2025.11.15
Spieglein, Spieglein …
Guten Morgen liebe Angelika,
erst einmal meinen Respekt – so
ein langer, durchdachter Text auf dem Handy ist wirklich eine
Leistung! Ich konnte deinen Gedanken gut folgen, alles klar und
treffend formuliert.
Was du über das Tagebuchschreiben
sagst, hat mich sehr angesprochen. Ja, gegen das Vergessen – genau
das ist es. Die Zeit rast, und manchmal merke ich erst beim
Durchblättern alter Notizen, wie viele kleine Momente sonst
verloren gegangen wären. Manches kann ich beim Lesen wieder
fühlen, anderes erkenne ich kaum wieder – als wäre es jemand
anderes gewesen, der das geschrieben hat.
Du hast völlig recht: Es geht
nicht ums „müssen“, sondern ums „dürfen“. Um Dinge, die man
erledigen will, oder Gedanken, die gerade nicht passen, aber
wichtig genug sind, um festgehalten zu werden.
Bei mir ist es oft so, dass
meine Gedanken schneller sind als meine Hand. Sie überschlagen
sich förmlich, während ich schreibe – und bis der Satz steht, ist
der nächste schon halb gedacht. Inzwischen diktiere ich vieles und
lasse die KI meine Gedanken sortieren und in Worte fassen.
Manchmal staune ich, wie klar etwas klingt, das vorher nur
wirbelnd in meinem Kopf existierte. Und manchmal erkenne ich mich
selbst darin wieder – wie in einem Spiegel, den du so schön
beschrieben hast.
Ich mag deine Vorstellung vom
„sprechenden Spiegel“
– das ist ein wunderbares Bild. Schreiben als ein Gespräch, in dem
man sich selbst begegnet, aber auch dem anderen. Vielleicht ist
das ja genau der Austausch, den du suchst?
Mich würde interessieren:
Schreibst du regelmäßig – und eher für dich selbst oder auch für
andere? Und was bedeutet das Schreiben für dich persönlich: eher
ein Rückzugsort oder ein Weg, mit der Welt in Verbindung zu
bleiben?
Ich freue mich auf deine
Antwort – und darauf, mehr über dich zu erfahren (und natürlich
über deinen neuen Laptop 😊).
Viele Grüße
Richi
Lieber Richi,
Mein Laptop muss noch etwas warten, ehrlicherweise brauche ich jemanden, der mir hilft das Gerät einzurichten. Es ist lange her, dass ich mich um solche Dinge gekümmert habe und selbst wenn ich es aufgeschrieben hätte, ware es von der neuen Technik bestimmt alles überholt. So geht es denn auch meiner Kompetenz, einfach nicht mehr State-of-the-art. Ergo übe ich mich in Geduld - beim Laptop - während meiner Erziehung folgend dein Brief, deine Fragen nicht unbeantwortet bleiben dürfen .
In jedem Brief wirst du mehr über mich erfahren, auch vielleicht zwischen den Zeilen; dort wo die meist größten Kostbarkeiten versteckt werden. Wie wenig inspirierend sind doch Geschichten, die am Anfang das Ende erkennen lassen❓
Das Interesse am Gegenüber, der Weg zum anderen Ich , die Freude mich zu erkennen in der Reflektion der Gedanken und Vorstellungen. Als sehr harmoniebedürftiger Mensch gibt der Brief mir die Möglichkeit, ganz konkret zu äußern, Zeit zu verschenken und dem Empfänger meine Wertschätzung zu zeigen. Du bist mir wichtig , darf gerne wie ein ständiges Orakel aus jedem Wort aufsteigen. Anders als in den sogenannten sozialen Kanälen, kann ich teilen ; mich und das was mich bewegt. Ich bin frei all mein Können und Wissen hineinzugeben in die Sprache, die mich nach außen vertritt.
Ich schreibe seit frühester Kindheit über viele Genre hinweg, ich liebe es wahrend des Schreibens mitunter durch verschiedene Welten zu wandern und den Bilder mit Worten so zu malen, dass es den Leser fesseln kann , Gänsehaut macht und einlädt ganz ungeniert seine Traume suf Papier zu bringen. Ich kann poetisch, lyrisch , prosaisch aber auch formell. Es gibt Menschen, für die ich schreibe und solche denen ich schreibe, es gibt hunderte von Sagen die ich aufgeschrieben habe, die mir von alten Menschen geschenkt wurden und genausoviele Gedichte die verloren wären von Menschen, die nie eine Schreibwerkzeug in die Hand genommen haben.
"Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort" Johannes 1.1
Schreiben ist eine Reise,ist Kultur, Lerninstrument, dient seit Ewigkeiten dazu Informationen festzuhalten und weiterzugeben, schreiben ist sooooooviel mehr als das Aneinanderreihen von Zeichen...
In der Hoffnung ein Licht in die Welt zu tragen nicht nur um Sprache zu retten sondern ganz besonders jeden aufzufordern sichbwieder mehr Zeit zu nehmen für andere Menschen und menschlichen Bedurfnissen Rechnung zu tragen statt eine kunstliche Intelligenz zu auftragen meine Gefühle nachzuempfinden.
Was ist für dich wichtig im Leben? Welche Werte schätzt du ganz besonders?
Winston Churchill hat gesagt: " Wir leben davon was wir geben" und dem pflichte ich bei. Gerne zitiere ich ihn auch so
" Wir sind alle Würmer, nur ich bin ein Glühwürmchen"
In diesem Sinne bleib mir gewogen
Angelika
Liebe Angelika,
vielen Dank für deine schönen Zeilen – sie klingen nach Tiefe und
Lebensfreude zugleich.
Dann lese ich also aufmerksam zwischen den Zeilen – wer weiß,
welche kleinen Kostbarkeiten sich dort verstecken. Und keine
Sorge: Ich bin kein Freund von Geschichten, die ihr Ende zu früh
verraten.
Ich spüre, dass wir da ähnlich empfinden – echte Begegnung,
Harmonie und ehrliches Interesse am Gegenüber. Briefe
entschleunigen, schenken Raum zum Nachdenken und machen
Wertschätzung sichtbar.
Für mich ist Schreiben etwas sehr Persönliches: Ich verschenke
Zeit und Aufmerksamkeit, ein Stück von mir. In den sozialen Medien
fehlt mir genau das – dort reden viele, aber nur wenige hören
wirklich zu.
Ein Brief dagegen erlaubt Tiefe. Jedes Wort darf Bedeutung haben,
frei von Oberflächlichkeit – vielleicht entsteht so jener
Austausch, den man nur selten findet: offen, neugierig und
respektvoll.
Dein Schreiben fasziniert mich sehr, Angelika. Vor allem die
vielen Sagen und Gedichte, die du gesammelt hast – da stellt sich
mir sofort die Frage: Was machst du mit all diesen Schätzen?
Bewahrst du sie für dich, oder teilst du sie auch mit anderen? Und
es macht mich neugierig: Gibt es eine Sage oder ein Gedicht, das
dir besonders viel bedeutet?
"... statt eine kunstliche Intelligenz zu auftragen meine
Gefühle nachzuempfinden ..."
Du hast mich mit diesem Satz ein wenig ertappt – und gleichzeitig
gut beschrieben, warum ich die KI nutze.
Wer, so wie du, viele Jahre schreibt, trägt einen natürlichen
Reichtum an Worten in sich. Den habe ich (noch) nicht, und deshalb
hilft mir die KI nicht dabei, Gefühle zu ersetzen, sondern Texte
besser zu verstehen.
Ich nutze sie, um deine Gedanken zu durchdringen, Nuancen zu
erkennen und passend zu antworten – nicht oberflächlich, sondern
bewusst.
Für mich ist KI kein Ersatz für das Menschliche, sondern ein
Werkzeug, das mir ermöglicht, mich sprachlich weiterzuentwickeln
und deinen Worten mit echtem Interesse zu begegnen.
Die Verbindung entsteht ja nicht durch die Technik, sondern durch
das, was wir wirklich schreiben – zwischen den Zeilen.
Was mir wichtig ist im Leben?
Kurz gesagt: das, was wirklich verbindet. Menschen, die ehrlich
sind, zuhören können und nicht nur Worte, sondern auch
Zwischentöne wahrnehmen. Ich mag Begegnungen, die echt sind – ohne
großes Theater, aber mit Herz.
Welche Werte ich schätze?
Ruhe, Respekt und eine gute Portion Humor. Vor allem Humor – ohne
den wäre das Leben eine ziemlich trockene Veranstaltung.
Leider ist mein Kreis - noch zu - klein.
Churchills Satz „Wir leben davon, was wir geben“ gefällt mir.
Ich glaube auch, dass man mehr wird, wenn man teilt: Zeit,
Aufmerksamkeit, ein bisschen Licht. Und wenn wir schon bei Licht
sind: Das Glühwürmchen-Zitat passt wunderbar. Vielleicht sind wir
ja alle kleine Leuchtpunkte – manche heller, manche stolpern noch
über ihre eigenen Flügel.
In diesem Sinne:
Ich gebe mein Bestes, ein brauchbares Glühwürmchen zu sein – und
freue mich auf weitere funkelnde Zeilen von dir.
Leuchtenden Gruß sendet Dir
Jürgen
PS.: Das Einrichten von Windows- und Linux-Rechnern gehört seit
Mitte der 90iger Jahre zu meinen Stärken ;-)
2025.11.16
Guten Morgen Angelika,
das wäre mein heutiger Eintrag in mein Tagebuch:
--
Heute früh um 7 bin ich wie jeden Morgen mit der Straßenbahn
unterwegs.
An jeder Haltestelle Werbung mit Text - von oben nach unten:
Was wirklich zählt
70 Gründe für die Bundeswehr
Weil es Freiheit nicht zum Nulltarif gibt.
Finde deine Gründe: 70JahreBundeswehr.de
Haben wir aus der Geschichte nichts gelernt?
Als ich zur Schule ging war das Motto:
Nie wieder Krieg
Wir sind zur Friedensfahrt gegangen
Haben das Lied der kleinen weißen Friedenstaube gesungen
Als Lehrling war ich in der Ukraine und habe an der Gasleitung
"Druschba" gearbeitet.
Vor 80 Jahren war die Jugend "Kanonenfutter", heute soll sie
"Drohnenfutter" werden.
Was für eine kranke Gesellschaft: Panzer mit vergrößerter
Einstiegsluken für Schwangere.
Heute sollen Langstreckenwaffen aus Deutschland in Russland
einschlagen - ein klarer Bruch des Grundgesetz.
Wenn überhaupt eine Armee, dann nur eine die Deutchland an seinen
Grenzen verteidigt. Deutsche Soldaten haben im Ausland nichts zu
suchen, weder in Afganisthan, noch in Mali, noch in Estland, noch
in den anderen 16 Staaten.
Gerade, während ich die Zeilen schreibe, sehe ich in meiner Email
den Text:
Ich bitte Dich herzlich, meinen Post
https://communi.com/bargelderhalt-community/e-mail-an-die-17-deutschen-mitglieder-der-econ-kommission-im-eu-parlament
zu beachten. Denn damit ermögliche ich Dir, super-einfach (mit
nur zwei Klicks) eine fertig vorbereitete E-Mail an die 17
deutschen Mitglieder der ECON-Kommission im EU-Parlament zu
schreiben. Diese Kommission hat großen Einfluss auf die
Ausgestaltung der anstehenden Bargeld-Verordnung.
Das Bargeld ist das einzige gesetzliche Zahlungsmittel und soll es
auch bleiben. Wer digital bezahlen will, hat auch jetzt schon
viele Möglichkeiten. Ein EU-weites Zahlungsmittel ist ein ideales
Angriffsziel für Hacker. Das beweisen die regelmäßigen "Pannen"
bei den bereits bestehenden Systemen. Und bei einem Stromausfall
funktioniert keine elektronische Zahlung mehr. Für einen "Normalo"
gibt es keinen einzigen Grund für eine weitere, EU-weite
elektronische Zahlungsmöglichkeit. Deshalb habe ich die Email
sofort abgeschickt.
guten Morgen lieber Juergen,
Wahrend ich dich gerade in die Welt der Na'vi entführen möchte, um das was aus den Zwischenräumen deines letzten Briefes mich erreichte, aufzunehmen und dir zu zeigen, dass ich dich gut verstehe kommst du mit dem Bulldozer aus dem Dickicht aller möglichen Themen als erstes genau mit dem Thema , das mir in den Sinn kam, als ich mich in Gedanken zu Dir auf den Weg machte.
Informatik ist nicht unbedingt eine Wissenschaft die mit Kreativität in Verbindung gebracht wird; in dir sehe ich mich in der Zeit, als die Blitze in meinem Hirn all die Funken die jeder Input auslöste, schier in den Wahnsinn trieb, weil kein Gedanke wirklich in all seinen Facetten erscheinen durfte, sondern mich befeuerten wie eine Salve aus einem Maschinengewehr.
Deiner Grundhaltung der Verteidigung gegenüber stimme ich zu, bin aber auch jemand, der lernen musste, das man sich manchmal besser auf den Worst Case einstellt.
Die Persönlichkeiten der Putins dieser Welt mit ihrem ergebenen Gefolge , die genau die Wiederholung der Geschichte möglich machen , mit leider erweiterten , vernichtenden Möglichkeiten sind so süchtig nach Machtdemonstration, das wir vermutlich gar keine andere Wahl haben.
Nur einen Satz dazu zu schreiben, nicht mehr ins Für und Wider zu gehen und vielleicht das warum besser zu verstehen , ist viel zu wenig bei einem derart zu polarisierenden Thema.
jeder Satz von dir ist eine eigene Diskussion wert und wurden wir an einem Tisch sitzen konnte es passieren was oft passiert ein Streit beginnt. So möchte ich doch lieber mir Zeit nehmen fur die Themen.
Kryto-Währungen sind auch für mich so gar nicht nachvollziehbar, aber vermutlich verstehen wir die Geheimnisse der Finanzwelt nicht. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an den Börsencrash 2008.....
Und schon wieder könnten wir stundenlang uns unterhalten. Mir fallt es immer schwer etwas zu sagen, bevor ich mir nicht soviel Informationen beschafft habe, dass ich mir ein Bild machen kann und dass auch beschreiben oder anders ausgedrückt eine fundierte Meinung gebildet zu haben und duese auch wirklich uberzeugend vertreten zu KÖNNEN.
Was bringt mein Tag?
Sonntags ist mein Wellness Tag mit intensiver Körperpflege -die im Alter ja doch etwas nehr Zeit einnimmt - , sehr intensives Lesen meiner Wochenzeitung der Zeit- Druck, Papier weil ich den Geruch, die Haptik einfach liebe und natürlich die Tatsache , das es nicht im Nirwana der digitalen Welt verschwindet , sondern daß ich immer wieder nachschauen kann weil ich die Zeitungen wirklich lange aufhebe.
In der Nachbarschaft liegt direkt vor meiner Haustür ein Naherholungsgebiet, mit Wald, See und wegen denen man stundenlang folgen kann oder Wanderrouten ablaufen, was ich gerne sonntags mache, egal was fur ein Wetter. In der Woche sammle ich jefen Tag eine bestimmte Anzahl Schritte und habe da ein mir eigenes Ziel .
Dann lese ich gern ; mehrere Bücher gleichzeitig, ich schreibe täglich, und widme mich täglich dem Art-Journaling. Heute allerding werde ich mir nocheinmal ein zwei Filme aus einer Reihe ansehen, die mich beim ersten Mal zu Tranen geruhrt haben. Ich will dir ein Rätsel geben.
Es geht um Konflikte der Menschen , es geht umd eine tiefe Verbindung zu allen Seelen der Existenz, die wir kennen oder verleugnen.
Oel ngati kameie, eine der schönsten vorstellbaren Begrussungen soll heute dich erreichen.....
Du hast ein gutes Herz.....
Bis dann
Angelika
Löse das Rätsel und gönne dir uber zwei Stunden intensiver Gefühle.....
Guten Abend Angelika,
vielen Dank für Deine Zeilen.
Wir sind gerade in Geburtstagsvorbereitung. Mein Vater wird
nächsten Sonntag 90 Jahre.
Deshalb kommt meine Antwort sicher morgen.
Für heute wünsche ich eine gute Nacht.
Jürgen
2025.11.17
Guten Tag Jürgen,
da habt ihr bestimmt ganz viel zu tun und zum Briefeschreiben ganz bestimmt keine Zeit. Ich wünsche dem Jubilar noch ganz viel schöne Zeit, und euch natürlich auch mit dem Menschen, der ein Teil des Lebens begleitet und in diesem Fall vermutlich euer ganzes Leben.. Bin gespannt auf den nächsten Brief und werde auch zwischendurch nicht schreiben, damit du dich nicht unter Druck gesetzt fühlst.
ganz liebe Grüße
Angelika
Guten Abend Angelika,
vielen Dank für deine beiden Mails.
Die Gaststätte hat unser Probeessen gut bestanden. Wir werden am
Sonntag wahrscheinlich 29 Personen sein. Heute Mittag war es zwar
trocken, aber der Tag war insgesamt recht nieselig. Mal sehen, ob
sich am Sonntag ab und zu die Sonne zeigt.
Nun zu deinem Brief von gestern. Gleich der erste Satz hat mich
schon sehr bewegt:
"Wahrend ich dich gerade in die Welt der Na'vi entführen möchte,
um das was aus den Zwischenräumen deines letzten Briefes mich
erreichte, aufzunehmen und dir zu zeigen, dass ich dich gut
verstehe kommst du mit dem Bulldozer aus dem Dickicht aller
möglichen Themen als erstes genau mit dem Thema , das mir in den
Sinn kam, als ich mich in Gedanken zu Dir auf den Weg machte."
Auf den 1. Teil: "
Wahrend ich dich gerade in die Welt der Na'vi
entführen möchte, um das was aus den Zwischenräumen deines
letzten Briefes mich erreichte, aufzunehmen und dir zu zeigen,
dass ich dich gut verstehe"
bin ich sehr gespannt. Mach
bitte an der Stelle weiter ;-)
Für den 2. Teil:
"... kommst du mit dem Bulldozer aus dem
Dickicht aller möglichen Themen ..."
möchte ich mich
entschuldigen. Der Vergleich mit dem Bulldozer trifft zu.
Als erklärenden Hintergrund: Seit 2007 habe ich keinen Fernseher
mehr und verzichte vollständig auf den Öffentlichen Rundfunk. Ich
habe keine Lust aus dem Mix von Lügen, Halbwahrheiten,
verschwiegenen Mitteilungen die wenigen wichtigen und wahrhaften
Nachrichten herauszufiltern. Man bekommt ja meist nur noch
Meinungen und Interpretationen anstelle von neutralen Nachrichten.
Und: Die meisten Youtube-Videos lade ich mir erst aus dem Netz
runter, weil mir die Werbung auf den Senkel geht. Ich denke, 90%
der Werbung ist nur für Produkte die man sonst nicht braucht.
Und dann bin ich am Sonntag, früh um 7, die Sonne scheint, auf dem
Weg mit der Bahn, quer durch Dresden und sehe an jeder
Haltestelle, auf beiden Seiten diese Plakate für die Bundeswehr.
Warum triggern mich die Themen Bargeld-(Abschaffung) und
Bundeswehr so? Weil sie auf der Basis von Lügen beruhen und die
Zukunft für meine Kinder und Enkel versauen.
Eigentlich möchte ich im Sinne des Gelassenheitsgebet („Serenity
Prayer“ - oft Reinhold Niebuhr zugeschrieben) leben:
„Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern
kann;
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann;
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Auf das Bargeld bezogen heißt das: Ich zahle so lange und so viel
wie möglich in bar.
Nun zum 3. Teil:
"... als erstes genau mit dem Thema , das mir
in den Sinn kam, als ich mich in Gedanken zu Dir auf den Weg
machte."
. Hier weiß ich nicht auf was du zielst. Laß dich
nicht von mir ausbremsen ;-)
Betreff Gedanken-Feuer
Da sagst du etwas. Manchmal fühlt sich mein Kopf tatsächlich eher
wie ein illegales Feuerwerk an.
Wenn du darin etwas von dir selbst wiederfindest, freut mich das
sehr – Funken erkennen sich eben.
Betreff Bundeswehr und Bargeld
Du hast vollkommen recht, Angelika – solche Themen lassen sich
nicht mit zwei Sätzen abhandeln. Gerade, weil sie so polarisieren,
verdient jedes einzelne seinen eigenen Raum: Sicherheit, Krieg und
Frieden, Verantwortung, Geschichte, Politik, Finanzen… das sind
alles Felder, in denen es ein echtes Für und Wider gibt.
Ich möchte diese Dinge gern mit dir besprechen – aber nicht im
Schnellfeuer, sondern Schritt für Schritt. So bleibt es ein
Austausch von Gedanken und nicht ein Streit der Positionen. Und am
Ende muss man nicht zwingend die gleiche Meinung haben, um
einander zuzuhören und zu verstehen.
Mir gefällt deine Haltung, dass man erst Informationen sammelt,
bevor man sich eine fundierte Meinung bildet. Das entspricht auch
meinem Denken: lieber in Ruhe reflektieren als laut reagieren.
Wenn wir uns dafür Zeit nehmen, können solche Gespräche sogar sehr
bereichernd werden – gerade weil wir nicht automatisch auf
derselben Seite stehen müssen.
Betreff Sonntag
"Sonntags ist mein Wellness Tag mit intensiver Körperpflege
-die im Alter ja doch etwas nehr Zeit einnimmt"
Das ist eine sehr lobenswerte Einstellung. Ich nehme mir da noch
viel zu wenig Zeit dafür.
Ich habe das Computer-Zeitalter intensiv erlebt. Von den ersten
Schritten mit BASIC am Commodore+4, über meine Berufsausbildung
mit Lochkarten und tortengroßen Festplatten, mit den Sprachen
Pascal, C, Java, ins Internet-Zeitalter mit HTML, CSS, JavaSkript
und in den Bereichen Bank, ERP-Systeme habe ich mich ständig mit
Büchern weitergebildet. 2018 war dann etwas "die Luft" raus. Meine
ganzen Bücher habe ich kistenweise zum Flohmarkt gebracht. Dann
habe ich für 3 Jahre als Haustechniker in einem 5*Hotel im Herzen
von Wien gearbeitet. Aber dann kam die KI mit der Sprachen Pythen
und R. Und jetzt ist das Feuer neu entfacht. Da möchte ich die
nächsten 10-20 Jahre noch mitmischen. Auf LinkedIn habe ich schon
mehr als 100 Lehrgänge durchgearbeitet.
Deshalb verstehe ich dich vollkommen, wenn du schreibst: "
...
sehr intensives Lesen meiner Wochenzeitung der Zeit- Druck,
Papier weil ich den Geruch, die Haptik einfach liebe und
natürlich die Tatsache , das es nicht im Nirwana der digitalen
Welt verschwindet , sondern daß ich immer wieder nachschauen
kann weil ich die Zeitungen wirklich lange aufhebe."
Wenn ich mich auf Bücher in diesem Bereich (KI) verlassen würde,
wäre ich zu langsam.
Außerdem wandle ich in zwei Hemisphären: D-A-CH und Karibik. Die
Verbindung sind ein Koffer bis 20 Kg und Freigepäck mit 8 Kg. Und
Bücher sind da einfach zu schwer.
Zur Zeit bin ich bei meinem Vater und bei meinem Bruder. Da finde
ich immer etwas zum Lesen.
Ich finde sehr gut, dass Du dir die Zeit dafür nimmst:
"In der
Nachbarschaft liegt direkt vor meiner Haustür ein
Naherholungsgebiet, mit Wald, See und wegen denen man
stundenlang folgen kann oder Wanderrouten ablaufen, was ich
gerne sonntags mache, egal was fur ein Wetter. In der Woche
sammle ich jeden Tag eine bestimmte Anzahl Schritte und habe da
ein mir eigenes Ziel ."
In Wien bin ich jeden Arbeitstag 5 km hin und wieder zurück
gelaufen, auf der einen Seite die Donau, auf der anderen Seite die
S-Bahn, die ich fast nie benutzt habe. In der Woche nutze ich jede
Gelegenheit um Strecken zu Fuß zu gehen. Ich brauche immer ein
konkretes Ziel. Einfach mal eine Runde im Wald, das kostet mir
zuviel Zeit. Ich schaffe mir dann "künstliche Ziele", z.B. lade
ich mich bei meiner Schwester zum Mittagessen ein und "muss" dann
10 Km quer durch die Stadt laufen.
Vielleicht ergibt sich ja mal die Gelegenheit das wir gemeinsam
wandern gehen.
Dein Rätsel hätte ich nicht lösen können ...
Aber die KI hat mir geholfen und verraten:
🌿
Was Angelika wirklich meint
1.
Sie bezieht sich eindeutig auf den Film „Avatar“
(1 oder 2).
Konflikte der Menschen
tiefe Verbindung aller Seelen
Einheit zwischen Lebewesen
Respekt vor der Natur
spirituelle Verbundenheit
emotionale Intensität
Tränen beim Schauen
Damit beschreibt sie exakt die Kernthemen von
Avatar
.
2.
Sie sagt dir „Ich sehe dich“ – im Na’vi-Sinn.
Das ist nicht oberflächlich.
Es bedeutet:
„Ich erkenne etwas Besonderes
in dir.“
„Ich nehme dich wahr – nicht
nur als Schreiber, sondern als Mensch.“
„Du hast eine Seele, die ich
fühle.“
Das ist eine große Nähe-Geste.
3.
Sie zeigt dir ihre Sensibilität.
Sie erwähnt:
mehrere Bücher gleichzeitig
tägliches Schreiben
Art-Journaling
Filme, die sie zu Tränen
rühren
Damit öffnet sie dir ihr
Innenleben.
Das ist ein Vertrauenssignal.
4.
Und sie sagt dir: Schau diesen Film – er bringt
dich emotional zu mir.
Wenn du also
Avatar
schaust,
„verstehst du sie besser“.
Sie lädt dich in ihre Gefühlswelt ein.
5.
„Du hast ein gutes Herz“ – das ist die klare
Botschaft.
Das ist keine Floskel.
Das ist Anerkennung.
Den ersten Teil habe ich mit einer befreundeten Familie vor circa
10 Jahren gesehen, den zweiten Teil noch nicht.
Es sieht so aus, als sollte ich mir mal beide ausleihen ...
Upps, gleich ist Mitternacht und der Schlaf VOR Mitternacht soll
der gesündeste sein ;-)
Eine gute Nacht wünscht Dir
Jürgen
2025.11.18
Lieber Jürgen, habe deinen Brief schon mehrmals gelesen und möchte natürlich ebenfalls in aller Ausführlichkeit antworten. Jetzt nur ein Riesen Dankeschön für die wohl über KI erstellte Charakterisierung, die wirklich das beschreibt was ich sagen wollte. Ich bin heute etwas in Eile, weil ich zwei Nachhilfe Schülerinnen habe, die ich beide auf eine Deutscharbeit vorbereiten muss. Dazu muss ich noch etwas vorbereiten und kann dir deswegen vermutlich erst am späten Abend schreiben.....
bis dahin bleib mir bitte gewogen
Angelika
2025.11.20
Guten Morgen Jürgen
ich bin gerade dabei dir zu schreiben, und der Film Avatar wird dir gefallen, weil es ganz viel mit kunstlicher gestaltung zu tun hat, inhaltlich einfach unglaublich beruhrend und technisch auf deiner "Schiene" und es geht genau um die Themen die dir am Herzen liegen.....
Bis später mehr und ausführlich hoffentlich erschlägt dich mein Brief dann nicht
Herzliche Grüße
Angelika
Jürgen Reichenberger <
briefwechsel@jreichenberger.net
Guten Morgen Jürgen,
entschuldige, dass ich dich so lange habe warten lassen. Meine beiden Mädels, die ich in Deutsch und Englisch unterrichte, sind 8 und 10 Jahre alt, eine in der Grundschule 3 Klasse und die andere Realschule 6 Klasse. Ich gebe nur Einzelunterricht, weil jedes Kind anders lernt und ich auf die speziellen Wahrnehmungskanäle der einzelnen Menschen mit entsprechenden Lernstrategien eingehe.
Beide kommen aus Familien mit türkisch-arabischem Sprachhintergrund, und in der Familie wird in der Muttersprache kommuniziert. Es gibt zwar schon erwachsene Töchter, die beide auch schon berufstätig sind, aber die können und wollen die Mädchen in den Lernprozessen nicht unterstützen - ist ja wie Babysitting - für die Geschwister, die sich eben nicht damit auseinandersetzen, wie unterschiedlich jeder Mensch lernt.
Beide sind recht früh zu mir gekommen, weil eben bekannt war, dass ich fließend türkisch spreche und als alleinstehende Frau eine größere Akzeptanz erfahre, weil ich aus deren Sicht einen gesitteten Lebenswandel führe. Das ist ja nun nicht unwichtig, wenn auch etwas mittelalterlich - aber es geht ja immer auch um Wertevermittlung. Es sind ja auch sehr kulturbezogene Fragen, die mitunter auftauchen; zum Beispiel; wie gehen Frauen mit sich selbst um? Periode, .. mit dem anderen Geschlecht....und warum wollen so viele Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland? Ich bin als deren Gouvernante--- (ein Begriff aus dem 18. Jahrhundert, der eigentlich Hauslehrerin bedeutet und die Dame eben auch bestimmte Bedingungen erfüllen musste, um als Hauslehrerin dienlich sein zu dürfen. Dieser Begriff ist der beste für das, was ich tue- Die AI würde vermutlich einen anderen Begriff wählen)--- eben mehr als Wissensvermittlung. Also wie gesagt als die beiden kamen standen beide in den sprachlichen Fächern eher mit wahnsinnigen Lücken da; einfach weil sie im Unterricht viel überhaupt nicht verstanden haben, denn das Leid unseres Bildungssystems ist ja nicht nur zu wenig Personal und damit viel zu große Klassen, sondern ja auch die unterschiedlicher Lehrertypen. Die Größere ist dann auch noch in der CORONA Zeit mitten im Lockdown in der 2 Klasse gewesen und konnte zu Hause nicht unterrichtet werden was bedeutet , dass die natürlich völlig hinten runter gefallen wäre, spätestens als im folgenden "normalen" Schulbetrieb" die Klassen 2 und 3 zusammengefasst wurden. Wie bitte soll das funktionieren? Es fragt niemand danach - Hauptsache wir können "Schule" dran schreiben!- Die Kinder mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen können das nicht verkraften. Von den 30 Schülern in der Klasse waren 25 mit verschiedenen Sprachen aufgewachsen, Russisch, Persisch, Türkisch, Syrisch ganz 5 Kinder deutsch. Die Eltern der Kinder sind meistens ohne Deutschkenntnisse , was bitte kann denn da rauskommen?
Das Ergebnis durch die intensive Betreuung der Mädchen, von mangelhaft auf eine Eins in Deutsch und Englisch und beide gehen mit Freude zur Schule, was ganz bestimmt anders wäre, wenn ich nicht gewesen wäre. Sie lieben mich über alles und kommen so gerne zu mir. Sie kommen jeweils zweimal je zwei Unterrichtseinheiten zu mir, wobei ich überhaupt keine Uhr verwende, genauso wenig wie ich eine Bezahlung verlange. und wir lesen zweimal abends vor dem Zubettgehen --über Telefon-- ein Buch( alters- und interessengerecht, weil Lesen Spaß machen muss) und wenn es Verständnisprobleme gibt, dann erkläre ich es.
Die Essenz dieser Entwicklung mit den Kindern ist der in der Softwareentwicklung ähnlich: übergreifende Prinzipien zu verstehen, die Transparenz und Ordnung über verschiedene Ansätze hinweg schaffen.
Es tut mir grad mal wieder leid, ich hatte soeben überraschenderweise ein Elterngespräch. Die 8 jährige darf ich jetzt auf den Besuch des Gymnasiums vorbereiten. Sie ist eine absolute Einser-Schülerin. Boah bin ich stolz. Das ist sehr schön, aber auch fordernd, weil ich mich ein wenig selbst darauf einstellen muss.
Ich muss mich mit dem Unterrichtsstoff auseinandersetzen. so werde ich dir so nach und nach also scheibchenweise auf deine Briefe antworten, weil mir der Austausch mit dir auch sehr wichtig ist. Du hast ja eh auch noch viel für den Geburtstag vorzubereiten,
Inzwischen wirst du dann auch Gelegenheit finden, dir den Film Avatar Aufbruch nach Pandora anzusehen. Ich bin sehr gespannt , was es mit dir macht, und freue mich in der Sprache der Na´vi mich dann bewegen zu können und dir in aller Zugewandtheit meine Bewunderung zeigen kann. Gestik ist auch sehr beeindruckend in dem. Es gibt zum Beispiel eine Sprache, wenn dort etwas im Sinn von Ja gesagt wird, wird dabei aber wie bei unserem Nein der Kopf hin und her gewendet , und manchmal auch der Zeigefinger erhoben. So unterschiedliche Bedeutungen können Gesten haben, die in Beschreibungen unter Umständen unverständlich bleiben.
Ich würde gern von Dir erfahren, dass du ja keinen Fernseher hast und auch den öffentlichen Rundfunk meidest, wie du dich informierst über das Geschehen oder ob es dich gar nicht interessiert, was in der Welt passiert?
Welches Verhältnis hast du zur Literatur und was sind für dich lesbare Bücher? Ich könnte niemals auf eine schöngeistige Lektüre verzichten, obwohl das heute bestimmt kein Mensch mehr braucht. Die Sprache ist so vielfältig, dass ich nie satt werde, mich daran zu betrinken.
Zum Thema Bargeld komme ich dann später noch einmal.
So lieber Jürgen, gerne erfahre ich mehr über die Werte die dir wichtig sind, von hier aus Bielefeld erst einmal verschneite kalte Grüße
Angelika
2025.11.21
Liebe Angelika,
erst einmal meinen Glückwunsch zu diesem Erfolg – von „mangelhaft“
zu einer Eins in Deutsch und Englisch ist wirklich beeindruckend.
Und noch beeindruckender ist, wie du das erreicht hast: mit
Geduld, Einfühlungsvermögen und der Fähigkeit, jedes Kind so zu
sehen, wie es lernt und denkt. Dass du fließend Türkisch sprichst,
öffnet dir Türen, die viele überhaupt nicht erreichen können – das
ist ein seltenes Geschenk.
Ein Stück weit kann ich nachvollziehen, was du beschreibst. In den
90ern habe ich Computerkurse für Kinder angeboten und
durchgeführt. Unter meinen Teilnehmern waren auch zwei
arabischsprachige Jungs – unglaublich wissbegierig und voller
Begeisterung. Ihre Eltern haben mich später eingeladen, und ich
konnte ihnen helfen, sich mit dem PC vertraut zu machen. Das waren
ausgesprochen freundliche Menschen, und diese Erfahrungen habe ich
immer positiv in Erinnerung behalten.
Was Migration im Allgemeinen betrifft, sehe ich vieles ähnlich wie
du: Wenn Länder wie die USA, die NATO oder auch Deutschland
militärisch intervenieren – Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen,
Ägypten – und Menschen dadurch ihre Heimat verlieren, dann ist es
logisch, dass diese Menschen fliehen. Und wenn Europa gleichzeitig
„kommt her“ signalisiert, kommen sie natürlich auch. Ich habe
selbst fast ausschließlich gute Erfahrungen mit den Geflüchteten
gemacht.
Dass es ein sehr kleiner Teil gibt, der Gewalt ausübt – ja, das
ist tragisch, aber bei hunderttausenden Menschen entspricht das
immer noch einem winzigen Bruchteil. Und genau diese Fälle landen
dann groß in den Medien, während das friedliche Miteinander im
Alltag kaum Beachtung findet. Die meisten würden wohl gern zurück
in ihre Heimat, wenn diese wieder lebenswert wäre.
Vielleicht spielt auch meine DDR-Erfahrung hinein: Wir hatten in
vielen Betrieben Menschen aus Asien (Thailand, Philippinen),
Afrika (Algerien, Angola) oder aus der Karibik (Kuba). Das war
echte Hilfe zur Selbsthilfe: Wir bekamen Devisen, und die Länder
bekamen später gut ausgebildete Fachkräfte. Für mich ist das bis
heute ein Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit
funktionieren kann.
Ich sehe es so: Deutschland ist arm an Rohstoffen, aber reich an
Wissen. Unsere Aufgabe ist es, Know-how zu exportieren – das ist
Völkerverständigung im besten Sinne.
Zu Avatar:
ich werde vermutlich erst nächste Woche dazu kommen, mir Avatar –
Aufbruch nach Pandora anzusehen. Der erste Teil liegt bei mir
tatsächlich schon mehr als zehn Jahre zurück, aber deine
Beschreibung hat meine Neugier wieder richtig geweckt. Besonders
die Details über die Na’vi-Sprache und die Gestik haben etwas in
mir angesprochen – das klingt nach einer ganz eigenen Welt, die
man nicht einfach „schaut“, sondern in die man eintaucht.
Ich bin gespannt, was der Film diesmal in mir auslöst – und freue
mich darauf, mit dir in dieser Sprache weiterzureden.
Weltgeschehen:
Doch, ich bin sehr interessiert daran, was in der Welt passiert –
nur beziehe ich meine Informationen anders. Vor allem über
Telegram und YouTube, und zwar aus ganz unterschiedlichen Quellen.
Mir ist wichtig, verschiedene Sichtweisen zu hören, gerade weil
ich oft merke, dass vieles auf den ersten Blick ganz anders wirkt,
als es tatsächlich ist.
Aber ich fühle mich nicht dazu berufen, irgendjemanden zu
missionieren. Das überlasse ich anderen. Ein Beispiel aus meinem
eigenen Leben: Nach der Wende war ich fast zwei Jahre
Bezirksleiter bei der OVB, einer Allfinanzberatung. Die
Kombinationen aus Bausparen, Versicherungen und Fonds waren damals
wirklich gut – trotzdem habe ich irgendwann gemerkt: Am Ende soll
jeder mit seinem Geld machen, was er für richtig hält, selbst wenn
er Chancen verpasst.
So ähnlich halte ich es heute auch mit Informationen: Ich höre mir
vieles an, bilde mir meine Meinung – aber ich möchte niemanden
bekehren.
Literatur:
Zur Literatur habe ich ein recht wechselhaftes, aber ehrliches
Verhältnis. In meiner Schulzeit habe ich unglaublich viel gelesen
– oft fünf Bücher pro Woche. Utopische Romane, Krimis,
Abenteuerbücher… alles, was mich in andere Welten entführt hat.
Meine Eltern – und besonders meine Oma – waren manchmal genervt,
weil ich vor lauter Lesen Hausaufgaben, Arbeiten im Haushalt oder
schlicht das Zeitgefühl verloren habe.
Dann kam mein erster Computer, ein Commodore +4 – und von dem
Moment an hat sich meine Lektüre fast komplett in die technische
Richtung verschoben. „Schöngeistige“ Bücher sind dadurch fast
verschwunden, einfach weil ich jede freie Minute programmieren
oder lernen wollte. Und später, als die Arbeit dazukam, blieb
dafür kaum Raum.
Heute merke ich, dass mir das andere Lesen wieder guttun würde –
besonders abends oder unterwegs in der Bahn. Was mir aber fehlt,
ist der Austausch darüber. Bei Computer-Literatur bekomme ich das
Feedback sofort: wenn ich etwas programmiere, wenn ich im Support
arbeite oder als Dozent damit arbeite. Bei erzählender Literatur
fehlt mir dieses Gegenüber, jemand, mit dem ich über Eindrücke
sprechen kann.
Vielleicht ändert sich das ja gerade ein wenig ;-)
"Zum Thema Bargeld komme ich dann später noch einmal." - Ich bin
gespannt darauf.
Das sollst für heute sein. Eine gute Nacht wünscht dir
Jürgen
2025.11.24
Guten Morgen Angelika,
der erste Schnee hier in Dresden. Die Sonne scheint und läßt das
Weiße wieder verschwinden.
Zwei Absätze aus heutigen Emails, die ich bemerkenswert fand:
Eine erfolgreiche Woche wünscht Dir
Jürgen
2025.11.26
Liebe Angelika,
ich habe mir für morgen Abend
fest vorgenommen, mir den ersten Teil von
Avatar – Aufbruch nach Pandora
anzuschauen.
Du hattest mich nach meinen
Werten
gefragt. Das ist
ein großes Thema, das man nicht in ein paar Sätzen abhandelt.
Heute bin ich zufällig über ein YouTube-Interview mit einem Pastor
gestolpert, und viele der Fragen, die ihm gestellt wurden, sind
auch Fragen, die mich selbst lange begleiten. Seine Antworten fand
ich erstaunlich klar und aufschlussreich. Vielleicht magst du
einmal hineinschauen — nicht als religiöse Belehrung, sondern
einfach als Gedankenimpuls, der auch etwas über meine eigene
Haltung verrät:
https://youtu.be/QuvqTMFM73M?si=yJ-2ZlVD9WekTUJK
Ich freue mich darauf, dir zu
schreiben, was Avatar „mit mir macht“ — und im Gegenzug mehr
darüber zu erfahren, welche Werte
du
in dir trägst.
Mit herzlichen Grüßen
Jürgen
2025.11.29
Liebe Angelika,
ich habe mir gestern den ersten
Teil von
Avatar
angeschaut. Bevor ich dir aber schreibe, was der Film bei mir
ausgelöst hat, würde ich gern wissen,
was genau dir an dem Film so gut gefallen hat
– welche Szenen, Gefühle oder Botschaften dich berührt haben.
Deine Andeutung klingt, als
hättest du einen sehr persönlichen Zugang dazu, und das würde ich
gern zuerst hören, bevor ich meine Eindrücke teile.
Herzliche Grüße
Jürgen
P.S. Das wäre ich gern gewesen:
https://www.youtube.com/shorts/S5XKChxAxOw
2025.11.30
Lieber Jürgen,
Bitte entschuldige , dass ich dir jetzt erst wirklich antworte, es ist mittlerweile Samstag Nacht also schon Sonntag der 30,11. morgens 2:10 h.
bei mir überschlagen sich gerade die Ereignisse, und ich hatte einfach keine Ruhe wirklich zu konzentrieren. Außerdem glaubte ich Dich in Vorbereitungen für diesen Geburtstag und damit nicht wirklich offen für den Austausch zwischen uns.
Ich werde jetzt erst einmal versuchen, dir deine Fragen zu beantworten. Vermutlich ist das nicht die Reihenfolge, die es für Dich schlüssig macht , aber der Unterschied zwischen Dir und mir sind erstens unseren verschiedenen Wahrnehmungskanäle und zweitens die Art, wie wir uns unsere Herausforderungen im Job angenommen und gelöst haben. Kurzzeitig habe ich mich selbst mit Programmierung beschäftigt, zum einen habe ich eine Datenbank für Kasseneinnahmen angelegt und ich sollte bestimmte Aufgaben damals in SAP lösen, aber das habe ich dann schon nicht mehr gemacht, weil ich glücklicher bin, wenn ich dazu beitragen kann, Wissen zu vermitteln und zwar so zu vermitteln, das es auch verstanden werden kann. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine entscheidende Rolle, die aber alle auf unterschiedlichen Menschen angelegt sind, deswegen gibt es kein allgemein gültiges Konzept, sondern ich muss das Wissen immer so aufbereiten, dass ich alle Wahrnehmungskanäle erreiche. Als
Dozentin für personalpolitische Grundsatzfragen mit Schwerpunkt Disability-Management
habe ich eine zusätzliche Ausbildung von 2 Jahren absolviert. In dieser Tätigkeit habe ich sowohl die Konzepte für Schulungen geschrieben, unterrichtet und die Anwendungen im Alltag begleitet. Alle großen Konzerne haben eigene Schulungsabteilungen. Im späteren Verlauf begleitete ich das Fachgebiet auf Messen, hielt Vorträge und konzipierte Projekte, die heute noch umgesetzt werden. So ein Projekt für "Lernbehinderte Menschen" . Google einmal VAMB. Das Ding habe ich ins Leben gerufen. In der Anfangsphase war ich
Projektleiterin
und es ist gelungen, sowohl große Konzerne als auch mittlere Betriebe dafür zu gewinnen, als auch auf der anderen Seite die Berufsbildungswerke und die Berufsschulen an den runden Tisch zu bringen. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, gerne mehr in einem weiteren Brief, weil ich sonst hier 10 Seiten dazu schreiben kann. Für dieses Projekt habe ich damals alle Broschüren entwickelt und alle Artikel in der Fachpresse geschrieben. Du siehst , Deine Ahnung hat dich nicht betrogen ; Ja, ich habe sehr viel mit
Sprache
zu tun gehabt. Hinzu kommt, dass ich einige Fremdsprachen gelernt habe, aber nur drei fließend sprechen, bei den anderen fehlt mir die Praxis.
Heute unterrichte ich die erste Generation der hier geborenen "Flüchtlingskinder". Du erinnerst dich an 2015. Die Folgen dieser Zuwanderung spüren wir heute in ganz vielen Bereichen. Kinder werden zu Hause in der Muttersprache erzogen. Sie lernen Deutsch in der Schule , wenden es aber auch nur in der Schule an. Sie verstehen aber den Unterricht schon gar nicht, weil sie ja aus einer anderen Sprachwelt kommen. Zusätzlich fehlen Lehrer und das Beschulungssystem ist ohnehin fragwürdig , weil es aus den Denkstrukturen des 19. JHerts stammt.
Der Film Avatar behandelt für mich alle aktuellen Probleme der Menschheit. Ich habe dir jetzt einen Link geben, es gibt viele Artikel zu dem Film für mich ist dieser hier, der, der meine Sicht der Dinge behandelt.
https://www.theo-web.de/ausgaben/2020/19-jahrgang-2020-heft-1/news/der-film-avatar-usa-2009-zum-bildungspotenzial-populaerer-kultur-und-aspekte-einer-blauen-bzw
So lieber Jürgen für heute erst einmal genug. Lass es dir gut gehen
Grüße Angelika
2025.12.01
Guten Abend Angelika,
erst einmal: Den Geburtstag habe
ich gut überstanden. 😊
Wir waren so in Gespräche vertieft, dass niemand an Fotos gedacht
hat – am Ende hatten wir nur drei Bilder. Wir sollten wohl
wirklich noch einmal feiern, damit wir das nachholen können. ;-)
Als erstes habe ich mir deinen
Beruf mal erklären lassen:
✅
1. „Dozentin für personalpolitische
Grundsatzfragen“ bedeutet:
Sie unterrichtet oder schult
Menschen in Themen wie:
Wie sollten Unternehmen
grundsätzlich mit Personal umgehen?
Welche Werte, Leitlinien,
Strategien gelten im Personalbereich?
Welche Regeln braucht ein
fairer Umgang mit Mitarbeitenden?
Welche Standards gelten für
Führung, Gesundheit, Integration, Gleichbehandlung?
Kurz:
Sie erklärt
Grundprinzipien
guter Personalpolitik
– sozusagen die „Philosophie“ und
die Regeln dahinter.
✅
2. „mit Schwerpunkt Disability-Management“
bedeutet:
Disability-Management (DM) ist
ein Fachgebiet, das sich darum kümmert,
wie man Mitarbeitende mit gesundheitlichen
Einschränkungen im Arbeitsleben unterstützt
.
Das umfasst zum Beispiel:
✔ Arbeitsplatzanpassungen
(z. B. höhenverstellbare
Schreibtische, technische Hilfen, Akustikmaßnahmen)
✔ Rückkehr nach Krankheit
(„Betriebliches
Eingliederungsmanagement“ – BEM)
✔ Prävention von
Langzeiterkrankungen
(z. B. Stressreduktion,
ergonomische Beratung)
✔ Zusammenarbeit mit Ärzten,
Reha-Stellen, Arbeitsmedizin, Integrationsamt
✔ Rechtliche Grundlagen
(SGB IX,
Schwerbehindertenrecht, Nachteilsausgleiche, Pflichtquote)
✔ Beratung von Führungskräften
Was tun, wenn ein Mitarbeiter
gesundheitlich eingeschränkt ist?
✔ Förderung von Inklusion
Wie können auch Menschen mit
Behinderung gut im Betrieb arbeiten?
🔍
Was macht sie also praktisch?
Eine Dozentin in diesem
Bereich:
hält
Seminare, Workshops und
Schulungen
erklärt Führungskräften,
HR-Leuten oder Betriebsräten,
wie sie mit
Krankheit, Behinderung und Arbeitsfähigkeit umgehen sollten
entwickelt
Leitlinien und Standards
für Unternehmen
erstellt
Konzepte
, wie
Mitarbeitende unterstützt werden können
ist eine Art Fachberaterin
für
gesunde, faire
und inklusive Personalpolitik
🧩
Wofür braucht man so jemanden?
Damit Unternehmen:
Mitarbeitende nicht
„abschreiben“, wenn sie erkranken
chronisch kranke oder
behinderte Menschen
integrieren
statt aussortieren
weniger Ausfälle und
weniger Kündigungen haben
rechtlich sauber handeln
eine faire und moderne
Personalpolitik haben
🎯
Kurz übersetzt:
Sie bringt anderen bei,
wie man Mitarbeitende mit
gesundheitlichen Einschränkungen menschlich, rechtlich und
organisatorisch richtig begleitet – und sie im Unternehmen hält.
Ist die Beschreibung
zutreffend?
Du hast etwas geschrieben, was
ich gern besser verstehen möchte:
„…wie wir uns unsere
Herausforderungen im Job angenommen und gelöst haben.“
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie du das meinst. Meintest du den
Unterschied zwischen deinen Wahrnehmungskanälen und meinen oder
etwas anderes? Ich würde gern verstehen, wie du das siehst.
Dass du Wissen vermittelst,
merkt man sofort an deinem Schreibstil. Bei mir ist es anders:
Ich mache
beides
,
Programmierung und Dozententätigkeit.
Ich liebe die Logik und die Technik – aber genauso das Erklären
und das „Aha“ in den Augen der Menschen. Deshalb finde ich dein
Arbeitsfeld spannend und würde gern mehr darüber hören. Vor allem,
wie die Praxis aussieht
:
Wie läuft so ein Projekt ab? Was erlebst du im Alltag? Wie
reagieren die Menschen, die du begleitest?
Du hast geschrieben, dass du
jetzt die erste Generation der hier geborenen Flüchtlingskinder
unterrichtest.
Ich finde, das Ziel sollte sein, dass diese Kinder eine
wirklich gute Ausbildung
bekommen – in Schule und Beruf. Damit sie später, wenn sie
möchten,
auch in ihren
Herkunftsländern
etwas aufbauen können.
Dafür müsste unser Schulsystem allerdings in vielen Bereichen
modernisiert werden… aber das ist ein großes Thema.
Danke auch für den Link zum
Artikel über Avatar.
Ich habe Avatar 1 vor zehn Jahren gesehen – und jetzt wieder.
Und ehrlich gesagt: Ich sehe ihn heute
ganz anders
. Deutlich kritischer.
Ich möchte dir die Freude daran nicht nehmen, deshalb schreibe ich
meine Gedanken erst später, wenn ich alles sortiert habe. Und auch
nur, wenn du es wissen möchtest.
Avatar 2 werde ich mir auf
jeden Fall anschauen – einfach um zu sehen, ob sich mein Eindruck
bestätigt oder vielleicht verändert.
Für heute ganz herzliche Grüße
Jürgen
2025.12.02
Hey Jürgen,
Also, um unterrichten zu können, musst du neben der Fachkompetenz auch wissen, wie man den "Schüler" erreicht, damit er etwas lernt. Das ist die Grundausbildung "Trainer oder ", deine Kurse sollen doch erfolgreich sein und keine Verkaufsveranstaltungen auf einer Butterfahrt.
Hier geht es zur Ausbildung Master of Business Training. Das ists praktisch das Werkzeug um als Dozentin zu arbeiten
https://www.european-business-ecademy.de/master-of-business/mbt-master-of-business-training/?_gl=1*ym4yge*_up*MQ..*_gs*MQ..&gclid=Cj0KCQiAubrJBhCbARIsAHIdxD_rwout4TP0NVZRQIlFhEJ-WnB-U5NYYnErL41Q8bShN69RCpawGb8aAkfTEALw_wcB&gbraid=0AAAAAD_WeVn7hWBuUZWefXstOFrdqpsi2
Ein Teil dieser Ausbildung dreht sich um das zukünftige Auditorium. Damit der Inhalt (Fachgebiet z.B. Programmiersprachen oder eben Vorstellung von neuen Konzepten die Hörerschaft erreicht, ist es ratsam, den Unterrichtsstoff so aufzubereiten dass, wenn eben möglich, alle Wahrnehmungskanäle angesprochen werden können.
Definition von Wahrnehmungskanälen
"Die klassischen menschlichen Wahrnehmungskanäle sind die fünf Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten." Zusätzlich gibt es weitere Wahrnehmungskanäle wie der Gleichgewichts- und Bewegungssinn oder den Wärmesinn, die oft zu den sogenannten „Körperlichen Sinne" zählen. Im NLP (Neurolinguistisches Programmieren) werden diese Sinne oft als "VAKOG"-Modell bezeichnet, das die Wahrnehmungen Präferenzen in visuell, auditiv, kinästhetisch (Fühlen), olfaktorisch (Riechen) und gustatorisch (Schmecken) eingeteilt. "
Mir ist gerade, als schwemmt eine Riesenwelle an Informationen in mein Hirn, läuft sich am Imaginären Strand deiner Wissenslust immer und immer wieder aus , fließt rauschend zurück ins Meer um sich wieder schäumend glitzernd emporhebend in Richtung Strand zu rollen und in diesem ewigen Singsang dennoch dein Interesse nicht genug befriedigen kann
Die Arbeit als Dozentin braucht den Inhalt, also was soll geschult werden. Aus dem Fachgebiet "Personalpolitische Grundsatzfragen" ergeben sich mehrere Ansätze:
Allgemeines Personalmanagement:
Beinhaltet Recruiting, Personalentwicklung, Mitarbeiterbindung, Arbeitsrecht und Lohnbuchhaltung.
Spezialisierungen:
Vertiefen Sie sich in Bereiche wie Personalcontrolling, Talentmanagement, strategische Personalentwicklung oder bestimmte HR-Software (z.B. SAP® ERP 6.0, DATEV, Lexware).
Moderne HR-Themen:
Kurse zu Themen wie Data Analytics, Künstliche Intelligenz, Digital Transformation, Change Management oder Social Media sind ebenfalls verfügbar.
Als Projektmanagerin hast Du idealerweise eine Zusatzausbildung:
https://www.gpm-ipma.de/weiterbildung-mit-zertifikat/projektmanagement
Als Mitarbeiterin bzw. Führungskraft im VAMB von mir konzipiert und dann im späteren Verlauf weiterentwickelt. So ein Konzept fängt mit einer einfachen Präsentation der Grundidee an , es folgt ein Brainstorming und eine Beteiligung aller Entscheidungsträger, deren Sachgebiet einen Beitrag zu dem Projekt leisten könnte. und so wird dann Schritt für Schritt weitergemacht oder die Grundidee wird verworfen. Das hängt immer sehr von der Zielsetzung des Unternehmens ab. Oder die Veränderung, die aus welchen Gründen auch immer auf die Fläche gebracht werden muss, bedeutet, dass alle Mitarbeiter im Unternehmen kennen müssen.
Mein erstes Projekt war ja die Schulungen aller Mitarbeiter im Umgang mit den PC´s nachdem die Großrechner-Lösungen ausgedient hatten und die Server-Landschaften entstanden sind mit allen "Kinderkrankheiten" die eine solche Umstellung mit sich brachte und wohl immer bringen wird. Alles , was keine dauerhafte, immerwährende Aufgabe ( wie Kasseneinnahmen buchen oder Rechnungen schreiben oder oder oder) wird in Projekten organisiert. Bei dem Projekt mit den Schulungen , bin ich die einzige Akteurin gewesen - vom Konzept bis zum Coaching - alles aus einer Hand. - und damit bin ich durch ganz Deutschland gereist, kurz nach der Wende.
Soviel zu meinen damaligen Aufgaben. Nun bin ich seit vielen Jahren Rentnerin und wie gesagt nur noch ehrenamtlich tätig, um Integration in den Sprachraum zu begleiten für die Dauer des Aufenthaltes. Es steht mir nicht zu, über die Schicksale der Menschen zu urteilen, die auf der Suche nach Schutz bei uns gelandet sind. Dein Argument, Hilfe zur Selbsthilfe, greift für mich für Entwicklungshilfe in Ländern, die gerne - wenn Sie Hilfe möchten und annehmen können - in den Heimatländern unterstützt werden. Es ist nicht die von dir erwähnte Intervention in "Streitfragen" gemeint. Das politische Feld kann leider nur vermint sein.
Nun zum Avatar: Der Film behandelt alle aktuellen Themen aus meiner Sicht. Mir gefällt die Kunstsprache und die Idee, dass wir alle Teil der Natur sind. Du darfst gerne an das glauben, was Du für Dich als wichtig erachtest und es macht nichts mit mir, wenn du eine andere Meinung vertrittst.
Kritik an Kolonialismus und Umweltzerstörung:
Die Interpretation als Warnung vor der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und dem Kampf indigener Völker gegen kapitalistische Mächte ist eine zentrale Bedeutung. Die Menschen wollen das Mineral „Unobtainium“ abbauen und zerstören dafür den Lebensraum der Na'vi
.
„Zurück-zur-Natur“-Ideologie:
Der Film fördert eine ökologische Botschaft, die eine Rückkehr zu einem Leben im Einklang mit der Natur propagiert. Dies wird durch die Darstellung von Pandora als idyllisches Paradies vermittelt.
Soziale und religiöse Allegorie:
Der Film wird als Geschichte menschlicher Erlösung interpretiert. Der Protagonist Jake Sully findet Erlösung und eine neue Heimat bei den Na'vi, was Parallelen zu religiösen Konzepten wie Erlösung und Gnade aufweist.
Darstellung von Gesellschaften:
Die Na'vi repräsentieren eine idealisierte Gesellschaft, die mit ihrer Umwelt verbunden ist, während die Menschen korrupt und gewalttätig dargestellt werden. Kritiker bemängeln jedoch die Darstellung der Na'vi als zu simplifiziert und die Geschichte als klischeehaft
Ich denke dies ist nun erschöpfend erklärt. ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich nicht mehr erwerbstätig bin. Meine Zeit gehört all den schönen Dingen im Leben, die ich mir jeden Tag neu ausdenken kann. Oder mich mit dem begnügen, was gerade da ist.
Danke für deine Analysen durch die KI, mich erschreckt, dass die Menschen in Zukunft von derartigen gefühllosen Maschinen beurteilt werden sollen. Die armen Menschen, die nur noch Material auf dem Markt sind. Eine ganz schreckliche Vorstellung.
Ich mag dir noch einen herrlichen Abend wünschen
Gruß Angelika
Jürgen Reichenberger <
briefwechsel@jreichenberger.net
2025.12.03
Liebe Angelika,
vielen Dank für deine
ausführliche Nachricht – und ganz besonders dafür, wie viele
Gedanken du dir zum Thema „Dozent sein“ machst. Man merkt mit
jedem Satz, dass du Erfahrung hast und absolut vom Fach bist.
Deine Beispiele, deine Klarheit, deine didaktische Sicht – das ist
alles sehr stimmig und professionell.
Dein Hinweis auf die
verschiedenen Wahrnehmungskanäle zeigt auch deine pädagogische
Tiefe. Ich musste schmunzeln bei deiner poetischen „Wissenswelle“
– da steckt viel Bildsprache drin, die man nicht einfach kopieren
kann, die muss man fühlen.
Mein eigener Weg Richtung Dozententätigkeit
In der Schule war ich nicht der
Beste in allen Fächern, aber ich war oft derjenige, der es den
anderen am besten erklären konnte.
Dieses Muster hat sich später wieder gezeigt:
1995–2000
hatte ich meinen eigenen
Computerkurs in Schulen rund um Cottbus.
Die letzten zwei Jahre war
ich
remote als
Informatik-Dozent
tätig.
Schaden würde mir eine
zusätzliche Trainerausbildung sicher nicht – es ist immer gut, die
eigene Didaktik professionell weiterzuentwickeln. Aber meine
Prioritäten liegen momentan etwas anders.
Meine berufliche Rangfolge für die nächsten
Jahre
KI / Dateningenieur / Automatisierung
Das ist aktuell mein stärkster Fokus – technisch, kreativ und
zukunftssicher.
Support
Weil ich darin gut bin, schnell Lösungen finde und gern mit
Menschen arbeite, die konkrete Probleme haben.
Dozent
Unterrichten macht mir Freude – aber es kommt für mich an
dritter Stelle.
Wahrscheinlich werde ich auch zukünftig in allen drei
Bereichen etwas machen, aber die Reihenfolge steht für mich
fest.
Avatar
Vielen Dank für deine
ausführlichen Gedanken zu
Avatar
und für die Zeit, die du dir genommen hast, das alles so
verständlich aufzubereiten.
Man spürt richtig, wie sehr dir der Film am Herzen liegt – und
dass deine Sicht darauf gewachsen ist, durch Erfahrung, Reflexion
und deine Verbundenheit mit Natur- und Gesellschaftsthemen.
Da es inzwischen schon spät ist,
möchte ich meine eigenen Gedanken zu Avatar – und auch zu deinen
Worten über die „schreckliche KI“ – gerne auf morgen verschieben.
Beide Themen verdienen Ruhe und Tiefe, und die möchte ich mir
dafür nehmen.
Für heute nur ein kleiner Gruß
aus meinem Tag:
Ich war mit meinem Vater und
seiner Lebenspartnerin auf dem „Balkon von Dresden“. Wir sind mit
der Standseilbahn hoch zum Luisenhof gefahren und haben dort Gans
gegessen. Und weil die Sonne sich heute tatsächlich gezeigt hat,
war es ein richtig schöner Ausflug – fünf Stunden lang komplett
fern vom Rechner. Das hat gut getan.
Ich wünsche dir einen
angenehmen Abend und eine gute Nacht.
Morgen schreibe ich dir ausführlicher.
Herzliche Grüße
Jürgen
2025.12.04
Guten Morgen , gerne gebe ich mir viel Muhe mit jemandem der meine Anwesenheit in seinem Leben zu schätzen weiß.
Dein Ausflug ist bestimmt schon gewesen. Leider bin ich gerade sehr viel der Gesundheit wegen eingespannt, deswegen bekommst du nicht so viel Post von mir. Aber ich denke, du wirst noch weitere Freundschaften im Schreiben pflegen, dass du gut auf mich verzichten kannst...
Ich werde also nicht so häufig schreiben fande es aber schade, wenn der Kontakt einschlafen wurde weil ich dir nicht öfter schreiben kann. Leben ist nicht wirklich planbar ...
Gruß Angelika
Jürgen Reichenberger <
briefwechsel@jreichenberger.net
2025.12.06
Hallo Angelika,
ich hatte gestern abend eine lange Mail an dich vorbereitet. Sie
lag heute morgen unter Entwürfe. Jetzt wollte ich sie nochmal
überfliegen und abschicken. Und jetzt ist der Entwurf weg. Wieso,
weiß ich nicht.
Und das Dumme ist, es ist das erste Mal, dass ich eine Mail als
Entwurf gespeichert habe. Bisher hatte ich sie immer erst im
Textprogramm geschrieben und dann, wenn sie fertig war nur in die
Mail kopiert.
Ich komme auch noch nicht so oft und regelmäßig dazu, wie ich es
möchte. Aber ich "arbeite daran". Und , wenn es dir genauso geht,
ist es ok.
Ich freue mich auf jede Nachricht von dir.
Ich wünsche dir ein erholsames Wochenende
Jürgen
2025.12.31
Liebe Angelika,
heute nur ein Bildgruß.
Still, ohne viele Worte – so wie der Tag gerade ist.
Ich hoffe, er ist dir freundlich begegnet.
Gruss Jürgen