2025.12.22
Hallo Ilona,
vielen Dank für deine Nachricht und die offenen Zeilen über dich.
Radfahren, Ahnenforschung und Gespräche mit fremden Menschen – das
klingt nach einer schönen Mischung aus Bewegung, Neugier und
Lebenserfahrung.
Eine gute Nacht wünscht dir
Jürgen
2025.12.23
Hallo Jürgen,
welchen Satz würdest du heute in dein Tagebuch schreiben? Was ist mit deinem Fahrrad passiert?
Mich würde interessieren welche Art Programmierer du bist/machst?
Bewegung, Neugier und Lebenserfahrung passt total zu mir, aber als ich es gelesen habe, dachte ich, da ist ein Mensch, der das erkannt hat und das kann nicht jeder.
Ich wünsche dir erholsame Weihnachtstage.
Ilona
Hallo Ilona,
deine Frage nach dem Tagebuchsatz hat mich zum Schmunzeln
gebracht.
Wenn ich ehrlich bin, würde dort heute stehen:
„Eigentlich war nichts geplant – und am Ende war ich dreimal
in der Stadt, nur wegen ein paar Augentropfen.“
Die Tropfen von meinem Bruder waren am Wochenende aufgebraucht.
Also am Montag spontan zum Augenarzt, statt Rezept gleich einen
Termin für heute bekommen – das Medikament muss bestellt werden,
also morgen noch einmal zur Apotheke. Drei Tage hintereinander
unterwegs, nur wegen Augentropfen. Das sind diese kleinen
Alltagsgeschichten, die man nicht plant und die trotzdem den Tag
prägen.
Zu deiner Frage, welche Art Programmierer ich bin:
Ich sehe mich weniger als „reinen Techniker“, sondern als
Anwendungsprogrammierer. Mich interessiert nicht die Technik um
ihrer selbst willen, sondern was sie Menschen abnimmt, erleichtert
oder verständlicher macht. In den letzten Jahren spielt dabei auch
Künstliche Intelligenz eine große Rolle – für mich ein Werkzeug,
ähnlich wie früher neue Programmiersprachen oder Datenbanken.
Entscheidend ist nicht das Schlagwort, sondern der sinnvolle
Einsatz.
Deine Rückmeldung zu meinem Satz hat mich sehr gefreut.
Wahrnehmen und zwischen den Zeilen lesen ist tatsächlich etwas,
das mir wichtig ist – vielleicht, weil man das im Leben erst mit
der Zeit lernt.
Ich wünsche dir ebenfalls ruhige und erholsame Weihnachtstage,
mit Momenten, die nicht geplant waren, aber gut tun.
Herzliche Grüße
Jürgen
2025.12.31
Liebe Ilona,
ich sende dir heute einfach diese Karte –
mit allen guten Wünschen für den Jahreswechsel und das neue Jahr.
Lieben Gruß
Jürgen
Hallo Jürgen,
vielen Dank für deinen leisen Gruß und die Wünsche zum Jahreswechsel.
Ich wünsche dir auch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Vor allem Gesundheit und alles was du dir wünschst soll in Erfüllung gehen.
Liebe Grüße
Ilona
2026.01.01
Liebe Ilona,
vielen Dank für deine guten Wünsche.
Ich bin gut ins neue Jahr gekommen – ruhig und ohne großes
Programm.
Heute Mittag haben wir uns das Neujahrskonzert der Wiener
Philharmoniker angehört und angeschaut. Das war eine schöne
Abwechslung, fast ein kleines Innehalten zum Jahresanfang.
Anschließend gab es Kaffee mit Stollen und Pfefferkuchen, dazu ein
tschechisches Märchen – irgendwie zeitlos und wohltuend.
Jetzt speichere ich mir gerade mehr als fünfzig Sendungen, um sie
mir in den nächsten Wochen in Ruhe anzuschauen. Ein kleiner Vorrat
für stille Abende.
Was hast du heute so gemacht?
Liebe Grüße
Jürgen
Lieber Jürgen,
wie ich rausgelesen habe bist du auch nicht so der Partytyp. In welche Richtung gehen denn deine gespeicherten Filme? Was machst du im Sommer?
Gestern habe ich eine Freundin zur Silvesterfeier gefahren und um habt zwei sie wieder zu sich nach Hause gebracht. In der Zwischenzeit war ich lange auf meinem Balkon (Westhimmel) und habe mir den Trubel zum Jahreswechsel angeguckt.
Im Moment bin ich am aufarbeiten der PDF Dateien für die Stammbäume mütterlicher und väterlicher Seite. Bin bis 1730 gelangt. Mit einen kostenpflichtigen Zugang bei Archion habe ich die 50 Dateien runtergeladen. Dieses Jahr treffe ich mich mit ein paar aus der weitläufigen Verwandtschaft die dafür auch Interesse haben. 16 DIN A 4 Seiten sind es jetzt schon. Ich schreibe auch die Geschichten auf die mir meine Tanten usw. erzählt haben und das ist so spannend. Der Bruder von meiner Oma, geb. 1889, hatte einen Sohn der ertrunken ist. Die Witwe bekam noch ein uneheliches Kind was sie nach der Geburt umbringen wollte. Das Kind wurde adoptiert und letztes Jahr hatte ich das "Kind" besucht. Es ist jetzt über 80 Jahre alt 👍.
Im Winter bin ich viel zu Hause und mag das Alleinsein. Im August hatte ich meinen Garten verkauft um mehr Fahrrad zu fahren im Sommer.
Liebe Grüße
Ilona
2026.01.03
Liebe Ilona,
nein, ein Partytyp bin ich tatsächlich nicht.
Meine Frau ist Dominikanerin – und dort liegt das Tanzen einfach
im Blut. Sie tanzen gern, oft und mit Freude. Dann tanze ich auch
mit, das gehört dazu. Aber von mir aus brauche ich kein großes
Feiern.
Bei den gespeicherten Filmen und Sendungen ist es eine Mischung:
einiges, das mir früher gefallen hat und das ich irgendwann noch
einmal sehen möchte, dazu viele Dokumentationen und
Musiksendungen, die ich bisher nur beiseitegelegt habe. Nicht,
weil sie unwichtig wären – sondern weil ich mir dafür bewusst Zeit
nehmen möchte.
Deine Ahnentafel kann ich gut nachvollziehen. Ich hatte auch
einmal damit angefangen, aber schnell gemerkt: Das geht nicht
„nebenbei“. Man muss dranbleiben, sonst verliert man den Faden.
Umso schöner finde ich, dass du nicht nur Daten sammelst, sondern
auch die Geschichten bewahrst. Diese Begegnung mit dem adoptierten
Kind – heute über 80 – ist beeindruckend. Genau dafür lohnt sich
diese Arbeit.
Dass du das Alleinsein magst, kann ich gut verstehen. Ich würde
nicht sagen, dass ich es aktiv suche, aber ich habe kein Problem
damit. Und vielleicht ist es gerade deshalb so: Je
selbstverständlicher man allein sein kann, desto intensiver
genießt man die Zeiten, in denen man es nicht ist.
Den Garten hast du verkauft – konsequent, wenn sich Interessen
verändern. Sollte ich irgendwann einmal nicht mehr so „gefesselt“
von der Programmierung sein, würde ich mir wahrscheinlich einen
kleinen Garten zulegen und einfach ausprobieren. Ich merke, dass
ich immer etwas Neues erkunden möchte, egal in welchem Bereich.
Liebe Grüße
Jürgen
2026.01.09
Lieber Jürgen,
über das Programieren würde ich gern mehr erfahren. Schreib doch bitte etwas darüber.
Es ist schon lange her, da habe ich noch bei einer Werbefirma eine Homepage einer Lautsprecherfirma mit HTML angefertigt. Da gab es noch keine fertigen Seiten, den Aufbau alles per Hand eingegeben. 2013 ungefähr, habe ich das Layout für eine Schule gestaltet. Text kam von der Schulleiterin und die Fotos von mir. In einer anderen Werbefirma machte ich mal eine ABM und mit CorelDRAW fertigte ich ein Band ABM Maßnahmen von einer Stadt an, dieses wurde dann an den Oberbürgermeister zur Verabschiedung überreicht. Das hat viel Spaß gemacht. Verkäuferin beim Bäcker, Altenpflegerin, Fabrikarbeiterin, Putzfrau, Telefonistin, Büromitarbeiterin Abt. Rechnungen und einiges mehr war mein Weg und jetzt will ich nicht mehr kämpfen :-)))
Wie geht es dir? Ist in deiner Gegend ein Winter mit Schnee normal?
Liebe Grüße
Ilona
Gesendet:
Samstag, 3. Januar 2026 um 20:22
2026.01.10
Subject: Programmieren, Neugier – und ein Winter in Weiß
Liebe Ilona,
deine Zeilen haben mir gefallen, gerade weil sie so viele
unterschiedliche Lebensstationen zeigen. Das liest sich nach einem
Weg mit viel Praxis, Veränderung – und Kreativität.
Wenn du magst, erzähl mir gern:
Was interessiert dich am
Programmieren heute besonders?
Die Technik an sich, der kreative Teil, oder eher das
Zusammenspiel aus beidem?
Ich selbst bin kein Grafiker. Wenn ich eine Webseite technisch
umsetze, ist das kein Problem – aber gefallen tut sie mir am Ende
oft nicht. Mir liegt eher die Struktur im Hintergrund: Daten,
Abläufe, Logik. In der Schweiz habe ich sieben Jahre lang
Schnittstellen zwischen unserer Software, der Technik der Kunden
und deren Webshops entwickelt. Das war sehr technisch, aber genau
mein Bereich.
Heute habe ich zum Beispiel mit Python ein Programm geschrieben,
das mit lokalen KI-Modellen Videos und Audios transkribiert.
Solche Dienste gibt es online längst, aber sie sind mir auf Dauer
zu teuer – und ehrlich gesagt ging es mir vor allem um den
Lerneffekt. Dinge selbst zu bauen, um sie wirklich zu verstehen,
motiviert mich nach wie vor.
Morgen treffen wir uns von 10 bis 14 Uhr zum Brunch für eine
Geburtstagsfeier. Endlich ist alles weiß draußen – und nicht schon
nach ein paar Stunden nur noch grauer Matsch. In Dresden ist
länger anhaltender Schnee eher selten, meist taut er recht schnell
wieder weg. Diesmal fühlt es sich fast wie „richtiger Winter“ an.
Am Montag habe ich einen Termin für einen IoT-Developer-Kurs. Ich
gehe davon aus, dass ich ihn auch annehme – wieder etwas Neues,
das ich erkunden kann.
Was machst du eigentlich an einem Wochenende wie diesem?
Eher ruhig zu Hause, unterwegs mit dem Rad – oder ganz etwas
anderes?
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.01.17
Lieber Jürgen,
vielen Dank für deine Zeilen.
Deine Beschreibung "Praxis, Veränderung, Keativität" passen zu mir.
Als ich 1991 eine Fortbildung am PC hatte, wurde nebenbei gezeigt wenn man das und das eingibt bewegt sich was. Das fand ich aufregend und wollte mehr erfahren. Viel später entstanden Textanwendung und auch corelDRAW. Wegen großes Interesse habe ich mir alles allein beigebracht. Eine Homepage erstellen und kreativ umsetzen und das Ganze zu sehen ist super.
Das was du beschreibst, was du machs, kann ich verstehen und erkennen mehr nicht :-), weiß aber auch, dass das sehr umfangreich ist. Das beweist deine Intelligenz.
Am Samstag habe ich zum Kaffeetrinken bei mir eine ehemalige Arbeitskollegin eingeladen. 25 Jahre nicht mehr gesehen und doch wieder erkannt. Meine Stammbaumeintragungen sind fertig. Jetzt muss ein neues Projekt her... weiß noch nicht was. Im Internet habe ich Adress/Telefonbücher gefunden von 1914 und 1926 aus meiner Gegend. Wenn ich mich mit meine Schwägerin aus erster Ehe treffe schenke ich ihr eins von ihrem Ort.
Hast du den Kurs angenommen und gehst hin?
Liebe Grüße
Ilona
2026.01.18
Liebe Ilona,
vielen Dank für deine Zeilen.
Ja, den Kurs habe ich angenommen.
Er ist remote
und startet morgen, also am Montag. Ich bin wirklich gespannt,
welche Beispiele wir dort bekommen – hoffentlich ein paar
nützliche, die man gleich anwenden kann. Das wäre ideal, um direkt
loszulegen.
Dass du deine Arbeitskollegin nach 25 Jahren wiedergetroffen
hast, finde ich wirklich schön.
Solche Verbindungen sind
wichtig
– gerade über so lange Zeit hinweg. Es zeigt,
dass manche Beziehungen einfach Bestand haben.
Deine Stammbaumarbeit klingt nach einem richtig runden Abschluss.
Die historischen Adress- und Telefonbücher von 1914 und 1926 sind
ein tolles Fundstück – und ein sehr persönliches Geschenk für
deine Schwägerin. 📖
Ich bin gespannt, was dein nächstes
Projekt wird.
Nach so viel Ahnenforschung vielleicht
wieder etwas Kreatives?
Was deine Frage nach dem Programmieren angeht: Du hast völlig
recht –
wenn KI richtig eingesetzt wird, merkst du
eigentlich nichts davon. Es muss einfach funktionieren.
In dem Moment, wo du denkst „Aha, das ist eine KI", war es
eigentlich schon schlecht gemacht.
Denk an selbstfahrende Autos: Da willst du auch nicht dauernd
daran denken, dass du in einem Fahrzeug sitzt, das ohne Fahrer
unterwegs ist. Du willst dich einfach reinsetzen, fahren – und die
Fahrt genießen. Bis dahin ist zwar noch ein Moment Zeit, aber es
wird kommen. 🚗
Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche!
Herzliche Grüße
Jürgen
P.S.: Wieso "Re: Überschreitung meiner Intelligenz" ?
2026.01.24
Lieber Jürgen,
deine Begeisterung für KI kann ich verstehen. Man investiert viel Zeit, muss aufpassen und alles passend machen. Zum Schluss freut man sich was man geschaffen hat und hat es sichtbar. Es ist wie ein Puzzle. Meinst du, dass es mal eine perfekte KI gibt so wie es eine perfekte Kopie eines Bildes?
Mit der Arbeitskollegin war ich spazieren und in einem Cafe. Wir verstehen uns gut und jeder hört zu und kommt zu Wort ohne Bewertung. Nächste Woche wollen wir uns wieder treffen. Es ist nicht so einfach einen Menschen zu treffen der empathisch empfindet.
Es ist mir schon einige Male im Leben passiert, dass sich andere mit fremden Federn schmücken. So wie vor kurzem mal wieder. Für die Waldwandergruppe habe ich die Chronikarbeit übernommen. Meine Idee war es, dass man die ehemalige Chronikschreiberin für ihre Arbeit würdigt und etwas verfasst was in dem Buch drin sein sollte. Die Gruppenleiterin fragte mich ob ich den Text verfasse. Ich tat es und nun wollte sie es ihr sogar persönlich überreichen. In der WhatsApp Gruppe stand dann "Ich war bei Heidi und habe ihr ein Dankesschreiben übergeben. Vielen Dank an euch alle." Darauf hin habe ich sie angesprochen und gemeint, dass mir da was gefehlt hat. Z. B.: " Vielen Dank an alle und einen besonderen Dank an Ilona. Sie hatte die Idee und den Text verfasst." Daraufhin kam leise "Habe ich wohl vergessen. Kann ich ja noch machen." Ich meinte nur, dass sie das nicht machen soll. Das wäre nun nicht mehr ehrlich.
"Überschreitung meiner Intelligenz" bezog sich auf deine Arbeit mit dem Programmieren. Habe mich mal schlau gemacht und habe festgestellt, dass was ich gemacht habe ist nur ein ganz kleiner Bruchteil von dem was du drauf hast.
Liebe Grüße
Ilona
P.S.: Habe mir ein Puzzle im Internet bestellt :-)
2026.01.25
Liebe
Ilona,
vielen
Dank für deine Zeilen – und vor allem für dein Verständnis für
meine Begeisterung.
Dein
Vergleich mit dem Puzzle gefällt mir sehr gut.
Wie viele
Teile hat denn dein Puzzle – und was für ein Motiv?
Ich
finde die Vorstellung schön, dass du dir die Arbeit so vorstellst:
am Ende sieht man, was entstanden ist, und kann sich daran freuen.
Eine
perfekte KI wird es nicht geben.
KI ist eine
Entwicklung –
ich vergleiche sie mit dem Feuer.
Ohne Feuer hätte die Menschheit nie entstehen können. Aber Feuer
ist auch gefährlich und kann zerstören. Der Mensch hat gelernt,
damit umzugehen: durch Brandschutzregeln, durch die Feuerwehr,
durch Verantwortung.
Genau
so stelle ich es mir mit der KI vor. Ohne KI wird es in Zukunft
nicht gehen. Unkontrollierte KI kann zerstören. Wir müssen lernen
– jeder einzelne Mensch –, in Zukunft mit KI umzugehen.
Der
Mensch muss lernen zu unterscheiden: Wo lasse ich mir von der KI
helfen? Wo nutze ich sie? Und wo bleibe ich souverän?
Wenn er das nicht schafft, ist er verloren.
Souverän
bleibt der Mensch, wenn er sich mit Menschen verbindet, mit
Tieren, wenn er künstlerisch schafft, handwerklich bleibt, Neues
entwickelt.
In
fünf Jahren wird die KI so weit sein, dass man nicht mehr
unterscheiden kann, welches Bild, welches Video, welches Audio
künstlich erzeugt wurde – oder vom Menschen stammt.
Deshalb
ist es eine gute Idee, dass du dich mit deiner Arbeitskollegin
triffst.
Vernetzung ist wichtig. Das ist auch ein
Grund, weshalb ich mich zum Briefwechsel entschlossen habe:
Menschen kennenzulernen, Verbindung zu knüpfen, gemeinsame
Interessen auszuleben.
Dass
ihr euch gut versteht –
jeder hört zu, jeder kommt zu
Wort, ohne Bewertung
– das ist selten und wertvoll. Du
hast recht: Es ist nicht so einfach, einen Menschen zu treffen,
der empathisch empfindet. Ich freue mich, dass ihr euch nächste
Woche wieder trefft.
Was
die Geschichte mit der Waldwandergruppe angeht:
Ich kann
sehr gut verstehen, dass dich das verletzt hat.
Du
hattest die Idee, du hast den Text verfasst – und dann wird so
getan, als sei es ein Gemeinschaftswerk gewesen. Das ist nicht
fair. Dass sie es „vergessen" hat, macht es nicht besser. Im
Gegenteil: Solche Situationen zeigen, wer wirklich aufmerksam ist
– und wer sich schmücken will.
Du
hast richtig gehandelt, indem du es angesprochen hast. Und du hast
auch richtig gehandelt, indem du gesagt hast: „Das wäre nun nicht
mehr ehrlich."
Das zeugt von Haltung.
Was
deine Bemerkung zur „Überschreitung deiner Intelligenz" angeht:
Bitte
unterschätze dich nicht.
Dass du HTML von Hand
geschrieben hast, dass du CorelDRAW professionell eingesetzt hast,
dass du Layouts gestaltet hast – das ist
keine
kleine Leistung. Das erfordert Verständnis, Geduld und
Kreativität. Wir arbeiten in unterschiedlichen Bereichen, das
stimmt. Aber das heißt nicht, dass das eine mehr wert ist als das
andere.
Ich
wünsche dir einen schönen Start in die Woche – und viel Freude
beim nächsten Treffen mit deiner Arbeitskollegin.
Herzliche
Grüße
Jürgen
2026.01.31
Lieber Jürgen,
vielen Dank für deine freundlichen Worte. Das hat mir gut getan. Du hast nicht nur gelesen, du hast mich verstanden :-)
Ja, du hast Recht, es wird und es ist schon so, dass KI gefährlich ist. Da ist dein Vergleich mit dem Feuer sehr passend. Ich meide die KI bei WhatsApp usw. Das ganze ist noch am Aufbau, trotzdem weiß ich, dass es für mich nicht überschaubar ist. Von dem was ich nicht kenne lass ich die Finger von. So ist es z. B. mit dem Handy. Ich habe einige Erleichterungen auf mein Handy eingerichtet, würde das aber bei anderen nicht tun wenn sie fragen würden.
Fand dein erster Kurs schon statt? Wie war es? Bist du jemand der sich gern mit anderen austauscht? Ich hoffe, dass du etwas neues lernen kannst und Ideen mit nach Hause nimmst.
Habe jetzt 5 Puzzle bestellt und 3 sind schon da. Ich nehme 1000 Teile, Landschaften, Schlösser, Gärten, Städte und Bauwerke. Ich kaufe auch gern Puzzle aus der Stadt wo ich hingereist bin. Z. B. Wuppertal. Im Baumarkt kaufte ich schon vor Jahren eine Styroporplatte. Da passt alles drauf, Platz zum stückchenweise Legen und leicht genug das ganze wegzutragen.
Bist du in Dresden aufgewachsen oder bist du aus Westdeutschland dort hingezogen?
Letztes Jahr war ich in Dresden für 3 Tage. Sehr gut hat mir das Panometer gefallen und der Weg dort hin. Ein paar Stationen mit dem Bus, zu Fuß durch den großen Park und ein paar Stationen mit der kleinen Bahn im Park. Dann ist man aber noch nicht da :-) also ging es zu Fuß weiter. Die Ausstellung "Urwald" war für mich sehr interessant. Im April fahre wir 4 Mädels nach Leipzig zum Panometer.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße
Ilona
2026.02.05
Liebe Ilona,
deine Zeilen haben mich sehr gefreut.
Dass du dich verstanden gefühlt hast, ist für mich etwas
Besonderes – genau darum geht es mir im Austausch.
Deine Haltung zur KI finde ich sehr
stimmig. Sie bewusst zu meiden, ist ein guter Grundsatz. Ich
sehe es ähnlich: KI sollte man nur dann nutzen, wenn sie einen
konkreten
Nutzen
bringt. Alles andere erzeugt eher
Abhängigkeit oder Unübersichtlichkeit. Gerade bei Dingen, die
man nicht wirklich durchschaut, ist Vorsicht klug – so wie du es
auch beim Handy beschreibst. Jeder muss für sich entscheiden,
was hilfreich ist und was nicht.
Der Kurs findet gerade statt – rein
online, ohne direkten Kontakt zu anderen Teilnehmern. Trotzdem
waren neue Aspekte dabei. Auch wenn ich sie jetzt noch nicht
konkret brauche, weiß ich nun, wo ich mich bei Bedarf schnell
informieren kann. Mein Motto ist da recht einfach:
Wer
weiß, wozu es einmal gut ist.
Puzzle legen kann ich sehr gut
nachvollziehen, das macht mir ebenfalls großen Spaß. Ich kaufe
mir allerdings keine – nicht aus Mangel an Interesse, sondern
aus ganz praktischen Gründen: zum einen der Platz, zum anderen,
weil ich zwischen verschiedenen Welten unterwegs bin – Europa
und Dominikanische Republik. Da überlegt man sich zweimal, was
man dauerhaft behält.
Zu deiner Frage nach Dresden: Ich bin
hier geboren. Nach Schule und Berufsausbildung war ich dann an
vielen Orten – Cottbus, Briesen, Frankfurt am Main, Hannover,
Bad Salzdetfurth, Ellhofen, München, Miami Playa in Spanien,
Salzburg, Wien, später Freital – und jetzt wieder in Dresden.
Meine Familie lebt heute in Santo Domingo und San Cristóbal. Mal
sehen, wo es mich noch hinführt.
Im Panometer war ich vor etwa zwei
Jahren auch. Das hat mir sehr gefallen – diese Kombination aus
Bild, Raum und Zeit. Die Ausstellung „Urwald“ kenne ich zwar
nicht, aber ich kann gut verstehen, dass dich das angesprochen
hat. Leipzig im April klingt ebenfalls nach einem schönen Plan.
Wie sieht bei dir so eine
durchschnittliche Woche aus?
Ich wünsche dir ein schönes
Wochenende und freue mich auf deine nächsten Zeilen.
Liebe Grüße
Jürgen
2026.02.07
Lieber Jürgen,
ich komme aus dem Staunen nicht raus. Wo du schon überall gewohnt hast. Das finde ich sehr interessant. Damit meine ich die Tatsache, dass man soetwas macht. Schreib mal bitte von deinen Reisen.
Nachdem ich vor 3 Jahren in Rente gegangen bin, habe ich auch einiges unternommen aber nur Tages- oder 3tages Reisen. Wien, Bremen, Holland, Wuppertal, Prag, Sangerhausen usw. Meine Vorfahren kommen alle aus der Nähe wo ich wohne. Mein Stammbaum, väterlicher Seite, fängt 1730 an und im Umkreis von 20 km ist keiner weiter gekommen. Ich schau mir aber viele Reportagen über andere Länder gern an. Z. B. jetzt Phoenix "Über den Wolken - Leben in den Bergen.
Das dein Kurs online ist hätte ich wissen müssen. Als das auf kam war ich ja schon aus dem Arbeitsleben raus und meine Gedanken sind eben altbacken.
Mich beschäftigt immer wieder die KI. Sie lernt durch einen Befehl. Wenn man aber z. B. 10 mal etwas falsches schreibt wird das so übernommen.
Die Woche geht eigentlich schnell rum. Montags kommt mein Ex Freund für eine Stunde Kaffeetrinken und über das Fernsehprogramm lästern. War mit ihm von 2000-2009 zusammen bis seine erwachsene Tochter mir nichts gutes angetan hat. Mittwochs Frühstück bei Edeka allein oder mit Freundin. Donnerstag Vormittag Waldwandern meist 5 km und am Nachmittag mit der neu gewonnenden Freundin spazieren gehen. Ansonsten gehe ich fast jeden Tag noch raus und laufe ne Stunde. Am Freitag bin ich zum Frisör eine dreiviertel Stunde hin und das dann auch zurück. Ich bin froh wenn ich wieder Fahrrad fahren kann. Im Sommer mache ich Fahrradtouren so 70 km, 5 mal die Woche. Da fahre ich 20 km zur Elbe, dann mit der Fähre rüber und am Deich entlang bist Tangermünde, auf der anderen Seite zurück (alles Radwege). Meist allein aber auch Touren mit Radfahrfreundinnen ins brandenburgische Gebiet. Hoffendlich geht das noch ein paar Jahre. Für meine langjährige Freundin wäre das nichts. Sie hat einen großen Freundeskreis und bei jeder Gelegenheit wird Party gemacht :-)
Danke, dass du dir Zeit nimmst und mir schreibst.
Liebe Grüße
Ilona
2026.02.08
Liebe Ilona,
wenn ich zurückblicke, fühlt sich mein Lebensweg tatsächlich wie eine
kleine Reise an. Angefangen hat alles in Dresden und Cottbus in der
Flugzeug-Reparaturwerkstatt, Aschließend einige Jahre im
Datenverarbeitungszentrum, wo ich früh mit Technik und Computern zu tun
hatte – damals noch groß, laut und sehr handfest. Diese Zeit hat mein
strukturiertes Denken geprägt.
Später führte mich die Arbeit als Programmierer durch verschiedene
Regionen Deutschlands, unter anderem nach Hannover (Clearing-Bank mit
Java), Offenbach (ERP-System mit XML) und Bad Salzdetfurth (Hotel- und
Gaststätten-ERP mit Delphi). Überall ging es um Software, Daten und
Lösungen für ganz reale Probleme in Unternehmen. Technik war für mich
nie Selbstzweck, sondern immer ein Werkzeug, das Menschen helfen soll.
Zwischendurch habe ich bewusst andere Wege eingeschlagen: In Cottbus
betrieb ich ein Café mit Internetzugang und unterrichtete Kinder und
Erwachsene im Umgang mit Computern. Das war wohl mein erster Schritt
Richtung Lehren – lange bevor ich mich selbst als Dozent gesehen habe.
Eine prägende Station war die Schweiz (ERP-System - VB, Web). Im Park
Hyatt Hotel in Wien arbeitete ich an der Digitalisierung und
Automatisierung technischer Abläufe – von IT bis Gebäudetechnik. Dort
habe ich erlebt, wie vielseitig Technik sein kann, wenn sie im Alltag
wirklich funktionieren muss.
Heute arbeite ich freiberuflich als Dozent und Programmierer. Der Ort
ist dabei weniger wichtig geworden als die Aufgabe. Rückblickend waren
all diese Stationen weniger „Umzüge“ als vielmehr Perspektivwechsel –
neuer Ort, neue Branche, neue Programmiersprache.
Und der aktuelle Kurs soll meine Python-Kenntnisse erweitern. Gestern
habe ich wieder zwei Bewerbungen abgeschickt. Mal sehen ...
Übrigens, mit meiner Exfrau wäre ich wahrscheinlich nicht so rum
gekommen. Sie ist immer an ihrem Geburtsort geblieben und die Familie
auch innerhalb von 20 km. Nachdem wir uns getrennt hatten ging meine
Wanderei los ...
Das du dich regelmäßig mit Freund und Freundin triffst ist sehr gut.
Deine Fahrrad-Touren hören sich auch gut an. Es gab Zeiten, wo ich nur
Fahrrad hatte. Erst nach der Wende hatte ich mein erstes Auto gekauft.
In Bad Salzdetfurth hatte ich eine wunderbare Fahrradstrecke. Zur Zeit
bin ich in Dresden Stadt, quer durch die Stadt ist nicht so schön.
Gestern war ich bei meinem Privat-Friseur, meiner Schwester ;-) Die hat
den Bogen mit der Maschine raus - 5 Minuten.
Der Kurs ist zur Hälfte fertig. Ideal wäre es, wenn dann eine der beiden
Bewerbungen erfolgreich wäre.
Für heute Abend solls das gewesen sein.
Eine schöne Woche wünscht dir
Jürgen
2026.02.14
Hallo Jürgen,
die Computeranfänge bis jetzt, es war genau deine Zeit. Was du alles gemacht hast, was du erreicht hast, passte so super in diese Zeit in deine Zeit. Und jetzt gehst du weiter mit der Zeit. Du musst viel Kraft haben, stehen bleiben willst du nicht.
Schon als kleines Kind wusste ich, dass ich von meiner Mutter und Familie nichts zu erwarten habe. Meine Zwillingsschwester gab den Ton an. Sie war das kleine, niedliche, blonde Mädchen, die die Mutter was vor machen konnte. Mir ist mit 10 Jahren kein Satz mit 5 Wörtern eingefallen. Mit mir hat keiner gesprochen. Habe ich mal was gut gemacht, fand meine Mutter da auch einen Fehler. Ich war die Dicke, bist dumm und das schaffst du sowieso nicht. Früh lernte ich also für mich Entscheidungen zu treffen. Aus der 8. Klasse wollte ich unbedingt raus. Ab da ging es aufwärts. Meine Lehre mit 2 abgeschlossen. Mein Chef wollte mich zur Schule schicken 2 Jahre Wirtschaftskaufmann, sie wollten mich nicht annehmen da ich nur achte Klasse hatte. Ich setzte mich durch und sagte "Ich habe in den Hauptfächern 10. Klasse. Das klappte. Abschluss Note 2 und im Fach Wirtschaftsmathe eine 1. Hm? Ich machte meine 10. Klasse in der Abendschule nach, Abschluss 2 :-) Dann noch Weiterbildung 1 Jahr Buchhaltung.
Da ich Computerkurse in der Arbeitslosenzeit belegte, war ich auf einen guten Stand. Durch einige ABMs war ich in der Stadtverwaltung gelandet. Dort hatte ich die Idee das Archivgut auf Ecxeltabellen zu schreiben. Damit war die Suche nach einem Begriff leicht und alle in ihren Büros hatten Zugriff. Dort merkte ich auch, dass einige auf dem Stuhl jahrelang saßen und nur die eine Tätigkeit konnten aber links und rechts nichts konnten.
Es gibt heute noch Menschen die schlecht über Leute reden die "nur" 8. Klasse haben.
Ich mache gern Sudoku. Das Spiel ist einfach. Man muss die Zahlen von 1 bis 9 rein schreiben. Die Anleitung kann man googeln und nachlesen. Doch eins steht nicht da. Welche beiden Zahlen werden als letzte Zahlen eingetragen. Weißt du sie?
Liebe Grüße
Ilona
P.S.: War über eine Woche krank. Alles wieder gut. Kaffeetrinkentreffen schon wieder geplant :-)))
2026.02.15
Liebe Ilona,
danke für deine offenen Worte.
Das, was du über deine Kindheit schreibst, geht unter die
Haut. Und gleichzeitig liest man zwischen den Zeilen eine enorme
Kraft.
Ganz ehrlich:
Daumen
hoch für deine Entwicklung.
Du hast dir deinen Weg selbst erkämpft – gegen Widerstände,
gegen Vorurteile, gegen dieses ständige „Das schaffst du sowieso
nicht“. Und dann: Lehre mit 2 abgeschlossen, Wirtschaftsschule
durchgesetzt, 10. Klasse nachgeholt, Weiterbildung in
Buchhaltung. Das ist keine Selbstverständlichkeit, das ist
Charakter.
Besonders beeindruckt hat mich deine
Geschichte mit der Stadtverwaltung und den Excel-Tabellen. Du
hast nicht nur mitgearbeitet, sondern Strukturen verbessert.
Genau das unterscheidet Menschen, die „mitdenken“, von denen,
die nur ihre eine Schublade bedienen.
Dass es heute noch Menschen gibt, die
über jemanden mit „nur“ 8. Klasse sprechen – das sagt mehr über
sie aus als über die Betroffenen.
Ich erkenne mich in vielem wieder.
Meine Fachschule konnte ich wegen einer Handverletzung nicht
beenden – und dann kam auch noch die Wende dazwischen. Einen
„höheren Abschluss“ in der Programmierung habe ich nie gehabt.
Trotzdem habe ich mir alles erarbeitet, Schritt für Schritt.
Entscheidend war für mich immer nur eins:
Es
muss mir Spaß machen.
Wenn mich etwas
interessiert, dann bleibe ich dran.
Und jetzt ist es die KI. Nicht, weil
es modern klingt – sondern weil ich neugierig bin. Im Moment
schreibe ich mir zum Beispiel ein eigenes Programm, mit dem ich
mein Englisch sprechen lernen kann. Ich werde mich dann auf
Englisch mit der KI unterhalten. Sie wird mich geduldig
korrigieren, wenn sie mich nicht verstanden hat. Das ist für
mich Lernen ohne Druck – nur aus Freude am Weiterkommen.
Du siehst: Wir beide sind keine
Menschen, die stehen bleiben.
Und zu deinem Sudoku-Rätsel:
Rein logisch betrachtet gibt es keine festen „letzten beiden
Zahlen“, die immer gleich wären – das hängt vom jeweiligen
Rätsel ab. Aber ich ahne, dass du auf etwas anderes hinauswillst
😉 Vielleicht erzählst du mir deine Lösung.
Schön, dass es dir gesundheitlich
wieder besser geht. Und Kaffee-Treffen sind immer ein gutes
Zeichen fürs Leben.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.02.21
Lieber Jürgen,
deine Worte berühren mich sehr. Danke. Da fällt mir das Wort Achtsamkeit ein. Achtsamkeit für mich habe ich gelernt. Mir fallen Worte ein die ich meiner neuen Freundin (ehemalige Arbeitskollegin) sagen möchte.
Du hast Recht, wir hatten keinen graden Weg im Leben, haben trotzdem alles dafür getan.
Früher habe ich den Spruch "Seid ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere" nicht verstanden. Doch jetzt denke ich über die schlechten Menschen nach, die ich im Leben kennenlernen musste und halte mich von solchen bei den kleinsten Anzeichen fern.
Die Sudokurätsel sind in den Heften nummeriert und das finale Ende ist diese Nummer, z. B. Rätsel Nr. 95, dann sind die letzten Zahlen die man einträgt 9 und 5. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Nach jahrelangen Sudokurätseln ist es mir aufgefallen, dass es die Zahlen sind.
Eine KI erstellen für eine Sprache lernen ist bestimmt kompliziert und eine Herausforderung. Da bist du bestimmt viele Monate mit beschäftigt. Da braucht man Durchhaltevermögen. Hochachtung! dass du soetwas machst.
Seit ca. 10 Jahren habe ich nur noch 5 Prozent Geschmack- und Geruchsinn (wurde in der Uniklinik getestet, da kam 0 Prozent raus). Nach meiner jetzigen heftigen Erkältung habe ich wieder ca. 50 Prozent. Ich freue mich riesig darüber, habe Angst das es wieder weg geht. Ich freue mich schon auf en Wildbranch
2026.02.23
Liebe Ilona,
deine Zeilen haben etwas Ruhiges. Man
merkt, dass du nicht aus einer schnellen Emotion heraus
schreibst, sondern aus einer gewachsenen Haltung.
Achtsamkeit – ja, das passt zu dir.
Dass du gelernt hast, auf dich selbst
zu achten, finde ich wichtig. Gerade wenn man früh erfahren hat,
nicht gesehen oder nicht ernst genommen zu werden. Sich von
Menschen fernzuhalten, bei denen sich alte Muster wiederholen
könnten, ist kein Misstrauen – es ist Selbstschutz. Und das ist
gesund.
Der Spruch mit den Tieren… ich
glaube, er entsteht aus Enttäuschung. Ich sehe es ein wenig
anders: Es gibt schlechte Erfahrungen mit Menschen – aber nicht
die
schlechten Menschen. Ich
habe im Leben viele sehr unterschiedliche Charaktere erlebt,
auch in der Arbeitswelt. Und oft sind Menschen eher verletzt als
böse. Vielleicht bin ich da zu optimistisch – aber ich glaube
immer noch gern an das Gute im Kern.
Deine Erklärung mit dem Sudoku hat
mich schmunzeln lassen. Das ist typisch für dich: nicht nur
lösen, sondern beobachten. Dass dir nach Jahren auffällt, dass
die letzten Zahlen der Heftnummer entsprechen – das ist ein
Blick für Muster. Und genau das mag ich: dieses stille
Entdecken.Allerdings konnte ich so etwas nicht entdecken. Ich
kaufe keine Heft-Sudoku, sondern als App auf dem Handy oder
Desktop. Jeden Tag mache ich diese vier Spiele:
Was deinen Geschmack- und Geruchssinn
betrifft – das muss unglaublich gewesen sein, zehn Jahre fast
nichts wahrzunehmen. Und jetzt plötzlich 50 Prozent! Das ist
doch ein kleines Wunder im Alltag. Ich verstehe deine Freude –
und auch die Angst, dass es wieder verschwinden könnte. Aber
vielleicht darfst du es einfach genießen, ohne gleich an den
Verlust zu denken.
Wildbraten mit wiederkehrendem Geschmackssinn – das ist
Lebensqualität.
Bei mir dreht sich vieles gerade ums
Lernen. Nicht aus Zwang, sondern aus Neugier. Ich merke, dass es
mir gut tut, geistig in Bewegung zu bleiben. So wie du mit
deinen Sudokus. Ich bastle im Moment an einem Programm, mit dem
ich mein Englisch trainiere – ich möchte mich irgendwann ganz
selbstverständlich unterhalten können. Es ist weniger
Technikbegeisterung als Freude am Dazulernen. Und ich denke,
dass es spätestens in zwei Wochen einsatzbereit ist. Welche
Sprache würdest du lernen wollen?
Und weißt du – wir beide hatten
keinen geraden Weg. Vielleicht war das sogar ein Vorteil. Wer
Umwege geht, sieht mehr Landschaft.
Ich freue mich, dass es dir
gesundheitlich besser geht. Und ich wünsche dir, dass der
nächste Kaffee nicht nur gut schmeckt, sondern auch duftet.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.03.01
(kein Text)
Guten Abend lieber Jürgen,
Bestätigungen von jemanden, von dir, bedeuten mir sehr viel. Deine guten Worte und deine Analyse aus dem was ich schreibe machen mich stärker und fühle mich gesehen.
Ich war mit meine langjährige Freundin vor längerer Zeit Eis essen. Da der Kellner mich wohl nicht richtig verstanden hat (ich spreche eigendlich deutlich :-) fragte er meine Freundin was ich bestellen will. Am liebsten hätte ich gesagt "Hallo, ich bin hier". Es liegt wohl daran, dass sie eine große, schlanke, blonde Frau ist.
Deine täglichen Spiele habe ich mir angeguckt. Die drei kannte ich nicht und Queens hat mir gefallen.
Gestern habe ich mit meiner Schwägerin 6 ½ Stunden, bis 2 Uhr 30 telefoniert. So ca. eine viertel Stunde sprach ich :-). Wir haben auch das jährliche Treffen in Potsdam besprochen, dass im April sein soll. Heute musste ich mich davon erholen. Habe mein Balkon sauber gemacht, Steuererklärung ist fertig und der Vodafone Router ist im Paket zum wegschicken. Habe den Vertrag gekündigt. Komme mit 4G gut ins Internet mit dem Handy und verbinde den Laptop mit dem Handy wenn ich mit dem Laptop ins Internet will. Da ist der Vodafone Vertrag sinnlos geworden.
So ein Englisch Programm erstellen ist bestimmt nicht einfach, ich denke du schaffst das. Es gibt bestimmt viele Programme aber du machst eins für dich abgestimmt. Ich dachte, dass du Englisch mit deiner Frau sprichst, auf der Arbeit und bei KI es brauchst. Ist das dann ein weiterführender Kurs? Was macht dein KI Kurs?
Ich bin überhaupt nicht sprachbegabt. Meine Wahl wäre aber auch Englisch.
Heute schicke ich ein Bild von mir. Eins von dir konnte ich ja von Anfang an sehen. Ich finde, dass es nun in dem Sinne auf Augenhöhe ist.
Einen schönen Abend wünsche ich dir.
Liebe Grüße
Ilona
2026.03.04
Liebe Ilona,
erst einmal einen herzlichen Gruß zurück zu dir.
Die Geschichte mit dem Kellner kann ich mir gut vorstellen. Du hättest
ihn wahrscheinlich tatsächlich direkt fragen können, was er nicht
verstanden hat. Aber ich glaube, in dem Moment warst du einfach zu
perplex. Hinterher ist man ja immer schlauer – und im Kopf fallen einem
dann plötzlich die passenden Sätze ein.
Sechseinhalb Stunden telefonieren – das ist schon eine ordentliche
Strecke. Meine Frau telefoniert auch gern und lange mit ihrer Familie in
der Dominikanischen Republik. Aber sechseinhalb Stunden sind selbst
dafür eine Hausnummer.
Dein Tag danach klingt dagegen sehr produktiv: Balkon sauber machen bei
Sonnenschein, Steuererklärung erledigt und gleich noch den
Vodafone-Router auf den Weg gebracht. Das ist doch ein gutes Gefühl,
wenn solche Dinge erledigt sind. Steuererklärung mache ich dieses Jahr
übrigens nicht, weil ich ja erst seit September wieder in Dresden bin.
Und ein guter Vertrag ist wirklich etwas wert. Ich habe im Moment 75 GB
für etwa 11 € im Monat, das reicht für meine Bedürfnisse völlig.
Zusätzlich habe ich noch einen Monatsvertrag mit 70 GB, den nutze ich
nur solange ich hier arbeite. Sobald ich wieder in die Dominikanische
Republik fliege, melde ich den wieder ab.
Was die Sprachen betrifft: Meine Frau ist Dominikanerin und spricht ein
sehr gutes Spanisch. Spanisch gefällt mir auch sehr gut. Wenn ich
Englisch sprechen will, rutscht mir manchmal plötzlich ein spanisches
Wort dazwischen. Englisch lesen kann ich recht ordentlich – aber
sprechen ist eben etwas ganz anderes, und genau das möchte ich verbessern.
Deshalb bastle ich an dieser kleinen Sprach-App. Ich orientiere mich
dabei an der Methode von Vera Birkenbihl: möglichst ohne klassisches
Vokabel- und Grammatiklernen, sondern mehr über Verstehen, Hören und
Anwenden. Ob viele Programme nach diesem Prinzip arbeiten, weiß ich gar
nicht – aber für mich fühlt sich dieser Ansatz sehr natürlich an.
Heute hatte ich mal wieder eines dieser frustrierenden
Technik-Erlebnisse. Ich wollte an einem Bild rechts und links einen
sauberen Übergang zum Hintergrund machen – eigentlich eine Kleinigkeit.
Canva wäre dafür das richtige Tool. Aber die Funktionen sind so
versteckt, so verschachtelt, dass ich es selbst mit Hilfe von zwei
KI-Systemen nicht geschafft habe, das Bild so zu bearbeiten, wie ich wollte.
Das Problem ist: Programme bekommen immer mehr Funktionen, werden
ständig umgebaut – und die Bedienung ändert sich dauernd. Das kenne ich
ja seit Jahrzehnten von Windows. Eine richtige Hassliebe. Seit 1995
arbeite ich mit Windows (angefangen bei 3.1), und bei gefühlt jedem
größeren Update wandern Funktionen von einem Reiter zum nächsten. Man
hat sich eingearbeitet – und zwei Versionen später ist alles anders.
Ich war ja mal zwei Jahre komplett bei Linux. Dort ändert sich nicht
ständig alles, Updates gehen schnell und ohne Neustart – etwas, das
Windows seit 30 Jahren nicht wirklich elegant hinbekommt.
Manchmal beneide ich einen Tischler. Ein Hobel hat sich in den letzten
zig Jahren kaum verändert. Vielleicht anderes Material, vielleicht
ergonomischer – aber ein Hobel ist immer noch ein Hobel.
Computer und Programme sind für mich Werkzeuge. Und Werkzeuge müssen
nicht dauernd neu erfunden werden. Es darf neue geben – aber die alten
sollten so bleiben, wie sie funktioniert haben. Man kauft sich ein
Programm, arbeitet sich ein – und zwei oder drei Generationen später ist
es nicht mehr nutzbar, obwohl es immer noch genau das tut, was man braucht.
Meine Schwester ist gerade richtig betrübt: Ihre Spiele, die unter
Windows 8 liefen, funktionieren auf dem neuen Rechner nicht mehr. Ihr MS
Surface ist kaputt – sie hätte 200 € für eine Reparatur bezahlt, aber es
gibt keine Ersatzteile mehr. Das ist genau diese Wegwerf-Logik, die mich
ärgert.
Also ja – manchmal wünsche ich mir, Technik würde sich ein bisschen wie
ein Hobel benehmen.
Und noch etwas: Danke für dein Foto. Jetzt sind wir tatsächlich auf
Augenhöhe 🙂. Ich finde es schön, wenn man zu den geschriebenen Worten
auch ein Gesicht vor Augen hat.
Ich wünsche dir einen angenehmen Abend.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.03.07
Lieber Jürgen,
schon wieder ist eine Woche rum. Die Woche war sehr positiv. Fast jeden Tag gab es etwas auf was ich mich gefreut habe. Treffen mit dieser und einer anderen Freundin, Waldwandern bei Sonnenschein, Wildbrunch war lecker (habe den Pilzgeschmack von den Pilzen in der Wildschweinsoße geschmeckt) und nach dem das E-Bike zur Inspektion war ging es an dem Tag gleich weiter 31 km. Wollte nach dem Winter den Elbe-Havel-Kanal sehen und langfahren. Ein Update wurde beim Fahrrad auch gemacht. Innerhalb von 3 Sommer sind es 5700 km geworden. Ich hoffe, dass es noch ein paar Jahre so weiter geht.
Von Vera Birkenbihl habe ich schon viele Videos gesehen. Auch das mit den Fremdsprachen lernen. Da habe ich noch gedacht, wenn ich eine Fremdsprache lernen schaffen könnte, dann auf diese Art und Weise. Es werden immer mehr englische Wörter in der deutschen Sprache eingedeutscht. Dabei gibt es die deutschen Wörter dazu. Ich mit meiner einfachen Sprache googel dann wie das engliche Wort auf deutsch heißt.
Interessant ist der Fall von Ricky McCormick und das Voynick Manuskript. Bei Ricky McCormick kann ich mir vorstellen, dass es ein Autist schafft die geschriebenen Zettel zu entschlüsseln. Ihre Denkweise ist ganz anders.
Du hast Recht, immer wieder bringen sie neue Windows Versionen raus und dann passt das Alte mit dem Neuen nicht mehr.
Wünsche dir einen schönen Sonntag und pass auf dich auf.
Liebe Grüße
Ilona
2026.03.09
Liebe Ilona,
danke für deine Nachricht. Deine Woche klingt richtig gut. Wenn fast
jeden Tag etwas dabei ist, worauf man sich freut, dann ist das ein
schönes Gefühl. Waldwandern bei Sonnenschein, ein guter Brunch und dann
noch eine 31-km-Tour mit dem E-Bike – das liest sich nach einer sehr
gelungenen Mischung aus Bewegung und Genuss. Und 5700 km in drei Sommern
sind auch eine ordentliche Strecke. Da sieht man, dass du dein Rad
wirklich nutzt.
An Vera Birkenbihl gefällt mir vor allem die Aussicht, dass man ohne
klassische Vokabellisten und Grammatikpauken auskommen kann. Lernen über
Verstehen, Hören und Anwenden – das fühlt sich für mich natürlicher an
als das alte Schulprinzip.
Dieses „Denglisch“, das sich überall einschleicht, finde ich übrigens
auch furchtbar. Es wirkt fast so, als würde unsere Sprache Stück für
Stück verwässert – mit Anglizismen, Genderformen oder „einfacher
Sprache“. Umso besser, dass du manchmal bewusst nach der deutschen
Bedeutung eines Wortes suchst. Sprache ist schließlich auch ein Teil
unserer Kultur.
Deine Bemerkung über Ricky McCormick und das Voynich-Manuskript hat mich
neugierig gemacht – ich musste mich erst einmal informieren. Beide Fälle
sind tatsächlich faszinierend.
Der Fall Ricky McCormick: 1999 wurde er in einem Maisfeld nahe St. Louis
tot aufgefunden. In seinen Taschen lagen zwei handgeschriebene Zettel
mit einer merkwürdigen Mischung aus Buchstaben und Zahlen. Bis heute
konnten weder das FBI noch Kryptologen eindeutig entschlüsseln, ob es
ein echter Code ist oder nur persönliche Notizen.
Und das Voynich-Manuskript ist ein ganz anderes, aber ebenso
rätselhaftes Phänomen: ein reich illustriertes Buch aus dem frühen 15.
Jahrhundert, geschrieben in einer unbekannten Schrift oder Sprache.
Trotz jahrzehntelanger Versuche von Linguisten und Kryptologen konnte
der Text bisher nicht überzeugend entschlüsselt werden. Es enthält
Zeichnungen von Pflanzen, astronomischen Diagrammen und seltsamen Szenen
– und niemand weiß genau, was es bedeutet.
Also wieder etwas gelernt.
Bei mir stehen diese Woche auch zwei Dinge an. Am Donnerstag fahre ich
zusammen mit meiner Ex-Frau zu meinem jüngsten Sohn. Er wohnt etwa 650
km von Dresden entfernt, also wird das eine kleine Reise.
Und zwischendurch möchte ich meine Sprachen-App endlich so weit fertig
machen, dass ich sie wirklich benutzen kann. Vieles ist vorbereitet,
aber jetzt soll sie endlich praktisch zum Einsatz kommen.
Ich wünsche dir weiterhin viele solche guten Wochen mit kleinen Dingen,
auf die man sich freuen kann.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.03.15
Lieber Jürgen,
das Wort Denglisch finde ich gut. Es beschreibt die Mischung aus Deutsch und Englisch.
Deine 650 km "kleine" Reise zu deinem Sohn empfinde ich eher als große Reise. War die Reise gut und angenehm?
Ich habe mich gefragt wo es sein könnte. Google hat ja Antworten und das kam raus: Deutschland erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über eine Länge von etwa 876 Kilometer. Die maximale Breite in Ost-West-Richtung beträgt rund 640 Kilometer. Orte wie die Ostsee (z.B. Kiel/Rostock) im Norden oder Teile Südfrankreichs/Norditaliens. Nun kann ich nachvollziehen was 650 km so bedeuten.
Ich bin schon gespannt ob deine Sprachen-App gut funktioniert.
Mit einer guten (sie versteht meine Erzählungen in der Tiefe) Freundin hatte ich mich letzte Woche verabredet und bin mit dem Bus hingefahren. Sie wollte ja einen Plan wie man einen Teil ihres Grundstücks gestalten kann. Heute war ich wieder da und wir haben die Sache angepackt. Ca. 150 qm freie Fläche muss 10 cm hoch die Erde abgetragen werden damit die Erde an anderer Stelle aufgefüllt wird um eine gleichmäßig hohe Fläche zu schaffen. So 25 qm haben wir heute geschafft. Belohnung war eine Pizza und Kaffee mit Milch und einen guten Schuss Sirup mit Karamellgeschmack. Das kannte ich gar nicht, es ist lecker. Am Dienstag und weitere Tage geht es weiter bis wir die Fläche geschafft haben. Es ist eine gute Übung um fit zu sein für die Radtouren.
Mit einer anderen Freundin bin ich diese Woche zwei mal zum Essen verabredet. Mein Sohn kommt diesmal nicht im März, stattdessen im Mai. Er meinte mal, dass er noch nie in Potsdam Schloss Sanssouci war und das möchten wir im Mai unternehmen.
Ich wünsche dir eine gute Woche.
Liebe Grüße
Ilona
2026.03.17
Liebe Ilona,
vielen Dank für deine Zeilen – ich
lese sie immer gern, weil sie so lebendig sind.
Deine Erdarbeiten mit deiner Freundin
kann ich mir gut vorstellen. In meiner ersten Ehe (1985–2001)
hatte meine Frau ein Grundstück mit in die Ehe gebracht – etwa
1400 m², dazu eine Kellerplatte für ein Haus. Den Rest haben wir
selbst gebaut bzw. umgebaut, inklusive Garten. Deshalb weiß ich
ziemlich genau, was es bedeutet, Erde zu bewegen, zu planen und
am Ende zu sehen, was daraus geworden ist. Und auch dieses
Gefühl von Stolz, wenn etwas fertig ist – das kann dir keiner
nehmen.
Dass ihr das Stück für Stück angeht,
ist genau richtig. Und Pizza und Kaffee mit Karamellsirup als
Belohnung klingt nach einem guten Abschluss für so einen
Arbeitstag.
Deine Idee mit Potsdam und Schloss
Sanssouci finde ich übrigens schön. Und weißt du was: Ich war
dort auch noch nicht. Man reist durch die Welt, sieht vieles –
und kennt die eigene „Haustür“ oft am wenigsten. Dafür kommen
dann Menschen von weit her, um genau das zu sehen.
Meine „kleine“ Reise hatte es dann
doch in sich. Da passt der alte Satz: Erstens kommt es anders,
zweitens als man denkt.
Ich war davon ausgegangen, dass wir Donnerstag hinfahren und
Freitag zurück. Als ich meine Ex-Frau fragte, warum wir für die
Strecke jeweils einen ganzen Tag brauchen, meinte sie ganz
ruhig: „Wieso Freitag? Wir fahren doch erst Sonntag zurück.“
Damit wurden aus zwei Tagen plötzlich
vier.
Ich war bei meinem jüngsten Sohn, der
sich 2020 ein Eigenheim gebaut hat. Bisher hatte ich noch keine
Gelegenheit, ihn dort zu besuchen. Die Strecke von Dresden bis
in seine Gegend – etwa 650 km – ist ohne eigenes Auto mit der
Bahn schon eine kleine Reise.
Das Haus selbst hat mich überrascht:
Von außen eher klein und überschaubar, innen dagegen erstaunlich
großzügig. Ich habe einige 360°-Aufnahmen gemacht, die ich jetzt
noch in Ruhe nachbearbeiten will.
Nach der Rückkehr ging es direkt
wieder in den Alltag. Am Montag war ich mit meinem Bruder beim
HNO-Arzt. Auf den Termin hatten wir dreieinhalb Monate gewartet
– und nach etwa fünfzehn Minuten war alles erledigt. Es ging nur
um ein Rezept für eine Lichtsignalanlage, weil er die Klingel
oft nicht hört.
Am Abend war ich noch bei der
Blutplasma-Spende. Für mich hat das mehrere Gründe: Man wird
regelmäßig gesundheitlich überprüft, der Körper wird angeregt,
neue Bestandteile zu bilden – und ein kleiner finanzieller
Ausgleich ist auch dabei. Im Moment habe ich außerdem das
Gefühl, dass Blut besonders gebraucht wird.
Die letzten Tage bestanden dann vor
allem darin, alles aufzuarbeiten, was liegen geblieben ist. Ein
paar Tage ohne Internet tun zwar gut, aber danach wartet eben
auch einiges.
Heute sitze ich daran, alle offenen
Briefe zu beantworten – damit ich mich wieder in Ruhe meiner
Sprachen-App widmen kann. Allein zwei Stunden habe ich
gebraucht, um wieder hineinzukommen, weil etwas nicht mehr
funktioniert hat, was vor ein paar Tagen noch lief. Das ist so
ein typischer Effekt: Abends läuft alles, am nächsten Tag nicht
mehr – und man muss den Faden erst wieder aufnehmen.
Ich wünsche dir weiterhin so aktive
und erfüllte Tage – eine gute Mischung aus Bewegung, Begegnung
und kleinen Belohnungen.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.03.22
Gesendet
:
Dienstag, 17. März 2026 um 13:26
Lieber Jürgen,
vielen Dank für deine Zeilen. Auch ich lese sie sehr gern. Deine Rückäußerungen sind sehr empathisch und freue mich die ganze Woche darüber.
Dein Lebensziel Haus bauen, Baum pflanzen und Kind bekommen hast du geschaffen. Weitere Lebensziele gibt es ja trotzdem noch, nur für dich und gemeinsame, die du dir erfüllst.
Wie ich rausgelesen habe, hat dein Bruder eine Beeinträchtigung. Schön von dir, dass er nicht allein gelassen wird. Es ist so Schade, dass man auf Termine für "einfache" Dinge so lange warten muss und vielleicht dann nicht bekommt.
Die kommende Woche wird nicht in der Erde gebuddelt, weil meine Freundin ein paar Tage weg fährt. Dafür kann ich die Sonne genießen beim Fahrradfahren. Gestern war ich schon unterwegs und habe ein paar Birkenzweige vom Baum abgeschnitten. Als ich in der Stadt wieder an kam, traf ich eine gute Bekannte, die auch mit dem Rad unterwegs war. Wir hielten an und bemerkten gleich, dass wir beide hinten im Fahrradkorb Birkenzweige haben. Ohne Worte lachten wir herzhaft los. Sie hat in meiner Gegend, wo ich wohne, die Zweige aus dem Wald geholt und ich in ihrer Gegend im Wald :-)))
Heute geht es am Kanal entlang mit dem 🚵♂️ und morgen die andere Richtung. Die Runde ist ca. 15 km länger. Weiter so dann erreiche ich die volle Kraft 5 mal die Woche jeweils so 60-70 km zu schaffen.
Da fällt mir wieder ein, dass ich immer unterschätzt werde, privat und auch beim Arzt. Als ich 60 Jahre alt war, wurde in der Stadtverwaltung vom Betriebsarzt u.a. auch die Muskelmasse kontrolliert. Er schaute mich erschrocken an (Was ist, bin ich krank?) Nein, sie haben eine Muskelmasse von 49 % und sehen gar nicht so aus. So ist es, nach dem Äußeren sollte man nicht nur gucken :-)
Ich wünsche dir eine schöne Woche.
Liebe Grüße
Ilona
Gesendet:
Dienstag, 17. März 2026 um 13:26
2026.03.24
Liebe Ilona,
vielen Dank für deine Zeilen – ich habe mich wieder sehr darüber
gefreut. Schon sehr gut, wie du deine Tage beschreibst – da ist
Bewegung, Begegnung und auch ein bisschen Humor dabei.
Die Geschichte mit den Birkenzweigen ist herrlich. Zwei Menschen, die
unabhängig voneinander das Gleiche tun – und sich dann zufällig
begegnen. Und beide sammeln im „falschen“ Gebiet 🙂 Solche Momente sind
es doch, die den Alltag besonders machen.
Deine Radtouren klingen nach einem richtig guten Plan. 60–70 km, fünfmal
die Woche – das ist eine Ansage. Und vor allem: Du gehst es Schritt für
Schritt an. Genau so entsteht echte Ausdauer, nicht durch einmalige
Kraftakte.
Wenn ich früh zu meinem Bruder laufe und abends zurück, habe ich
übrigens auch meine Bewegung: zweimal 6,2 km „erlaufen“. Für ein Fahrrad
ist mir diese Strecke zu kurz, und dann immer die Hauptstraße entlang
mit Ampeln – das macht keinen Spaß. Morgen gehe ich zusätzlich noch zum
Blutplasma-Spenden, da kommen dann noch einmal zwei Strecken mit je 5,1
km dazu 🙂 Bewegung findet also auch ohne Fahrrad statt.
Was du über das „Unterschätzt werden“ schreibst, kann ich gut
nachvollziehen. Viele schauen nur auf das Äußere und ziehen vorschnelle
Schlüsse. Dein Beispiel mit der Muskelmasse spricht ja für sich. Da
steckt offensichtlich mehr dahinter, als man auf den ersten Blick sieht.
Vielleicht ist das auch etwas, das sich durch dein Leben zieht – erst
unterschätzt werden und dann zeigen, was wirklich in dir steckt.
Zu meinem Bruder: Ja, er ist schwerhörig und sein Lebensweg war nicht
einfach. Nach der Wende hat er lange von Hartz 4 gelebt. Einerseits
waren wir froh, dass er irgendwie zurechtkam, andererseits hat er sich
auch ein Stück weit verrannt. Seine Wohnung war irgendwann kaum noch
bewohnbar, vieles wurde gesammelt und nicht mehr losgelassen.
Mit der Zeit hat er sich immer mehr zurückgezogen. Die Möglichkeiten,
die es heute gibt – auch durch Technik – hätten ihm eigentlich helfen
können, wieder mehr Kontakt zur Außenwelt zu bekommen. Stattdessen wurde
es eher weniger. Vor einigen Jahren hatte er sogar einen stillen
Infarkt, ohne sich ärztliche Hilfe zu holen.
Später kamen dann weitere gesundheitliche Probleme dazu, unter anderem
die Augen. Termine wurden nicht wahrgenommen oder nicht verstanden, weil
er allein hingegangen ist. Das Ergebnis war, dass er am Ende fast nichts
mehr sehen konnte.
Erst in diesem Zustand hat er Hilfe angenommen. Wir haben dann vieles
neu organisiert: eine andere Wohnung im betreuten Wohnen, Aufzug,
ebenerdige Dusche. Ich habe die Vollmacht für die medizinischen Dinge
übernommen, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Inzwischen sind
beide Augen operiert, auch wenn noch nicht alles so ist, wie es sein
sollte. Da warten wir noch auf weitere Termine.
Im Moment begleite ich ihn im Alltag, so gut es geht. Gleichzeitig weiß
ich, dass ich langfristig auch meinen eigenen Weg habe. Spätestens mit
dem Renteneintritt wird sich das wieder verändern müssen.
Deinen Gedanken zu Lebenszielen fand ich übrigens schön. Haus, Baum,
Kind – ja, das habe ich alles erlebt. Aber du hast recht: Die
eigentlichen Ziele hören ja nicht auf. Vielleicht werden sie sogar
persönlicher, ruhiger – mehr für sich selbst.
Ich wünsche dir viel Sonne für deine Touren in den nächsten Tagen. Und
wer weiß – vielleicht begegnet dir ja wieder jemand mit den gleichen
„Fundstücken“ im Fahrradkorb 🙂
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.03.29
Lieber Jürgen,
vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst und mir schreibst.
Wenn ich über deine Tageskilometer nachdenke, die du läufst in deiner "Freizeit", dann kommen so 30-40 km zusammen. Das ist sehr beachtlich.
Zur Blutplasma-Spende war ich nie, da es in meiner kleinen Stadt das nicht gibt aber zur Blutspende war ich jahrelang. Danach gab es dann ein Abendessen mit belegten Brötchen, Saft, Kaffee und eine Kleinigkeit wie z. B. Schokolade. Was du geschrieben hast fand ich auch immer gut, dass es die Voruntersuchungen gab und somit war man unter Kontrolle.
Was du von deinem Bruder geschrieben hast stimmt mich traurig. Nicht jeder kann sich aus dem Tief selber rausholen. Die Hilfe bekommt er von dir.
Meine Freundin hat es schon wieder getan und mich von hinten heimlich beim Waldwandern fotografiert und bei sich im WhatsApp Status gestellt. Nun habe ich mich mal schlau gemacht wie es sich verhält und es ist tatsächlich so, dass man es nicht machen darf, auch nicht von hinten, obwohl es öffentlichen Raum ist. Nun kann ich sie kaum deswegen anzeigen, aber ich habe da eine Idee. Als Chronikschreiber habe ich nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht, um mich abzusichern, eine Datenschutzerklärung von jedem unterschreiben zu lassen. Da geht es mir um das "Recht aufs eigene Bild" und habe schon was vorbereitet zum unterschreiben.
Zustimmung fand ich auch von der Gruppenleiterin.
Dankeschön, für die Wünsche für meine Radtouren. Im Moment bastel ich grad einen Apfelpflücker. Der Stiel ist aus 3 zusammsteckbaren Rohren. Jetzt muss ich da nur noch Löcher rein bekommen (was noch nicht geklappt hat, vielleicht habe ich den falschen Bohrer) um den Stiel mit Schrauben und Flügelmuttern fest zu machen. Danach den Apfelkorb oben anbringen und schon passt alles in den hinteren Fahrradkorb und bei Bedarf kann ich Äpfel und Birnen ernten die ich bei den Radtouren entdecke.
Eine schöne Woche wünsche ich dir.
Liebe Grüße
Ilona
P.S.: Hast du überhaupt ein Fahrrad :-)))
Gesendet:
Dienstag, 24. März 2026 um 17:57
2026.04.02
Liebe Ilona,
vielen Dank für deine Zeilen – ich lese sie wirklich gern.
Meine „Tageskilometer“ wirken vielleicht auf den ersten Blick viel, aber
sie ergeben sich eher nebenbei. Wenn man Wege kombiniert – hin, zurück,
noch ein Termin dazwischen – summiert sich das. Ich sehe das gar nicht
als Leistung, eher als natürliche Bewegung im Alltag.
Deine Erfahrungen mit der Blutspende kann ich gut nachvollziehen. Dieses
kleine „Danach“, mit etwas zu essen und dem Gefühl, etwas Sinnvolles
getan zu haben, gehört einfach dazu. Aber, das wichtigste für mich, sind
die regelmäßigen Untersuchungen. Sie geben ein Stück Sicherheit.
Was du zu meinem Bruder schreibst, trifft es ganz gut. Nicht jeder
schafft es allein aus solchen Situationen heraus. Manchmal braucht es
jemanden, der einfach da ist. Mehr ist es oft gar nicht.
Deine Geschichte mit dem Foto im WhatsApp-Status ist interessant. Ich
verstehe gut, dass dich das stört. Auch wenn es vielleicht nicht böse
gemeint war – es geht ja um dein eigenes Bild und dein Gefühl dabei.
Deine Idee mit der Datenschutzerklärung ist typisch für dich: ruhig,
durchdacht und ohne Drama, aber mit klarer Linie. Das passt.
Der Apfelpflücker gefällt mir besonders. Selber bauen, anpassen,
ausprobieren – das hat etwas sehr Praktisches. Mit den Rohren und der
Befestigung bist du ja schon auf einem guten Weg. Vielleicht liegt es
tatsächlich am Bohrer – Metall braucht einen anderen als Holz. Und die
Idee, ihn so zu bauen, dass er in den Fahrradkorb passt, zeigt wieder
deinen Blick fürs Praktische.
Und jetzt zu deiner Frage:
Nein, ich habe zur Zeit kein Fahrrad 🙂
Aber ich weiß, wo ich "im Nofall" eins bekommen könnte. Viele meiner
Wege sind entweder zu kurz oder führen über Strecken, die mit dem
Fahrrad keinen Spaß machen – viel Verkehr, viele Ampeln. Da laufe ich
lieber. Aber wer weiß – vielleicht kommt das Fahrrad ja wieder mehr zum
Einsatz, wenn sich die Wege ändern.
Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Apfelpflücker – und dass du bald
die ersten Äpfel und Birnen „einfährst“.
Ich habe jetzt eine Brieffreundin, die möchte doch Briefe erhalten und
senden. Ich habe mir extra dafür weißes Papier und einen Füllhalter
zugelegt. So ein Brief dauert dann schon zwei bis drei Stunden. Und da
habe ich mir gedacht, wenn schon, den schon - entweder richtig oder gar
nicht: Meine Oma hat Sütterlin geschrieben. Das hat miir immer
gefalllen. Also habe ich mir ein Programm geschrieben, wo ich den text
eingebe und den Text als Sütterlin-Vorlage bekomme. Jetzt brauche ich
nur noch "abmalen". Mal sehen, wie schnel ich es auswendig lerne und ob
der Brief verstanden wird ;-) Vielleicht willst du es mal ausprobieren:
https://suetterlin.ok.tips/
Ein Bekannter hat mich angesprochen, ob ich den technischen Part bei der
Durchführung eines Online-Kongreß übernehme:
https://heizung-planungstage.energie-helden.net/ Er soll am 19.04. starten.
Interessante Aufgaben finde ich zu Hauf. Mal sehen, was draus wird.
Eine schönes Osterfest
und weiterhin so gute Ideen 🙂
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.04.05
Lieber Jürgen,
wünsche dir auch schöne Ostertage.
Vielen Dank für den Hinweis auf die Sütterlin Schrift. Diese und auch die Offenbacher Schrift wird in den Kirchenbüchern benutzt. Im Herbst werde ich wieder in den Kirchenbüchern stöbern und wenn ich was nicht entziffern kann, werde ich mit beiden Schriften vergleichen können.
Schön, dass du auch eine Brieffreundschaft hast, die auf handschriftliche Biefe besteht. Es sind meist Frauen die das mögen. Ich musste schmunzeln als du geschrieben hast wie du dich darauf vorbereitest und wie lange so ein Brief dauert zu schreiben. Genau das hatte ich auch mal so gemacht. Zuerst wird der Brief vorgeschrieben und dann versucht man es in Schönschrift. Meine Erfahrung ist, dass Männer eine bessere Handschrift haben.
Wünsche dir noch erholsame Tage.
Liebe Grüße
Ilona
Gesendet:
Donnerstag, 2. April 2026 um 21:12
2026.04.08
Hallo Ilona,
heute mal als PDF. Ich hoffe, du kannst es lesen :-)
Was sagtst du zu meinem Programm: https://suetterlin.ok.tips
Liebe Grüße
Jürgen
2026.04.13
Lieber Jürgen,
da hattest du schöne Ostertage und die Kalorien hast du gleich wieder abgelaufen.
Seit ihr mit der Renovierung fertig geworden?
Dein Brief war eine Überraschung und rätselhaft. Bei den leichten Wörtern kann man den ganzen Satz raus finden. Man muss aber vorsichtig sein, denn leicht denkt man es ist dieses Wort und dann ist alles anders. Den größten Teil deines Briefes musste ich Buchstabe für Buchstabe mit dem Alphabet raus finden. Dazu hab ich am Sonntag Vormittag 2 Stunden gebraucht. Es hat aber auch Spaß gemacht.
In deinem neuen Programm, super Idee von dir so ein Programm zu erstellen, habe ich reingeschaut. Ob es hilfreich ist die Texte in den Kirchenbücher zu entziffern ist fraglich. Die Texte sind in altdeutsche Schrift geschrieben. Die Buchstaben müssen entziffert werden und da kann nur ein KI Programm helfen, dass den Text vom Foto her erkennt. Die Texte sind handschriftlich und manchmal unleserlich. Oft hat der Schriftführer nach einem Jahr gewechselt und hat dann natürlich eine andere Handschrift. Am schlimmsten fand ich wenn sich jemand beim Schreiben sehr viel Mühe gegeben hat. Z. B. die kleinen Buchstaben a, e, m, n, r, w in Sütterlin Schrift nacheinander werden dann zu einer Linie oder Welle.
Am Ostersonntag war mein Sohn da. Dann werden wir wieder Kinder. Er bringt große Ü-Eier mit und ich schenke ihm auch welche. Die Figuren werden zusammengebaut und gegenseitig bestaunt und darüber lustig gemacht. Er bekommt dann Mamas Mittagessen und die Fernbedienung. Es fällt mir schwer (ich kann nicht weg rennen) stundenlang Bud Spencer Filme zu gucken.
Am Ostermontag muss ich mich dann ausruhen und die Osterdeko kommt wieder in den Schrank. Am Dienstag bin ich 43 km und am Mittwoch 65 km mit dem Fahrrad gefahren. Das tat gut und am nächsten Tag kann man seine Knochen nicht zählen weil man nichts merkt. Wenn ich eine Stunde auf der Couch sitze und aufstehe merke ich alle Knochen.
Ich wünsche dir eine schöne Woche und freue mich auf dein nächstes Rätsel… oh!! nein, lieber ein Brief.
Liebe
Grüße
Ilona
2026.04.14
Liebe Ilona,
vielen Dank für deine Zeilen – ich musste an mehreren Stellen
schmunzeln.
Die Renovierung stockt im Moment ein wenig. Meine Schwester nutzt
die Gelegenheit erst einmal, um gründlich auszusortieren. Ist ja
auch sinnvoll – am Ende soll ja nicht nur neu eingerichtet werden,
sondern auch wirklich mehr Platz entstehen. Das dauert dann eben
etwas länger, aber dafür lohnt es sich.
Dein „Erlebnisbericht“ mit meinem Rätselbrief hat mir gefallen.
Zwei Stunden am Sonntagvormittag – das nenne ich Einsatz 🙂 Und
genau das, was du beschreibst, ist der Punkt: Man meint, ein Wort
erkannt zu haben, und plötzlich passt der ganze Satz nicht mehr.
Das ist wie ein kleines Denkspiel.
Zu den Kirchenbüchern: Ich glaube auch, dass man das gut
kombinieren kann. Ich würde die Texte fotografieren und dann einer
KI übergeben. Damit sollte ein großer Teil – sagen wir mal zwei
Drittel – automatisch erfasst werden. Und den Rest macht man dann
selbst: genau hinschauen, vergleichen, ein bisschen
„Gehirnschmalz“ einsetzen. Gerade bei diesen alten Handschriften,
wo Buchstaben ineinander übergehen, wird man um Handarbeit nicht
herumkommen.
Dein Ostersonntag klingt richtig schön. Diese Ü-Eier-Tradition
hat etwas – und dass ihr dabei wieder ein Stück weit „Kinder“
werdet, macht es besonders.
Und Bud Spencer… ja, den mag ich auch. Irgendwie ehrlicher als
vieles heute. Da gab es zwar ordentlich „eins auf die Mütze“, aber
keine Toten und kein großes Drama.
Bei mir war das Wochenende auch gut gefüllt:
Am Freitag war mein Sohn mit Familie zu Besuch. Mit den Enkeln
habe ich Karten gespielt – das macht immer wieder Spaß.
Und zusammen mit meiner Ex-Frau war ich beim Plasmaspenden,
während sie Blut gespendet hat – auch eine interessante
Kombination.
108 km an zwei Tagen – da dürfen sich die Knochen ruhig mal
melden 🙂 Wobei es ja oft so ist, wie du schreibst: Während der
Bewegung merkt man nichts, und erst danach kommt der Körper zu
Wort.
Heute ist es hier eher grau und regnerisch. Wenn das so bleibt,
werde ich wohl mit der Bahn zur Plasma-Spende fahren – auch wenn
ich lieber laufen würde. Mal sehen, vielleicht hält das Wetter ja
doch noch durch.
Die letzten drei Tage waren für mich jedenfalls recht
erfolgreich. Als nächsten Schritt möchte ich anfangen, ein wenig
„Werbung“ für meine Sachen zu machen. Wenn ich es schaffe, damit
irgendwann um die 1000 € im Monat zu verdienen, könnte ich auf
Bürgergeld verzichten und wieder als Freelancer arbeiten. Das wäre
genau mein Ziel: ortsunabhängig arbeiten und mit eigener Leistung
mein Geld verdienen.
Ich wünsche dir eine schöne Woche – mit vielleicht etwas Sonne
zwischen deinen Touren.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.04.21
Lieber Jürgen,
und wieder ist eine Woche vorbei. Am Mittwoch war eine Fahrradtour und Donnerstag Waldwandern und Spaziergang mit Freundin. Die Radtour am Freitag bleibt in Erinnerung. Auf der Fähre (es dauert nur 5 min. bis zum anderen Ufer) hat mich ein Mann angesprochen. Seine Fragen waren plump, wie alt ich bin, wo ich wohne (er wollte die Straße wissen, sage ich aber nicht), ob ich alleine lebe und wann er mich besuchen kommen kann. Er ist 77 Jahre alt und "angeblich" hat er ein Haus in Spanien und sucht eine Frau die mitkommt. Meine Antwort war, dass ich nicht die Richtige dafür bin, weil ich nicht fliege und nicht lange verreisen will. Er gab nicht auf und wartete am anderen Ufer mit seinem Auto am Straßenrand. Ich fuhr vorbei und er fuhr langsam ran und sagte, wenn wir uns wiedersehen dann möchte er mich besuchen. Der "Arme", er kann ja nicht wissen dass ein Haus in Spanien bei mir nicht gut ankommt.
Am Samstag haben wir die ca. 600 qm Ackerfläche geschafft eben zu machen. Ihre beiden Söhne waren dabei, das war eine große Hilfe und am Sonntag hatte es geregnet - Zeit zum puzzeln, Wohnung sauber machen, kochen und Fernsehen gucken.
Vorbereitungen für die Renovierung dauert auch seine Zeit. Die meisten Leute können nur ungern aussortieren und weg werfen. Seid ihr vorangekommen mit der Renovierung?
Kennst du eine k
ostenlose KI App die ein Foto mit altdeutscher Schrift übersetzt?
Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig ist genügend Arbeit in deinem Bereich zu finden für einen ganzen Monat. Dafür finde ich Bürgergeld sinnvoll. Gibt es da vielleicht Agenturen die solche Arbeitsaufträge managen?
Im Moment kann man wieder morgens die ISS am Himmel beobachten. Am Mittwoch z. B. in Dresden um genau 05:29:22 Uhr für 6 min, Süd-Ost.
Eben grad hat sich meine Radfahrfreundig gemeldet. Morgen machen wir eine Tour durch Wald und Flur. Ich freue mich drauf und freue mich auch auf einen Brief von dir.
In diesem Sinne liebe Grüße
Ilona
Gesendet:
Dienstag, 14. April 2026 um 10:48
2026.04.23
Liebe Ilona,
vielen Dank für deine Zeilen – da war wieder einiges los bei
dir.
Die Geschichte mit dem Mann auf der Fähre… na ja, sagen wir mal
so: 77, Haus in Spanien – das klingt schon fast nach einer
„Masche“. Gut, dass du klar geblieben bist. Deine Antwort war
genau richtig, und dass du ihm deine Adresse nicht gibst,
sowieso. Manchmal hilft nur ein klares Nein, auch wenn es jemand
nicht gleich akzeptieren will.
600 qm Fläche eben zu machen – das ist eine ordentliche
Leistung. Mit Unterstützung geht es natürlich besser, aber
trotzdem: Das steckt in den Knochen. Da passt der verregnete
Sonntag mit Puzzle und Ausruhen genau dazu.
Bei meiner Schwester ist es im Moment ähnlich wie bei deiner
Freundin: Nachdem wir den Schrank zerlegt haben, ist sie jetzt
mitten im Sortieren. Mein Schwager hat wohl schon einiges in
eine Lagerbox gebracht, aber der eigentliche Prozess braucht
Zeit. Sie wird sich melden, wenn wieder „Manpower“ gebraucht
wird.
Zu den Agenturen: Die mag es geben, aber erstens muss man sie
finden und zweitens ist immer die Frage, ob am Ende auch
vernünftig bezahlt wird. Ich nutze die Zeit im Moment lieber, um
selbst etwas aufzubauen.
Was deine Frage zur KI und alter Schrift angeht: Ich denke, die
meisten aktuellen Systeme – egal ob ChatGPT, Grok, Claude oder
Gemini – sollten auch in der kostenlosen Version schon ganz gut
mit deutscher Schrift klarkommen, wenn das Foto halbwegs
brauchbar ist. Perfekt wird es bei solchen Handschriften
wahrscheinlich nie sein, aber als Unterstützung kann es helfen.
Mein letztes Wochenende hatte auch wieder seine eigene Dynamik:
Deutsche Bahn… auf dem Hinweg war die Oberleitung gerissen, auf
dem Rückweg war die einzige Toilette im Zug kaputt. Irgendwas
ist immer 🙂
Als ich ankam, saßen mein Sohn Michael mit Familie, mein großer
Sohn Bernd mit Freundin und meine Exfrau Bärbel unter dem
Carport und haben gegrillt – ich kam also genau richtig.
Ein Tag war wunderschön: Wir haben eine Folienabdeckung fürs
Hochbeet gemacht und ein Regal aus Brettern gebaut, um Holz zu
stapeln.
Am nächsten Tag dann das komplette Gegenteil – Dauerregen.
Und ich gebe zu: Mit Milchreis, Zucker, Zimt und Apfelmus kann
man mich kaufen 😉 Allein dafür hat sich die Reise schon
gelohnt.
Unter der Woche ging es gleich weiter: Dienstag war ich wieder
zur Plasma-Spende. Mittwoch im Krankenhaus – dort wusste
allerdings niemand etwas von einem Termin für das rechte Auge
meines Bruders. Also bin ich heute noch einmal zum Augenarzt, um
nachzuhaken. Die Überweisung liegt seit dem 18.02. vor. Morgen
gehe ich wieder ins Krankenhaus, diesmal mit den Unterlagen in
der Hand – und anschließend wahrscheinlich wieder zur
Plasmaspende.
Die Temperaturen sind inzwischen deutlich angenehmer geworden –
so kann es gern weitergehen.
Ich wünsche dir für deine Tour morgen eine gute Fahrt und vor
allem schönes Wetter. Genieße es.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.04.28
Lieber Jürgen,
du verstehst dich gut mit deiner Exfrau und deinen Kindern und eine Zusammenarbeit ist bei euch auch möglich.
Das finde ich sehr gut. Soetwas kommt eher selten vor.
Seit 5 Jahren habe ich kein Auto mehr und fahre mit Bus und Bahn. Das was du über die Bahn schreibst kann ich nur
bestätigen.
Als ich bei Bauer Dirk 2 Jahre lang gewohnt habe, kannte er auch Milchreis wie du es beschreibst. Meine Beilage zum Milchreis ist nicht Apfelmus. Milchreis mit Zimt/Zucker und gebratene dickere Scheiben Salami. Das fand Dirk lecker und wollte es so samstags essen immer im Wechsel mit Kartoffelpuffer mit Zucker. Für mich gibt es nur bei Eierkuchen Apfelmus dazu.
Hat es jetzt beim Augenarzt mit deinem Bruder geklappt?
Bei mir stehen schon 2 Tomaten- und 2 Gurkenpflanzen in der Stube auf der Heizung. Sie werden in große Töpfe auf dem Balkon gepflanzt.
Meine Tage bestehen im Moment aus puzzeln und Fahrradtouren. Am Freitag mache ich eine lange Tour. Es werden bestimmt 90 km. Das lenkt mich ab um nicht nachzudenken, dass an Feiertagen alle mit der Familie zusammen sind.
Dankschön, für deine Fotos. Ein kleiner Einblick in deinem Leben. Mit dem Foto vom blühenden Baum kann ich mithalten. Habe auch so eine schöne Aussicht :-)) und dann schicke ich dir noch ein Foto von der weitsichtigen Landschaft hier.
Ich wünsche dir einen schönen 1. Mai und viel Sonnenschein.
Liebe Grüße
Ilona
2026.05.01
Liebe Ilona,
sicher wartest du schon auf eine Antwort.
Ich freue mich immer über Post – und ich werde auch jede
beantworten, auch wenn es manchmal ein wenig dauert.
Deine Zeilen habe ich wieder gern gelesen. Dass du das mit meiner
Ex-Frau und den Kindern ansprichst, freut mich. Es ist nicht
selbstverständlich, aber ich finde, es macht vieles leichter, wenn
man respektvoll miteinander umgeht.
Deine Kombination mit Milchreis und Salami hat mich überrascht 🙂
– aber genau solche kleinen Eigenheiten machen es ja interessant.
Ich bleibe wohl bei Milchreis mit Zimt, Zucker und Apfelmus, aber
neugierig gemacht hast du mich schon.
Was du über deine 90-km-Tour schreibst, kann ich gut verstehen.
Bewegung hilft, den Kopf frei zu bekommen. Und ja – Feiertage
können auch ihre ruhigen Seiten haben. Vielleicht ist es genau
dann gut, sich bewusst etwas Eigenes zu schaffen, so wie du es mit
deinen Touren machst.
Deine Pflanzen auf dem Balkon klingen nach einem guten Plan.
Tomaten und Gurken – das hat etwas Bodenständiges. Und die Fotos
haben mir gefallen, gerade der Blick in die Landschaft.
Bei mir ist im Moment einiges los. Ich arbeite intensiv an drei
Projekten, und mein Fokus liegt gerade sehr darauf. Der
Hintergrund ist ganz einfach: Im Moment bekomme ich 563 €
Bürgergeld im Monat – das reicht nicht, um ohne Probleme in der
Dominikanischen Republik mit meiner Frau zu leben.
Ab Januar 2027 werde ich etwa 750 € Rente bekommen. Das würde
fast reichen, aber da kommen ja noch Dinge wie Flüge dazu. Früher
bin ich für etwa 1200 € hin und zurück geflogen – ich bezweifle,
dass das heute noch realistisch ist.
Im September muss ich meine Rente beantragen, und da gibt es zwei
Möglichkeiten:
Entweder ich schaffe es, mir zusätzlich mindestens 500 € im Monat
zu erarbeiten – dann kann ich die Rente als Auslandsrente
beantragen und bei meiner Frau leben.
Oder ich schaffe es nicht – dann muss ich die Rente hier in
Dresden beantragen, was bedeuten würde, dass ich meine Frau
längere Zeit nicht sehen kann. Das gefällt mir natürlich überhaupt
nicht.
Deshalb arbeite ich im Moment so konzentriert an meinen
Projekten. Das ist für mich gerade mehr als nur Beschäftigung – es
ist eine Weichenstellung.
Nebenbei läuft das „normale Leben“ weiter:
Mit meinem Bruder ist es noch etwas zäh. Im Krankenhaus wusste man
nichts von einem Termin. Die Augenärztin hatte zwar schon im
Februar eine Überweisung geschickt, hat sie mir jetzt aber noch
einmal ausgedruckt. Ich soll im Sekretariat anrufen – vier
Versuche bisher ohne Erfolg. Nächste Woche probiere ich es wieder.
Gestern war ich zum zehnten Mal beim Plasma-Spenden. Danach bin
ich wieder zu Bärbel gefahren – diesmal lief die Bahn ganz ohne
Probleme. Bis Sonntag werde ich mich dort ein wenig im Garten
„austoben“. Ich habe heute Morgen auch ein Foto gemacht: 5:40 Uhr
Und natürlich schreibe ich auch meine Briefe weiter – das gehört
inzwischen einfach dazu.
Ach ja: Gestern gab es Linseneintopf – damit kann man mich
übrigens auch gut begeistern 🙂
Ich wünsche dir einen schönen 1. Mai, viel Sonne für deine Tour –
und vor allem, dass du dich dabei gut fühlst.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.05.03
Lieber Jürgen,
natürlich warte ich auf eine Antwort 😊 und du antwortest immer in den nächsten Tagen. Ich freue mich sehr darüber. Da bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen, weil ich immer länger brauche um zu antworten.
Danke, dass du mir einen tieferen Einblick in deine finanziellen Situation gegeben hast. Mit Bürgergeld auskommen ist nicht leicht. Ich dachte, dass deine Frau bei dir lebt, aber es ist ja komplizierter als ich angenommen habe. Den Rentenantrag beantragen habe ich schon seit 3 Jahren hinter mir. Meine Rente ist auch nicht viel, aber durch die Witwenrente komme ich gut aus.
Das Leben bei deiner Frau ist bestimmt nicht so teuer wie in Deutschland. Könntest du mit deiner Rente bei deiner Frau gut auskommen?
Jetzt ist für ein paar Tage schlechtes Wetter angesagt und da kann ich mich vom Fahrradfahren ausruhen. Am Mittwoch wollten wir 4 Mädels nach Leipzig fahren, aber es wird wegen dem Wetter nichts werden. Wir suchen uns einen neuen Tag aus, es wird auf jeden Fall gemacht.
Auf deinem Foto sind viele Pflanzen zu sehen, die auch darauf warten gepflanzt zu werden. Zwei Wochen ungefähr dauert es noch bis sie raus können.
Linsensuppe 😃 ist auch was Gutes. Leider
koche ich das nicht oft. Ab und zu koche ich den ganzen Nachmittag auf Vorrat z. B. Kartoffelsuppe, Weiße Bohnen, Möhrensuppe, Kotelett, Rippchen und Rolladen. Das wird portionsweise eingefroren.
Vor ein paar Tagen hatte eine Freundin gefragt warum ich nicht Bescheid sage wenn ich Radtouren mache. Ich habe mich entschuldigt und gesagt, dass ich es vergessen habe. Am Samstag schrieb ich, Sonntag mache ich eine Tour. Sie hatte keine Zeit und am Sonntag habe ich geschrieben, dass ich eine Tour am Montag mache. Sie hatte keine Zeit. Das finde ich nicht schlimm. Sie schrieb dann, dass es so rum nicht klappt und sie mir Bescheid gibt und mich fragt. Schwupps, war ich aus der Sache raus.
Ich wünsche dir eine gute Nacht.
Liebe Grüße
Ilona
P.S. Auf den Bildern möchte ich dir zeigen was ich so alles alleine mache. Habe tapeziert und die Schränke aufgebaut und das andere Foto zeigt, dass ich Bretter besorgt habe und für den Garten daraus einen Zaun gezaubert habe.
Gesendet:
Freitag, 1. Mai 2026 um 06:28
2026.05.10
Liebe Ilona,
danke für deine Zeilen. Und nein – du musst kein schlechtes
Gewissen haben, wenn du etwas länger zum Antworten brauchst. Ich
freue mich über jede Nachricht von dir, egal wann sie kommt.
Ja, das Leben mit meiner Frau ist tatsächlich etwas
komplizierter, als es vielleicht zuerst wirkt. Aber ich denke, die
Rente wird in der Dominikanischen Republik grundsätzlich
ausreichen. Was schwieriger wird, sind eher die regelmäßigen Flüge
hin und zurück. Darüber mache ich mir aber nicht zu viele Sorgen.
Sobald ich in Rente bin, kann ich ja problemlos wieder etwas
dazuverdienen. Auf den alten Spruch „Die Rente ist sicher“ habe
ich mich ohnehin nie wirklich verlassen 🙂 Und eine kleine
Notreserve gibt es natürlich auch.
Heute und morgen werde ich wahrscheinlich wieder von früh um
sechs bis abends gegen zehn vor dem Rechner sitzen – nur
unterbrochen durch den Hin- und Rückweg zu meinem Bruder und
morgen noch durch einen Einkauf bei Aldi und Lidl. Ich muss also
bewusst für Bewegung sorgen, damit mein Hintern nicht breit, mein
Bauch nicht rund und mein Gehirn nicht komplett zum Computer wird
😉
Am Dienstag habe ich erst einen Zoom-Termin mit dem Jobcenter.
Dort wollen sie meinen aktuellen Status überprüfen. Danach geht es
weiter zum Hörzentrum. Und damit ich diese Woche auch etwas
„Handfestes“ tue, werde ich mich wieder bei Bärbel anmelden und
ihre alten Dachfenster in ein kleines Gewächshaus verwandeln.
Solche praktischen Sachen tun mir gut als Ausgleich.
Gestern war ich übrigens bei dem jährlichen Freundschaftstreffen
der OCG (Organische Christus-Generation) – erreichbar über
OCG.life
Ich war bei einer Familie eingeladen mit zwei Jungen und zwei
Mädchen. Was mich dort beeindruckt hat: Sie leben etwas, das
meiner Meinung nach in Zukunft wieder sehr wichtig wird –
Familien-Netzwerke. Bei ihnen kommt das stark aus dem christlichen
Hintergrund. Ich selbst denke dabei eher an unsere kommende
KI-Zeit. Je technischer und anonymer vieles wird, desto wichtiger
werden stabile menschliche Beziehungen und gegenseitige
Unterstützung.
Erst Hitze, jetzt kalt und nass – das Wetter weiß im Moment wohl
selbst nicht, was es will. Ich denke aber: Eigentlich ist es
trotzdem gutes Fahrrad-Wetter. Ein bisschen Regen gehört eben
dazu.
Deine Vorratsküche klingt übrigens sehr vernünftig. Gerade solche
Dinge wie Kartoffelsuppe, Bohnen oder Rouladen schmecken oft am
zweiten Tag sogar noch besser.
Und dein Zaun-Projekt sowie das Tapezieren zeigen wieder etwas,
das ich an dir mag: Du wartest nicht darauf, dass jemand etwas für
dich macht, sondern packst selbst an.
Ich wünsche dir ein paar ruhige Tage mit vielleicht doch noch
etwas Sonne zwischen den Wolken.
Herzliche Grüße
Jürgen
Sehr schöne Arbeit, im Haus und Garten 🙂👍
2026.05.15
Lieber Jürgen,
vielen Dank für deine Nachricht, deine Ausdauer mir zu schreiben und für deine passenden, aufbauenden Worte. Ich freue mich auch immer über eine Nachricht von dir.
Du hast mich wieder zum Lachen gebracht mit deinem Satz "...damit mein Hintern nicht breit, mein Bauch nicht rund und mein Gehirn nicht komplett zum Computer wird", das habe ich so noch nicht gehört. Früher wurde gesagt, wenn man zu viel Fernsehen guckt, bekommt man viereckige Augen. Das ist nie eingetroffen aber deine Bemerkung "Gehirn nicht komplett zum Computer wird" finde ich, da ist was wahres dran. Nun nicht wörtlich genommen aber in Hinsicht mit einer Sucht schon.
Wenn du von den Arbeiten im Garten schreibst, merke ich, dass mir solche handwerklichen Sachen fehlen. Vielleicht klappt es ja mit dem Umzug in die andere Wohnung, eine Etage tiefer bei mir im Aufgang, dann habe ich eine Menge zu tun. Den Umzug, wie soll es anders sein, werde ich mit meinem Fahrradanhänger selber machen. da passt so einiges rein, ich brauche es nicht tragen und bruchsicher braucht man es eh nicht verpacken. Mal schauen und beobachten ob es klappt.
Über eine Organische Christus-Generation habe ich noch gar nichts gehört. Wahrscheinlich weil ich hier ländlich wohne und einiges nicht so verbreitet ist. Ich finde schon zur DDR Zeit wurde uns das Zusammenleben mit der Familie genommen und bei der Übernahme der DDR von der BRD wurde es viel schlimmer. Es hat Vor- und Nachteile. Nach dieser Organisation habe ich mal google gefragt. Da wird unter anderem geschrieben, dass sie angeblich Corona-Mythen verbreiten. Google schreibt 2026 tatsächlich immer noch von einem Myhtos.
Das ich es selber anpacke hat natürlich einen Hintergrund. Als Kind hatte ich keine Aufmerksamkeit von meiner Familie bekommen und hatte keinen Ansprechpartner und so war ich auf mich gestellt. Als ich letzte Woche mit meiner Fahrradfreundin eine Radtour gemacht habe (72 km 😊) hatte sie sich dem Wetter entsprechend nicht richtig angezogen. Eine extra dünne Jacke hab ich immer im hinteren Fahrradkorb dabei und gab sie ihr und als sie ihr Fahradschloss zum wiederholtem mal nicht aufgeschlossen bekommen hat, habe ich es getan. Man musste es nur beim aufschließen etwas reindrücken. Da merke ich dann wie unbeholfen Frauen sind die sich auf ihren Mann verlassen. Das macht mich traurig, da ich mich immer nur auf mich verlassen musste.
Endlich sind die Eisheiligen zu Ende und nachts wird es wärmer. Da kann ich die Tomaten- und Gurkenpflanzen in ein paar Tagen rausstellen. Im Wohnzimmer riecht es nicht so gut wegen der Pflanzerde.
Gedanklich beschäftigen mich viele Themen und im Internet bekommen ich antworten. In dem Gartenverein hatte auch ein Alstrophysiker einen Garten und wir kamen ins Gespräch. Eine Frage beschäftigte mich immer wieder und da habe ich ihn gefragt wie das ist mit der Unendlichkeit vom Weltall. Eine für mich befriedigende Antwort hat er mir gegeben. "Stell dir einen Ball vor und eine Ameise läuft immer auf dem Ball rundrum. Sie weiß nicht, dass es ein Ball ist und das sie unendlich rum läuft. Außerdem weiß sie nicht, dass etwas Größeres (ein Mensch) da ist der den Ball hällt. Und wir Menschen können auch nicht wissen wie viel Größeres es gibt. Darum sollte man nicht nach dem Unendlichen nachdenken.
Ich hoffe, du hattest gestern einen schönen Herrentag.
Liebe Grüße
Ilona
2026.05.23
Liebe Ilona,
diesmal musstest du ziemlich lange auf eine Antwort warten, aber
die Woche war ungewöhnlich voll. Trotzdem freue ich mich immer
über deine Nachrichten – und deine Gedanken regen mich oft selbst
zum Nachdenken an.
Deine Beschreibung mit dem Fahrradschloss und der Jacke zeigt
etwas sehr Typisches: Du bist es gewohnt, selbst Lösungen zu
finden. Das hat sicher mit deiner Vergangenheit zu tun, aber es
ist heute eben auch eine Stärke. Viele Menschen verlernen solche
Selbstständigkeit, wenn immer jemand da ist, der alles übernimmt.
Die Sache mit dem Weltall fand ich interessant. Die Erklärung mit
der Ameise auf dem Ball ist sicher eine der positiven und
beruhigenden Sichtweisen. Ich selbst denke allerdings weniger über
das Weltall nach, sondern eher über Fragen wie „ewiges Leben“,
Geist, Materie oder Reinkarnation. Also eher darüber, ob
Bewusstsein vielleicht mehr ist als nur das, was wir im Alltag
wahrnehmen.
Den Herrentag habe ich übrigens gut überstanden 🙂
Mittags war mein großer Sohn Bernd mit seiner Freundin da. Sie
hatte ein richtig schönes Mittagessen mitgebracht. Nachmittags kam
dann mein mittlerer Sohn Michael zum Kaffeetrinken vorbei. Er
wollte später noch losziehen, kam aber bald wieder zurück, weil es
zu kühl wurde und Regenschauer kamen. Und am Abend hatte ich noch
ein längeres Telefongespräch mit meinem jüngsten Sohn Torsten.
Also insgesamt ein sehr familiärer Tag.
Dienstag ging es nach der Plasma-Spende wieder zu Bärbel.
Eigentlich wollte ich dir während der Bahnfahrt schreiben. Zwei
Stunden Zeit – dachte ich jedenfalls. Aber die Bahn hatte wieder
ihre eigenen Ideen und einfach drei Wagen „eingespart“. Dadurch
bekam ich nur einen Platz am Gang, während die Leute dicht
gedrängt im Gang standen. Da habe ich den Laptop lieber gar nicht
erst ausgepackt. So viel zu einem guten Plan.
Bei Bärbel habe ich weiter an dem zukünftigen Gewächshaus gebaut.
Sie hatte kostenlos fünf schwere Dachfenster bekommen und wollte
sie sinnvoll nutzen. Außerdem lagen noch Holzbalken vom alten
Carport herum. Die Herausforderung: Jeder Balken ist verzogen oder
leicht verdreht. Man kann also nichts einfach vorbereiten. Jedes
Teil muss einzeln angepasst werden. Und genau dabei vergeht die
Zeit erstaunlich schnell. Am Donnerstag ging es zurück – und
diesmal verlief die Bahnfahrt tatsächlich problemlos. Nächste
Woche wollen wir Dach und Tür angehen.
Gestern war ich dann noch bei meiner Schwester. Dort habe ich
einen dreitürigen Schlafzimmerschrank abgebaut und anschließend
einen Stoffschrank mit gefühlt hundert Kleinteilen aufgebaut. Das
hat natürlich länger gedauert als gedacht.
Und jetzt bin ich bis Montag fast durchgehend zum Mittagessen
eingeladen – bei strahlendem Sonnenschein. Das lässt sich
aushalten 🙂
Ich wünsche dir, dass deine Tomaten und Gurken bald auf den
Balkon umziehen können und sich dort genauso wohlfühlen wie du auf
deinen Fahrradtouren.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.05.30
Lieber Jürgen,
dass du so tief mit Gedanken und Fragen über das ewige Leben, Geist, Materie und Bewusstsein gehst, hätte ich nicht erwartet. Das es etwas "Höheres" gibt habe ich in dem Beispiel von der Ameise und dem Ball beschrieben. Ich nenne es nicht Gott. Wenn ich es gedanklich anspreche, dann ist es in meiner Vorstellungskraft ein Universum was da lenkt. Es gab einige Erlebnisse die darauf schließen. Z. B. eine Bekannte traf ich und sie sagte ihren Sohn gibt es nicht mehr. Mir kamen die Tränen und fragte was passiert ist. Sie meinte, dass er jetzt bei der Oma lebt. Ich war gedanklich wütend, dass sie sich falsch ausgedückt hat und ich
deswegen
dachte er wäre tot. Nun bekam ich einen Blitzgedanken, dass der Sohn jung stirbt und ein paar Jahre später ist er bei einem Autounfall mit 18 Jahren gestorben. Ich kann auch das Universum um etwas bitten. In meiner Zeit, so vor 20 Jahren, war ich auf der Suche nach einem Partner. Ich merkte, wenn ich daran zu tiefst denke, ein Busfahrer wäre gut, war es beim nächsten Kaffeetrinkentreffen mit einem Mann ein Busfahrer. So geschehen war es öfters. Das Universum geht aber nicht so weit, dass es ein Mann ist der mir gefällt.
Deine Fotos vom Gewächshaus und vom Stoffschrank haben mir gefallen. Das wird ein richtiges gutes und stabiles Gewächshaus und so ein Stoffschrank aufbauen ist nicht so einfach, da es nicht zu vergleichen ist wie das Aufbauen von normalen Schränken.
Gestern habe ich eine Tagesbusreise zum Wörlitzer Park mitgemacht. Die Parkführung war sehr interessant und die Gondelfahrt auf dem Wasser war sehr schön. Zwei Tage zuvor war mein Sohn und ich mit dem Zug nach Potsdam. Wir hatten einen schönen Tag.
Ich hoffe, dass es dir gut geht.
Liebe Grüße
Ilona
Gesendet:
Samstag, 23. Mai 2026 um 09:05
2026.06.07
Liebe Ilona,
erst einmal danke für deine Zeilen. Du musstest diesmal
ungewöhnlich lange auf eine Antwort warten. Ich habe tatsächlich
mehrmals angefangen zu schreiben, bin aber jedes Mal nicht bis zum
Ende gekommen. Irgendetwas kam immer dazwischen.
Deine Gedanken über das Universum und diese besonderen Momente im
Leben finde ich interessant. Ob man es nun Gott nennt, Universum
oder einfach etwas Größeres, das wir nicht verstehen – viele
Menschen haben Erlebnisse, die sie nicht rein rational erklären
können. Ich höre mir solche Geschichten gern an, auch wenn ich oft
nach einer anderen Erklärung suche.
Mich beschäftigen dabei eher Fragen wie: Was ist Bewusstsein
eigentlich? Was passiert nach dem Tod? Gibt es so etwas wie einen
Geist unabhängig vom Körper? Oder vielleicht sogar etwas wie
Wiedergeburt? Das sind Themen, auf die vermutlich niemand eine
endgültige Antwort hat. Trotzdem finde ich sie spannend.
Über deine Bilder vom Wörlitzer Park und von Potsdam habe ich
mich gefreut. Es ist schön, wenn man sich solche Tage gönnt. Oft
bleiben gerade diese einfachen Ausflüge länger in Erinnerung als
große Ereignisse.
Bei mir ist im Moment der Wochenrhythmus ziemlich festgelegt.
Jeden Dienstag und Freitag gehe ich zur Plasma-Spende. Nach der
Dienstagsspende fahre ich meistens zu Bärbel und bleibe dort bis
Donnerstag. In den letzten Wochen haben wir weiter an dem
Gewächshaus gearbeitet. Aus alten Dachfenstern entsteht nach und
nach etwas Neues. Es macht Spaß zu sehen, wie aus einzelnen Teilen
langsam etwas Ganzes wird.
Dadurch bleiben mir für meine eigenen Projekte im Wesentlichen
Samstag, Sonntag und Montag. Das klingt zunächst wenig, aber es
ist für mich in Ordnung. Wenn ich wollte, könnte ich das jederzeit
ändern.
In den nächsten Tagen werde ich außerdem meinen Flug in die
Dominikanische Republik buchen. Ich freue mich darauf, meine Frau
wiederzusehen. WhatsApp ist praktisch, aber irgendwann möchte man
einen Menschen nicht nur auf dem Bildschirm sehen, sondern auch
wieder in den Arm nehmen können.
Heute treffe ich mich mit Marion. Wir haben von 1977 bis 1979
gemeinsam in Dresden bei Pentacon gelernt. Damals waren wir sechs
Jungen und ein Mädchen in der Ausbildungsgruppe. Sie hat mich am
Freitag angerufen, und nun sind fast fünfzig Jahre vergangen. Ich
bin selbst gespannt, was wir uns nach so langer Zeit alles zu
erzählen haben.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und viele angenehme
Gedanken bei deinen nächsten Fahrradtouren.
Herzliche Grüße
Jürgen
2026.06.14
Lieber Jürgen,
vielen Dank für deine Mail.
Auch du musstest leider etwas warten auf eine Antwort von mir. Es ist keine Absicht. Zuerst überlegt man, was könnte man schreiben und antworten, gibt es was Besonderes zu schreiben und dann braucht man den „besonderen“ Zeitpunkt und die Muse zu schreiben.
4 Tage war ich mit meiner Schwägerin verreist nach Würzburg. Danach musste ich mich von ihr erholen. Die Stadt bietet viele Sehenswürdigkeiten. Es war sehr interessant, beeindruckend und schön.
Ich möchte gar nicht alles schreiben was ich „falsch“ gemacht habe, nur ein paar Beispiele. Vom Hotelzimmer aus hatten wir eine super Aussicht zur Festung Marienberg. Meine Schwägerin meinte, dass wir dort, zur Residenz, am nächsten Tag rauf wandern. Sie wiederholte sich ein paar mal, dass wir das morgen machen. Sie erwähnte auch, dass es nicht die Residenz ist, sondern der Marienberg. Am nächsten Tag gingen wir los und ich meinte, dass das nicht der Weg zum Berg ist. Daraufhin meinte sie, dass sie gesagt hat wir gehen doch heute zur Residenz. ??? Solche Situationen gab es einige in den 4 Tagen. Am Abend meinte sie, dass ich es gar nicht schaffe da hoch zu wandern, das schaffst du nicht, das machst du nicht, weil es zu steil ist. Daraufhin sagte ich zu ihr, dass wir morgen ab Mittag uns trennen und jeder sein Ding macht. Ich werde alleine zum Marienberg hoch wandern.
An einem Vormittag waren wir die Stadt erkunden und sie wollte die schönen Gebäude fotografieren und ich ging zu Galeria Kaufhof um mich zu erkundigen ob es Geschirr oder Gläser gibt. Diese Abteilung lag im Kellergeschoss. Am nächsten Tag wollte sie auch dort hin um Wein zu kaufen. Sie müsse ins Kellergeschoss runter, da dort der Wein steht. Da ist auch das Geschirr sagte ich zu ihr. Doch sie sagte, dass stimmt nicht. Ich kann gar nicht im Kellergeschoss gewesen sein, da es so was im Kellergeschoss nicht gibt. Nachdem sie gesehen hatte, dass es doch so ist, meinte sie nur „Da steht ja doch Geschirr.“.
Außerdem hat sie mich ein paar mal an der Straßenhaltestelle auf der Bank „geparkt“ um ein paar Fotos zu machen, das dann so 30 Minuten gedauert hat.
So richtig hat es nicht mit uns geklappt. Gespräche gab es wenig. Sie hat die 4 Tage mehr am Handy, auch beim Frühstück, und Tablet verbracht. Ich war so enttäuscht und musste mich wirklich von dem Ganzen erholen. Ich fühlte mich bevormundet, behandelt wie ein Kind, habe ich alles falsch gemacht? Da hatten eine studierte hochintelligente und eine Dumme, die immer dümmer wurde bei jedem angeblichen Fehler eine Reise gemacht. Für mich was es das erste Mal und letzte Mal.
Deine Fragen nach dem Bewusstsein, was passiert nach dem Tod, Wiedergeburt und Geist unabhängig vom Körper, finde ich auch spannend. Ja, es kann keiner beantworten aber bestimmt stellen sich alle die Fragen. Da ich das „Universum“ um etwas bitten kann, habe ich auch versucht mal ein Zeichen von meiner verstorbenen Zwillingsschwester zu bekommen, aber es gab da keine Anzeichen. Irgendwie denke ich aber, dass das nicht geht und dennoch die Seele nicht stirbt. Ich würde gern wissen wo die Seele von bösen Menschen hinkommt und wo die Seele von sogenannten guten Menschen hinkommt. Bleibt die Seele dann böse oder wird sie gut? Eine Hölle gibt es für mich nicht.
Deine Sehnsucht nach deiner Frau kann ich nachvollziehen. Hoffentlich klappt es mit dem Flug. Hast du deine Marion von der Ausbildungsgruppe getroffen und wieder erkannt? Wie war das Treffen?
Liebe Grüße
Ilona
P.S.:
Ein Foto von der Gurkenpflanze auf dem Balkon und ein Unterwegs-Foto von meiner geliebten Fahrradtour.
2026.06.25
(kein Text)
2026.06.29
Lieber Jürgen,
vielen Dank, dass du mir wieder geschrieben hast. Ich habe mich darüber sehr gefreut.
Deine aufbauenden Zeilen über die Reise haben mir sehr geholfen. Drei Freundinnen konnte ich es auch erzählen und mit der google KI habe ich lange geschrieben. Da wird schon geschrieben was man lesen will, ich habe aber auch hinterfragt und es wurde geschrieben wie ich mich fühle und da habe ich mich verstanden gefühlt. Die Tränen sind geflossen und danach konnte ich es ruhen lassen. Du hast auch die passenden Worte, wenn ich dir etwas trauriges schreibe, danke dafür. Ich schätze es sehr.
Deine Vorstellung über ausgeprägte Wahrnehmungen finde ich gut. Das du da nicht gleich abblockst, sonders dir Gedanken machst, spricht für dich. Ja, so etwas kann man nicht erzwingen. Wie du schon geschrieben hast, erfüllt sich der Wunsch später, vielleicht nach ein paar Tagen. Drauf warten ist keine gute Idee.
Schön, dass du eine gute Zeit mit Marion hattest. Sich mit einer Person gut unterhalten ist immer eine Bereicherung.
Wir 4 Mädels hatten wieder einen Termin gefunden und wollten nach Leipzig fahren. Am Abend zuvor guckte ich in die App nach der Zugverbindung und es war schrecklich. 3 mal Zugumstieg und 2 mal Busumstieg. Eigentlich brauchen wir nur einmal umsteigen. Da war klar, dass wir das nicht machen werden und nun ist alles wieder auf Anfang.
Deine Woche war ja wieder voll gepackt mit Terminen und Hilfsbereitschaften. Bei dem Ausbuddeln des Kirschbaumes war ich neidisch geworden. So etwas habe ich immer gern gemacht wenn ich einen neuen Garten genommen habe.
Am letzten, noch erträglichen Tag, war ich schon um 8-12 Uhr unterwegs mit dem Fahrrad. Die Temperaturen waren da noch gut, kein Wind und der Fahrtwind war angenehm.
Heute ist endlich die Hitze vorbei. Bei 26 Grad fahre ich noch Fahrrad um die Mittagszeit. Von Freitag bis Sonntag war ich zu Hause. Die Hitze war kaum auszuhalten. In der Wohnung hatte ich am Samstag und Sonntag 31 Grad. Die Blumen, Gurken- und Tomatenpflanzen auf dem Balkon brauchten jeden Tag Wasser. Täglich verbrauche ich dann 25 Liter.
Morgen gehe ich wieder mit meine Freundin Alex bei Edeka frühstücken. Letzte Woche Montag war ich mit der anderen Freundin Bianka in Klaistow zum Spargel-Buffet essen. Leider ist mein Geschmackssinn wieder runter auf 10 Prozent. Das einzige was ich geschmeckt habe war die Heidelbeer-Limonade.
Ich weiß nicht genau auf welcher Reise ich in einem Fahrradgeschäft einen Fahrradhelm anprobiert habe der mir gefallen hat. Es könnte Dresden gewesen sein. Das Geschäft war nicht wie die meisten Geschäfte sind. Wenn man reinkommt geht man gleich eine steile Treppe hoch. In der ersten Etage war ein großer Pool wo man das Paddeln ausprobieren kann. Die Treppen dann weiter hoch war die Fahrradabteilung. Kennst du das Geschäft? Wann ja, könntest du mir den Namen von dem Geschäft sagen? Dann könnte ich nach dem Sortiment der Fahrradhelme googeln.
Ich hoffe, du konntest die Reise buchen. Wie lange habt ihr euch nicht mehr gesehen?
Liebe Grüße
Ilona
2026.07.04
(kein Text)
2026.07.12
Lieber Jürgen,
vielen Dank für deine Zeilen. Gespannt lese ich sie dann. Ich nehme dir nicht über, dass du mal länger Zeit brauchst zum Schreiben. Es ist schön eine Brieffreundschaft zu haben.
Heute ging es mir ähnlich wie dir. Den ganzen Tag schob ich einen Brief schreiben an dich immer zu weiter. Jetzt, heute Abend fange ich an zu schreiben und da meldet sich mein Sohn mit Sprachnachrichten und Videos. Kommt nicht so oft vor, aber er war Kitesurfen an der Nordsee das erste Mal und da hat er mir beeindruckende Videos geschickt.
Deine Störungen waren gravierender. Konntest du alles aufklären?
Du hattest recht, es ist das Sportgeschäft Globetrotter, leider konnte ich nichts über die Fahrradhelme herausfinden.
Ich bin gerade von Bamberg zurück. 3 Tage haben gereicht. Die Stadt hat mir nicht so gefallen, aber die Tage dort waren sehr schön. Wir haben viel unternommen, die Stadt, zum Michelsberg hoch gewandert, Eis essen (sehr wichtig :-))) und am Abend Cuba Libre an der Bar.
Ich habe dir etwas voraus… ich bin schon im Frühjahr 66 Jahre alt geworden.
Am Freitag kam im Fernsehen eine weitere Folge von 99 – Wer schlägt sie alle?. Die davor hatte ich auch gesehen und am 17.07. ist das Finale. Ich finde die Sendung spannend und am Freitag und Samstag war ich wieder mit dem Fahrrad unterwegs, jeweils 4 Stunden a 65 km. Diese Woche wird es wieder heiß. Die Freundin, mit der ich in Bamberg war, ist jetzt die ganze Woche verreist und ich werde in ihrem Garten alles gießen und ich kann ernten was ich möchte, Kohlrabi, Gurken, Heidelbeeren und mal sehen was noch so reif ist.
Die nächsten Reisen sind dann noch 1 Tag nach Warnemünde und 3 Tage zu meinem Sohn. Wenn du dich vielleicht jetzt wunders, dass ich nichts über meine Tochter schreibe, so hat es seinen Grund. Sie möchte so gut wie keinen Kontakt. Es waren 2 x ein halbes Jahr dann 3,5 Jahre und jetzt nach einem Jahr Kontakt wieder 1 Jahr wo sie sich ohne Worte nicht meldet. Jedes mal suchte ich den Kontakt herzustellen, aber dieses mal tut es nicht mehr so weg. Ich kann nur vermuten warum sie das macht, aber darüber nachdenken will ich nicht mehr.
Ich wünsche dir eine gute Woche.
Liebe Grüße
Ilona
2026.07.14
(kein Text)
2026.07.19
Lieber Jürgen,
vielen Dank für deine Nachricht. Du hast sehr schnell geantwortet. Zufällig guckte ich in meinem Postfach und habe mich sehr gefreut.
Von Dresden nach Briesen ist es kein Katzensprung. Du hast bestimmt ein Deutschlandticket? In Briesen war ich auch schon zwei mal zum
Waldweihnachtsmarkt. Schön, dass ihr einen Ausflug zum Spreewald gemacht habt. Diesen Wunsch hatte ich mir im vergangenen Jahr erfüllt. Vor vielen Jahren, als meine Kinder noch Kinder waren, sind wir da gewesen und nun wollte ich es noch mal sehen. Alles hat sich verändert nur die Spreewaldkähne sind noch so geblieben. Das war sehr entspannend.
Ketogene Ernährung musste ich erstmal googeln. Das kenne ich, wusste aber nicht, dass es so heißt. Trennkost habe ich schon oft gemacht. Da wird entweder Kartoffeln mit Gemüse oder Gemüse mit Fleisch gegessen. Das belastet nicht so den Magen. Ich denke mal, um dein kleines Bäuchlein loszuwerden brauchst du keine 3 Monate. Trotzdem, Hochachtung! wenn du 3 Monate es durchziehst. Vielleicht gefällt es dir und du bringst es in deine Ernährung mit ein.
Die Aussage von dir "Eine Tür kann man offen lassen - hindurchgehen muss der andere Mensch selbst." ist super. Wie du es gemerkt hast bin ich an diesem Punkt angelangt. Wenn sie sich jetzt nach einem Jahr melden würde, bin ich noch nicht bereit sie sehen zu wollen.
Die Chronik der Waldwanderer ist jetzt wieder auf dem neuesten Stand und die Datenschutzerklärung ist genehmigt. Eine kleiner Zusatz fehlte noch. Nun kann es an alle Mitglieder zur Unterschrift verteilt werden.
Meine Schule hatte "Geburtstag", zu den Feierlichkeiten war ich hin gewesen. Das ist natürlich schön, wenn man Lehrer und Bekannte wiedersieht. Durch Zufall lernte ich eine Frau kennen, die mir erzählt hat, dass meine Mutter den Zwillingskinderwagen von ihrer Mutter bekommen hatte. Meine Schwester und ich waren also in den selben Kinderwagen 😀
Gestern und heute hat es sich so ergeben, dass meiner Freundin Alex mich mitgenommen hat zum Eis essen. Gestern in Magdeburg im Alleecenter und heute mit dem Auto nach Jerichow. Meine Tomaten werden jetzt auf dem Balkon langsam rot. Dieses Jahr klappt das mit der "großen" Ernte. Es sind viele dran. Das Wetter ist nicht besonders und Radtouren fallen aus.
An den heißen Tagen hatte ich Besuch auf dem Balkon. Jeden Tag war der Vogel da und trank das Gießwasser aus dem Blumentopfteller.
Hat alles gut mit deinem Bruder geklappt, so dass die OP stattfinden kann?
Liebe Grüße
Ilona
2026.07.24
(kein Text)
2026.07.27
Lieber Jürgen,
vielen Dank für deinen Brief und deine privaten Einblicke. Du bist viel unterwegs und deine Arbeit kommt manchmal bestimmt zu kurz.
Deine Erfahrungen über das Jobcenter kann ich nur bestätigen. Das war schon damals so als ich so zwischen 2002 bis 2010 arbeitslos war. Wenn ich da mal einen Job bekommen habe, nur für ein Jahr, dann taten sie so als ob sie diesen Job für mich gefunden haben. Bei der Abmeldung beim Jobcenter habe ich aber dann bei der Frage „Wie haben Sie die Arbeitsstelle gefunden?“ immer „Die Arbeitsstelle bekam ich auf meine Bewerbungsanfrage“ geschrieben.
Ein 1-Euro Job vom Jobcenter als Kinderbetreuung, hatte ich mal abgelehnt, da herauskam, dass es vorher eine normale Arbeitsstelle als Reinigungskraft war. Im Ablehnungsscheiben schrieb ich „Ich nehme den 1-Euro Job nicht an, da es falsch ausgeschrieben wurde und es eine Putzstelle ist. Eine Putzstelle nehme ich gern an wenn ich dafür einen richtigen Arbeitsvertrag bekomme.“.
Es ist auch so, dass die Angestellten im Jobcenter nicht alle Fragen beantworten dürfen. Damals waren viele arbeitslos und es sprach sich rum wie und was man tun kann. Z. B. bin ich zu jemanden gezogen und habe es ordnungsgemäß beim Jobcenter eingereicht. Die Sache ist, wenn man zu jemand zieht, bekommt man ein Jahr lang noch die Geldleistungen und nach der Drohung „Damit kommen sie nicht durch.“ habe ich mich nicht beirren lassen und bekam es ein Jahr lang.
Ich freue mich für deinen Bruder, dass er die Lichtblitzanlage bewilligt bekommen hat.
Der Kuchen auf dem Foto sieht lecker aus und die Bilder vom Garten sind prima.
Ich bin noch zwei mal mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Einmal mit meine Radfahrfreundin 70 km nach Ziesar. Nur mal so die Info, Ziesar wird nicht Zie...sar ausgesprochen, es heißt Zi...esar. Jetzt habe ich die 2000 geknackt. Dieses Jahr bin ich bis jetzt 2005 km gefahren. Und jetzt ist wieder schlechtes Wetter. Ja, die Umgebung ist flach. Ab der Magdeburger Börde bis weit in die Altmark ist es ideal mit dem Fahrrad zu fahren und mit sehr vielen Radwegen z. B. der Elbe-Havel Radweg ist sehr schön. Heute Nachmittag laufe ich zum Supermarkt um mich zu bewegen, 6 km hin und zurück.
Ich wünsche dir eine gute Woche.
Liebe Grüße
Ilona
2026.07.28
(kein Text)
2026.08.04
Lieber Jürgen,
vielen Dank, dass ich dich im Zug begleite. Wenn man die Leute im Zug beobachtet sieht man, dass die meisten Menschen etwas mit dem Handy machen, einige lesen ein Buch, einige arbeiten am Laptop, ganz wenige unterhalten sich und ich beobachte Menschen und gucke mir die Landschaft an.
Danke dir, für die Glückwünsche auf meine 2005 km Leistung. Supi!, dass du mal wieder auf dem Fahrrad gestiegen bist. Es stimmt, Fahrrad fahren verlernt man nicht und durch ein bisschen Übung ist man schnell wieder im Training. Nachdem du viele Stunden am Computer arbeitest hast du einen guten Ausgleich bei den handwerklichen Arbeiten bei deiner Schwester und Exfrau. Du bist in dieser Hinsicht auch sehr handwerklich begabt.
Ja, es ist ein weites, flaches Land die Altmark. Meine Radfahrfreundin und ihr Mann mögen Fahrrad fahren im Wald und möchten nicht die Radfahrwegen an der Straße entlang, nicht am Elbe-Havel-Kanal entlang und auch nicht auf den Deichen entlang fahren. Das alles mag ich und ein Kompromiss finden wir immer, damit jeder seinen Spaß hat.
Als Kind war ich viel draußen und beachtete die Wiesen, die Bäume, den Himmel, die Wiesenblumen. Es gab mir den innerlichen Frieden, Tagträume und ich war einige Stunden weg von zuhause. Das alles finde ich bei meinen Radtouren wieder und schwelge in meinen Kindheitserinnerungen.
Ich schreibe dir ein paar Passagen aus einer Geschichte, die ich bei der Reha 2018 spontan im Kopf hatte und gleich aufgeschrieben habe.
„Die Birke
In Kindheitstagen rannte ich meinen Spielkameraden hinterher. Ganz plötzlich blieb ich stehen und lauschte. Der Wind brachte die Birkenblätter zum tanzen. Das war so ein inniges Gefühl, so dass ich eine Weile innehalten musste.
…
Ein Leben lang dachte ich an das Geräusch, fand es aber nicht mehr. Ich fand das innige Gefühl für die Natur nicht mehr. Nun sitze ich hier unter einem Baum und plötzlich war das Geräusch wieder da. Der Wind brachte die Blätter zum tanzen.
…
Der Baum war eine Pappel - für mich war es eine Birke.“
Das war auch eine Art Heilung für mich.
Vor zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit einen Schriftsteller aus meiner Stadt die ganze Geschichte vorzulesen. Er hatte gute Worte für den Aufbau der Geschichte und lobte mich.
Ich freue mich wieder über einen Brief von dir. Wünsche dir eine gute Woche und pass auf dich auf.
Liebe Grüße
Ilona