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darasangthai
darasangthai@gmail.com · 3 Nachrichten
2026.03.09
Hallo Laila, vielen Dank für deine Nachricht und die Vorstellung. Dein Schreiben hat mich neugierig gemacht, deshalb wollte ich dir kurz antworten. Mein Name ist Jürgen und ich lebe in Deutschland. Ich tausche mich gern mit Menschen aus verschiedenen Ländern aus, weil man dabei viel über andere Lebensweisen und Perspektiven erfahren kann. Ein ruhiger und respektvoller Austausch per E-Mail ist für mich eine angenehme Art der Kommunikation.  Du hast geschrieben, dass du in Thailand lebst und dich um deine Mutter kümmerst. Das klingt nach einer großen Verantwortung im Alltag. Es ist verständlich, dass man sich in so einer Situation manchmal Austausch mit anderen Menschen wünscht. Wenn du möchtest, kannst du gern ein wenig mehr über dich und dein Leben erzählen, zum Beispiel: In welcher Region von Thailand du lebst Wie dein Alltag normalerweise aussieht Welche Dinge dir Freude machen oder dich interessieren Dann kann man sehen, ob sich ein angenehmer E-Mail-Kontakt entwickelt. Viele Grüße Jürgen
20:38 Uhr
2026.03.10
Hallo Jürgen, vielen Dank für deine Antwort. Ich habe einige unangenehme Nachrichten erhalten. Darin wurde mir gedroht, keinen Kontakt zu Deutschen aufzunehmen, und man äußerte Abscheu mir gegenüber. Ich war ziemlich geschockt, habe die Nachrichten aber, nachdem ich mich beruhigt hatte, ignoriert und gelöscht. Ich habe eine Verbindung zu Deutschen, da mein ehemaliger Partner ein Deutscher war, der vor sieben Jahren verstorben ist. Dazu gibt es eine traurige Geschichte, die ich später erzählen werde. Außerdem hatte ich früher sehr nette deutsche und schweizerische Nachbarn, daher interessiere ich mich für die deutsche Kultur, Traditionen und Küche. Ich habe mich im Gespräch mit Deutschen und Schweizern immer besonders wohlgefühlt. Meine Situation ist nicht sehr gut; mein Leben ist voller Hindernisse und Herausforderungen, und meine Familie ist mir nicht sehr herzlich. Ich fühle mich ständig einsam und isoliert. Hinzu kommt, dass ich seit vielen Jahren gesundheitliche Probleme habe. Ich kann nicht arbeiten gehen und sehe nicht viele Menschen. E-Mail-Freunde sind genau das, was ich jetzt brauche, um mich mit anderen auszutauschen. Ich leide seit vielen Jahren an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, und nun hat auch meine Mutter eine Hirnerkrankung. Es ist sehr stressig für mich, weil sie wie ein Kind ist und Dinge nur langsam versteht. Ich hatte vor zwei Jahren auch einen deutschen E-Mail-Freund, aber er hat plötzlich den Kontakt abgebrochen. Es ist so traurig, weil er neue Freunde gefunden hat und meinte, er wolle keinen Kontakt mehr zu mir. Ich habe versucht, ihm Geburtstagskarten zu schicken und ihm jeden Tag zu schreiben, aber er hat nie geantwortet. Es ist wirklich herzzerreißend. Ich lebe in der Provinz Chaiyaphum im Nordosten Thailands. Die Gegend ist von Bergen umgeben, ich mag es hier, und ich bin vor sechs Jahren hierhergezogen, um bei meiner Mutter und meinem Stiefvater zu leben. Davor lebte ich von klein auf bei meinen Großeltern und hatte kein sehr enges Verhältnis zu meiner Mutter. ในวันที่ อ. 10 มี.ค. 2026 02:38 น. Jürgen Reichenberger < briefwechsel@jreichenberger.net
15:22 Uhr
2026.03.17
Hallo Laila, vielen Dank für deine ausführliche Nachricht. Ich habe sie in Ruhe gelesen. Zuerst einmal möchte ich dir kurz erklären, warum du einige Tage nichts von mir gehört hast. Bei meiner Reise galt wieder einmal der alte Satz: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ich war davon ausgegangen, dass wir Donnerstag hinfahren und Freitag zurückkehren. Als ich dann nachfragte, warum wir für die Strecke jeweils einen ganzen Tag brauchen, kam ganz ruhig die Antwort: „Wieso Freitag? Wir fahren doch erst Sonntag zurück.“ Damit wurden aus zwei Tagen plötzlich vier. Fast vier Tage ohne Internet sind jetzt vorbei – und wie du siehst, ich habe es überlebt. 🙂 Ich war bei meinem jüngsten Sohn zu Besuch. Er hat sich bereits 2020 ein Eigenheim gebaut, und ich hatte bisher noch keine Gelegenheit, es mir anzuschauen. Von Dresden aus sind das rund 650 Kilometer, und ohne eigenes Auto ist das mit der Bahn schon eine kleine Reise. Das Haus selbst hat mich überrascht: Von außen wirkt es eher klein, aber sehr schön. Innen ist es dagegen erstaunlich großzügig. Ich habe einige 360-Grad-Aufnahmen gemacht, die ich jetzt noch in Ruhe nachbearbeiten werde. Heute ging es dann direkt wieder in den Alltag über. Am Vormittag war ich mit meinem Bruder beim HNO-Arzt. Auf diesen Termin hatten wir dreieinhalb Monate gewartet – und nach etwa fünfzehn Minuten war alles erledigt. Es ging um ein Rezept für eine Lichtsignalanlage, da er die Türklingel wegen seiner Schwerhörigkeit oft nicht hört. Am Abend stand noch die Blutplasma-Spende auf dem Plan. Das mache ich aus mehreren Gründen: Zum einen wird dabei regelmäßig das Blut kontrolliert, zum anderen muss der Körper danach neue Thrombozyten bilden – gewissermaßen ein kleines Training. Und eine kleine Aufwandsentschädigung gibt es auch. Ich habe außerdem den Eindruck, dass aktuell viel Blut benötigt wird, auch im Zusammenhang mit internationalen Konflikten. Heute wurden allerdings erst die Formalitäten erledigt und eine Blutprobe genommen. In ein paar Tagen erfahre ich, ob ich überhaupt spenden darf. Der restliche Tag bestand dann vor allem darin, das aufzuarbeiten, was in den letzten Tagen liegen geblieben ist. Zu deiner Situation: Ich habe gelesen, was du über dein Leben, deine Gesundheit und deine familiäre Situation geschrieben hast. Das klingt nach einer Menge Belastung im Alltag, besonders wenn man vieles allein trägt. Ich finde es gut, dass du den Kontakt zu anderen Menschen suchst. Ein Austausch per E-Mail kann manchmal helfen, Dinge ein wenig zu sortieren oder einfach Gedanken zu teilen. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass ein solcher Kontakt ruhig und ohne Erwartungen entsteht. Ich schreibe gern, aber eher in einem natürlichen Rhythmus und nicht täglich. Wenn sich daraus ein angenehmer Austausch entwickelt, ist das eine gute Basis. Du hast auch erwähnt, dass du dich für Deutschland, Kultur und Küche interessierst. Wenn du möchtest, können wir darüber gern nach und nach schreiben. Erzähl mir doch bei Gelegenheit noch etwas mehr über deinen Alltag in deiner Region – wie ein typischer Tag bei dir aussieht oder was dir zwischendurch gut tut. Viele Grüße Jürgen
12:52 Uhr
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