2025.12.06
Liebe Monika,
vielen Dank für Ihre Nachricht –
die hat mich sofort schmunzeln lassen.
Nicht „Oma-Typ“, nicht „durchgeknallte Alte“ – sondern
offensichtlich jemand mit wachem Geist, Humor und einem
ordentlichen Wortschatz. Das klingt vielversprechend. 😉
Ich selbst bin Jahrgang 1960,
lebe in Dresden und habe mich hier bei Brieffreunde angemeldet,
weil ich den Austausch in Ruhe sehr schätze – ohne
Social-Media-Lärm, ohne Hektik.
Dass Sie gern
mit Füller
schreiben, finde ich großartig. Ich habe früher viel per Hand
geschrieben, aber irgendwann sind die Tastaturen schneller
geworden als ich. Ein handgeschriebener Brief hat aber immer eine
ganz besondere Atmosphäre.
Ihre Ostsee-Lage macht mich
neugierig: Rostock? Stralsund? Greifswald? Oder eine der kleineren
Perlen?
Ich war früher öfter an der Ostsee unterwegs – Ahlbeck, Usedom,
Rügen – und habe jedes Mal dieses besondere „Ostsee-Licht“
geliebt, das es nur dort oben gibt.
Dass Sie viel lesen und gern
ins Kino gehen, passt perfekt zu einer Brieffreundschaft.
Was liegt denn aktuell auf Ihrem Nachttisch?
Und welcher Film hat Sie zuletzt richtig gepackt?
Ich würde mich freuen, wenn wir
uns ein wenig kennenlernen – auf die entspannte, humorvolle Art,
die Ihre Mail schon ankündigt.
Bis dahin wünsche ich Ihnen
eine schöne Vorweihnachtszeit
und herzliche Grüße aus Dresden
Jürgen
2025.12.07
Guten Abend Jürgen
und vielen Dank für die schnelle Antwort.Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Nachdem meine Tochter zum Kaffee und Schnattern bei mir war und nun nach Hause gegangen ist- sie wohnt in "Kriechweite"- möchte ich noch schnell ein paar Zeilen schreiben.
Ja,ich wohne in Rostock-bin hier geboren und lebe eigentlich immer noch gern hier. Die Stadt ist überschaubar,vertraut und ich habe auch viele Bekannte hier und auch einen guten Kontakt zu meinen ehemaligen Klassenkameraden der POS,die wir 1968 beendet haben -ich organisiere seit 1988 immer die Klassentreffen, die nun alle 4 Jahre stattfinden.
Durch meine ehemalige Arbeit im
Buchhandel bin
ich es gewohnt, auf Menschen zuzugehen und habe da auch kaum Berührungsängste- sicher haben sich die Menschen verändert,aber wer liest, ist meist auch gut drauf.
Auf meinem Nachttisch liegt z.Z. das Buch von
Sarah
Kuttner
"Mama
und
Sam"
und auch
Libby
Page
"Das
Jahr voller Bücher und Wunder".
"Mama
und
Sam"
handelt von
LOVE
SCAMMING, eine
perfide
Art
älteren
Frauen vielleicht auch Männern,die große Liebe vorzugaukeln und sie um ihr Geld zu bringen. Ich gehören nicht zu dieser Gruppe- also keine Angst, ich möchte nur einen schriftlichen Gedankenaustausch..
Das andere ist h
eiße
Schokalade
für die Seele, ein warmherziger Feelgood-Roman, der mitten ins Herz geht".Den habe ich aber erst angefangen und kann noch nicht mitreden.
Am liebsten lese ich aber Krimis deutscher Autoren. Da
die Buchpreise
inzwischen im astronomischen Bereich liegen,kaufe ich nur noch bei
MEDIMOPS
und habe
bisher
nur gute
Erfahrungen damit gemacht.Eigentlich sollte ich gar nichts mehr kaufen- ich habe keinen Platz mehr......
Da ich regelmäßig ins Kino gehe,hebe ich eigentlich alle Kinokarten auf-aber in diesem Jahr habe ich es nicht getan- ich kann mich an
"Ein
Pinguin fürs Leben erinnern"-der Rest der Filmtitel wurde vom Alltagstrott begraben.
Ich habe mir die Filme über
DEPECHE
MODE und
SIMPLY
RED angesehen und da sie zu meinen Lieblingsmusikern gehören,fand ich sie natürlich beide gut. Klassik ist nicht so meins, auch nicht Schlager und schon gar keine Volksmusik.
Ja, für mich gehört die Ostsee einfach von klein auf an zum Leben dazu- nun brauche ich über eine Stunde bis nach Warnemünde zum
Strand und
da mein Mann 2021 beim
Winterbaden
in der Ostsee verstorben ist, seine Asche dort verstreut wurde,habe ich ein gestörtes Verhältnis zur Ostsee.
Ich bin schon einige Jahre in diesem Forum angemeldet, einige Kontakte halten schon lange, andere schlafen ganz schnell wieder ein- besonders, die in den "Westen"- übers Wetter und Einkaufgewohnheiten und
Nachbarschafts-Streit
kann man keinen jahrelangen Briefwechsel aufrecht erhalten-finde ich zumindest.
Wenn du immer noch Interesse am Austausch hast,lasse
es mich
wissen.
Ich hoffe,das DU ist okay und ich würde auch lieber per Schneckenpost- also per Brief schreiben.
Ich finde es persönlicher.
Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche, vielleicht mußt du ja noch fleißig arbeiten gehen.
Lieben Gruß, Monika
Gesendet:
Samstag, 6. Dezember 2025 um 22:11
Hallo, ich habe soeben eine Stunde die Mail beantwortet und sie abgeschickt-nur wohin ist unklar. Was habe ich falsch gemacht. Ich stehe mit meinem Laptop auf Kriegsfuß. Die email- Adresse bitte nochmal genau an mich schicken. Lieben Gruß aus Rostock, Monika
Gesendet:
Samstag, 06. Dezember 2025 um 22:11 Uhr
Guten Abend Monika,
ich habe vor 6 Minuten eine ausführliche Mail von dir erhalten.
Also war es die richtige Emailadresse
Jürgen Reichenberger
<briefwechsel@jreichenberger.net>
Eine Antwort folgt noch.
Gute Nacht
Jürgen
2025.12.08
Liebe Monika,
vielen Dank für deine
ausführliche und warmherzige Nachricht – ich habe sie wirklich
gern gelesen. Man merkt sofort, dass du eine geübte Schreiberin
bist und dass du Menschen magst. Kein Wunder, nach so vielen
Jahren im Buchhandel. Ich glaube, wer beruflich mit Büchern zu tun
hat, entwickelt fast automatisch eine Art „milde
Menschenkenntnis“. Und dass du die Klassentreffen deiner POS seit
1988 organisierst – das macht nicht jeder. Es sagt viel über dich.
Ich war in meiner Schulzeit in
fünf verschiedenen Schulen, deshalb gab es bisher nur ein einziges
Klassentreffen. Und das ist schon etliche Jahre her. Leider.
Du wohnst also weiterhin in
Rostock – das stelle ich mir schön vor. Eine große Stadt, aber
nicht anonym. Und dein Satz, deine Tochter wohne „in Kriechweite“,
hat mich schmunzeln lassen. Solche Formulierungen mag ich.
Was du über deinen Mann und
sein Winterbaden geschrieben hast, hat mich berührt. Das erklärt
natürlich, warum die Ostsee für dich heute anders wirkt als
früher. Orte verändern sich mit Erlebnissen. Und manchmal braucht
es Zeit, bis ein Ort wieder neutral – oder sogar wieder schön –
werden kann. Vielleicht kommt dieser Moment irgendwann, vielleicht
auch nicht. Beides ist in Ordnung.
Auch deine Lese- und
Filmvorlieben fand ich spannend.
„Mama und Sam“ – da musste ich schmunzeln, weil du direkt
dazugeschrieben hast, dass du nicht zur Zielgruppe gehörst. Keine
Sorge, das wäre mir nicht in den Sinn gekommen.
„Das Jahr voller Bücher und Wunder“ klingt nach einem Titel, den
man an einem grauen Winterwochenende durchschmökern möchte.
Jetzt lese ich fast
ausschließlich Fachliteratur. Früher waren es viele Krimis,
utopische Literatur (Jules Verne, Stanislaw Lem), Abenteuer,
Seefahrt, Märchen und Sagen.
Ich habe als Kind ganze Bibliotheken verschlungen.
Dass du gern per Brief
schreiben würdest – mit Füller! – kann ich gut verstehen. Es hat
etwas Ruhevolles, Persönliches, gerade heute, wo so vieles
hektisch ist. Ich habe zwar keine perfekte Handschrift mehr, aber
die Idee gefällt mir.
Und ja:
Ich habe definitiv weiter Interesse am Austausch.
Deine Beobachtung zu manchen
West-Kontakten („übers Wetter und Einkaufgewohnheiten kann man
keinen jahrelangen Briefwechsel führen“) hat mich lachen lassen –
und stimmt leider oft. Dann lieber ein Austausch mit Tiefe, Humor
und etwas Lebenserfahrung, so wie bei dir.
Ob ich fleißig arbeiten gehen
muss?
Ich bin in einem Beruf, der zwischen intensiven Programmiertagen
und ruhigeren Tagen wechselt. Mal sitze ich 10 Stunden am Rechner,
mal erledige ich alles, was im Alltag liegen bleibt. Aber ich kann
meine Zeit weitgehend selbst einteilen, und das ist ein Luxus, den
ich sehr schätze.
Wenn du möchtest, können wir
gern weiter hier schreiben
– oder du schickst mir deine Postadresse, und wir lassen es in
Richtung Schneckenpost weiterlaufen.
Ich freue mich auf das, was
kommt.
Einen guten Start in die Woche
und herzliche Grüße aus Dresden
Jürgen
2025.12.15
Liebe Monika,
vielen Dank für deine Nachricht –
und für den Hinweis mit der nicht lesbaren Mail. Manchmal spielt
die Technik einfach ihr ganz eigenes Spiel.
Damit wir künftig ohne Umwege
schreiben können, hier meine direkte Mailadresse:
briefwechsel@jreichenberger.net
Ich würde mich freuen, wenn du
mir einfach dorthin schreibst – dann kommt es sicher an.
Beim Lesen deiner Zeilen hatte
ich übrigens sofort Bilder im Kopf:
Rostock, Warnemünde, der Teepott … und irgendwo im Hintergrund
„Glock 8 – Achtern Strom“ 🙂
Gedanken, die bleiben und ein bisschen nach Meer riechen.
Ich wünsche dir eine angenehme
Woche und einen entspannten Weihnachtseinkauf – mit möglichst
wenig Gedränge und viel Gelassenheit.
Herzliche Grüße
Jürgen
2025.12.16
Hallo Jürgen
und vielen Dank für deine Zeilen und die Mailadresse- ich hoffe, meine Zeilen erreichen dich.
Ich war heute zum 1. Mal in der Stadt seitdem der Weihnachtsmarkt Anfang Dezember eröffnet wurde- trotz einem Werktag war es sehr voll dort, aber es kommen ja auch viele Busse mit Besuchern an, die nur zum Weihnachtsmarkt hierher kommen. Da der Markt seit Jahren dasselbe Bild bietet, ist es für die
Rostocker
also nichts Neues, aber das Geschäft läuft und das scheint ja die Hautsache zu sein.
Ich habe Schmuck zum Juwelier gebracht, den ich seit Jahren in einer Kassette liegen hatte und nie getragen habe. Da ich gerade meine Wohnung
gaaaaaanz
gründlich aufräume, fiel er mir in die Hände und nun reicht es für die Feiertage mit 3 Mahlzeiten am Tag und noch ein
bißchen
Sekt für Silvester.....
Ich habe beim Räumen der Wohnung meiner Mutter
sooo
viel mitgenommen,
das
ich noch nie angerührt habe. Das flogt jetzt auch mit raus.
Bei uns wird es allmählich winterlich- Schnee ist ja bei uns durch die Ostsee immer sehr wenig, aber kalt kann es schon sein an den Feiertagen. Schiet- (Scheiß-)Wetter haben wir ja hier genug, da ist es kälter und trocken schon angenehmer.
Was machst du Weihnachten so? Bekommst du Besuch oder gehst du jemanden besuchen? Hast du Familie oder gute Freunde?
Meine Tochter - die, die
Kriechweite
wohnt- kommt am 24. abends und an beiden Feiertagen zum Mittag und Kaffee- meist gehen wir dann auch noch 2-3 Std. spazieren. Zur Kirche gehen wir nicht. Wir wohnen am rande einer DDR-typischen Neubausiedlung, habe aber das Glück, daß wir in 10 min. mitten in Feld, Wald und Flur sind. So bin ich im Sommer sehr viel mit dem rad da unterwegs- zur Ostsee brauche ich mit dem Nahverkehr über eine Std. Das mache ich also nicht oft.
Meine Tochter ist froh, mal Ruhe zu haben- sie arbeitet z.Z. im Callcenter für Online-
Banking
und manchmal reicht es ihr mit den
"lieben"
Anrufern mächtig.
Ich werde jetzt noch ein
bißchen
fleißig sein, dann habe ich morgen Ruhe zum Einkaufen bei Netto und Rewe. Heute war das schon die Hölle los, ich wollte nur Eis- für mich ein Grundnahrungsmittel- holen und vor mir war ein Ehepaar mit 2 Söhnen ca. 10-12 J. an der Kasse, die hatten 2 Körbe
hoch voll
und zahlten über 300 Eu. Habe ich was verpaßt, nach den Feiertagen gibt es sicher auch offene Supermärkte.
Ich wünsche dir eine schöne Zeit und
laß
dich nicht von der Hektik anstecken.
Lieben Gruß aus Rostock von Monika
2025.12.18
Liebe Monika,
vielen Dank für deine
ausführlichen Zeilen – sie sind gut angekommen, und ja: Deine
Worte haben mich erreicht. 😊
Deine Schilderungen vom
Weihnachtsmarkt in Rostock konnte ich mir gut vorstellen. Ein
Stück Weihnachts- bzw. Adventsstimmung ist bei mir tatsächlich
auch da – vor allem im Kopf.
Ich genieße sie eher leise: ein
Glas Glühwein, je nach Lust weiß, rot oder Apfel-Zimt. Und immer
wieder tauchen Bilder aus der Kindheit auf. Wenn ich Stollen oder
schon die Verpackungen sehe, denke ich daran, wie wir als Kinder
den Stollenteig geknetet haben, ihn zum Bäcker brachten und er
dann im Schlafzimmer reifte – zusammen mit den Pfefferkuchen, die
wir gebacken hatten.
Wenn es schneit, gehen meine Gedanken automatisch zurück zu
richtig tiefem, weißem Schnee – hier in Dresden, aber auch in der
Hohen Tatra … inklusive eines sehr einprägsamen
„Po-Backen-Erlebnisses“.
Und wenn ich durch die Stadt gehe, schaue ich mir gern schön
gestaltete Schaufenster und Dekorationen an. Auch die Besuche im
Landhaus Dresden, um die Modelleisenbahn zu bestaunen, gehören für
mich zu diesen Erinnerungen.
Den Striezelmarkt erlebe ich
allerdings nur noch im Vorbeifahren – meist gegen 19:30 Uhr in der
Straßenbahn. Wenn sie kurz hält, reichen mir diese Sekunden: die
Lichter, der Baum, die Pyramide, das Wuseln der Menschen.
Gestern bin ich nach dem Autoverkauf einmal direkt am Markt
vorbeigelaufen – vorbei an etlichen Polizeiautos, Sirenen, Pollern
und Absperrungen. Da kommt bei mir ehrlich gesagt keine
Weihnachtsstimmung auf.
Was war der Anlaß für das
Aufräumen der Wohnung deiner Mutter? Deine Aufräumaktion klingt
nach einer Mischung aus Arbeit und Befreiung. Manches jahrelang
Aufgehobene loszulassen, hat ja oft auch etwas Klärendes. Und wenn
es dann sogar noch für die Feiertage gut reicht – mit drei
Mahlzeiten am Tag und einem Glas Sekt zu Silvester – umso besser.
Ich kenne das gut: Beim Sortieren alter Dinge tauchen nicht nur
Gegenstände auf, sondern auch Erinnerungen, die man lange nicht
mehr in der Hand hatte. Ich habe gerade die Wohnung von meinem
Bruder aufgelöst. Er war/ist Messi. Ich habe 90% weggeworfen. Und
das, was ich aufgehoben habe ist finanziell kaum verwertbar. Es
hat vorwiegend mit Erinnerungswert.
Dass ihr nun auch winterlichere
Tage bekommt, überrascht mich nicht. Ostsee-Winter ohne viel
Schnee, dafür mit Kälte und Wind – das hat seinen ganz eigenen
Charakter. „Schietwetter“ gibt es dort reichlich, da hast du
recht. Kalt und trocken ist mir persönlich auch lieber als nass
und grau.
Zu Weihnachten wird es bei uns
eher ruhig. Familie steht im Vordergrund, ohne großes Programm.
Kein Kirchenbesuch, kein Trubel – eher Gespräche, gemeinsames
Essen und Spaziergänge, wenn das Wetter es zulässt. Insofern
klingt das, was du von den Feiertagen mit deiner Tochter
beschreibst, sehr stimmig. Feld, Wald und Flur in zehn Minuten
Entfernung – das ist ein echtes Geschenk. Wir haben den 'Großen
Garten' dafür.
Callcenter für Online-Banking
stelle ich mir tatsächlich anstrengend vor. Da ist es gut, wenn
man zwischendurch einfach Ruhe, Bewegung und normale Gespräche
hat.
Deine Beobachtung an der
Supermarktkasse musste ich schmunzelnd lesen. Manchmal wirkt es
wirklich so, als gäbe es nach den Feiertagen wochenlang nichts
mehr zu kaufen. Eis als Grundnahrungsmittel kann ich übrigens gut
nachvollziehen. 😉
Ich wünsche dir weiterhin gutes
Vorankommen beim Aufräumen, entspannte Einkäufe (hoffentlich ohne
„Hölle“) und vor allem eine ruhige, angenehme Weihnachtszeit. Lass
dich nicht von der allgemeinen Hektik anstecken.
Herzliche Grüße
Jürgen
2025.12.23
Hallo Jürgen,
entschuldige bitte meine Schreibpause- mein PC ist ausgestiegen, ist wohl auch schon in die Jahre gekommen. Schreibe jetzt kurz bei meiner Tochter ein paar Zeilen, werde wohl im neuen Jahr nach einem neuen Laptop Ausschau halten.
Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest, nicht gar soviel Hektik, die man auch eigentlich
gar nicht will, die sich aber irgendwie automatisch einstellt.
Da auch wir nicht in die Kirche gehen, machen wir am süäten Nachmittag immer einen Spaziergang durch unser Viertel und schauen uns die beleuchteten Wohnzimmer an oder die leuchtenden Balkons.
Alle Fragen deiner Mail vom 18.12. werde ich im neuen Jahr beantworten- bei mir klingelt seit gestern immerzu das Telefon- meine alten Schulkameraden melden sich , wünsche ein schönes Fest und einen guten Rutsch und fragen nach den nächsten Klassentreffen.Gedanklich bin ich da noch gar nicht angekommen.
Dir einen schönen Jahreswechsel, davor natürlich einen Haufen Geschenke und ganz viel Gesundheit.
Lieben Gruß aus dem nassen und kaltem Rostock von Monika
Gesendet:
Donnerstag, 18. Dezember 2025 um 14:55 Uhr
Liebe Monika,
mach dir bitte wegen der Schreibpause keinerlei Gedanken – dein
PC hat sich offenbar einfach eine kleine Weihnachtspause gegönnt.
Ich finde, das darf er auch. Am Ende sind diese Geräte ja auch nur
„Menschen mit Steckdose“ 😉
Gut, dass du bei deiner Tochter ein Ausweichbüro hast, und im
neuen Jahr findet sich sicher ein Laptop, der wieder ein paar
Jahre zuverlässig mitmacht.
Danke dir für deine Weihnachtswünsche. Ich hoffe ebenfalls, dass
sich die Hektik in Grenzen hält – auch wenn sie sich, wie du
schreibst, oft ganz von allein einschleicht. Eigentlich war bei
uns gar nichts geplant. Und dann wurden ausgerechnet am Sonnabend
die Augentropfen meines Bruders leer.
Also: Montag zum Augenarzt – statt Rezept kurzerhand ein Termin
für heute, das Medikament muss bestellt werden, und morgen dann
noch zur Apotheke. Drei Tage hintereinander in die Stadt … nur
wegen Augentropfen. So schnell wird aus „ruhig“ dann doch wieder
ein kleiner Weihnachts-Marathon. 🙄
Eure Idee mit dem Spaziergang am Heiligabend gefällt mir sehr
gut: beleuchtete Wohnzimmer, Lichter in den Fenstern und auf den
Balkonen – das hat etwas sehr Menschliches und Verbindendes. Wenn
dann noch ein bisschen Schnee liegen würde, der alles zum Glitzern
bringt, wäre es fast perfekt.
Dass sich deine alten Schulkameraden melden, ist doch auch etwas
Schönes – selbst wenn man gedanklich noch gar nicht beim nächsten
Klassentreffen angekommen ist. Solche Anrufe zeigen, dass
Verbindungen bleiben, auch wenn Jahre dazwischenliegen.
Ich wünsche dir und deiner Tochter ein entspanntes
Weihnachtsfest, möglichst ohne unnötige Hektik, und einen guten
Übergang ins neue Jahr.
Herzliche Weihnachtsgrüße ins nasse und kalte Rostock – mit ein
bisschen innerer Wärme obendrauf.
Liebe Grüße
Jürgen
2025.12.30
Hallo Jürgen,
ich hoffe, du hast Weihnachten gut überstanden?Alle Geschenke ausgepackt und bist nun bereit für die Sylvesterparty???
Wir haben Weihnachten gut gemeistert, uns nicht "überfressen", waren Spazieren und doch etwas enttäuscht, denn in den vergangenen Jahren war es viel schöner geschmückt...
Ich dummes Huhn bin dann am 27.12. zu einer Stadtführung durch die Altstadt von Rostock gegangen und es war sooooo kalt, daß ich total durchgefroren war, Eisbeine hatte und mir eine mächtige Erkältung aufgenackt habe.......Das Doofe daran war, daß die geplante Führung nicht statt fand und ich diese Führung vom Sonnabend schonmal bei wärmeren Wetter mitgemacht hatte. Da ich aber schon bezahlt hatte und mein Geld auch nicht zurück bekam, bin ich geblieben und die Rechnung habe ich jetzt.
Aber, ich hoffe auf Besserung und werde morgen Abend auch nur auf den Balkon gehen, denn kalt ist es hier immer noch.
Ich hoffe, du hattest ein schönes Weihnachtsfest- hast du eigentlich Familie, Frau, Kinder, Enkel.....???
Wir hatten natürlich viel zu viel zum Weihnachtsessen eingekauft- die nächste Woche brauche ich nicht einzukaufen.
Ansonsten ist alles beim Alten hier. Bin gespannt, wie Sylvester wird, sonst wurde immer sofort nach dem Verkaufsbeginn der Böller mächtig geballert- das ist in diesem Jahr nicht der Fall. Es herrscht Ruhe. Ein junger Mann - stand heute in der Zeitung- hat für 400,- Eu Böller eingekauft- der kommt ja gar nicht zum Feiern, der hat den ganzen Abend draußen zu tun.Nachdem sich in meiner Jugend ein Cousin von mir beim Ballern 2 Finger sehr schwer verletzt hatte, fasse ich nichts mehr davon an und so habe ich wenigstens eine Sache auf die ich gut verzichten kann.
Sonst gibt es nichts weiter zu berichten- ich melde mich im nächsten Jahr wieder, bis dahin lieben Gruß und komme gut ins neue Jahr, lieben Gruß,
Monika
Liebe Monika,
ja, Weihnachten habe ich gut
überstanden 😊 – ganz ohne große Geschenkeorgien und ohne
Silvesterparty-Ambitionen. Eher ruhig als rauschend, so wie es
mir inzwischen am liebsten ist.
Deine Altstadt-Geschichte habe ich
mitfühlend gelesen. Soooo kalt, umsonst gewartet, keine Führung
– und dann noch eine Erkältung als Rechnung … das ist wirklich
doppelt ärgerlich. Da darf man sich ruhig einmal über sich
selbst ärgern, ohne gleich ein „dummes Huhn“ zu sein. Dass du
jetzt lieber nur kurz auf den Balkon gehst, ist absolut
vernünftig. Gesundheit geht eindeutig vor Stadtromantik.
Dass es dieses Jahr weniger
geschmückt ist und insgesamt ruhiger wirkt, ist mir hier auch
aufgefallen. Vielleicht fehlt vielen einfach die Lust oder die
Energie für das „Mehr“. Eure Spaziergänge mit Blick in
beleuchtete Wohnzimmer und auf Balkone finde ich trotzdem eine
sehr schöne Idee – etwas Persönliches, Nahbares. Wenn dann noch
Schnee liegen würde und alles leise glitzert, wäre es fast wie
aus einer anderen Zeit.
Zu deiner Frage: Ja, Familie gibt es
– und sie spielt eine große Rolle. Der Jahreswechsel wird bei
mir ganz unspektakulär:
Zum Kaffeetrinken bin ich bei meiner Schwester eingeladen,
und
„Dinner for one“
sowie
„Ein Hammer für zwei“
(MDR) gehören dabei ganz selbstverständlich dazu.
Nach 22 Uhr bin ich dann bei meinem Vater. Von seiner
Wohnung im dritten Stock aus kann man das Feuerwerk gut sehen –
mit etwas Abstand, was mir sehr entgegenkommt.
Und am Neujahrstag sehe ich am Nachmittag meinen Sohn mit
Familie. Ein schöner, ruhiger Start ins neue Jahr.
Deine Beobachtung zum Böllerverkauf
fand ich interessant. Auch hier ist es deutlich ruhiger als
sonst. Die Geschichte mit dem jungen Mann und den 400 Euro für
Feuerwerk klingt für mich eher nach Stress als nach Feiern. Nach
deiner Erfahrung mit deinem Cousin kann ich gut verstehen, dass
du darauf komplett verzichten kannst. Es gibt Dinge, auf die man
sehr gut verzichten kann – und Knallerei gehört für mich
eindeutig dazu.
Ich wünsche dir gute Besserung, warme
Füße statt Eisbeine und einen möglichst sanften Übergang ins
neue Jahr. Komm gut hinein – ruhig, gesund und ohne unnötigen
Lärm.
Herzliche Grüße nach Rostock
Jürgen
2025.12.31
Hallo nochmal, ganz kurz,
ich wünsche dir einen guten Rutsch ins Jahr 2026, ganz viel Gesundheit und ein Jahr ohne Streß und Streit.
Ich pflege heute noch meine Erkältung, in der Hoffnung, daß ich bis 0.00 Uhr durchhalte- wenn nicht, auch nicht so schlimm, 2026 kommt so oder so. Es könnte etwas entspannter sein, als das vergangene Jahr. Irgendwie war mein Bekanntenkreis auf Krawall gebürstet- jeder hat sich mit jeden angelegt und was bei Frauen sooooo typisch ist, keine offenen Gespräche sondern Herziehen hinter dem Rücken. Ich mag so ein Verhalten nicht- bin da aber meist allein mit. Ich habe die Feststellung gemacht, daß ich mich lieber zurückziehe, anstatt zwischen die Fronten zu geraten-Waage typisches Verhalten!
Ich habe mir vorgenommen, mich einer kleinen Wandergruppe anzuschließen, die sich jeden 2. Sonnabend an der Warnow- Fluß, der durch Rostock fließt- trifft und gemeinsam ca. 2 Stunden da entlang läuft, um dann in einer Gaststätte zu Mittag ißt. Ich werde mich dann auch warm anziehen....
Komme gut ins Neue Jahr, bleibe geund und schreibfreudig. Guten Rutsch und
lieben Gruß aus dem kalten Rostock von Monika
Gesendet:
Dienstag, 30. Dezember 2025 um 21:29 Uhr
Liebe Monika,
vielen Dank für deine offenen Zeilen
und die guten Wünsche.
Was du über deinen Bekanntenkreis schreibst, kann ich gut
nachvollziehen – leider ist das im Moment nicht nur dort so. Die
allgemeine Gereiztheit scheint überall mitzuschwingen. Sich
bewusst zurückzuziehen, statt zwischen die Fronten zu geraten,
ist für mich kein Ausweichen, sondern Selbstschutz.
Dein Entschluss mit der Wandergruppe
ist aus meiner Sicht ein
sehr, sehr, sehr
guter
. Bewegung, Natur, feste
Verabredung – und danach gemeinsam einkehren: besser kann man
kaum ins neue Jahr starten. Warm anziehen ist dann nur noch die
Kür 😉
Heute halte ich es deshalb auch kurz
und schicke dir nur einen kleinen
Bild-Gruß
zum Jahreswechsel.
Komm gut ins neue Jahr, werde wieder richtig gesund, bleib
schreibfreudig – und vor allem bei dir.
Herzliche Grüße aus der Ferne
Jürgen
2026.01.01
Guten Morgen und alle guten Wünsche für das Jahr 2026.
Ich hoffe, du bist gut "reingekommen"?
Bei uns tobte der Wahnsinn, von gegen 14.00 Uhr bis 3.30 Uhr wurde vor meinem Wohnzimmerfenster ununterbrochen eine Rakete und ähnliches in die Luft geschlossen, ich konnte pft nicht mal mehr die Häuser gegenüber sehen- natürlich war an Schlaf nach Mitternacht gar nicht zu denken. Aber, dafür ist es heute sehr ruhig- die müssen sicher alle erstmal ausschlafen. Was mich nur immer wundert, alle stöhnen, sie haben kein Geld, aber Silvester schießt man es massenhaft in den Himmel.
Aber, ich habe es überstanden, mal sehen, was uns das neue Jahr beschert.
Ich melde mich in den nächsten Tagen ausführlicher, trotz Nieselregen will ich mal um den "Block" gehen ,um frische Luft zu schnappen.
Mach es gut und Tschüss bis demnächst. LG Monika
Gesendet:
Mittwoch, 31. Dezember 2025 um 13:49 Uhr
Liebe Monika,
danke dir für deine Neujahrsgrüße.
Ja, ich bin gut ins neue Jahr gekommen – eher leise als laut,
und genau so war es richtig.
Heute Mittag haben wir das
Neujahrskonzert
der Wiener Philharmoniker
angeschaut und
gehört. Das war eine schöne Abwechslung und ein angenehmer
Gegenpol zu all dem Lärm der Nacht. Später gab es dann Kaffee
mit Stollen und Pfefferkuchen – dazu ein tschechisches Märchen.
Ein bisschen zeitlos, ein bisschen nostalgisch, sehr
entspannend.
Jetzt bin ich gerade dabei, mir mehr
als 50 Sendungen zu speichern, die ich mir nach und nach
anschauen möchte. Der Januar darf bei mir gern ruhig anfangen.
Deine Beobachtung zum Geld für
Knaller teile ich – man muss halt Prioritäten setzen 🙂
Und frische Luft tut gut, auch bei Nieselregen. Gerade dann
sogar. Hauptsache raus und einmal durchatmen.
Mach es dir heute ruhig, komm weiter
gut durch die Tage und melde dich gern, wenn dir danach ist.
Liebe Grüße
Jürgen