeckt hatten und sie wurde "gnadenlos" wie eine Terroristin  behandelt - so sind wir Deutschen  nun mal! Erst der persönlich herbeigeeilte  israelischer Konsul  konnte dann einige Stunden später ihre sofortige Freilassung aus der Haft erwirken. (Fortsetzung folgt!) Buddy .
14:02 Uhr
.   Hallo Jürgen Um vorab Deine Frage zu beantworten: Ich führe nach wie vor und sehr sorgfältig einen "Terminplaner", um auch ja nicht den einen oder anderen mehr oder weniger wichtigen "Termin" zu verpassen -  obwohl man mir das vermutlich aufgrund des "altersbedingten Schwachsinns" nachsehen würde. In der kommenden Woche muss ich nur gemeinsam mit meiner "dbH" ("deutlich besseren Hälfte") unseren kleinen Hund beim "Hundefriseur" grimmen lassen (das kostet nahezu 100 EUR!) - ansonsten darf ich nicht versäumen, alle unsere Uhren am Ende der Woche wegen der beginnenden "Sommerzeit" umzustellen.   Hier mal eine ganz andere Anekdote - natürlich ebenfalls "wahr".  Um solche Geschichten eventuell zu "erfinden", fehlt mir leider wie bereits mehrfach erwähnt die nötige Phantasie. Zunächst eine "Vorabinformation", damit Du meine damalige Situation etwas besser einordnen kannst:   In ei ner historischen Kaserne aus "Kaiserzeiten", im Ost-Berliner Stadtteil Treptow gelegen, gab es noch 1990 mitten in der Stadt  eine sicherlich mehr als 100 Jahre alten unterirdische  "Schießanalage", bestehend aus einigen 25-Meter -Schießbahnen (wohl einst für das damals "herrenmäßige" Pistolenschießen gedacht) .... zwei 100-Meter -Bahnen für das Schießen mit Gewehren .... und zusätzlich eine inzwischen total verfallene 300-Meter -Schießbahn ... wofür auch immer gedacht (?) ... gerüchteweise wurden dort einst sogar leichte Infanteriegeschütze "angeschossen".  Diese unterirdische Anlage war damals wie fast alles in Ost-Berlin ziemlich heruntergekommen, sie stand sogar teilweise einige Zentimeter hoch unter Wasser .... die Beleuchtungseinrichtungen waren zu mehr als 50 % ausgefallen, entsprechend unbefriedigend  war dort das restliche Licht!   Aber egal, dieser historische Ort wurde nun zum Schauplatz eines besonderen "Schießwettkampfes" zwischen Ost und West (damals gerade erst politisch wiedervereint!) .... und das kam so: Im sogenannten "Einigungsvertrag" war unter anderen Bestimmungen die die unverzügliche Auflösung der sogenannten "DDR-Grenztruppen" noch vor dem 03.10.1990 verbindlich festgelegt worden ... deren Angehörige zu DDR-Zeiten ggf. auf eigene Landsleute  schießen sollten, die über den durch die DDR gebauten "Grenzzaun" in unsere "BRD" fliehen wollten. In Berlin war dadurch unmittelbar vor der Wiedervereinigung beider Staaten (DDR und BRD) die sogenannte "Kaserne am Treptower Park" frei geworden.   Auf Befehl des zuletzt amtierenden "DDR- Abrüstungs ministers" (Pfarrer Eppelmann) hatte anschließend das NVA - Wachregiment I "Friedrich Engels" zähneknirschend ihre besonders attraktiv gelegene Unterkunft in Ostberlin nur wenige Tage vor dem 03.10.1990 geräumt und war nach Treptow umgezogen .... dort  fand ich  sie dann bei meiner  Anreise am Tag der Wiedervereinigung.  Ich hatte damals als Militärberater  bei einem meiner vielen Einblicke in diese historische Kaserne eher zufällig im Dachgeschoss  eines großen Gebäudes eine militärische "Bekleidungskammer" entdeckt, die offensichtlich durch einen sehr freundlichen Zivilisten und einige für ihn tätige Damen eingerichtet und betrieben wurde. Dort wurden die DDR-Uniformen abgegeben und gegen Bundeswehruniformen eingetauscht.    Besagter Herr fiel mir sofort angenehm auf - nicht zuletzt durch sein "Outfit": breite, knallroten Hosenträger und eine "Blechbrille", das gleiche "Knappschafts-Modell", das ich selbst bevorzuge. Er war ein sympathischer, überaus aufgeweckter, ca.50jähriger Mann, ein "Kerl" so ganz nach meinem Geschmack! Sogleich lud er mich auf eine Tasse Kaffee ein, den seine eifrigen Mitarbeiterinnen auf " türkische  Art" zubereiteten, also grob zertrümmerte Kaffeebohnen mit siedend heißem Wasser übergossen. Ich hatte anschließend reichlich zu spucken! Im Laufe unseres sehr angeregten Gespräches kam er  ( nicht  etwa ich !) auf das Thema "legaler Waffenbesitz in der BRD" zu sprechen, was ihn offenbar besonders interessierte , für mich als passionierter Waffen- und Militaria-Sammler natürlich so etwas wie eine "Steilvorlage"! Er gestand mir in diesem Zusammenhang "schamhaft", dass er für sein Leben gerne  mal eine "08-Pistole" (nach ihrem Konstrukteur auch "Luger-Pistole" genannt) aus Kaiserzeiten in der Hand halten und damit schießen würde .... warum auch nicht? Ich sagte ihm, dass ich so ein "historisches Schätzchen" in meiner Sammlung hätte.   So sah damals meine  "08" aus, Baujahr 1911, hergestellt durch die Firma "DWM" (" D eutsche W affen- und M unitionsfabrik") in Berlin. Diese Waffe brachte ich am folgenden Wochenende von daheim mit nach Berlin.  Ich bot ihm nun an, damit "nach Lust und Laune" zu schießen - vorausgesetzt , wir fänden einen geeigneten "Schießstand "! Er lief daraufhin mit mir los und zeigte mir im entlegensten und "finstersten" Bereich der Kaserne jenen unterirdischen  Schießstand , den ich weiter oben bereits erwähnt und geschildert habe. Wenig später gingen wir dann gemeinsam mit einigen interessierten "NVA-Beobachtern" ("Claqueure"?) in das bunkerartige Kellergewölbe, wo zu diesem Zeitpunkt bereits einige Schießscheiben auf einem noch einigermaßen beleuchteten 100-Meter -Schießstand vorbereitet waren.  Ich wies ihn nun kurz in meine betagte  aber technisch einwandfreie  Waffe ein - und ließ ihn dann auf der für Pistolen üblichen Entfernung von nur 25 Metern zunächst 8 Schuss (eine Magazinfüllung) auf die linke von zwei "10-er-Ringscheiben" abgeben ... dabei staunte ich nicht schlecht! Er hatte mit diesem alten "Schätzchen" auf Anhieb achtmal die "Zehn" getroffen - alle Achtung! Nun wurde er etwas leichtsinnig  und forderte mich sogleich zu einem "kleinen Wettschießen" auf. Ich willigte ein ... aber dann doch bitte auf eine "anständige" Entfernung von 100  Metern! Nun staunte er  mal zur Abwechslung - und versicherte mir recht glaubwürdig, dass er noch nie  auf so große Entfernung mit irgendeiner Pistole geschossen hätte - ich glaubte es ihm gerne.    Was ich  zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste,  war, was er (der überaus freundliche "Zivilist") wirklich  im Schießen alles draufhatte! Was er  nicht wusste: 100 Meter  Schussentfernung mit der Pistole war meine  absolute " Spezial disziplin" und  ich hatte außerdem sehr wohl bemerkt, dass er wegen der lausig schlechten Beleuchtung große Probleme hatte, bei der recht kontrastarmen  Visierung dieser historischen Waffe überhaupt Kimme und Korn  vor dem dunklen Hintergrund  der Schießscheibe zu erkennen ... die Beleuchtung ganz hinten auf 100 Metern Entfernung (dort, wo wir nun  standen) war dummerweise noch  viel schlechter als weiter vorne - auf den zuvor nur 25 Metern Entfernung zum Ziel! Er schoss nun als Erster - 2 x 5 Schuss auf die linke Scheibe - mit seinen zu erwartenden optischen Problemen. Ich schoss als Zweiter. Zuvor hatte ich allerdings" heimlich" meinen Daumen mit Speichel befeuchtet - dann damit etwas weißen Kalk von der Wand abgewischt - und meinen nun weißen Daumen (durch ihn unbemerkt!) an Kimme und Korn meiner Pistole abgerieben ... ich  konnte diese Visierung nun prächtig erkennen . Bei Dämmerung ist das ein uralter (ihm "leider" unbekannter) Trick, man erhielt so zu ein "behelfsmäßiges Kontrastvisier"!   Ich mache es kurz: Er  fand nur 5 von 10 Schuss auf seiner  Scheibe -  ich  hatte auf meiner  Scheibe alle 10 Treffer - er  war "geschlagen"! Das war für mich eigentlich nichts wirklich Besonderes und deshalb auch nicht weiter erwähnenswert .... da ich schon immer besser schießen konnte als die meisten meiner Bundeswehrkameraden. Ich wäre darauf auch nicht   besonders stolz  gewesen, zumal ich ihn ja auch ein wenig "ausgetrickst" hatte .... wenn das alles nicht ein völlig unerwartetes "Nachspiel" gehabt hätte!     Er verschwand gleich darauf etwas "wortkarg" auf seine Bekleidungskammer - ich ging den üblichen Tätigkeiten als Militärberater nach ... bis mir ein Gerücht  zugetragen wurde: Erstaunlich schnell hatte sich im Wachregiment herumgesprochen: "Der dicke Wessi hat unseren Major  -?- (sein Name ist mir leider entfallen) im Pistolenschießen geschlagen"! Wieso das offenbar so "aufregend" war, das wusste ich ( noch ) nicht ? Ich wurde zum Regimentskommandeur gebeten - und dort erfuhr ich dann etwas Neues, was mir zuvor verschwiegen  worden war: Jener "Major -?-" war noch bis wenige Monate zuvor  ein aktiver Offizier der NVA gewesen (auch nichts Besonderes!) und hatte (man höre und staune!) in Leipzig den " Olympia -Kader" der damaligen DDR-Pistolenschützen trainiert.  Er galt deshalb als ganz exzellenter Pistolenschütze ! Wie mir der Kommandeur außerdem mitteilte, säße er nun "tief geknickt" in der Wäschekammer herum und ließe sich durch seine "alten Mädels" trösten. Ich lachte herzhaft und erzählte dem ranghohen Offizier  die ganze  Wahrheit mit dem "Kontrastvisier". Anschließend ging ich unverzüglich zu meinem "unterlegenen Gegner" und berichtete auch ihm  von den Vorzügen einem "gut gekalkten" behelfsmäßigen Kontrastvisiereinrichtung.    Er bat nun spontan um "Revanche", gleich am nächsten Tag - und dann doch bitte auf einer am Stadtrand gelegenen militärischen Schießanlage ( mit  "Tageslicht"!) .... und dann doch bitte zur Abwechslung mal mit seiner  "sportlich getunten "Makarow - Pistole" (sowjetischer Bauart) - warum nicht? Ich bin diesbezüglich eigentlich "vor nix fies!" Ich habe dann an jenem Tag einen Menschen so hervorragend schießen sehen wie diesen Ex-Major der NVA. Er erinnerte mich spontan an "US-Legenden" wie Anni Oakley oder auch Buffalo Bill Cody, ... er war ein toller Kerl! Er schoss mich  an diesem Tag sozusagen "in Grund und Boden".       Nun  war ich  allerdings doch " etwas stolz " darauf, am Vortag ausgerechnet diesem alten “Kämpen” mal gezeigt zu haben, "wo denn der Frosch die Locken hat". Hätte er sich g leich zu Anfang  mir gegenüber "der Fairness halber" zu erkennen gegeben , dann hätte ich (ihm) das so  sicherlich nicht  (an)getan.    Buddy . 
14:21 Uhr
2026.03.22
Hallo Jürgen Wie Du schon weißt, habe ich viele Episoden in meinem ereignisreichen Leben in Form von "Anekdoten" in meine ganz persönliche Chronik aufgenommen, um sie nicht allmählich zu vergessen. Hier mal ein Ereignis, an das ich mich besonders gerne erinnere. 1982 war ich Chef einer Raketenbatterie, die mit US-gefertigten sogenannten Kurzstreckenraketen des Typs "Lance" ausgestattet war. Deren maximale Reichweite betrug immerhin mehr als 100 km! Da nun mal unsere deutschen  Truppenübungsplätze dafür viel zu klein waren, hatte die NATO in Griechenland eine zentrale Ausbildungseinrichtung zum Verschuss derartiger und ähnlicher Raketensysteme eingerichtet, die wir regelmäßig (gegen Bezahlung!) nutzen durften. Zur Verfügung gestellt wurde uns aus Kostengründen jeweils nur eine einzige  Rakete pro Jahr (natürlich ohne einen " nuklearen " Gefechtskopf), die wir dort verschießen durften. Bei "meinen Jungens" das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit dieses durch sie zu beherrschenden Waffensystems nachhaltig zu festigen. Auf der Insel Kreta gab es zu Zeiten des "Kalten Krieges" (und gibt es wohl auch heute noch?) jenen besonderen "Truppenübungsplatz" der NATO mit der Bezeichnung "NAMFI" (" NA TO- M issile- F iring- I nstallation") .... hier mal ein Kartenausschnitt mit unserer Unterkunft südlich des Flughafens "Chania" und dem Schießplatz unmittelbar an der Küste des Mittelmeeres.    Ich flog einmal jährlich mit etwa 50 meiner Soldaten auf die griechische Insel, um dort jene einzige  Rakete zu verschießen. Dafür hatten wir nun bis zum Rückflug nach Deutschland genau eine Woche lang Zeit, so lange .... bis die uns nachfolgenden Soldaten einer anderen westeuropäischen "Raketenbatterie" dort eintrafen, um ihre  Rakete zu verschießen. Wir hatten dort also keinerlei Stress .... stattdessen ganz viel Freizeit! Dieser sogenannte Kampfzonentransporter des Typs "Transall" war zwar keineswegs unsere "erste Wahl", aber dafür flog man kostenlos! Zumindest  jeder länger dienende Angehörige meiner Einheit (im "Klartext": alle Zeit - und Berufs soldaten!) sollte wenigstens einmal  in ihrer Dienstzeit eine derartige Rakete des Typs "LANCE" fliegen sehen.  Sofern der mir zur Verfügung gestellte Platz in dieser Maschine ausreichte, nahm ich aber auch sehr gerne einige meiner wehrpflichtigen  Soldaten mit - damit diese als (aus meiner Sicht!) besonders wichtigen und glaubwürdigen "Repräsentanten der Öffentlichkeit" daheim etwas zu berichten hatten.  Innen drin war so ein Kampfzonentransporter der "Gipfel an Komfortlosigkeit". Man hatte die "freie Wahl" des Sitzplatzes : vorne war es viel zu warm  - in der Mitte viel zu eng  - und hinten viel zu kalt  - in jedem Fall aber viel zu laut  - und bei der leider siebenstündigen(!) Flugzeit in jedem Fall viel zu langweilig . Der Flug dauerte übrigens so lange, weil wir natürlich nicht über Länder des "sowjetischen Machtbereiches" hinwegfliegen durften, sondern weil uns auch die "neutralen" Staaten Schweiz und Österreich hartnäckig den Überflug mit solchen "oliv" angepinselten Flugzeugen verweigerten!  Stattdessen mussten wir einen riesigen Umweg über Frankreich durchs Rhonetal in Kauf nehmen - und deshalb bei Gegenwind auch noch in der Nähe von Rom zwischenlanden, um dort nachzutanken.   Die beiden "Zivilisten" im Bild waren übrigens unser Weseler Bürgermeister und ein uns "recht wohlgesonnener" Pressevertreter.  Die beiden hatte ich einfach mal als meine "Gäste" eingeladen, uns dorthin zu begleiten - um sie "bei Laune zu halten" und um ihnen die Chance zu geben, dort "auch ihre  Jungens" mal bei deren Aktivitäten zu bewundern .... halt "Öffentlichkeitsarbeit"!  Ansonsten weißt Du natürlich aufgrund Deiner Lebenserfahrung genau so gut wie ich: " Beziehungen  schaden bekanntlich nur dem, der keine  hat!" Wenn Du auf diesem Bild mal an meine (mir damals unterstellten!) "Oldtimern" vorbeischaut, dann erahnst Du rechts hinter unserem mitgeführten Gepäck einen dunklen Vorhang, hinter dem sich die "Wellness-Abteilung" der Transall verbirgt. Sie besteht lediglich aus einem "Plastikkörbchen", an dem ein dicker Schlauch darunter befestigt ist - und darüber  ist an der Wand ein Warnschild angebracht: "Nicht zu dicht dranhalten, wird stark abgesaugt!" Vermutlich als ein Scherz gedacht ... aber bei unserer Luftwaffe weiß man das nie! Die Unterkünfte in jener griechischen Kaserne (durch die "NATO" finanzierte Neubauten!) waren übrigens ausgezeichnet  .... das dort angebotene Essen leider nicht. Es führte unweigerlich dazu, dass man zunächst drei Tage lang nicht mehr " aufs  Töpfchen" kam - und anschließend drei weitere Tage lang nicht mehr runter . Die Stimmung meiner "Jungens" war wie immer hervorragend .... .... auch am nächsten Tag auf der "Range" ("Schießbahn"), wo wir einen dort bereitgestellten Raketenwerfer, einen echten Raketen- motor und zusätzlich einen durch uns darauf zu montierenden "Gefechtskopf-Dummy" (der nur mit Beton gefüllt!) übernahmen, um den Start unserer in diesem Jahr einzig verfügbare  Rakete für den nächsten Vormittag vorzubereiten. Hier siehst Du mich (in der Mitte) und zwei meiner Oberleutnante, die mich nach Kreta begleiteten - mein dritter Offizier musste leider am Standort Wesel verbleiben - zwecks "Stallwache" - ich musste dort am Standort schließlich etwa 200 weitere mir damals in meiner Einheit unterstellte Soldaten zurücklassen, da deren Kosten für deren  Transport, Unterbringung und  Betreuung der Bundesrechnungs- hof nicht mehr mitgemacht hätte .... eigentlich schade! Unser Raketenwerfer befand sich auf diesem Bild quasi "abschussbereit" auf dem festgelegten Startplatz -"Schussrichtung" in Richtung Mittelmeer - natürlich in einen für die Seefahrt gesperrten Bereich! Letzte Überprüfungen wurden dann noch durch ein NATO-Prüfteam durchgeführt - dann ging es endlich los!  Dieses qualitativ "recht unbefriedigende" Foto wurde übrigens von einer 200 Meter entfernten Anhöhe aufgenommen, wo  alle meine nicht unmittelbar am Abschussplatz beteiligten  Soldaten und meine beiden Gäste die Aktivitäten beobachten durften. Hier war ich  gerade "beschäftigt" - mit einem kleinen "Startgerät" in den Händen, das durch ein Kabel mit der Rakete verbunden war. Mein linker Daumen entsicherte gerade die Rakete, der rechter Daumen "ruhte" auf dem berühmt-berüchtigten "Roten Knopf" .... ein absolut unbeschreibliches Gefühl - wenn man weiß, dass man gerade mehr als 100.000 US-Dollar (EURO) "Steuergelder" auf die Reise ins Mittelmeer schickt! Am nächsten Tag hatten wir dann alle von der am Abend zuvor gemeinsam gefeierten "MISSLE-AWAY-PARTY" einen mehr oder weniger "dicken Kopf", also genau das Richtige für einen gemeinsamen Tagesausflug (auf Kosten der Bundeswehr) durch die dortige "Samaria-Schlucht". Dort erwartete uns ein 10 km langer geruhsamer Fußmarsch durch ein sehr reizvolles Gebirge - erfreulicherweise immer nur "bergab" bis zur Küste. Am unteren Ende der Schlucht angekommen waren wir alle wieder nüchtern .... hier erwartete uns nun das Mittelmeer! Das Wasser hatte dort (Ende September / Anfang Oktober) noch eine "Badewassertemperatur" von 27 Grad Celsius! Spät abends ging es dann zurück nach "Chania" - mit einem typisch griechischen "Seelenverkäufer" - anders konnte man unser (noch) schwimmendes, typisch griechisches "Wrack" auch bei wohlwollender Betrachtung wirklich nicht bezeichnen!  Aber wir waren ja alle (bis auf unseren Bürgermeister und den Pressevertreter) gesetzlich  "zur Tapferkeit verpflichtet".  Also: "So what?" Nachdem am Folgetag das durch uns entliehene Material sorgfältig gereinigt und an unser dort auf der Insel ständig stationiertes "Stammpersonal" zurückgegeben war, durften meine "Jungens" die nächsten zwei Tage " zur freien Verfügung " nutzen, um die Insel nach Lust und Laune "auf eigene Faust" zu erkunden. Ich  hatte ein geländegängiges Motorrad gemietet - um damit alleine  über die Insel zu "cruisen". Ein Helm war dort nicht erforderlich ... mein Motorrad führerschein interessierte ebenfalls niemanden. Unterwegs auf dieser wunderschönen Insel traf ich dann zufällig mehrere kleine Gruppen meiner "Jungens" - das war für uns alle  ´ne gute Zeit! Am Sonntag mussten dann alle wieder antreten, um die Heimreise in der nächsten Transall zu genießen, die zuvor die nachfolgende "Übungstruppe" dorthin gebracht hatte. Jeder meiner Soldaten (egal welcher Dienstgrad oder Status!) hatten übrigens unmittelbar vor dem Antritt der Reise ein sogenanntes "Auslandstagegeld" (44,00 DM pro Tag !) erhalten, das bar ausgezahlt worden war. Jeder von ihnen konnte sich also dort auch  mal "etwas gönnen".   Viel Spaß beim Betrachten der zeitgenössischen Bilder. Du darfst dazu auch gerne (eventuell "kritische"?) Fragen stellen, da ist nichts mehr "geheim"! Buddy
17:47 Uhr
2026.03.25
Hallo Buddy, danke für Deine neuen Geschichten. Da war wieder einiges dabei, das ich mit Interesse gelesen habe. Beim Thema „der Jude“ bin ich an einem Satz von Dir hängen geblieben: „Das Thema Juden/Israelis (nicht unbedingt das Gleiche!) hat mich stets besonders fasziniert ... diese Mitmenschen sind nämlich eindeutig anders als die Anderen!“ Dich faszinieren Juden – okay. Ich selbst verstehe diesen besonderen „Hype“ um Juden ehrlich gesagt nicht. Für mich ist jeder Mensch 'anders', individuell und gleich viel wert. Ich respektiere jede Religion und jeden Glauben. Ich muss nicht alles verstehen – die einen mehr, die anderen weniger –, aber Respekt sollte in beide Richtungen gelten. Und genau das Gleiche erwarte ich auch mir gegenüber. Die Geschichte mit Deinem jüdischen Kameraden fand ich trotzdem interessant, gerade weil sie so lebensnah war und wieder einmal zeigt, wie stark persönliche Begegnungen das Bild von Menschen prägen können. Solche Einblicke sind immer wertvoller als jede Schlagzeile. Und persönliche Begegnungen werden in Zukunft sehr wichtig, wenn man überall von KI umgeben ist. Die Geschichte mit der „08“ in Ostberlin hat mir ebenfalls gefallen. Ich selbst hatte nie Gelegenheit, mit einer Pistole zu schießen – nur mit der Kalaschnikow oder früher mal mit dem Luftgewehr auf dem Rummel. Wenn sich irgendwann einmal die Gelegenheit ergeben würde, würde ich das sicher ausprobieren, aber es hat für mich keinen besonders hohen Stellenwert. Mein heutiges Fazit ist ohnehin ein anderes: Das aktuelle Geldsystem sorgt aus meiner Sicht dafür, dass immer mehr Waffen produziert werden und immer neue Kriege entstehen. Deshalb kümmere ich mich gedanklich inzwischen lieber um die Frage, wie ein anderes Geldsystem aussehen müsste, statt mich tiefer mit Waffen zu beschäftigen. Und dann Kreta: Eine Lance pro Jahr – das ist ja nun wirklich nicht gerade üppig. Da habe ich mich beim Lesen schon gefragt, was Ihr in dieser Woche im Einzelnen gemacht habt. Geputzt? Programmiert? Vorbereitet? Zugeschaut, wie das Ding abzischt? Im Verhältnis dazu wirkt eine ganze Woche für wenige Minuten „eigentlichen Zweckes“ schon bemerkenswert. Die sieben Stunden Transall klingen auch nicht gerade nach Urlaubsflug: ohne Stewardess, ohne Entertainment, ohne Komfort – das hat schon fast wieder eigenen Charme. 🙂 Trotzdem war das offenbar ein schönes und vor allem bleibendes Erlebnis. Solche Dienstreisen vergisst man vermutlich nicht so schnell. Deine Anektoden regen zum Nachdenken an. Viele Grüße Jürgen
09:30 Uhr
. Hallo Jürgen Der "eigentliche Zweck" unserer Ausbildung mit Raketensystemen wie "Sergeant", "Lance", "Mars" oder "Lars" war nicht der faszinieren de Moment des Abschusses, sondern die intensive Einweisung in deren Handhabung unter Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen und "Auflagen im Frieden". Dieser Ausbildungszweck wurde erreicht, indem man zunächst zahllosen "Trockenübungen" durchführte, ehe man an einen "scharfen Schuss" überhaupt denken konnte .... und natürlich erfolgte die intensive Reinigung des Raketenwerfers "nach dem Schuss" durch die übende Truppe  und danach eine ordnungsgemäße Rückgabe an das dortige "Stammpersonal". Erst danach konnten geeignete Betreuungsprogramme bzw. Freizeitaktivitäten auf dieser wundervollen Insel stattfinden. Ich akzeptiere nur Religionen, die ihre Lehre gewaltfrei  verbreiten. Ansonsten halte ich sie allesamt für entbehrlich , da ich an kein durch Menschen erdachtes Wesen namens "Gott" glaube .... ich vermisse jeglichen "glaubwürdigen" Beweis! Deine Gedanken zum Thema "weltweites anderes Geldsystem" kann ich nicht nachvollziehen. Wie stellst Du Dir persönlich so etwas vor? Gibt es da irgendwo schon entsprechende "Ansätze", die das verdeutlichen könnten? Mir fehlt es diesbezüglich an Phantasie oder gar Erkenntnissen. Buddy .
10:19 Uhr
. Hallo Jürgen Zum Thema "Anekdoten, die das Leben schrieb" hier mal mein Kontakt zu einem anderen Mitmenschen, der vor langer Zeit meinen Lebensweg kreuzte:  Ich trat bekanntlich am 01.07.1970 als "Freiwilliger" in die Bundeswehr ein - das war damals nur wenige Tage nach meinem Schulabschluss (Abitur) - und nur wenige Tage vor meinem 19. Geburtstag ... ich war also seinerzeit aufgrund der damaligen gesetzlicher Bestimmungen immer noch "minderjährig"! Meine seinerzeit sechsmonatige  Grundausbildung, sozusagen meine Lehre, erlebte ich in einem Panzerartilleriebataillon, das am Ortsrand der Hansestadt Hamburg stationiert war. Wir waren damals zu jeweils sechs  Soldaten in einer recht geräumigen "Mannschaftsstube" untergebracht, das heiß - es gab dort zweimal je drei Betten übereinander  - ich in der Mitte - und im Bett über mir ein auffallend kleinwüchsiger "Süd-Koreaner " , über den ich in dieser Mail berichten möchte. Er war ein "Gastsoldat", der zuvor ein Jahr lang auf Kosten unseres Staates am deutschen "Bundessprachenamt" (in "Hürth") erstaunlich gut die deutsche Sprache erlernt hatte .... lediglich mit dem Buchstaben " R " hatte er offenbar unlösbare Probleme, er konnte ihn zwar schreiben, aber nicht aussprechen . Mag sein, dass das "R" in seiner koreanischen Heimatsprache gar nicht vorkommt (?) ... aber Kim ersetzte es in seiner Aussprache "gnadenlos" durch ein " L ", was sich dann oft sehr lustig anhörte! Bevor er zu uns nach Deutschland entsandt wurde war er bereits in der koreanischen Armee als" Kadett" ausgebildet worden. Er war auch ca. 2 Jahre älter als ich - und sein Name war " Kim Tae-yong ". Kim (so nannten wir ihn)war ein nahezu übertrieben ehrgeiziges "Kerlchen", das nach Dienst bienenfleißig alle für ihn irgendwie greifbaren militärischen Vorschriften studierte - er war deswegen nicht selten deutlich besser  informiert als die uns unterrichtenden Unteroffiziere ... das machte ihn " bei denen " nicht unbedingt sympathischer!   Egal:  Ich mochte diesen kleinen aber feinen Asiaten - er war in meinen Augen ein ehrlicher und überaus hilfsbereiter Kamerad. In unserer knapp bemessenen Freizeit waren wir beide oft mit meinem "Karman-Ghia" unterwegs, um die faszinierende Stadt Hamburg und deren Umgebung zu "erkunden". Ich nahm ihn sogar einmal am Wochenende für zwei Tage zu mir nach Hause ("Osnabrück", ca. 220 km entfernt von Hamburg) mit. Ich erinnere mich, dass mein Vater ihm erlaubte, ein Ferngespräch  nach Süd-Korea  (!) zu führen, um mit seinen Eltern zu sprechen - das war in der BRD bereits 1970 problemlos (wenn auch ein wenig "kostenintensiv"!) möglich. Kim sprach sehr laut in koreanischer Sprache - das waren extrem ungewöhnliche Laute , die da aus dem "Büro" meines elterlichen Tischlereibetriebes tönten! Kim war auch körperlich  ziemlich fit - nur einmal  zeigte er eine ungewöhnliche Schwäche, als er (wie wir alle) im Rahmen einer "Durchschlageübung" mit kompletter Ausrüstung (Kampfanzug, Stahlhelm, Sturmgewehr, ABC-Schutzausrüstung, Sturmgepäck auf dem Rücken) einen nur etwa 10 Meter breiten kleinen Fluss überqueren sollte - auf einem sogenannten "Seilsteg". Das war ein Stahlseil von einem Ufer zum anderen gespannt, auf dem man sich nun "auf dem Bauch rutschend" voranziehen sollte, .... dabei musste man ein Bein weit nach unten "hängen" lassen, um oben auf dem Seil liegen zu bleiben - sonst rollte man seitlich ab - und man nahm dann eventuell völlig ungewollt ein "Vollbad".  "Kleines Kim aus glosses Kolea" wurde erstaunlicherweise kreidebleich - klammerte sich panikartig auf dem Seil fest - und weigerte sich, auch nur einen einzigen Meter weit in Richtung des gegenüberliegenden Ufers zu rutschen - und dass auch noch als einzige r von uns Übungsteilnehmer! Er hatte offensichtlich diesbezüglich einen kleinen "Softwareschaden", der ihm in jenem Moment schwer zusetzte ,"Versagen" war ansonsten absolut keine Option  für ihn! Er jammerte dann auch etwas mitleiderregend herum: "Glosses Schande für ganzes Vattelland!" Schlimm war es auch, ihn damals als "Fahrschüler" auf einem militärischen LKW 5t "MAN" mitzuerleben,  insbesondere dann, wenn man selbst als weiterer Fahrschüler hinten auf der Ladefläche saß und dort (so wie ich) wartete, dass man selbst an der Reihe war, dieses schon damals historisches Ungetüm von einem LKW zu lenken. Da Kim nun mal lächerlich kurze Beine hatte, kam er leider kaum an die Pedale dieses Oldtimers heran - zudem entwickelte er als angehender Kraftfahrer eine Feinmotorik, die wohl eher dem eines völlig unbegabten "Paarhufers" ähnelte. Ich erlebte, dass er diesen LKW (der mit einer ausgezeichnet wirkenden Druckluftbremse  ausgestattet war) derart heftig abbremste, als wäre er gegen eine Mauer gefahren. Ich flog dann hinten auf der Ladefläche in Richtung Fahrerhaus, unser Fahrlehrer "biss" vorne ins Armaturenbrett und "kleines Kim" sprang aus dem LKW heraus und lief so schnell ihn seine kurzen Beine trugen davon - der erboste Fahrlehrer hinter ihm her, mit einer "Winkerkelle" in der Hand, um ihn womöglich damit zu verprügeln (?) ... ein ungewöhnlich amüsantes "Bild"! Alles in allem: Es war nun mal nicht immer leicht, unseren kleinen asiatischen Kameraden "lieb zu haben". Vor einigen Jahren habe ich dann aus purer Neugierde mal im Internet "gegoogelt", was wohl aus ihm geworden war  .... und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: Wirklich genauso  wie auf diesem Foto hatte ich seinen Gesichtsausdruck  in Erinnerung - es war so, so als hätte er sich in einigen Jahrzehnten überhaupt nicht verändert! Die "Schulterklappen" auf diesem im Internet veröffentlichen Bild weisen ihn allerdings als einen südkoreanischen " Vier-Sterne-General " aus, auch in unserer Armee ist das der höchste Dienstgrad, den man als Soldat überhaupt erreichen kann! In ausländischen  Armeen gibt es den noch höheren  Dienstgrad mit der Bezeichnung "Marschall". Wie ich dem entsprechenden Artikel entnehmen konnte, wurde "kleines Kim aus glosses Kolea" später sogar südkoreanischer Verteidigungsminister ! Wie bereits gesagt: Er war ein extrem ehrgeiziges und durchaus sympathisches "Kerlchen"! Buddy .
21:14 Uhr
2026.03.28
Hallo Buddy, danke für Deine neue Mail und die Geschichte mit dem kleinen Koreaner. Da musste ich mehr als einmal schmunzeln. Gleichzeitig bestätigt diese Anekdote wieder mein bisheriges Urteil, mein Vorurteil oder meine Wahrnehmung bezüglich vieler Asiaten: oft klein, unscheinbar, höflich, aber mit einem enormen Ehrgeiz, einer großen Disziplin und einem langen Atem. Dass ausgerechnet dieser Kamerad später Vier-Sterne-General und sogar Verteidigungsminister wurde, passt im Nachhinein fast schon wieder ins Bild. Deine Erklärung zur Raketen-Ausbildung kann ich gut nachvollziehen. Es geht offenbar gar nicht in erster Linie um den kurzen Moment des Abschusses selbst, sondern darum, dass sich alles, was davor und danach passieren muss, so tief einprägt, dass es im Ernstfall intuitiv sitzt. Auf gut Deutsch: man muss es im Schlaf beherrschen. Das erinnert mich daran, dass wir unsere Kalaschnikow damals auch ständig gereinigt haben – selbst dann, wenn sie nur einmal auf dem Schießplatz beim Übungsschießen benutzt worden war. Solche Abläufe sollen offenbar in Fleisch und Blut übergehen. Zum Thema Religionen stimme ich Dir beim Stichwort Gewaltfreiheit voll zu. Gleichzeitig frage ich mich aber, welche Religion ursprünglich offen mit dem Anspruch angetreten ist, auf Gewalt zu setzen. Später wurde sicher vieles verbogen, missbraucht und machtpolitisch eingesetzt, aber am Anfang fällt mir spontan keine Religion ein, die gesagt hätte: Unser Weg ist Gewalt. Auch bei dem Wort „entbehrlich“ gehe ich mit. Religionen haben sich entwickelt, Menschen glauben daran – das ist für mich in Ordnung. Und beim Stichwort „Gott“ bin ich ebenfalls ganz bei Dir: Die Beschreibungen von Göttern entspringen in meinen Augen der Fantasie von Menschen. Parteisekretäre und Pfarrer machen für mich oft etwas sehr Ähnliches – sie interpretieren das, was sie selbst glauben. Und nicht selten spielen dabei materielle Interessen oder Korruption mit hinein. Viele Jahre habe ich gedacht: „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.“ Heute würde ich sagen: Dahinter steckt eigentlich nur der vernünftige Gedanke, dass man sich um seine Dinge selbst kümmern muss und sich nicht blind auf andere verlassen sollte. Mittlerweile gehe ich eher davon aus, dass uns eine Ordnung und Gesetzmäßigkeit umgibt. Energie kann nicht erzeugt und nicht vernichtet werden, sondern nur umgewandelt. Darwins Evolutionstheorie überzeugt mich in ihrer gängigen Darstellung nicht, weil mir viele Zwischenstufen fehlen. Und auch die Urknall-Theorie wirft für mich die Frage auf: Woher kommt die Energie für den Knall – aus dem Nichts? Vielleicht kennst Du den Vergleich mit der Kuckucksuhr: Eine Uhr fällt herunter und zerlegt sich in ihre Einzelteile. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass durch Schütteln und Zufall wieder eine funktionierende Uhr daraus wird? Für mich spricht vieles dafür, dass alles, was sich materialisiert, zuvor in irgendeiner Form gedacht oder angelegt gewesen sein muss. Mein derzeitiges Fazit wäre deshalb: Du kannst nur Dich selbst wirklich verändern. Nur Du selbst schaffst Dir Deine Realität. Niemand anders kann das für Dich tun – und Du kannst es auch nicht für andere tun. Zum Stichwort „anderes Geldsystem“: Ich denke schon, dass Du Dir vorstellen kannst, dass solche Gedanken nicht gerade gefördert werden. Deshalb ist es für mich auch normal, dass sich 99 Prozent der Menschen darunter zunächst wenig vorstellen können. Jeder, der mehr Geld hat, als er für das unmittelbare Leben braucht, oder der von Zins und Zinseszins profitiert, hat naturgemäß wenig Interesse daran, dass sich an diesem System grundsätzlich etwas ändert. Ich will Dich jetzt nicht mit irgendwelchen Theorien, Links oder Verweisen langweilen. Ich werde das in den nächsten Tagen einmal für mich zu Papier bringen – nach dem Motto: Nur was ich erklären kann, habe ich auch wirklich verstanden. Wenn ich es nicht erklären kann, habe ich es selbst noch nicht richtig verstanden. Einen Film möchte ich Dir dazu aber schon jetzt empfehlen. Nicht deshalb, weil er alles erklärt, sondern weil er mir überhaupt erst den Gedanken eröffnet hat, dass es ein anderes Geldsystem geben könnte als das, was wir heute kennen. Das Wunder von Wörgl Hinweis: Der Film beginnt erst nach 25 Sekunden https://ok.tips/wunderwoergel Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Gedanken zu den Fim schreiben würdest. Viele Grüße Jürgen
12:00 Uhr
. Hallo Jürgen eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigung besteht darin, Antiquitäten zu "sanieren" und anschließend zu pflegen.  Aus dem Nachlass meines Vaters habe ich beispielsweise zwei aus Holz gefertigte Modellschiffe übernommen. Ich erinnere mich noch, wie er in meiner Anwesenheit das erste der beiden Schiffsmodelle in den späten 60er Jahren erworben hatte. Damals war er u.a. Inhaber eines Antiquitätengeschäftes, einer Tischlerei und eines "florierenden" Bestattungsinstitutes ... sein beliebtester "Mitarbeiter" in diesem besonderen Gewerbe war damals immer wieder mal "sein ganzer Stolz" - nämlich ich! Wir "überführten" seinerzeit gemeinsam die in einer Osnabrücker Klinik verstorbene Ehefrau eines pensionierten "Kapitäns" nach Emden (Nordseeküste), wo sie beerdigt werden sollte. Ihr hochbetagter Ehemann (jener Ex- Kapitän) besaß eine Anzahl sehr schöner Modellschiffe, die er nach eigenen Angaben persönlich und so detailgetreu wie möglich angefertigt hatte. Da er damals sehr "knapp bei Kasse" war - und sich mein Vater spontan sehr für diese "Schiffsmodelle" interessierte, bot er diesem alten Herrn an, zwei der Schiffe für 600,00 DM (damals viel Geld!) "in Zahlung zu nehmen" - der "Käpt´n" willigte ein. Dieses hier auf dem Foto ist eines diese Schiffe .... das Modell eines Großsegler , über dessen Vorbild ich dann einige Nachforschungen angestellt habe: Name:            "Wap(p)en von Hamburg" Bauart:            Fregatte gebaut:           Ende des 17. Jahrhunderts Besatzung:     150-250 Offiziere und Mannschaften ( sowohl Seeleute als auch Soldaten ) Bewaffnung:  54 Kanonen ( Kaliber: sogenannte "18-Pfünder" ) Zur Geschichte dieses Schiffes habe ich erst viele Jahre später im Internet erfahren: Im 17. Jahrhundert erlitten die Hamburger Kaufleute immer wieder erhebliche Verluste durch Piraten, die überwiegend aus Nordafrika stammten - und die sowohl im Mittelmeer als auch im östlichen Atlantik und sogar in der Nordsee immer wieder Handelsschiffe angriffen und kaperten. Die darin mitgeführten Waren wurden geplündert ... diese Handelsschiffe und deren Besatzungen wurden verschleppt - und anschließend nur gegen beträchtliche Lösegeldzahlungen wieder freigegeben. Leider  gab es " Deutschland " und eine deutsche Marine  damals noch nicht. Deshalb entschlossen sich " Hamburger  Kaufleute", sich selbst gegen die Piraten zu bewaffnen und zu wehren. Sie ließen deshalb mehrere stark bewaffnete  Begleitschiffe bauen .... eines davon war die "Wap(p)en von Hamburg", das Vorbild für eines meiner Modellschiffe! Dieser beeindruckende Großsegler geriet allerdings bereits bei seinem ersten Einsatz im Hafen von Cadiz, Spanien (wohl versehentlich?) in Brand, konnte leider nicht gelöscht werden und explodierte deshalb. Die Hamburger ließen in den nun folgenden Jahren des 17. Jahrhunderts noch drei weitere, nahezu baugleiche Fregatten bauen. Es handelte sich dabei um zweifellos eindrucksvolle "Kriegsschiffe". Da sich die Hamburger zur damaligen Zeit aber sehr bewusst und klug aus allen Kriegen heraushielten, war bei ihnen der Begriff " Kriegs schiff" absolut verpönt - sie nannten die Fregatten deshalb lieber " Konvoi -Schiffe", da sie ausschließlich als Begleitschutz für die Hamburger  Handelsschiffe gedacht waren, um Piraten und Freibeuter abzuschrecken und gegebenenfalls nachdrücklich zu bekämpfen.  Sehr erfolgreich waren sie dabei leider nicht. Zum einstigen Vorbild meines zweiten "Großseglers" sei gesagt: Name:            unbekannt Bauart:           Galeone gebaut:          16. Jahrhundert Besatzung:     ca. 100 Mann (Seeleute und Angehörige der "Entermannschaft") Bewaffnung:  ca. 30 Kanonen ( unterschiedliche Kaliber ) "Galeonen" waren damals typische Kriegsschiffe - sie wurden durch mehrere "seefahrende Nationen" in großer Anzahl (mehr als 100!) gebaut und genutzt. Besonders beliebt waren diese besonders schnellen und wendigen Schiffe auch bei Freibeutern und Piraten - berühmtestes Beispiel war vermutlich die "Golden Hind" des überaus erfolgreichen englischen Freibeuters  "Sir Frances Drake". Es gab eine Reihe von Varianten - ganz überwiegend "3-Master" - selten auch "4-Master". Typisch war dabei die sogenannte "Gallion" - eine vorspringende Plattform am Bug dieser Schiffe, die das Setzen und Einholen eines zusätzlichen Segels an dem sogenannten "Bugspriet" erleichterte. Typisch war auch der auffallend hohe Aufbau am Heck  der Schiffe (zwecks Unterbringung der Seeleute!) .... und zusätzlich ein weiterer hoher Aufbau im Bereich des Vorschiffs (zwecks Unterbringung der Kanoniere und der Soldaten ("Entermannschaft"). Nicht verheimlichen möchte ich, dass diese meine Schiffsmodelle echte "Staubfänger" sind, die ich mindestens einmal jährlich vorsichtig mit einem weichen Pinsel reinigen und danach mit einem speziellen Öl behandeln muss, damit Holz und Segel nach vielen Jahrzehnten nicht austrocknen und rissig werden. Das sieht dann so  aus: Das "Konvoi-Schiff" vorher .... .... und nachher . Die Galeone vorher  .... .... und nachher . Wie immer viel Vergnügen beim "Studium" meiner Ausführungen und der beigefügten Bilder! Buddy .
15:22 Uhr
2026.03.29
. Hallo Jürgen hier mal sozusagen als "Goodie" ein wenig " leichte Kost " - eine weitere Anekdote aus meinem umfangreichen "Fundus". Das nun Geschilderte ereignete sich bereits in den frühen ´70ern ziemlich genau so , wie ich es hier beschreibe, aber das alles bitte nicht allzu ernst nehmen!   Damals war ich noch ein völlig ungebundener  junger Bursche, der noch nicht "ganz trocken hinter den Ohren" war.  Wie hat Herbert Grönemeyer es so schön und treffend formuliert: "Ich war noch jung und war noch fit - machte jeden Blödsinn mit!"  Es waren keineswegs nur bedeutsame  Ereignisse und sogenannte " VIP ", die mich geprägt  haben - und die mir nachhaltig in Erinnerung  geblieben sind .... manchmal waren es eher zufällige und "banale" Begegnungen mit "besonderen" Menschen ... das war in meinem Leben sozusagen "das Salz in der Suppe"!  Stellvertretend für andere Erlebnisse dieser Art möchte ich von einer Dame berichten, an die ich gelegentlich auch heute noch (also mehr als fünfzig Jahre danach !) gelegentlich zurückdenke - 1971 war ich als junger Soldat (damals noch ein "Gefreiter") in Hamburg einige Wochen lang zur militärischen Fahrschule  abkommandiert - um dort als Offizieranwärter den Führerschein für LKWs zu erwerben und gleich anschließend zusätzlich noch den Panzer-Führerschein. Die praktische Ausbildung wurde auf schon etwas "betagten" militärischen LKWs und Schützenpanzern durchgeführt - und erst einmal auf einem "Übungsgelände" hinter unserer Kaserne (wo wir nichts "kaputt" machen konnten!) - danach zunächst auf möglichst einsamen Landstraßen im nahegelegenen sogenannten "Alten Land".... und erst zum Schluss dann im Stadtgebiet von Hamburg (übrigens auch mit den Panzern!).   Dort in der Stadt fuhren wir dann jeden Morgen zur Frühstückspause in dem eher langweiligen Stadtteil Hamburg-Harburg eine winzig kleine Bäckerei an, um uns dort in einem kleinen, aber feinen  Hinterstübchen Kaffee und belegte Brötchen servieren und schmecken zu lassen. Du musst wissen: Die sogenannte "Nato-Pause" von ca. 09:00 bis. 09:30 Uhr war (und ist vermutlich noch heute?) allen Soldaten der Bundeswehr sozusagen "heilig"! So weit - so gut - und natürlich nicht besonders aufregend.   Das "Aufregende" war dort die Frau  des Bäckers, ... eine ca. 30-jährige echte Schönheit(!) , die uns Gäste bediente ... und die es "faustdick hinter den Ohren hatte"! Diese atemberaubend hübsche Frau wusste sehr genau , "wie es geht" .... genauer gesagt: wie man jungen Rabauken  wie uns "den Kopf verdreht" - und das bis hin zur "Orientierungslosigkeit"!  Es war nicht nur  dieser unwiderstehlich provozierende Einblick in ihr atemberaubendes Dekolleté, den sie uns freundlicherweise beim Abwischen der ohnehin schon "blitzsauberen" Tische und dann wieder beim Servieren gewährte, da waren auch noch (ihr damals moderner) "Mini-Rock" - und darunter diese wahnsinnig "wohlgeformten", scheinbar unendlich langen Beine - mit deren "Präsentation" sie uns regelrecht "paralysierte" und quasi "willenlos" machte. Immer dann  nämlich, wenn sie unsere Bestellungen "ratzfatz" erfüllt hatte, gab es im Raum " so erfreulich viele  Dinge", die sie  vom Erdboden aufheben oder mit dem Kehrblech aufnehmen musste .... dabei uns abgewandt - stets sehr tief  gebückt - und immer mit "herrlich durchgedrückten" Knien ,purer Wahnsinn!   Wir wussten nun sehr rasch, dass sie nicht nur "obenrum " überaus reizvolle Dessous trug! Auch an allen Folgetagen bestellten wir dann auch gleich zu Beginn unserer Pause: "Kaffee, Brötchen - und einmal den Boden reinigen  - bitte bitte!"   Einer von uns Fahrschülern musste damals immer draußen vor der Tür  "als Wache" in unserem vor dem Haus geparkten LKW bzw. Panzer sitzen bleiben. Auch dieser "armen Kerl" wurde dort draußen (direkt vor dem Haus!) erfreulicherweise ebenfalls durch sie bedient - und sie vergaß nicht etwa, auf ihrem Rückweg in diese Bäckerei unmittelbar vor der Eingangstür kurz den Boden und die wenigen Treppenstufen zu reinigen - natürlich ebenfalls tief gebückt mit herrlich durchgedrückten Knien!        Diese Dame hat uns fast "verrückt" gemacht .... das wusste sie auch sehr genau , wie man ihrem stets verschmitzten Lächeln unschwer entnehmen konnte. Das alles ist jetzt schon mehr als 50 Jahre her, aber Du darfst es mir gerne glauben:  Ich "sehe" diese Frau noch immer vor mir .... was für "herrliches Weib"! Natürlich hatte sie mit uns Schnöseln nur "gespielt" ... aber wir liebten  dieses Spiel! Sie hatte uns einige kostenlose Lektionen  in "allerfeinster Erotik" erteilt - und sie hat uns so den krassen Unterschied zur absolut geschmacklosen, aber "kostenintensiven" Pornographie  verdeutlicht, die uns nur einige Kilometer entfernt auf der "Hamburger Reeperbahn" begegnete ... und die mich persönlich ehrlich gesagt extrem anwiderte!). Sie  war hingegen ein überaus zauberhafter  und begehrenswerte r Kontrast!   So viel zu dieser  durchaus "prägenden" Begegnung. Ich habe in meinem später Leben viele Frauen an genau dieser "Bäckers-Gattin" gemessen und ich "erwische" mich gelegentlich heute noch gedanklich dabei. In Sachen "Erotik" konnten ihr nur sehr wenige dieser anderen  Frauen "das Wasser reichen". Mir wurde außerdem sehr bewusst, wie leicht die Frau mich und meine Kameraden hätte "beherrschen" können - wenn ihr denn  der Sinn danach gestanden hätte. Ich  hätte mich jedenfalls (damals wie bereits erwähnt noch absolut "ungebunden"!) dieser Faszination wohl "kampflos ergeben"(?)       Buddy .             
16:05 Uhr
2026.03.30
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16:54 Uhr
2026.03.31
. Hallo Jürgen, Hier mal eine ganz andere Anekdote aus längst vergangenen Tagen .... ein kleines "intellektuelles Schmankerl" .... meine Erinnerungen an einen "pfiffigen" Raubfisch : Mitte der 80er war ich als Berufsoffizier in Donauwörth (Bayern) stationiert. Da die Mieten dort erstaunlich preiswert waren, hatte ich für meine vier "Mädels", für unseren Basset Rüden "Charly" und für mich selbst einen recht großen und luxuriös ausgestatteten Bungalow angemietet, ..... .... der auf der Rückseite so aussah. Auf diesem Bild siehst Du meine erste, leider schon verstorbene Ehefrau "Angelika" und meine jüngste Tochter Kim. Sie ist inzwischen schon 44 Jahre alt .... wie doch die Zeit vergeht! Zu unserem hinter dem Bungalow gelegenen großer, nahezu "parkähnlicher" Garten gehörte ein großer, idyllisch angelegter Teich, ....   .... etwa 50 Quadratmeter großer und 1,5 Meter tief - und recht "naturnah" gestaltet. Auf diesem Foto siehst Du meine älteste Tochter "Tanja", heute bereits 53 Jahre alt.   In diesem Teich gab es eine Unzahl  von Goldfischen, Karauschen, Gründlingen - und (anfangs) auch einige heimische Rotfedern, Eschen und Döbel. Insbesondere die Goldfische, Karauschen und Gründlinge vermehrten sich erstaunlich schnell und zahlreich , sodass ich irgendwann ernsthaft über Möglichkeiten einer Reduzierung  nachdenken musste ...."Raubfische" mussten her! Ich war damals noch kein  Angler - aber einer meiner engsten Mitarbeiter war es! Ich bat ihn um einen kleinen lebenden  Hecht oder Zander, um in unserem Gartenteich mit deren Hilfe ein wenig "Geburtenkontrolle" zu betreiben .... und er "belieferte" mich dann auch umgehend mit einem ca. 40 cm großen, schon fast ausgewachsenen  Hecht, .... .... so ein stattliches Tier wie dieses hier (Foto ist aus dem Internet!), das ich ab sofort nach dem mir damals unangenehmsten  Zeitgenossen namens "Helmut" benannte. Dieser Fisch schaute nämlich genauso dämlich aus der Wäsche wie eben jener Kerl und erinnerte mich deshalb spontan an ihn. Der Hecht war bereits ca. 50 cm lang ... und er passte deshalb nur stark gekrümmt  in den mitgeführten ovalen "Farbeimer". Wenn Du mal ganz genau  hinschaust, dann "erahnst" Du dieses ungewöhnliche "Haustier" in der Bildmitte .... sein Kopf ragt (nach rechts blickend) unter dem mittleren Seerosenblatt hervor .... zumindest sein dunkles Auge und sein nach rechts herausragendem Maul sind mit etwas Phantasie erkennbar. "Helmut" war dort mal wieder "auf der Lauer" - so weit, so gut! Ich hätte "Helmut" vorher in seine Aufgaben einweisen  sollen - mein  Fehler! Er vertilgte nämlich in kürzester Zeit die wenigen in diesem Teich lebenden hübschen  Rotfedern und Eschen .... ein einzelner Döbel sprang sogar vor Schreck aus dem Teich heraus und erstickte dann elend auf der angrenzenden Wiese. Auf die übrigen (doch eigentlich  als "Zielgruppe" gedachten!) Fischsorten hatte Helmut offenbar "keinen Bock".... zumindest war absolut kein signifikanter Rückgang  der unverändert in üppiger Anzahl vorkommenden Goldfische, Karauschen und Gründlinge zu erkennen  .... aus meiner Sicht enttäuschend und sehr ärgerlich! Als Repressalie für die nun  im Teich schmerzlich fehlenden o a."Edelfische" setzte ich diesen Hecht kurzerhand auf unsere "Speisekarte"- aber versuch mal, einen satten  Hecht an den Angelhaken  zu kriegen! Ich  hatte jedenfalls mit meiner in einem Baumarkt erworbenen preiswerten Angel trotz "böser Absicht"(!) keinerlei Erfolg .... irgendwie frustrierend!  Aber "Aufgeben" ist für mich keine  Option: Also nahm ich meinen .22-er Colt-"Diamondback"-Revolver und bereitete dem Fisch damit eine "böse Überraschung", als er mal wieder unter "seinem" Seerosenblatt auf Beute wartete. In der Körpermitte getroffen lag er nun quer im Wasser an der Oberfläche und ich holte rasch eine Forke aus dem Geräteraum im Keller, um ihn zu bergen.  Als ich aber Helmut, der den Schuss erstaunlicherweise überlebt  hatte, damit anhob, wurde er offenbar ein wenig "misstrauisch" - und er verschwand blitzschnell in den finsteren Tiefen unseres Gartenteiches. Da er an dem Tag und an den Folgetagen nicht wieder "auftauchte", nahm ich an, er sei offenbar tief unten im Teich verendet  und dann im Gestrüpp der vielen Schlingpflanzen als "Kadaver" hängengeblieben .... schade um das erhoffte leckere Fischgericht! Nach ca. zwei Wochen war "Helmut" dann aber doch wieder da  .... an seinem alten "Stammplatz" .... als sei nichts gewesen! Ich wählte nun beim nächsten Versuch  meinen großkalibrigen .38-er Smith & Wesson-Revolver - wild entschlossen, ab sofort "keine Gefangenen mehr zu machen". Das schwere Geschoss dieser Waffe prallte aber leider von der Wasseroberfläche ab ... und schlug dann laut "klatschend" auf dem Nachbargrundstück hoch oben in einen Obstbaum ein. Das war mir nun allerdings etwas "peinlich"... und ich war froh, dass unser Nachbar diesen lautstarken Schuss und den Einschlag des Geschosses in seinem Baum nicht wahrgenommen hatte! Wenige Monate später zog ich mit meiner Familie nach Norddeutschland um und gab deshalb den Bungalow und den Garten an den Eigentümer zurück .... und wenn er nicht gestorben ist (ich meine den Hecht , nicht etwa den ehemaligen Vermieter!) und er dann später nicht doch noch "gut zubereitet" verspeist wurde, dann "killt" er vermutlich immer noch die falschen  Fische (?) Buddy .
20:52 Uhr
Hallo Buddy, danke für Deine beiden neuen Geschichten – wieder einmal eine schöne Mischung aus Geschichte, Handwerk und persönlichen Erinnerungen. Das Thema „Antiquitäten sanieren“ kann ich gut nachvollziehen. Ich habe ja Instandhaltungsmechaniker für Werkzeugmaschinen gelernt, und in meiner Abschlussprüfung musste ich einen Kompressor komplett auseinandernehmen, aufarbeiten und wieder zusammensetzen. Dieses Prinzip „aus alt mach neu“ hat mir schon damals gefallen – und es hat bis heute nichts von seinem Reiz verloren. Da steckt etwas sehr Befriedigendes drin, wenn man sieht, wie etwas Altes wieder funktioniert und in neuem Glanz erscheint. Deine Modellschiffe sind dafür natürlich ein ganz besonderes Beispiel. Nicht nur wegen der handwerklichen Arbeit, sondern auch wegen der Geschichte dahinter. Allein die Verbindung zu Deinem Vater und die Herkunft der Modelle machen das Ganze zu etwas, das weit über einen „Gegenstand“ hinausgeht. Das sind im Grunde kleine Zeitkapseln. Und Deine zweite Anekdote – sagen wir mal so: eine sehr lebensnahe und zugleich amüsante Erinnerung aus jungen Jahren. Man merkt beim Lesen, dass Dich diese Begegnung nachhaltig geprägt hat. Solche Eindrücke bleiben oft viel länger im Gedächtnis als viele „große“ Ereignisse. In diesem Sinne: eine schöne, nachhaltige Prägung – dazu kann man Dir eigentlich nur gratulieren. Viele Grüße Jürgen
21:08 Uhr
Hallo Buddy, das Thema Lesen verbindet uns tatsächlich. Ich habe früher sehr viel gelesen – besonders während meiner Schulzeit. Ich war fast jede Woche in der Bibliothek. Leider hatte ich auch die unangenehme Angewohnheit, Bücher nicht immer rechtzeitig zurückzubringen. 🙂 Damals waren meine liebsten Themen Abenteuer, Seefahrt, Krimis und auch utopische Romane. Autoren wie Jules Verne und Stanislaw Lem haben mich besonders fasziniert. Geschichten wie „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe haben mich oft gedanklich auf eine einsame Insel oder auf Schatzsuche geschickt. Später, als ich meinen ersten Computer hatte – einen Commodore Plus/4 – hat sich mein Interesse dann stark in Richtung Programmierung verschoben. Ab da waren es weniger Romane und mehr Fachbücher. Ein größerer Einschnitt kam 2007, als ich das erste Mal Deutschland verlassen habe in Richtung Dominikanische Republik. Ich war gezwungen, meine komplette Bibliothek aufzulösen. Ich habe mehrere Bananenkisten mit Büchern genommen, bin auf einen Secondhandmarkt gegangen, habe die Kisten dort abgestellt – und bin einfach gegangen. Das hat mir ehrlich gesagt ziemlich wehgetan. Aber mit einem Koffer von maximal 23 Kilo ist man sehr schnell gezwungen, Prioritäten zu setzen. Heute hat sich das Lesen bei mir stark verändert. Ich nutze eine App (Readly), über die ich Zugriff auf tausende Magazine habe – rund 8000 insgesamt, aus etwa 250 verschiedenen nationalen und internationalen Zeitschriften. Das ist natürlich praktisch und jederzeit verfügbar. Trotzdem: Ein echtes Buch in der Hand hat etwas Besonderes. Das kann man durch nichts vollständig ersetzen. Aber mein Leben „zwischen zwei Welten“ macht es schwierig, sich solche Dinge in größerem Umfang zu leisten. Entweder ich schleppe sie im Koffer mit – oder ich zahle für Lagerung. Das betrifft übrigens nicht nur Bücher, sondern genauso Kleidung. Ich habe deshalb angefangen, mir vor jeder Anschaffung eine einfache Frage zu stellen: Kann ich es mir leisten, diesen Gegenstand im Zweifel einfach wieder loszulassen – sei es durch Weggeben oder Zurücklassen? Wenn ich hier bei meinem Vater bin, ist das natürlich ganz anders. Hier stehen noch viele Bücher – einige seit über 50 Jahren. Sollte mir also einmal langweilig werden, weiß ich genau, wo ich zugreifen kann. Viele Grüße Jürgen
22:10 Uhr
2026.04.01
Hallo Buddy, deine Geschichte mit dem „intellektuellen Schmankerl“ hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht – und ehrlich gesagt auch ein wenig staunen lassen. Die Idee, einen Hecht als „biologische Geburtenkontrolle“ in den Gartenteich zu setzen, klingt ja zunächst einmal ziemlich logisch. Dass sich „Helmut“ dann aber ausgerechnet die falschen Fische aussucht und die eigentliche Zielgruppe komplett ignoriert, passt irgendwie ins Bild. Man könnte fast meinen, er hatte seinen ganz eigenen Kopf – oder besser gesagt: seinen eigenen Speiseplan. Besonders amüsant fand ich, dass du ihn vorher nicht „eingewiesen“ hast. Das ist genau der Punkt: Theorie und Praxis gehen eben manchmal sehr unterschiedliche Wege. Und dein Hecht hat sich offenbar entschieden, die Theorie komplett zu ignorieren. 🙂 Die Geschichte mit den „Gegenmaßnahmen“ hatte dann schon fast etwas von einer kleinen Eskalationsstufe. Erst die Angel – erfolglos. Dann der Revolver – ebenfalls nicht wie geplant. Und spätestens bei der Aktion mit dem Abpraller im Obstbaum deines Nachbarn merkt man, dass so ein Gartenteich plötzlich ganz andere Dimensionen bekommt, als ursprünglich gedacht. Was mir aber neben dem Humor besonders hängen geblieben ist: Diese kleinen, alltäglichen Situationen entwickeln oft ihre ganz eigene Dynamik. Man beginnt mit einer einfachen Idee – und am Ende hat man eine Geschichte, die man Jahrzehnte später noch erzählen kann. Und genau das macht deine Anekdoten so lebendig. Es sind nicht die „großen“ Ereignisse, sondern diese unerwarteten Wendungen im Kleinen. Ich musste beim Lesen übrigens daran denken, wie oft man glaubt, ein System verstanden zu haben – egal ob Technik, Natur oder auch Menschen – und dann zeigt sich: Es funktioniert eben doch nicht so, wie man es geplant hat. In diesem Sinne: Dein „Helmut“ war vielleicht kein besonders kooperativer Mitarbeiter – aber als Geschichtenerzähler hat er definitiv seinen Zweck erfüllt. 🙂 Viele Grüße Jürgen
18:13 Uhr
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