2025.11.25
Liebe Dana,
danke für Ihre freundliche
Nachricht! Ich musste schmunzeln: „innovativ unterwegs und
probiert gern Neues aus“ – ja, das könnte passen. Manchmal auch
ein bisschen zu viel davon.
Brieffreundschaften sind für
mich wie Spaziergänge durch verschiedene kleine Welten, und Ihre
Welt in Niedersachsen würde ich gern kennenlernen. Fotos können
wir gern austauschen – das macht die Sache lebendiger.
Ja, ich habe inzwischen einige
E-Mails bekommen. Aber Sie sind die Erste aus einer Bäckerei
Niedersachsen-Style (ein wenig Humor darf sein).
Viele Grüße
Richi
P.S. In meiner Schulzeit wurden alle Nachnamen verkürzt und
endeten auf "i", deshalb Richi. Es ist dir überlassen, Richi oder
meinen Vornamen Jürgen zu benutzen ;-)
2025.11.26
(kein Text)
Liebe Dana,
vielen Dank für deine Nachricht –
und natürlich gern: Lass uns beim
Du
bleiben. Ich bin Jürgen.
Du hast gefragt, was ich mit „ein
bisschen zu viel Neues“ meinte. Ehrlich gesagt hatte ich dabei
nichts Konkretes im Kopf – eher dieses Gefühl, dass mich
neugierige Impulse manchmal schneller antreiben, als mir gut tut.
Aber wie ich uns beide einschätze, wird dieser Briefwechsel sicher
seinen Teil dazu beitragen, das ein oder andere „Neue“ ans Licht
zu holen. :-)
Deine Beschreibung der frühen
Stunde in Hannover hat mir gefallen. Diese riesige Stille an
Orten, die normalerweise voll sind, wirkt immer wie eine eigene
kleine Welt. Und ein einzelner Luftballon, verloren unter der
hohen Decke einer U-Bahnstation – ich musste lächeln. Man fragt
sich fast automatisch:
Was
hat der wohl erlebt, bevor er dort oben gelandet ist?
Ich war übrigens selbst einmal
ein Jahr in Hannover angestellt – bei einer Bank, damals im Rahmen
eines Projekts. Dabei war mir gar nicht mehr bewusst, wie groß
Niedersachsen eigentlich ist und was alles dazugehört. Ich habe
mich gerade eben noch einmal auf den aktuellen Stand gebracht.
Das Thema Rasenmähroboter und
Igel war mir völlig neu. Du hast recht – es gibt sicher viele
Problemfelder, die wir im Alltag gar nicht wahrnehmen, bis jemand
genauer hinsieht. Gut, dass du dich damit beschäftigt hast.
Manchmal entstehen die spannendsten Erkenntnisse zufällig.
Und weil du mich nach etwas
Persönlichem gefragt hast:
Ich bin heute über ein YouTube-Interview mit einem Pastor
gestolpert. Das Interview war erstaunlich gut – die Fragen waren
genau die, die ich auch gestellt hätte, und die Antworten waren
klar und ungewöhnlich aufschlussreich. Vielleicht interessiert es
dich:
https://youtu.be/QuvqTMFM73M?si=yJ-2ZlVD9WekTUJK
Ich freue mich, mehr von dir zu
lesen
und bin gespannt auf dein Foto.
Liebe Grüße aus Dresden
Jürgen
2025.11.27
Lieber Jürgen,
Jürgen :-)
Neugierige Impulse treiben Dich schneller an, als Dir gut tut. Wer bestimmt was uns gut tut. Warum lieben wir Neues? Ich weiß es nicht. Mhm. Sangria. Der Tag war lang. Und eigentlich wollt ich ihn nicht allzu lang werden lassen. Und dann bin ich kurzentschlossen noch einmal los in die Nacht. Der Sangria war süß und leicht. Schön, von Dir zu lesen. Tapas. Ich hatte Datteln im Speckmantel und Aioli und Oliven und diese Mettbällchen (die waren nicht so gut). Der Rest war perfekt. Ich habe jeden Moment des Geschmacks genossen. Was würdest Du bestellen? Ich liebe 1000 Dinge. Essen gehört dazu.
Der Laden aus dem ich ursprünglich komme hat 800 Mitarbeiter - auf ganz Niedersachsen verteilt. Wir sind ein Clan, eine Familie, wir sprechen unsere Sprache. In jeder Stadt haben wir Freunde. So auch in Hannover.
In Dresden habe ich zwei Jahre verbracht, von 21 bis 23 - nebenberuflich. Meistens hab ich im Hotel geschlafen. Am IAG, ich glaube so heißt das. Es liegt etwas außerhalb und dann kommt ein Park auf dem Weg in die Stadt. Eine traumhafte Zeit.
Ich hatte keine Gelegenheit mir das Video anzusehen. Ich wollte, wurde aber unterbrochen - am Wochenende bestimmt. Ich habe Deinen digitalen Fingerabdruck angesehen. :-) Es würde mich wundern, wenn Du das nicht getan hättest. Sehr beeindruckend. Innovativ. Clever. Sympathisch. So wirkt es. Wie würdest Du Dich beschreiben?
Das Foto von mir ist etwa zwei Wochen alt. Hast Du es übersehen - oder?
Liebe Grüße
Dana
2025.11.28
Liebe Dana,
nur ein kurzer Gruß für heute:
Gestern hing ich den ganzen Tag an einem technischen Problem fest.
Ich wollte eine Software namens
Rustdesk
auf meinem eigenen Server
einrichten, damit ich künftig Support darüber machen kann. Von 10
bis 18 Uhr habe ich daran herumgewerkelt – ohne Ergebnis. Da war
in meinem Kopf kein Platz mehr für Schreiben, weil sich alles nur
um diese eine Baustelle drehte.
Heute Mittag habe ich das Problem
endlich gelöst, und jetzt kann ich den Abend mit etwas
Angenehmerem verbringen: Ich schaue mir gleich
Avatar
, den ersten Teil,
an.
Am Wochenende lasse ich wieder in
Ruhe von mir hören.
Viele Grüße
Jürgen
Ich habe mich erinnert, dass ich ein Foto hab, von dem Abend als ich Avatar 2 im Kino gesehen habe. Das ist in Celle mit meiner Freundin Claudi. Avatar 1 und 2 hab ich mehrmals im Kino gesehen.
Herzlichen Glückwunsch zum gelösten Problem. ☺️🥳
Bis bald
Liebe Grüße Dana
2025.11.29
Liebe Dana,
nein, ich habe dein Foto nicht
übersehen – im Gegenteil, ich habe es gespeichert. Es ist schön,
beim Schreiben ein Gesicht vor Augen zu haben. Das macht jede
Zeile lebendiger und persönlicher.
Zu deiner Frage, warum wir Neues
so sehr mögen:
Ich glaube, das beginnt noch bevor wir sprechen können. Kinder
kommen neugierig zur Welt. Sie fragen, fragen, fragen – und wollen
alles wissen, alles verstehen. Leider verlieren viele diese
natürliche Neugier (
Gier auf Neues
) in der Schule oder
während der Ausbildung. Man könnte fast sagen:
Ausbildung ist manchmal eher
„Bildung ist AUS“
. Die
Freude am Entdecken bleibt oft auf der Strecke. Deshalb freue ich
mich besonders, wenn ich Menschen treffe, die sich das erhalten
haben.
Du hattest Dresden erwähnt –
das Hotel heißt sehr wahrscheinlich
Akademiehotel Dresden
auf dem Gelände
der DGUV-Akademie, betrieben vom I
nstitut
für Arbeit und Gesundheit (IAG)
. Eine ruhige Ecke im
Norden, direkt an der Dresdner Heide. Von dort ist man in 20
Minuten in der Stadt. Eine schöne Gegend. Das erklärt, warum du
die Zeit dort so gut in Erinnerung hast.
Und weil ich neugierig bin:
Du schreibst, dass „der Laden, aus dem du ursprünglich kommst“,
800 Mitarbeiter hat. Was war das für ein Laden? Und was machst du
heute? Vielleicht hast du es geschrieben und ich habe es überlesen
– falls ja, erinnere mich gern daran.
Deine Tapas-Beschreibung hat
Erinnerungen geweckt. Als Teenager bin ich mit einem Freund von
Ahlbeck nach Swinemünde gelaufen – ungefähr eine Stunde am Strand
entlang. Dort saßen wir auf den Wellenbrechern und haben Sangria
bei Sonnenuntergang getrunken. Ein Moment, der bleibt. Dass Tapas
typisch spanische Häppchen sind, wusste ich. Aber ich habe es mir
der Vollständigkeit halber nochmal erklären lassen:
Tapas
sind eine
spanische Form
des Essens
, die aus vielen kleinen Häppchen besteht.
Man bestellt nicht
ein
großes Gericht, sondern viele kleine Schalen und Teller und teilt
sie meistens am Tisch.
Der Name kommt von „tapar“ =
zudecken
,
weil früher kleine Tellerchen mit Snacks auf Weingläsern lagen, um
Fliegen fernzuhalten.
Typische Tapas sind zum
Beispiel:
Datteln im Speckmantel
→ süß +
salzig, sehr beliebt
Aioli
→ Knoblauch-Mayonnaise,
eigentlich ein „Allioli“
Oliven
in Öl oder Kräutern
Albondigas
→ spanische
Fleischbällchen (das sind vermutlich die „Mettbällchen“, die
du hattest)
Wie isst man Tapas?
Man bestellt mehrere kleine
Portionen
Alles wird in die Tischmitte
gestellt
Jeder probiert von allem
Es geht um Zeit, Genuss,
Gespräch – nicht um schnelles Sattwerden
Was Tapas so besonders macht:
Es ist eher ein
soziales Essen
Man probiert viel
Verschiedenes
Perfekt für lange Abende in
Bars oder Restaurants
Deine Auswahl war also sehr typisch — nur
schade, dass die Mettbällchen nicht so gut waren.
Was Essen angeht:
Bei mir hat Essen oft eine eher funktionale Bedeutung. Wenn ich
für mich koche, dann meistens gleich für drei Tage – „damit es
sich lohnt“. Dafür genieße ich es umso mehr, wenn ich eingeladen
bin oder in familiärer Runde esse.
Was ich bestellen würde?
Das hängt vom Ort ab, von der Gaststätte, vom Moment. Meistens
wähle ich etwas ortstypisches oder eine Spezialität des Hauses –
etwas, das ich noch nicht kenne.
Du sagst, du liebst 1000 Dinge.
Ich vermute, bei mir sind es auch viele – vielleicht aber auch nur
500. ;-)
Über deine Frage „Wie würdest
du dich beschreiben?“ habe ich länger nachgedacht. Und mir helfen
lassen:
Ich würde mich als einen Menschen
beschreiben, der sehr
reflektiert
,
ruhig
und
interessiert
auf andere
zugeht. Ich habe ein breites Spektrum an Erfahrungen – beruflich
wie privat – und ich höre aufmerksam zu, bevor ich reagiere.
Schreiben fällt mir nicht „einfach so“ zu, aber ich investiere
Zeit und Gedanken in jede Antwort. Das Ergebnis ist dann meistens
gut durchdacht und auf den anderen abgestimmt.
Ich bin jemand, der gern
lernt
, gern
versteht
, und Dinge
erst einmal „überschläft“, bevor er sie bewertet. Technisch bin
ich ziemlich breit aufgestellt, ich arbeite gern mit Computern und
habe Freude daran, Probleme zu lösen – sei es Software, Server
oder etwas Praktisches im Alltag.
Gleichzeitig bin ich in meinen
Werten eher bodenständig:
Mir sind
Familie
,
Verlässlichkeit
,
Gesundheit
und
eine gewisse
Gelassenheit
wichtig. Ich habe viel erlebt, Gutes wie Schwieriges, und sehe
vieles heute entspannter als früher. Ich glaube, dass man im Leben
mit Offenheit weiterkommt als mit Starrsinn, und dass man Menschen
erst verstehen sollte, bevor man über sie urteilt.
Ich würde mich als zurückhaltend beschreiben, aber wenn ich erstmal
"aufgetaut" bin, kann ich auch zur Plaudertasche oder zum Vulkan
werden. Das hängt stark vom Thema ab.
Im Schreiben suche ich weniger
Oberflächliches, sondern eher echten Austausch. Ich mag Gespräche,
die irgendwohin führen – zu neuen Gedanken, zu neuen Perspektiven.
Wenn ich etwas mache, dann
richtig. Und wenn ich jemandem schreibe, dann ehrlich.
Gestern Abend habe ich Avatar 1
gesehen.
Mich würde interessieren:
Was hat dich so fasziniert, dass du gleich
mehrmals im Kino warst?
Was war es – die Bilder, die
Atmosphäre, die Geschichte, die Stimmung?
Liebe Grüße
Jürgen
P.S. Das wäre ich gern gewesen:
https://www.youtube.com/shorts/S5XKChxAxOw
2025.11.30
Lieber Jürgen,
Ich freu mich über Deine Nachricht. Ich mag das Tagebuchformat. Mein Bruder und ich haben heute eine Lampe angebracht. Meine Position war eher sitzend und mehr mental begleitend, denn ich habe noch nie eine Lampe angebracht. Einmal habe ich kurz die Leiter gehalten, damit sie nicht wegrutscht. Er fragte mich, wieviele Pädagogen man braucht, um eine Lampe anzubringen (ich schreibe es unten hin). Wir haben viel gelacht. Und auch über den Sinn und Zweck der einzelnen Kabel diskutiert. Ikealampen, meinte er, hätten nämlich nur zwei anstatt drei Kabel, also müsse eines wohl sinnlos sein. Er ist Lehrer. Er erhoffte sich von mir Erleuchtung :-) - weil ich eher technisch unterwegs bin - aber nein, ich habe wenig Ahnung davon.
Danke für Deine Ausführungen. Neugier. Oh ja. Davon habe ich jede Menge. Ein Freund sagte vor einer Woche, ich wäre schnell zu begeistern und schnell gelangweilt. Das knabbert an mir. Stimmt. Ich bin sehr schnell zu begeistern. Langweilig wird mir aber nur, wenn ich schon zu Beginn einer Unterhaltung weiß, was gesagt wird, mein Gegenüber aber dann noch zehn Minuten ausführt, so wie auch der besagte gute Bekannte, der 5 Minuten mit mir sprechen wollte und wir legten dann nach 45 Minuten auf und auch nur, weil ich gedrängelt habe.
Mein Gemütszustand bewegt sich im Alter zwischen 8 und 80.
Heute und auch gestern habe ich mich für Schokolade begeistert. Eigentlich bin ich trockener Schokoholiker. Bis vor 6 Monaten habe ich täglich große Mengen gegessen - und dann habe ich es so dermaßen übertrieben, dass ich einen ganzen Tag krank war und seit dem ist es vorbei. Aber als ich gestern einen Blumenstrauß gekauft habe, schenkte mir der Mann ein Stück Schokolade. Im Auto hab ich sie sofort ausgepackt und in den Mund gesteckt. Es war eine Geschmacksexplosion. Es war Vollmilch, außen dünn und hart und dann hat es beim darauf beißen geknackt und der Mitte war es weich und zart schmelzend und schmeckte nach allen Geschmacksrichtungen. Ich habe es genossen und dann schnell vergessen. Heute kam ich wieder an dem Blumenladen vorbei. Ich wollte ein Gesteck verschenken und es gab nirgends mehr welche - also musste ich da wieder rein. Als mir der Mann einen Kuhbonbon gab - viel mir die Schokolade wieder ein und ich war etwas frech und fragte, ob ich nicht noch so ein Stück, wie das von gestern haben kann (Kuhbonbons, mag ich nicht, die schmecken nach trockenem Karamell). Und wir haben zusammen gesucht, die Verpackung war braun, und siehe da, ein einziges Stück war noch da. Es war toll - so ist das mit Süchten.
Ich erinnere mich, dass ich einmal am IAG ein Pokemon in eine Arena gestellt habe und ich glaube es war ein halbes Jahr dort, weil niemals jemand da vorbei gekommen ist. Ahlbeck auf Usedom? Dort war ich noch nie. Ich war den ganzen November nur unterwegs, nie länger als ein paar Tage an einem Ort. Und ich habe nur in Restaurants gegessen. Heute habe ich indisch bestellt. Ich liebe Shahi Paneer - aus dem gleichen Grund, wie die Schokolade und die Datteln im Speckmantel und aus diesem Grund liebte ich auch das Essen in Dresden. Es muss mehrere Geschmacksrichtungen haben. Es muss ein bisschen süß sein. Aber vielleicht höre ich lieber auf, vom Essen zu schreiben - rein funktional… das ist schwer vorstellbar. Ich esse meist nur einmal am Tag - dahinter steckt kein größerer Plan. Vielleicht genieße ich es deshalb so sehr. Was ist Dein Lieblingsgericht? Wo hast Du gelebt, als Du in Hannover warst? Was hat Dir gefallen? Mein Job ist mir manchmal etwas unangenehm oder peinlich, wenn ich auf Menschen aus der richtigen Welt treffe. Können wir noch ein- zwei Emails abwarten, bevor wir mehr darüber schreiben?
Du lässt Dich beim Schreiben von der KI unterstützen? Welche nutzt Du? Ich im Moment Copilot. Bis März Chatty (chatgpt) - aber wir haben uns getrennt. Welches Thema sollten wir anschneiden, um Dich zum Plaudern zu bewegen… Ich überlege. Ich bin in Eisleben geboren. Welches Thema lässt Dich explodieren?
Der Alltag zwingt mich oft zur Oberflächlichkeit, obwohl ich sie nicht mag. Die meisten Menschen brauchen jedoch genau das, um sich wohl zu fühlen. Zu viel Tiefe ist irgendwann schwer zu tragen. Was bist Du für ein Sternzeichen?
Ich mochte an Avatar 1 die 3D Effekte, es war doch einer der ersten Filme dieser Art und ich glaube ich habe mich jedes Mal vor dem Funkenflug geduckt. Außerdem ist die Wendung toll. Zuerst ist man als Zuschauer der Meinung die besetzenden Soldaten sind im Recht, bzw. man erdenkt sich ein anders Ende als wünschenswert und dann entwickelt es sich so, wie es ist und man findet es als Zuschauer trotzdem gut, ich denke das ist es. Oder, was meinst Du?
Ich möchte Dich gern fragen, wer zu Deiner Familie gehört. Ich möchte wissen, wie Deine Situation ist. Es spielt keine Rolle, denke ich, ich möchte Dir nur sagen, dass ich mich das frage. Ich habe mir nicht genau gemerkt, wie alt Du bist. Auch das ist für eine Brieffreundschaft nicht entscheidend - wobei es ist wohl eher vorteilhaft, wenn man etwas älter und ruhiger ist und nicht bei einem Stück Schokolade ausflippt. Zu meiner Familie gehören hauptsächlich zwei liebenswerte Teenager, die ich am Montag morgen um halb sieben wieder in meine Arme schließen werde. Dann werde ich zu Hause sein. Dann werde ich Brotdosen machen und Fahrdienste und Wäsche waschen und auch kochen und wenn es nach mir geht, auch für mehrere Tage - aber naja - Teenager halt - die haben so viel Hunger.
Ich glaube, ich habe heute zu viele Fragen gestellt. Wenn ja, verzeih. Ich habe mir auch noch ein paar aufgehoben :-)
Gute Nacht und liebe Grüße
Dana
PS. Keinen- man muss es von selbst wollen.
PPS. :-) Das wärst Du gern gewesen? Da bin ich dabei. Aber etwas langsamer ginge auch - oder?
Liebe Dana,
vielen Dank für deine
ausführliche und lebendige Mail – ich lese deine Zeilen wirklich
gern. Du hast eine sehr natürliche Art, Dinge zu erzählen, sodass
man das Gefühl hat, direkt dabei zu sein.
Meine Idee wäre, dass wir uns
immer nur auf ein oder zwei Themen pro Email beschränken, dann
werden die Emails nicht so lang. In meiner "gründlichen Art" will
ich nämlich auch dann auf alle Themen antworten.
Deine Lampengeschichte hat mich
zum Schmunzeln gebracht.
Rein technisch liegt der Unterschied bei den Lampen übrigens an
der
Schutzklasse
:
Schutzklasse
1
→ drei Adern
(Phase, Null, Schutzleiter), wenn das Gehäuse oder Teile davon
metallisch leitent sind.
Schutzklasse
2
→ zwei Adern,
weil das Gerät doppelt isoliert ist
IKEA baut oft Schutzklasse 2 – deshalb fehlen die dritten
Adern.
So viel zur Erleuchtung. :-)
Dass es dich langweilt, wenn du
schon vorher weißt, was jemand zehn Minuten später sagen wird –
das kenne ich gut. Gerade mit KI passiert mir das häufig: Ich
erwarte nur eine kurze Bestätigung und bekomme ein ganzes Referat
mit dem Tenor: „Schau mal, was ich alles weiß.“
Man kann ihr aber inzwischen gut sagen:
„Bitte ohne Blabla.“
Zur Schokolade: Ich kaufe
bewusst keine.
Aber wenn mir jemand ein Stück anbietet, wird es sofort
„vernichtet“.
Zum Glück bekomme ich von meiner Frau fast jeden Tag eine
Kleinigkeit – und das genieße ich dann richtig.
Deine Anekdote aus dem IAG fand
ich großartig.
Ein Pokémon ein halbes Jahr in einer Arena zu halten, schafft man
wirklich nur an einem Ort, an dem die Zeit etwas langsamer läuft.
Das passt perfekt zu dieser Gegend am Rand der Dresdner Heide –
sehr ruhig, sehr abgeschieden, fast wie eine kleine eigene Welt.
Was das Essen angeht:
„Rein funktional“ wirkt vermutlich merkwürdig für jemanden, der
mit so viel Genuss schreibt wie du.
Seit meiner Schulzeit esse ich morgens Haferflocken – heute immer
noch, gegen 10 Uhr: Haferflocken mit Nüssen, Trockenfrüchten und
Hafermilch.
Zubereitung: unter drei Minuten.
Sättigung: großartig.
Gegen 16 Uhr gibt es dann meist Schwarzbrot, Fisch, Käse, Banane.
Allein gehe ich fast nie in Restaurants.
Ein Lieblingsgericht habe ich nicht – aber mit
Milchreis mit Zimt und
Apfelmus
kann man mich tatsächlich kaufen. ;-)
An meine Zeit in Hannover
erinnere ich mich nur grob.
Ich war ein Jahr bei einer Bank angestellt, hatte ein Zimmer in
der Nähe, bin zu Fuß zur Arbeit, danach zu
Kieser Training
, und
als Programmierer ist der Kopf sowieso immer voll. Deshalb hat
sich wenig eingeprägt.
Zum Thema KI:
Ich nutze parallel
ChatGPT,
Gemini, DeepSeek und Gok
– mal für Texte, mal für
Programmierung. Copilot lasse ich außen vor, weil Microsoft bei
mir eine Art „Hassliebe“ auslöst.
Als Dozent komme ich um MS nicht herum, privat läuft mein Rechner
unter
Linux
.
Ich erstelle gerade einen
KI-Manager-Kurs
, da brauche ich viele
einfache, realistische Beispiele.
Wenn du ein Thema zum Plaudern
suchst:
Ich könnte dir erzählen,
wie ich meine Frau kennengelernt habe
–
das ist eine längere, aber schöne Geschichte.
Was das „Explodieren“ betrifft:
Es ist eher ungünstig, mich herauszufordern – es ist schwer zu
erreichen, aber wenn es passiert, dann nicht vorhersehbar und
ziemlich heftig. Zum Glück passiert das selten.
Sternzeichen?
Löwe
, Baujahr 60.
Zur Familie:
Aus der ersten Ehe habe ich eine Tochter,
aus der zweiten zwei Söhne und einen eingeheirateten Sohn,
aus der dritten Ehe eine eingeheiratete Tochter.
Eine große Mischung – und für mich ein großes Glück.
Und zu Avatar:
Ich vermute, meine Meinung würde dich überraschen – und
wahrscheinlich wäre sie eher
negativ
.
Aber bevor ich da etwas schreibe, würde ich gern noch ein bisschen
sammeln.
Für heute wünsche ich dir eine
gute Nacht – und danke dir für deine vielen Fragen.
Ich beantworte sie gern, und ein paar hebe ich mir auch auf. ;-)
Liebe Grüße
Jürgen
2025.12.31
Liebe Dana
Ich sende dir heute einfach diese Karte –
mit allen guten Wünschen für den Jahreswechsel und das neue Jahr.
Lieben Gruß
Jürgen